Spitzpaprika-Rezepte: gefüllt, geschmort, gegrillt und als Pesto
- Spitzpaprika waschen, halbieren und Stiel, Kerngehäuse, lose Samen und weiße Innenwände entfernen.
- Zum Häuten im Backofen erhitzen, bis die Haut Blasen wirft, dann kalt abschrecken und schälen.
- Gefüllte Schoten und Geflügel sind fertig, wenn sie überall mindestens 70 °C erreichen und 2 Minuten halten.
- Grillpaprika und Pesto in Öl sind kein Vorrat: kühlen und spätestens am Folgetag essen.
- Grüne Schoten schmecken herber, ausgefärbte süßer, und nach der Ernte reift Paprika nicht nach.

Spitzpaprika aus dem Beet oder vom Markt landen bei mir meist direkt in der Küche. Damit aus den langen Schoten ein gutes Essen wird, achte ich auf drei Dinge: Reife, Vorbereitung und sicheres Garen. Wer gefüllte Schoten zu früh aus dem Ofen holt oder Grillpaprika in Öl als Vorrat ins Glas schichtet, geht ein unnötiges Risiko ein. Hier findest du meine Rezepte von gefüllten Schiffchen über Peperonata, Paprikahuhn und Fajitas bis zu Pesto und Chips.
Spitzpaprika, Blockpaprika, Peperoni: was in der Küche zählt
Spitzpaprika gehört wie die fleischigen, eckigen Blocktypen zur Gemüsepaprika. Wie der Name sagt, laufen die Früchte spitz zu. Botanisch sind Paprika und Chili Beeren, auch wenn wir im Alltag Schoten sagen. Peperoni und Chilis zählen zu den kleinfrüchtigen Typen, und Chilis verwendest du frisch oder getrocknet zum Schärfen. Einen Überblick, welche Paprikatypen es von süß und mild bis scharf gibt, findest du in einem eigenen Ratgeber.
Welche Reife passt zu welchem Gericht?
Bei Gemüsepaprika zeigt die Farbe den Reifegrad. Grüne Schoten sind unreifer und schmecken herber bis leicht bitter. Ausgereifte rote, gelbe oder orange Früchte entwickeln mehr Zucker und schmecken süßer und aromatischer. Essen kannst du beide Stufen, und grüne Spitzpaprika nehme ich gern für Fajitas und Salat, wo eine herbe Note passt.
Weil Gemüsepaprika nicht nachreift und erst ausgereifte Früchte mehr Zucker entwickeln, nimmst du für Pesto oder Feta-Creme ausgefärbte Schoten. Eine grün geerntete Schote wird in der Küche nicht mehr süß.
Die Spitzpaprika ‘Corno giallo’ erntest du beim Farbumschlag von Grün auf Gelb, denn dann erreicht sie ihre beste Fruchtqualität. ‘Corno rosso’ reift von Dunkelgrün nach Leuchtendrot und hat festes, dickwandiges Fruchtfleisch mit süßem Aroma.
Frische Schoten erkennst du an einer festen, glatten Schale und einem festen Stiel. Verschimmelte Früchte isst du nicht mehr. Im eigenen Beet schneide ich die Früchte mit Messer oder Schere ab.
Wenn du Spitzpaprika selbst ziehen möchtest, plane die Anzucht mit dem Aussaatkalender für Paprika und Chili zum Ausdrucken.
So bereitest du Spitzpaprika vor
Ich wasche die Schoten im Ganzen und nur kurz. Geschnitten wird erst, wenn ich sie gleich weiterverarbeite. Kurz lagern, ungeschnitten kurz waschen und nach dem Zerkleinern rasch verarbeiten: So gehst du schonend mit den Vitaminen um. Dann halbierst du die Schote und entfernst Stiel, Kerngehäuse, lose Samen und die weißen Innenwände. Kleingeschnittene Paprika isst du gleich oder stellst sie bis zur Verwendung in den Kühlschrank.
Ringe, Streifen, Schiffchen
- Ringe: Stielansatz abschneiden, Kerne und Innenwände herauslösen, quer schneiden. Sie passen in Salat, Paprikahuhn und Chips.
- Streifen: Schote längs halbieren, putzen und längs in Streifen schneiden. Sie passen in Peperonata, Fajitas und Antipasti.
- Schiffchen: Schote längs halbieren und aushöhlen. Sie tragen Füllungen aus dem Ofen und kalte Snacks.
Häuten für Pesto, Creme und Antipasti
Für Pesto, Cremes und manche Antipasti häute ich die Schoten. Dafür erhitzt du sie im Backofen, bis die Haut Blasen wirft. Danach schreckst du sie kalt ab und ziehst die Haut ab.
Gefüllte Spitzpaprika: Schiffchen aus dem Ofen
Zum Füllen halbiere ich Spitzpaprika meist längs zu Schiffchen. So liegt die Füllung offen, und ich kann an mehreren Stellen nachmessen, ob sie durch ist. Für runde Früchte lies nach, wie du Glockenpaprika füllst, grillst und international zubereitest.
