Gemüse · Paprika & Chili · Rezepte

Blockpaprika in der Küche: Farbe wählen, häuten, füllen und sicher einlegen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Blockpaprika ist der fleischige, eckige Typ der Gemüsepaprika und lässt sich dank großem Hohlraum und stabiler Form gut füllen.
  • Grüne Früchte schmecken herb bis leicht bitter, ausgereifte rote, gelbe und orange süßer und aromatischer.
  • Gemüsepaprika reift nach der Ernte nicht nach, die Geschmacksfrage entscheidet sich an der Pflanze.
  • Zum Häuten erhitzt du die Paprika im Backofen, bis die Haut Blasen wirft, schreckst sie kalt ab und schälst sie.
  • Gefüllte Paprika muss an allen Stellen einschließlich der Füllung mindestens 70 °C für 2 Minuten erreichen.
  • Selbst gemachte Paprika in Öl gehört in den Kühlschrank und wird spätestens am Folgetag gegessen.
Eine frische, gelbe Paprika wächst an der Pflanze.
Foto: Diana ✨ · Pexels License · Quelle ↗

Wenn an meinen Pflanzen mehrere Blockpaprika zugleich ausfärben, stehe ich vor derselben Frage wie du: roh essen, füllen, schmoren oder haltbar machen? Zwei Punkte entscheiden dabei über die Sicherheit, nicht über den Geschmack. Gefüllte Paprika muss bis in die Füllung durchgaren, und selbst gemachte Paprika in Öl ist kein Vorrat für den Schrank.

Im Folgenden zeige ich dir, wie ich Blockpaprika nach Farbe auswähle, vorbereite und gare. Dazu kommen Rezepte vom Salat bis zum Ajvar und mein Weg, geröstete Paprika in Öl sicher auf den Tisch zu bringen.

Was macht Blockpaprika in der Küche aus?

Gemüsepaprika der Art Capsicum annuum gibt es als fleischige, eckige Blocktypen und als Spitzpaprika. Blockpaprika ist der eckige Typ mit fleischiger Wand. Im Hobbyanbau können ihre Früchte bis 200 g wiegen.

Für die Küche heißt das: Großer Hohlraum und stabile Form machen Blockpaprika zur guten Wahl zum Füllen. Botanisch sind Paprikafrüchte übrigens Beeren, auch wenn sie im Alltag Schoten heißen. Welche Sorten in welcher Farbe abreifen, liest du bei den Blockpaprika-Sorten nach Farbe, Geschmack und Anbauort.

Aussaatkalender Blockpaprika
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April; Blüte: Juni, Juli, August, September; Ernte: Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberVorkulturBlüteErnte

Welche Farbe passt zu welchem Gericht?

Die Farbe zeigt dir den Reifegrad. Grüne Blockpaprika ist unreifer und schmeckt herb bis leicht bitter. Rote, gelbe und orangefarbene Früchte haben länger gereift, mehr Zucker gebildet und schmecken süßer und aromatischer. Welche Endfarbe eine Frucht erreicht, ist sortentypisch.

Reifegrad Geschmack So setze ich sie ein
grün, unreifer herb bis leicht bitter Letscho, Paprikapfanne, Gulasch
rot, gelb oder orange, ausgereift süßer und aromatischer Rohkost, Salat, Suppe, Aufstriche

Anders als eine Tomate reift Gemüsepaprika nach der Ernte nicht nach. Weil grüne Früchte herb und ausgereifte süß schmecken, fällt die Entscheidung über den Geschmack also an der Pflanze und nicht auf der Fensterbank.

Aus dem eigenen Beet ernte ich einen Teil der Früchte grün und lasse den Rest ausfärben. Bei großfrüchtiger Paprika kann eine teilweise Grünernte die Pflanze entlasten. Die Früchte schneide ich mit Messer oder Schere ab.

Beim Einkauf und bei der Ernte achte ich auf eine feste, glatte Schale und einen festen Stiel. Verschimmelte Früchte isst du nicht mehr.

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Wie bereite ich Blockpaprika vor?

Ich wasche Blockpaprika im Ganzen und nur kurz, erst danach schneide ich sie. So gehst du schonend mit den Vitaminen um, ebenso mit kurzer Lagerung und raschem Verarbeiten nach dem Zerkleinern.

