Meerrettich richtig düngen: Nährstoffe, Zeitpunkt und Kompostmenge
- Meerrettich bekommt im Frühjahr Kompost, den du oberflächlich einarbeitest.
- Jährlich 3 l Kompost je m² können auf einem guten Beet mit verbleibendem Laub die Nährstoffabfuhr einer Wurzelernte von bis zu 3 kg je m² ersetzen.
- Meerrettich reagiert empfindlich auf hohe Salzgehalte, deshalb vermeidest du übermäßige Düngung.
- Eine Standardbodenuntersuchung zeigt Phosphat, Kalium und Kalkbedarf, Stickstoff beauftragst du eigens.
- Kompost enthält im Schnitt 1 % Stickstoff, Hornspäne 10 bis 14 %: Die Menge richtest du nach Bodenvorrat und Packungsangabe.
- Senf, Ölrettich und Raps sind wie Meerrettich Kreuzblütler und passen nicht als Gründüngung in seine Fruchtfolge.

Wenn du Meerrettich mehrjährig im Beet hältst, nimmt jede Wurzelernte Nährstoffe mit. Da liegt es nahe, kräftig nachzudüngen. Beim Meerrettich ist aber Zurückhaltung angebracht, denn er reagiert empfindlich auf hohe Salzgehalte. Übermäßige Düngung vermeidest du deshalb. Ich versorge meinen Meerrettich im Frühjahr mit Kompost und prüfe vorher, was der Boden schon mitbringt.
Welche Nährstoffe braucht Meerrettich?
Beim Stickstoff bekommt Meerrettich in den Zeigerwerten nach Ellenberg eine 9, den obersten Wert der Skala. Er zeigt in der Natur also sehr stickstoffreiche Standorte an. Das ist eine Aussage über seinen Wuchsort, keine Düngeempfehlung. Zugleich reagiert er empfindlich auf hohe Salzgehalte. Zusammen ergibt das eine einfache Regel für dein Beet: Nährstoffreich darf es sein, übermäßig gedüngt dagegen nicht.
Mit jeder Wurzelernte verlassen Nährstoffe das Beet. Wie es um PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5., Kalium und den Kalkbedarf steht, zeigt dir eine Standardbodenuntersuchung. Stickstoff gehört meist nicht dazu, den beauftragst du eigens.
Die allgemeine Nährstofflehre und die Frage organisch oder mineralisch findest du in den Grundlagen zum Düngen von Wurzelgemüse je nach Art und Boden. Hier geht es nur um das, was beim Meerrettich zählt.
Für Meerrettich wird ein leichter, nährstoffreicher, tiefgründiger und gut durchlässiger Boden empfohlen, der feucht bleibt. Auf schweren, lehmigen Böden werden Pflege und Ernte der Wurzeln mühsamer. Wie du Standort und Boden für Meerrettich vorbereitest, den pH-Wert eingeschlossen, liest du in einem eigenen Beitrag.
Wann düngst du Meerrettich?
Meerrettich düngst du im Frühjahr, und zwar mit reifem Kompost. Du arbeitest ihn oberflächlich ein. Setzt du neue Fechser, also Wurzelstücke zur Vermehrung, fällt die Gabe in die Pflanzzeit von März bis April. Hältst du Meerrettich mehrjährig, wiederholst du die Kompostgabe jedes Frühjahr. Die Bodenprobe nimmst du vor der Düngung, damit du die Mengen nach dem Befund richten kannst.
| Zeitpunkt | Was du tust |
|---|---|
| Vor der Düngung | Bodenprobe nehmen und untersuchen lassen |
| März bis April | Fechser pflanzen, Beet mit Kompost versorgen |
| Jedes Frühjahr im Bestand | Kompost oberflächlich einarbeiten |
| Direkt nach dem Austrieb | Blätter auf ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. kontrollieren |
| Oktober bis Januar | Wurzeln ernten, mit ihnen verlassen Nährstoffe das Beet |
Direkt nach dem Austrieb kontrollierst du den Meerrettich auf Erdflöhe, weil Blattverluste in dieser Phase besonders schaden. Wirkt der Austrieb schwach, schau dir also zuerst die jungen Blätter an, bevor du an Dünger denkst.
Ernte und Düngung hängen beim Meerrettich direkt zusammen: Was die Wurzeln von Oktober bis Januar vom Beet holen, gleichst du im folgenden Frühjahr mit Kompost aus. Was sonst von der Pflanzung bis zur Überwinterung ansteht, findest du im Beitrag darüber, was beim Meerrettich im Jahreslauf zu tun ist.
Womit düngst du Meerrettich?
Kompost als Grundlage
Kompost ist beim Meerrettich die Basis der Versorgung. Eine jährliche Gabe kann ausgleichen, was die Ernte mitnimmt, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind.
3 l Kompost je m² und Jahr können die Nährstoffabfuhr einer Meerrettichernte von bis zu 3 kg Wurzeln je m² ersetzen. Das gilt für ein gutes Gemüsebeet, auf dem das Laub bleibt.