Mit Reis und Feta
Gekochten Reis mischst du mit zerbröseltem Feta, klein gewürfelter Zucchini und Zwiebel, frischen Kräutern und Tomatenmark. Die Masse verteilst du in die Schiffchen und streust geriebenen Käse darüber. Im Ofen backen sie, bis der Käse goldbraun ist und die Füllung überall die Garprobe besteht.
Mit Hackfleisch
Für die deftige Fassung verknetest du Hackfleisch mit gekochtem Reis, gewürfelten Zwiebeln und Gewürzen. Die gefüllten Schiffchen setzt du in eine Tomatensauce und bestreust sie mit Käse. Dann backst du sie, bis die Füllung an allen Stellen durchgegart ist.
Gefüllte Paprika ist erst fertig, wenn alle Stellen einschließlich der Füllung mindestens 70 °C erreichen und diese Temperatur 2 Minuten halten. Geflügel muss im Kern ebenfalls mindestens 70 °C für 2 Minuten erreichen und an allen Stellen durchgegart sein. Ich messe mit einem Küchenthermometer an der dicksten Stelle nach.
Peperonata mit roten und gelben Spitzpaprika
Peperonata ist geschmortes Paprikagemüse mit Zwiebeln und Tomaten. Ich mische dafür rote und gelbe Schoten und schneide sie längs in lange Streifen.
- Spitzpaprika und Zwiebeln in Streifen schneiden.
- Beides in Olivenöl dünsten, bis die Paprika weich wird.
- Geschälte, gewürfelte Tomaten dazugeben und mit Salz, Pfeffer und Oregano würzen.
- Leise köcheln lassen, bis die Sauce eindickt, dann mit Rotweinessig abschmecken.
Warm passt Peperonata als Beilage, kalt schmeckt sie auf geröstetem Brot. An vollen Tagen brate ich die Streifen nur scharf an, gebe Tomaten und Thymian dazu und habe eine schnelle Paprikapfanne zur Pasta.
Ungarisches Paprikahuhn mit Spitzpaprika
Beim Paprikahuhn schneide ich Spitzpaprika in breite Ringe statt in Würfel.
- Hühnerteile in Öl rundum anbraten und herausnehmen.
- Gewürfelte Zwiebeln und die Paprikaringe im Bratfett andünsten.
- Mit edelsüßem Paprikapulver würzen, mit Hühnerbrühe aufgießen und das Huhn zurück in den Topf legen.
- Schmoren, bis das Huhn zart und an allen Stellen durchgegart ist.
- Zum Schluss saure Sahne unterrühren und abschmecken.
Für das Huhn gilt dieselbe Kerntemperatur wie im Kasten bei den gefüllten Schiffchen. Dazu passen Nockerl. Ohne Fleisch kochst du aus Gemüsepaprika, Tomaten und Zwiebeln einen Letscho, einen Eintopf, den du mit Paprikapulver würzen kannst.
Fajitas mit Spitzpaprika
Für Fajitas mische ich grüne und rote Schoten, so kommen herbe und süße Streifen in dieselbe Pfanne.
- Spitzpaprika und Zwiebeln längs in feine Streifen schneiden.
- Hähnchenbrust in Streifen in einer sehr heißen Pfanne scharf anbraten.
- Paprika und Zwiebeln dazugeben und mit Kreuzkümmel, Chili, Salz und Pfeffer würzen.
- Alles in warme Tortillas füllen und mit Guacamole, Salsa und Crème fraîche servieren.
Das Hähnchen muss an allen Stellen durchgegart sein, bevor es in die Tortilla kommt. Frische scharfe Chilis schneide ich mit Küchenhandschuhen, weil ihre Scharfstoffe Augen und Schleimhäute reizen können. Wer es milder mag, entfernt die inneren Scheidewände und die samen.liver Chili. Crème fraîche kann die wahrgenommene Schärfe am Tisch abmildern. Wenn Kinder mitessen, stelle ich die Chili separat auf den Tisch, denn Kinder reagieren besonders empfindlich auf scharfe Chili-Produkte.
Eine rote Chili ist nicht automatisch schärfer als eine grüne. Aus der Fruchtfarbe lässt sich die Schärfe nicht zuverlässig ableiten, sie hängt von Sorte, Reifegrad, Sonne und Wärme ab und kann sogar zwischen Früchten derselben Pflanze schwanken.
Gegrillte Spitzpaprika: Antipasti und Grillsalat
Auf dem Grill legst du Paprikahälften direkt über die Glut. Ziel ist eine gebräunte, keine verkohlte Schale. Ich wende die Stücke, sobald die Unterseite gebräunt ist.