So putzt du eine Blockpaprika:

  1. Halbiere die Frucht längs.
  2. Schneide Stiel und Kerngehäuse heraus.
  3. Streife die losen Samen ab.
  4. Entferne die weißen Innenwände.

Danach schneidest du sie passend zum Gericht:

  • Streifen für die Pfanne und für Rohkost
  • Würfel für Salat, Sauce und Letscho
  • grobe Stücke für den Grill
  • Hälften zum Füllen

Schneide alle Stücke etwa gleich groß, damit sie gleichzeitig gar werden. Geschnittene Paprika isst du gleich oder stellst sie bis zur Verwendung in den Kühlschrank.

Welche Garmethoden passen zu Blockpaprika?

Gegart passt Blockpaprika in Pasta, Gulasch, Ratatouille und Füllungen. Vier Techniken nutze ich dafür am häufigsten.

In der Pfanne braten

Paprikastreifen brate ich in Olivenöl bei mittlerer bis hoher Hitze und wende sie immer wieder. Sie sind fertig, wenn die Ränder Farbe nehmen und die Streifen noch Biss haben. Erst zum Schluss würze ich mit Salz, Pfeffer und frischem Thymian. Mit Zwiebeln wird daraus eine einfache Paprikapfanne.

Auf dem Grill

Auf dem Rost liegen die Paprikastücke direkt über der Glut. Ziel ist eine gebräunte Oberfläche, keine verkohlte. Ich wende die Stücke dabei und nehme sie vom Rost, sobald sie rundum gebräunt sind.

Häufiger Fehler

Paprika so lange grillen, bis sie verkohlt. Für Grillpaprika reicht eine gebräunte Oberfläche. Blasen in der Haut brauchst du nur, wenn du die Haut anschließend abziehen willst, und dafür nutze ich den Backofen.

Im Ofen rösten und häuten

Für Aufstriche, Dips und Antipasti häute ich die Paprika. Dafür lege ich die Hälften mit der Hautseite nach oben in den heißen Backofen, bis die Haut Blasen wirft. Danach schrecke ich sie kalt ab und ziehe die Haut ab.

Schmoren: Letscho und Ratatouille

Letscho ist ein Eintopf aus Gemüsepaprika, Tomaten und Zwiebeln, den du mit Paprikapulver würzen kannst. Dafür nehme ich gern grüne Früchte. Für Ratatouille garst du Paprika mit Zucchini, Auberginen, Zwiebeln, Knoblauch und Tomaten. Abgeschmeckt wird mit Basilikum.

Gefüllte Blockpaprika: Füllungen und Garprobe

Zum Füllen halbiere ich die Früchte längs und setze sie mit der Öffnung nach oben in die Form. Ganze Früchte mit abgeschnittenem Deckel gehen genauso. Diese Füllungen nutze ich:

  • Hackfleisch mit Reis
  • Reis mit Feta
  • Käse, pur oder über eine der anderen Füllungen gestreut

Gefüllt kommen die Paprika in den Ofen und backen, bis auch die Füllung durchgegart ist. Die Garzeit schätze ich nicht, ich messe nach.

Zahl im Blick

Gefüllte Paprika ist erst fertig, wenn sie an allen Stellen einschließlich der Füllung mindestens 70 °C erreicht. Diese Temperatur muss zwei Minuten lang anhalten. Ich stecke dafür ein Küchenthermometer in die Mitte der Füllung, nicht in die Wand der Paprika.

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Roh genießen: Salat, Wraps, Dips und Snacks

Roh bringt Blockpaprika Biss und Farbe in Salate, Dips und Snacks. Für Rohkost greife ich gern zu ausgereiften Früchten, weil sie süßer schmecken.

Rohe rote Paprika liefert als Tabellenwert 140 mg Vitamin C je 100 g verzehrbaren Anteil, sie bleibt aber ein Lebensmittel und keine Medizin. Bei einer Beifußpollenallergie sind Kreuzreaktionen auf rohe Paprika möglich. Die übrigen Werte für grüne und rote Paprika findest du im Kapitel Küche, Nährwerte und sicheres Verarbeiten von Paprika und Chili.

Paprika-Gurken-Salat mit Feta

Ich würfele rote und gelbe Blockpaprika und eine Salatgurke. Dazu kommen gewürfelter Feta, fein gehackte rote Zwiebel und frischer Dill. Das Dressing rühre ich aus Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer.