Eine Kultur, die als ganze Pflanze vom Beet geht, liefert über Erntereste keinen Stickstoff nach. Räumst du das Meerrettichlaub mit ab, entfällt dieser Rücklauf, und die Kompostrechnung gilt nicht mehr. Reifer Kompost lockert zudem schwere Böden und hilft leichten Böden, Wasser und Nährstoffe zu halten.
Ich lasse das Meerrettichlaub auf dem Beet und arbeite im Frühjahr reifen Kompost flach ein, sobald der Boden abgetrocknet ist. Wie viel ich gegeben habe, notiere ich mir, damit ich es beim nächsten Bodenbefund einrechnen kann.
Wie du Meerrettich nach biologischen Grundsätzen anbaust, von der Pflanzung bis zur Ernte, beschreibt ein eigener Beitrag.
Horn und Pflanzenjauche
Kompost enthält im Schnitt 1 % Stickstoff. HornspäneHornspäne sind ein organischer Stickstoffdünger und die gröbste Form der Horndünger. Mikroorganismen müssen sie im Boden erst abbauen; wegen der groben Körnung geben sie ihren Stickstoff langsamer frei als das feiner vermahlene Hornmehl., Horngrieß und HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne. kommen auf 10 bis 14 %. Horn liefert Stickstoff also deutlich konzentrierter. Ergänzt du Horn, bemisst du die Menge nach dem Bodenvorrat, der Angabe auf der Packung und dem Kompost, den du schon gegeben hast. Dabei tastest du dich heran und schaust auf Blätter und Wuchs, bevor du mehr gibst.
PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. aus Brennnesseln oder Beinwell wird zum Gießen in der Regel 1:10 mit Wasser verdünnt. Für Menge und Häufigkeit gibt es dagegen keine allgemeingültige Regel, denn es kommt auf den Bedarf der Pflanze und den Nährstoffvorrat im Boden an. Ich gieße Jauche beim Meerrettich deshalb nicht nach Kalender, sondern nur, wenn Blätter und Bodenbefund dafür sprechen.
Dünge-Werte anderer Arten übernehmen. Hornmengen und Nachdüngetermine, die für Pastinaken, Sellerie oder Rettich genannt werden, gelten nur für die jeweilige Art und nicht für Meerrettich.
Auch Rettich gehört zu den KreuzblütlernKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen., beim Düngen folgt er aber eigenen Regeln. Wie du Rettich bedarfsgerecht düngst, erklärt ein eigener Beitrag.
Zu viel oder zu wenig: Wie prüfst du die Versorgung?
Blätter und Wuchs geben dir Hinweise, aber keine sichere Diagnose. Hellere Blätter oder ein schwacher Wuchs können auf einen NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub. hindeuten, ebenso gut aber andere Ursachen haben. Genauer wird es mit einer Bodenuntersuchung: Sie zeigt, ob Kalk und Nährstoffe fehlen oder im Überfluss vorhanden sind.
Die Standardprobe misst Phosphat und Kalium, und bei stark überhöhten Werten schränkst du die Kompostgabe ein. Sie sagt dir also vor allem, ob du beim Kompost bremsen musst, und nicht, wie viel Stickstoff fehlt.
Für die Bodenprobe stichst du 10 bis 15 Einzelproben, verteilt über die einheitlich genutzte Fläche, jeweils aus 25 bis 30 cm Tiefe. Du mischst alles gut und schickst etwa 500 g davon ans Labor. Soll Stickstoff mitbestimmt werden, beauftragst du ihn eigens und hältst diese Probe bis zum Labor gekühlt.
„Meerrettich ist robust, der verträgt jede Menge Dünger.“ Das stimmt so nicht. Meerrettich reagiert empfindlich auf hohe Salzgehalte, deshalb gibst du nichts auf Verdacht und vermeidest übermäßige Düngung.
Wie düngst du Meerrettich im Kübel?
Meerrettich lässt sich auch im Gefäß ziehen. Beim Düngen halte ich mich dort an dieselbe Zurückhaltung wie im Beet: Ich taste mich heran und beobachte Blätter und Wuchs, statt nach festem Rhythmus nachzulegen. Der Kübel braucht freie Abzugslöcher, sonst staut sich überschüssiges Wasser. Bevor du torffreie Erde gießt, fühlst du mit dem Finger nach, ob sie auch unter der schnell abtrocknenden Oberfläche noch feucht ist.
Fruchtfolge und Gründüngung: kurz eingeordnet
Meerrettich ist ein Kreuzblütler wie Kohl, Radieschen und Rettich und braucht auf derselben Fläche 4 Jahre Anbaupause. Senf, Ölrettich und Raps gehören ebenfalls zu den Kreuzblütlern und passen deshalb nicht als GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet. in seine Fruchtfolge. Wie du Pausen planst, zeigt der Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur im Wurzelgemüse-Ratgeber; deine Beete trägst du dafür in den Beetplaner ein.





