Meerrettich anbauen: Pflege im Jahreslauf bis zur Überwinterung
- Fechser setzt du von März bis April, die Pflanztiefe beträgt 5 cm.
- Plane 60 cm Abstand in der Reihe und 70 bis 80 cm zwischen den Reihen ein.
- Gleich nach dem Austrieb kontrollierst du auf Erdflöhe, im Juni oder Juli legst du die Stangen frei.
- Geerntet wird von Oktober bis Januar, und zwar nur aus ungefrorenem Boden.
- Wurzelreste können wieder austreiben: Lies das Beet beim Abräumen gründlich aus und halte 4 Jahre Anbaupause.
- Im Kübel brauchst du freie Abzugslöcher, im Winter einen geschützten Platz und ein isoliertes Gefäß.

Wer Meerrettich pflanzt, holt sich eine mehrjährige Pflanze ins Beet, die verwildern kann. Schon Wurzelstücke, die nach der Ernte im Boden bleiben, können in der nächsten Kultur wieder austreiben. Ich lege deshalb vor dem Pflanzen fest, wo der Meerrettich stehen darf und wann ich grabe. So weiß ich auch, welche Fechser ich im Herbst für das nächste Frühjahr aufhebe.
Hier findest du die Arbeiten in der Reihenfolge, in der sie anfallen: vom Setzen im Frühjahr über die Sommerpflege bis zur Ernte, zur Überwinterung und zum Anbau im Kübel.
Der Jahreslauf auf einen Blick
| Zeitraum | Arbeit | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| März bis April | Fechser pflanzen | 5 cm tief, 60 cm Abstand in der Reihe, 70 bis 80 cm zwischen den Reihen |
| Frühjahr | Kompost einarbeiten | Auf einem guten Gemüsebeet können 3 l je m² ersetzen, was eine Wurzelernte von bis zu 3 kg je m² abführt, wenn das Laub auf dem Beet bleibt |
| gleich nach dem Austrieb | Blätter auf ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. kontrollieren | Blattverluste schaden in dieser Phase besonders |
| Mai bis Juni | Blüte | Kultivierte Pflanzen bilden nur selten Samen |
| Juni oder Juli | Stangen freilegen und putzen | Seitenwurzeln abreiben, Austriebe auf einen Kopf reduzieren |
| ganze Wachstumszeit | gießen und jäten | Boden feucht halten, kreuzblütige Unkräuter entfernen |
| Oktober bis Januar | ernten | nur aus ungefrorenem Boden |
| Winter | Fechser in Sand einschlagen, Kübel schützen | nur gesunde Fechser aufheben |
Die Tabelle zeigt den Jahreskreis, wenn du jedes Jahr neu pflanzt: Du setzt im Frühjahr, erntest ab Oktober und hebst Fechser für die nächste Pflanzung auf. Meerrettich lässt sich aber auch mehrere Jahre am selben Platz halten. Wie du dann erntest, steht im Abschnitt zum Winter. Für die übrigen Kulturen im Wurzelbeet hilft dir der Aussaatkalender für Wurzelgemüse zum Ausdrucken.
Frühjahr: Platz wählen, Fechser setzen, Austrieb prüfen
Welcher Platz passt?
Meerrettich wächst sonnig bis halbschattig und mag leichten, nährstoffreichen und tiefgründigen Boden, der feucht bleibt und gut durchlässig ist. Schwere, lehmige Böden erschweren dir Pflege und Ernte der Wurzeln. Wie du die Fläche herrichtest, zeigt dir der Beitrag darüber, wie du Boden und Standort für Meerrettich vorbereitest.
Denk bei der Platzwahl auch an die FruchtfolgeFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt.: Auf derselben Fläche steht Meerrettich erst nach einer AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. von 4 Jahren wieder. Tritt die Meerrettichschwärze auf, die Verticillium verursacht, schließt du Kartoffeln als VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. aus. Wie du ihn sonst einordnest, erklärt der Beitrag zum Fruchtwechsel beim Meerrettich, und die Belegung deiner Beete über die Jahre hältst du im Beetplaner fest.