Wraps und Smoothie

Große Salatblätter fülle ich mit Hummus, Möhren, Gurken, Paprikastreifen und gebratenem Tofu. An anderen Tagen nehme ich gekochte Kichererbsen statt Tofu. Rote Paprika passt auch in einen Smoothie, solange alle anderen Zutaten roh genießbar sind.

Dips und Paprikasnacks für Gäste

Zu Paprikasticks rühre ich einen cremigen Dip aus Frischkäse und Schmand mit Kräutern an. Paprika-Aioli und andere kalte Dips, die nicht mehr erhitzt werden, mache ich ohne rohes Ei.

Gefüllte Paprikasnacks sind leicht verderblich. Bis zum Servieren stehen sie im Kühlschrank bei höchstens 7 °C. Bietest du sie länger im Freien an, hältst du sie auch dort ausreichend gekühlt.

Suppe, Sauce und Aufstriche

Kürbis-Paprika-Suppe

Für die Suppe röste ich Kürbis und Paprika im Ofen. Dann kommen Zwiebeln, Knoblauch, Curry und Gemüsebrühe dazu, und ich püriere alles. Orangensaft und Kokosmilch runden die Suppe ab.

Paprika-Auberginen-Sauce zur Pasta

Paprika und Aubergine dünste ich weich und püriere sie grob. Abgeschmeckt wird mit Koriander, Öl und Essig. Für diese Sauce nehme ich gern ausgereifte Früchte.

Ajvar und Paprika-Feta-Creme

Ajvar rühre ich aus gegrillter Paprika, Zwiebeln, Knoblauch, Chili und Olivenöl. Die Paprika-Feta-Creme kenne ich mit Spitzpaprika, ich mache sie aber genauso mit Blockpaprika. Dafür püriere ich geröstetes, abgekühltes Fruchtfleisch mit Knoblauch, Feta, Olivenöl, Zitronensaft und Chili.

Beim Schneiden scharfer Chilis trage ich Küchenhandschuhe, denn die Scharfstoffe können Augen und Schleimhäute reizen. Für einen milderen Aufstrich entferne ich vor allem die inneren Scheidewände und die Samen. Die Schärfe hängt von Sorte, Reifegrad, Sonne und Wärme ab und kann sogar zwischen Früchten derselben Pflanze schwanken. Weil auch die Fruchtfarbe nichts Verlässliches über die Schärfe verrät, gebe ich die Chili nach und nach dazu und probiere zwischendurch.

Kinder reagieren besonders empfindlich auf scharfe Chili-Produkte, deshalb rühre ich ihre Portion ohne Chili an. Welche Paprika mild bleibt und welche Schärfe mitbringt, zeigt dir die Übersicht über Paprikasorten von süß und mild bis scharf.

Beide Aufstriche enthalten Öl. Ich behandle sie deshalb wie Paprika in Öl: Sie kommen in den Kühlschrank und sind spätestens am Folgetag aufgegessen.

Tipp

Ist ein Gericht schärfer geraten als geplant, kann Crème fraîche die wahrgenommene Schärfe abmildern. Sie eignet sich auch für heiße Soßen.

Haltbar machen: was in den Kühlschrank gehört

Ganze Blockpaprika lagerst du kühl, aber nicht kalt, bei etwa 10 bis 12 °C. Äpfel und Tomaten hältst du fern, weil ihr Ethylen die Alterung beschleunigen kann. Einfrieren, Trocknen und Einlegen findest du ausführlich unter Blockpaprika lagern, einfrieren und haltbar machen.

Geröstete Paprika in Olivenöl: mein Rezept für den Kühlschrank

Antipasti aus gerösteter Paprika mache ich nur in der Menge, die wir bis zum nächsten Tag essen. So gehe ich vor:

  1. Paprika waschen, halbieren und Stiel, Kerngehäuse und weiße Innenwände entfernen.
  2. Die Hälften mit der Hautseite nach oben im heißen Backofen rösten, bis die Haut Blasen wirft.
  3. Kalt abschrecken, die Haut abziehen und das Fruchtfleisch in Streifen schneiden.
  4. Die Streifen in eine saubere Schale schichten, Knoblauch und Kräuter dazugeben und mit Olivenöl übergießen.
  5. Abgedeckt in den Kühlschrank stellen und spätestens am Folgetag aufessen.
Achtung

Selbst gemachte Paprika in Öl kann ein Botulismusrisiko bergen. Stelle sie deshalb nicht als Vorrat in den Schrank, sondern bewahre sie im Kühlschrank auf und iss sie spätestens am Folgetag. Botulinum-Neurotoxine können in Konserven stecken, ohne dass Aussehen, Geruch oder Geschmack sie verraten. Eine Geruchsprobe ersetzt diese Regel also nicht.

