Bodenvorbereitung für Meerrettich: Standort, Boden und Kübel
- Meerrettich mag leichten, nährstoffreichen und tiefgründigen Boden, der feucht und gut durchlässig ist.
- Schwere, lehmige Böden erschweren Pflege und Ernte, reifer Kompost verbessert ihre Lockerung.
- Eine Bodenprobe zeigt Kalkbedarf, Phosphat und Kalium, bevor du kalkst oder Kompost gibst.
- Schwere Böden gräbst du vor dem Winter um, im Frühjahr lockerst du erst abgetrockneten Boden.
- Im Kübel speichert ein größeres Gefäß mehr Wasser, die Fingerprobe zeigt dir, wann du gießt.
- Wurzelstücke können wieder austreiben, deshalb liest du sie beim Lockern und Ernten gründlich aus.
- Meerrettich kommt erst nach 4 Jahren Anbaupause wieder auf dieselbe Fläche.

Beim Meerrettich entscheidet die Bodenvorbereitung auch darüber, wie gut du ihn später wieder aus der Erde bekommst. Wurzelstücke, die bei der Ernte im Boden bleiben, können in der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. erneut austreiben. Schwere, lehmige Böden erschweren zudem Pflege und Ernte der Wurzeln. Deshalb prüfe ich Bodenart, pH-Wert und Verdichtung, bevor ich die ersten Wurzelstücke setze.
Meerrettich ist mehrjährigMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. und winterhart. Du setzt im März oder April Fechser, also Wurzelstücke, und erntest von Oktober bis Januar. Wer kein passendes Beet hat, kann ihn auch im Kübel ziehen.
Welcher Standort passt zu Meerrettich?
Meerrettich wächst sonnig bis halbschattig, auch volle Sonne ist geeignet. Weil er winterhart ist, kannst du ihn bis zur Ernte im Beet lassen. Was Licht, Boden und Gefäß bei allen Wurzelgemüsen ausmacht, liest du im Abschnitt über Standort, Boden und Gefäß für Wurzel- und Knollengemüse.
Warum du den Platz später gut ausgraben können musst
Meerrettich gilt als verwilderungsfähig. Wurzeln brechen beim Ernten aus gefrorenem Boden ab, und im Boden verbliebene Stücke können in der Folgekultur wieder austreiben. Plane den Platz deshalb so, dass du ihn bei offenem Boden gründlich ausgraben kannst. Ich gebe meinem Meerrettich eine Beetecke, an die ich zur Ernte von allen Seiten mit der Grabgabel herankomme.
Beim Roden können außerdem FeinwurzelnFeinwurzeln sind die dünnen, fein verzweigten Wurzeln einer Pflanze. Sie nehmen vor allem Wasser und Nährstoffe aus dem Boden auf, während die dicken Wurzeln der Pflanze Halt geben und Stoffe weiterleiten. jüngerer Nachbarkulturen beschädigt werden, was ihr Wachstum beeinträchtigt. Plane jüngere Kulturen darum nicht direkt neben dem Meerrettich ein. Den passenden Zeitpunkt und die Technik beschreibt der Ratgeber dazu, wann und wie du Meerrettich erntest.
Meerrettich im Kübel anbauen
Meerrettich eignet sich für den Topf, und im Kübel bleiben abgebrochene Wurzelstücke in der Kübelerde statt in deinem Beet. Nimm ein größeres Gefäß: Mehr Erdvolumen speichert mehr Wasser und kann längere Abstände zwischen den Wassergaben ermöglichen. In torffreier Topferde puffert ein großer Kübel die Wasserversorgung dadurch besser. Achte auf einen Wasserabzug im Boden des Gefäßes, weil Meerrettich feuchte, aber gut durchlässige Erde braucht. Fülle eine leichte, nährstoffreiche Erde ein und setze die Fechser wie im Beet im März oder April.
Begrenzte Erde trocknet schneller aus als gewachsener Gartenboden, deshalb gehört Gießen im Kübel zur Routine. Während der Wachstumszeit braucht Meerrettich reichlich Wasser. Ich prüfe vor dem Gießen mit dem Finger die Feuchte, und zwar auch unter der Oberfläche, die schneller abtrocknet.
Bring alte Kübelerde erst aufs Beet, wenn du sie nach Wurzelstücken abgesucht hast. Sonst kann der Meerrettich dort austreiben, wo du ihn nicht haben willst.
Welcher Boden passt zu Meerrettich?
Meerrettich will einen leichten, nährstoffreichen und tiefgründigen Boden, der feucht bleibt und trotzdem gut durchlässig ist. Er wächst auf Sand-, Lehm-, Ton- und Kalkboden. Wachsen kann er also auf vielen Böden, doch schwere, lehmige Böden erschweren Pflege und Ernte der Wurzeln.