Fechser setzen von März bis April
Gepflanzt wird von März bis April. Du setzt dabei keine Samen, sondern Fechser, also Wurzelstücke, denn kultivierte Pflanzen bilden nur selten Samen. Die Fechser kommen 5 cm tief in den Boden. In der Reihe planst du 60 cm Abstand ein. Zwischen den Reihen lässt du 70 bis 80 cm frei. Wie du Fechser gewinnst und vor dem Pflanzen vorbereitest, beschreibt der Beitrag zum biologischen Meerrettichanbau von der Pflanzung bis zur Ernte.
Kompost statt viel Dünger
Im Frühjahr bekommt Meerrettich Kompost, die Menge für ein gutes Gemüsebeet steht oben in der Tabelle. Übermäßig düngst du nicht, weil er empfindlich auf hohe Salzgehalte reagiert. Was er an Nährstoffen braucht und wann, erklärt der Beitrag zum richtigen Düngen von Meerrettich.
Gleich nach dem Austrieb: Erdflöhe
Sobald die ersten Blätter erscheinen, kontrollierst du sie auf Erdflöhe, denn Blattverluste schaden in dieser Phase besonders. Ich gehe dafür Pflanze für Pflanze durch und schaue auf Fraßstellen an den jungen Blättern. Wie du Wurzelgemüse allgemein vorbeugend schützt, steht im Abschnitt über Krankheiten und Schädlinge im Wurzelgemüse-Ratgeber.
Sommer: Stangen putzen, gießen, jäten
Juni oder Juli: die Stangen freilegen
Für glatte Stangen kommt im Sommer ein eigener Arbeitsgang dazu.
Im Juni oder Juli legst du die Fechser frei, reibst die Seitenwurzeln ab und reduzierst die Austriebe auf einen Kopf. Danach legst du die Erde wieder auf.
Ich lege immer nur eine Pflanze frei und decke sie wieder zu, bevor ich die nächste aufmache. Wie du den Ertrag gezielt steigerst, liest du im Beitrag zur Ertragsoptimierung beim Meerrettich.
Gießen und Beikraut
Meerrettich braucht feuchten Boden, in der Wachstumszeit gießt du reichlich. Wie du gleichmäßig und durchdringend gießt, steht ebenfalls im Wurzelgemüse-Ratgeber. Kreuzblütige Unkräuter entfernst du aus dem Bestand, weil sie Alternaria übertragen können.
Nachbarn mit Abstand
Weil du Meerrettich ab Oktober ausgräbst und dabei FeinwurzelnFeinwurzeln sind die dünnen, fein verzweigten Wurzeln einer Pflanze. Sie nehmen vor allem Wasser und Nährstoffe aus dem Boden auf, während die dicken Wurzeln der Pflanze Halt geben und Stoffe weiterleiten. jüngerer Nachbarkulturen verletzen kannst, setzt du daneben nichts, was im Herbst noch jung im Beet steht. Günstige Wirkungen zwischen Gemüsenachbarn sind schwer nachzuweisen, und auch in der Mischkultur planst du für jede Pflanze ihre endgültige Größe ein. Welche Partner infrage kommen, zeigt dir der Beitrag zu Pflanzpartnern für Meerrettich, und Nachbarn für das ganze Beet prüfst du mit dem Mischkultur-Planer.
Herbst: ernten und Fechser auswählen
Ernte ab Oktober
Geerntet wird von Oktober bis Januar. Pflanzt du jedes Jahr neu, rodest du die ganze Pflanze; hältst du ihn mehrjährig, gräbst du im Winter nach Bedarf. Zeitpunkt und Methode im Detail beschreibt der Beitrag zur Meerrettich-Ernte.