Passt dazu

Weitere Ideen für Blockpaprika roh, warm und kalt ergänzen diese Rezepte. Ziehst du deine Paprika selbst, zeigt dir der Aussaatkalender für Paprika und Chili, wann die Anzucht beginnt. Die typischen Anfängerfehler beim Blockpaprika-Anbau kannst du vorab nachlesen.

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Häufige Fragen

Was unterscheidet Blockpaprika von Spitzpaprika und anderer Gemüsepaprika?
Gemüsepaprika ist der Oberbegriff und umfasst fleischige, eckige Blocktypen ebenso wie Spitzpaprika. Blockpaprika ist also eine Form der Gemüsepaprika und kein Gegensatz zu ihr. In der Küche zählt ihre Form: Der große Hohlraum und die stabile Form machen sie gut geeignet zum Füllen. Im Hobbyanbau können blockige Früchte bis 200 g wiegen.
Schmecken grüne, gelbe und rote Blockpaprika unterschiedlich?
Ja, denn die Farbe zeigt den Reifegrad. Grüne Blockpaprika ist unreifer und schmeckt herb bis leicht bitter. Ausgereifte rote, gelbe oder orangefarbene Früchte haben mehr Zucker entwickelt und schmecken süßer und aromatischer. Welche Endfarbe eine Frucht erreicht, ist sortentypisch.
Reifen grün geerntete Blockpaprika in der Küche nach?
Nein. Gemüsepaprika zählt zu den nicht nachreifenden Früchten und verhält sich darin anders als eine Tomate. Essen kannst du grüne Früchte trotzdem, denn Gemüsepaprika ist unreif grün ebenso genießbar wie in der sortentypischen Reifefarbe. Wer süße, ausgefärbte Paprika möchte, lässt sie an der Pflanze ausreifen.
Wie putze und schneide ich Blockpaprika?
Wasche die Frucht im Ganzen kurz ab und halbiere sie erst danach längs. Dann entfernst du Stiel, Kerngehäuse, lose Samen und die weißen Innenwände. Geschnittene Paprika isst du gleich oder bewahrst sie bis zur Verwendung im Kühlschrank auf.
Welche Garmethoden eignen sich für Blockpaprika?
Gegart passt Blockpaprika in Pasta, Ratatouille, Gulasch und Letscho, außerdem lässt sie sich füllen und backen. Auf dem Grill liegen die Stücke direkt über der Glut und sollen bräunen, aber nicht verkohlen. Zum Häuten erhitzt du die Paprika im Backofen, bis die Haut Blasen wirft, und schreckst sie danach kalt ab.
Wann ist gefüllte Paprika sicher durchgegart?
Gefüllte Paprika ist fertig, wenn sie an allen Stellen einschließlich der Füllung mindestens 70 °C erreicht. Diese Temperatur muss zwei Minuten lang anhalten. Prüfen kannst du das mit einem Küchenthermometer, das du in die Mitte der Füllung steckst.
Kann ich gegrillte Paprika in Öl auf Vorrat einlegen?
Nein. Selbst gemachte Paprika in Öl kann ein Botulismusrisiko bergen und gehört deshalb nicht als Vorrat in den Schrank. Bewahre sie im Kühlschrank auf und iss sie spätestens am Folgetag. Botulinum-Neurotoxine können in Konserven stecken, ohne dass Aussehen, Geruch oder Geschmack sie verraten.
Woran erkenne ich frische Blockpaprika?
Frische Blockpaprika hat eine feste, glatte Schale und einen festen Stiel. Verschimmelte Früchte solltest du nicht mehr essen. Ganze Früchte lagerst du kühl, aber nicht kalt, bei etwa 10 bis 12 °C.
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