Beide Extreme haben beim Wasser ihre Schwäche. Sandreiche Böden lassen Wasser gut durch und speichern wenig davon. Tonreiche Böden leiten Wasser schlecht ab und erschweren die Durchwurzelung. Reifer Kompost hilft in beiden Fällen. In schweren Böden fördert er eine durchlüftete KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. mit besserer Versickerung. Bei sandigen Böden verbessert er die Speicherung von Wasser und Nährstoffen.
Nimm eine Probe leicht feuchter Erde aus dem Beet und forme sie zwischen den Fingern. Zerfällt sie dabei, hast du Sandboden. Klebt sie an den Händen und lässt sich ausrollen, ist dein Boden tonig.
Bodenprobe: welchen pH-Wert braucht Meerrettich?
Meerrettich wächst auf sauren, neutralen und alkalischen Böden. Einen eigenen Zielwert für ihn setze ich deshalb nicht an, sondern richte mich nach dem allgemeinen Zielbereich für Gartenboden. Der hängt von der Bodenart ab, zwei Beispiele:
| Bodenart | pH-Zielbereich für Gartenboden |
|---|---|
| Sand | 5,4 bis 5,8 |
| sandiger Lehm bis Lehm | 6,6 bis 7,0 |
Ob du kalken musst, entscheiden Bodenart und gemessener pH-Wert. Liegt der Wert oberhalb des Zielbereichs, kalkst du nicht. Die Bodenprobe zeigt dir außerdem PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. und Kalium; sind diese Werte stark überhöht, schränkst du die übliche Kompostgabe ein.
Für die Bodenuntersuchung entnimmst du vor der Düngung 10 bis 15 Einzelproben, verteilt über die einheitlich genutzte Fläche. Du mischst sie und schickst rund 500 g davon ans Labor. Die Standarduntersuchung umfasst Phosphat, Kalium und Kalkbedarf. Stickstoff beauftragst du separat, und diese Probe muss gekühlt ins Labor.
Wann und wie lockerst du den Boden?
Sehr schwere Böden und neu angelegte Beete gräbst du vor dem Winter um. Schwere Böden können davon profitieren, dass sie danach über den Winter durchfrieren. Auf einem eingearbeiteten Gartenboden ist regelmäßiges tiefes Umgraben meist entbehrlich. Dort lockerst du mit dem Sauzahn, ohne die Erde zu wenden.
Im Frühjahr wartest du, bis der Boden abgetrocknet ist und nicht mehr an Schuhen oder Spaten klebt. Dann lockerst du ihn tiefgründig mit der Grabgabel. Ob darunter eine verdichtete Schicht liegt, prüfst du mit einer spitzen Metallstange im feuchten Boden. Beim Lockern liest du Wurzelunkräuter und alte Meerrettichstücke aus. Kreuzblütige Unkräuter entfernst du auch später im Bestand, weil sie Alternaria übertragen können.
Ich stoße die Metallstange an mehreren Stellen des Beets senkrecht in die feuchte Erde. Wo sie plötzlich schwerer vorankommt, lockere ich mit der Grabgabel nach.
Wenn du im selben Frühjahr weitere Wurzelgemüse säst, hilft dir der druckbare Aussaatkalender für dein Wurzelbeet bei den Terminen.
Grunddüngung mit Kompost
Für die Grundversorgung arbeitest du im Frühjahr reifen Kompost oberflächlich ein. Auf einem guten Gemüsebeet, auf dem das Meerrettichlaub bleibt, kann eine jährliche Kompostgabe von 3 l je m² die Nährstoffabfuhr ersetzen. Das gilt für eine Wurzelernte von bis zu 3 kg je m². Übermäßig düngen solltest du nicht, weil Meerrettich empfindlich auf hohe Salzgehalte reagiert; wann und womit du Meerrettich düngst, erklärt der eigene Dünge-Ratgeber.
Pflanzreihen anlegen
Die Fechser setzt du im März oder April 5 cm tief. In der Reihe braucht jede Pflanze 60 cm Platz. Zwischen den Reihen lässt du 70 bis 80 cm frei, danach bemisst du auch die Fläche, die du vorbereitest. Wie die Pflanzung im Einzelnen abläuft, zeigt der Ratgeber, wie du Meerrettich nach biologischen Grundsätzen anbaust. Was beim Meerrettich im Jahreslauf bis zur Überwinterung zu tun ist, liest du im Pflegeartikel.
Fruchtfolge nach dem Meerrettich
Bevor Meerrettich wieder auf dieselbe Fläche kommt, planst du 4 Jahre AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. ein. Hol bei der Ernte auch die Reststücke heraus, denn verbliebene Wurzeln können in der Folgekultur wieder austreiben und die Pause unterlaufen. Die Regeln für mehrere Jahre stehen im Abschnitt FruchtfolgeFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. und MischkulturMischkultur bedeutet, dass verschiedene Gemüsearten nebeneinander auf einem Beet wachsen. So nutzt du die Fläche besser aus, und der Boden bleibt während der Saison weitgehend bedeckt. des Wurzelgemüse-Ratgebers, und im Beetplaner hältst du fest, was wann auf welchem Beet stand.