Fechser auswählen und einschlagen
Beim Graben suchst du die Fechser für die nächste Pflanzung aus. Wer Jahr für Jahr eigene Fechser weitervermehrt, kann darin latent vorhandene Schadorganismen anreichern. Deshalb sortierst du verfärbte, angeschwollene oder aufgeplatzte Stücke konsequent aus, auch zur Vorbeugung gegen Weißen Rost. Die ausgewählten Fechser kannst du über Winter in Sand einschlagen. Ich sortiere sie direkt am Beet und schlage sie noch am selben Tag ein.
Abräumen ohne Wurzelreste
Beim Abräumen bleiben Wurzelstücke im Boden. Solche Reste können in der folgenden Kultur wieder austreiben, deshalb liest du das Beet gründlich aus.
Soll danach eine GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet. wachsen, nimm weder Senf noch Ölrettich noch Raps, weil sie wie Meerrettich zu den KreuzblütlernKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen. gehören.
Winter: Meerrettich im Beet überwintern
Meerrettich ist mehrjährig und winterhart. Im Beet kann er deshalb über den Winter im Boden bleiben, bis du ihn brauchst. Aus gefrorenem Boden erntest du nicht, weil die Wurzeln dabei abbrechen können. Eine frische Wurzel hält sich im Kühlschrank etwa 4 Wochen. Kündigt sich eine längere Frostperiode an, gräbst du also vorher so viel aus, wie du in dieser Zeit verbrauchst.
Mehrere Jahre am selben Platz
Hältst du Meerrettich mehrjährig, stichst du kräftige Seitenwurzeln stückweise nach Bedarf aus und lässt die Pflanze stehen. Teile die Pflanze mindestens alle drei Jahre, weil sonst die Ertragsqualität nachlassen kann.
Ich stecke im Herbst neben jede Pflanze einen Stab. Im Winter grabe ich dann gezielt an dieser Stelle und steche nur die Seitenwurzeln aus, die ich gerade brauche.
Meerrettich im Kübel
Meerrettich eignet sich auch für den Kübel, etwa wenn du kein Beet dauerhaft für ihn hergeben willst. Beim Ausräumen des Gefäßes landen dann keine Wurzelreste im Beet, die dort später wieder austreiben könnten.
Nimm ein möglichst großes Gefäß. Bei torffreier Erde puffert mehr Erdvolumen die Wasserversorgung besser, weil es mehr Wasser speichert. Trotzdem trocknet das begrenzte Substrat schneller aus als Gartenboden, sodass Gießen im Kübel zur Routine gehört. Vor dem Gießen prüfst du die Feuchte mit dem Finger auch unter der Oberfläche, denn die oberste Schicht trocknet rascher aus. Die Abzugslöcher hältst du frei, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann und keine Staunässe entsteht.
Den Kübel über den Winter bringen
Auch wenn Meerrettich winterhart ist, schützt du im Kübel den WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. vor dem Durchfrieren. Dazu stellst du das Gefäß an einen geschützten Platz und isolierst es. Die Abzugslöcher bleiben auch im Winter frei.
Gefäß mit freien Abzugslöchern, möglichst viel Erdvolumen, Fingerprobe vor dem Gießen, im Winter ein geschützter Platz und ein isoliertes Gefäß.
Herkunft und Küche in Kürze
Meerrettich, auch Kren genannt, gehört wie Kohl, Radieschen und Rettich zu den Kreuzblütlern. Bei den Herkünften gelten Badischer und Spreewälder Meerrettich als mild und weichfleischig, Hamburger als vergleichsweise scharf. Welche Sorte zu dir passt, klärt der Beitrag darüber, wie du Meerrettich anbaust und die passende Sorte findest.
Frisch gerieben ist die Wurzel eine scharfe Würze, etwa für Meerrettichsoße. Starkes Erhitzen vermindert die Schärfe. Ideen für die Küche findest du bei den Rezepten mit frisch geriebenem Meerrettich. Heilversprechen gehören nicht hierher: Meerrettich ist Lebensmittel, und bei Beschwerden ersetzt er keinen ärztlichen Rat. Wie sich Wurzelgemüse in der Ernährung einordnet, steht im Wurzelgemüse-Ratgeber unter Nährwerte und Gesundheit.