Für Antipasti schneidest du die gegrillten Hälften in Streifen und mischst sie mit Knoblauch, Kräutern, Olivenöl und Balsamico. Für einen Grillsalat kommen rote Zwiebeln, Petersilie und Zitronensaft dazu, und ich mische grüne und rote Schoten. Beides schmeckt auf geröstetem Ciabatta. Gehäutete Antipasti bereitest du mit der Ofenmethode aus der Vorbereitung zu.
Gegrillte Paprika mit Öl ins Glas schichten und als Vorrat aufheben. Selbst hergestellte Paprika in Öl kann ein Botulismusrisiko bergen. Stell Antipasti in Öl deshalb in den Kühlschrank und iss sie spätestens am Folgetag. Botulinum-Giftstoffe können in Konserven stecken, ohne dass du sie an Aussehen, Geruch oder Geschmack erkennst.
Pesto, Feta-Creme und Dips
Spitzpaprika-Pesto
Für das Pesto röstest und häutest du rote Spitzpaprika. Dann pürierst du sie mit gerösteten Mandeln, Knoblauch, Parmesan und Olivenöl zu einer cremigen Sauce. Sie passt zu Pasta und als Dip zu Gemüsesticks. Weil Pesto ebenfalls selbst gemachte Paprika in Öl ist, behandle ich es wie Antipasti: ab in den Kühlschrank und spätestens am Folgetag aufessen.
Paprika-Feta-Creme
Geröstetes, abgekühltes Spitzpaprikafruchtfleisch pürierst du mit Knoblauch, Feta, Olivenöl, Zitronensaft und Chili. Die Schärfe steuerst du über die Chili, und für eine milde Creme entfernst du deren Scheidewände und Samen. Ich mache die Creme frisch und stelle sie bis zum Essen kalt.
Frischkäse-Dip und kalte Schiffchen
Für einen cremigen Dip rührst du Frischkäse und Schmand mit Kräutern an und hebst fein gewürfelte rohe Spitzpaprika unter. Derselbe Dip füllt auch kleine Spitzpaprika-Schiffchen fürs Buffet. Für eine Tzatziki-Variante nimmst du geriebene, gut ausgedrückte Gurke, griechischen Joghurt, Knoblauch und Paprikawürfel.
Kalt gegessene Dips wie eine Paprika-Aioli rührst du ohne rohes Ei an. Gefüllte Paprikasnacks bewahrst du bis zum Servieren im Kühlschrank bei höchstens 7 °C auf, und auch auf dem Buffet im Freien brauchen sie ausreichend Kühlung.
Roh: Paprikasalat und Rohkost
Roh schneide ich Spitzpaprika in Ringe oder Streifen für Salat, Rohkostplatte und zum Dippen. Für einen bunten Paprikasalat mischst du Streifen in verschiedenen Farben mit fein gewürfelter roter Zwiebel und gehackter Petersilie. Das Dressing rührst du aus Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer. Schmeck den Salat vor dem Servieren noch einmal ab. Bei einer Beifußpollenallergie sind Kreuzreaktionen auf rohe Paprika möglich.
Spitzpaprika-Chips aus dem Ofen
- Spitzpaprika in feine, gleichmäßige Ringe schneiden.
- Die Ringe mit Olivenöl bepinseln und mit Salz und Paprikapulver würzen.
- Flach nebeneinander auf ein Backblech legen, ohne dass sie sich überlappen.
- Im Ofen trocknen, bis sie spröde, hart und knusprig sind und beim Zusammendrücken kein Saft mehr austritt.
Bräunen die Ränder, bevor die Ringe trocken sind, drehst du die Hitze herunter.
Ich nehme fertige Chips einzeln vom Blech und lasse die übrigen weitertrocknen.
Paprikasuppe und Smoothie
Spitzpaprika passt auch in eine cremige Suppe aus gerösteten Schoten und in einen Smoothie. Für den Smoothie nimmst du rote Paprika und nur Zutaten, die roh genießbar sind. Rezepte für Paprikagerichte von der cremigen Suppe bis zum Smoothie habe ich sortenübergreifend gesammelt.
Lagern und Nährwerte in Kürze
Ganze Spitzpaprika lagerst du kühl, aber nicht kalt, bei etwa 10 bis 12 °C, weil stärkere Kühlung Qualitätsverluste und Kälteschäden begünstigen kann. Kleingeschnitten kannst du sie ohne BlanchierenBlanchieren heißt, gewaschenes und klein geschnittenes Gemüse für wenige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu geben und sofort in Eiswasser abzukühlen. So bereitest du die meisten Gemüsesorten auf das Einfrieren vor. einfrieren und später gefroren in Pfanne, Suppe oder Auflauf geben. Wie lange frische Schoten halten, steht im Abschnitt Lagern des Paprika-Ratgebers.
Spitzpaprika ist ein Lebensmittel, keine Medizin. In der Nährwerttabelle der LWG Bayern liegt rohe rote Paprika beim Vitamin C höher als rohe grüne. Die Werte im Einzelnen findest du im selben Ratgeber im Abschnitt Küche, Nährwerte und sicheres Verarbeiten.





