Knollenfenchel richtig düngen: wann, womit und wie viel
- Knollenfenchel hat einen mittleren Nährstoffbedarf und gehört im Hochbeet als Mittelzehrer in die Folge nach Starkzehrern.
- Gedüngt wird vor der Kultur: gut verrotteten Mist oder Gartenkompost ins Beet einarbeiten.
- Faustzahl im Gemüsegarten: etwa 3 Liter reifer Kompost je m² und Jahr; bis zu 5 Liter sind für Starkzehrer gedacht.
- Wie viel dein Boden hergibt, zeigt eine Bodenuntersuchung; für Knollenfenchel wird ein Boden-pH von etwa 7,0 empfohlen.
- Schossen begünstigen Trockenheit und Wurzelstörungen, deshalb prüfst du vor dem Nachdüngen Wasser, Mulch und Jungpflanzen.
Beim Knollenfenchel fällt die wichtigste Düngeentscheidung, bevor die erste Pflanze im Beet steht. Ich bereite das Beet mit reifem Kompost vor und richte die Menge nach dem mittleren Bedarf der Pflanze. Wer während der Kultur nach Gefühl nachdüngt, geht an manchen Problemen vorbei. Denn SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. und das Randen der Knollen hängen auch an Wasser, Boden und Wurzeln.
Beim Fenchel unterscheidest du Gewürz- und Bronzefenchel vom Knollen- oder Gemüsefenchel. Beim Knollenfenchel isst du die verdickten Blattbasen, also die Knolle. Um diese Form geht es in diesem Beitrag.
Welchen Nährstoffbedarf hat Knollenfenchel?
Knollenfenchel hat einen mittleren Nährstoffbedarf. Im kompostgefüllten Hochbeet wird er als MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate. geführt und für die Kulturfolge nach starkzehrenden Gemüsearten empfohlen. Damit steht er zwischen den Schwach- und den Starkzehrern im Gemüsegarten. Der Vergleich mit den Nachbarn im Wurzelbeet zeigt, warum du nicht alle Arten gleich versorgst:
| Gemüse | Einordnung beim Nährstoffbedarf |
|---|---|
| Knollenfenchel | mittlerer Nährstoffbedarf, im Hochbeet als Mittelzehrer geführt |
| Sellerie | gehört zu den Kulturen mit hohem Stickstoffbedarf |
| Pastinake | Mittelstarkzehrer |
| Rote Bete | wird teils als Mittel-, teils als Starkzehrer eingeordnet |
| Herbstrübe | SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt. |
| Möhre | wird in der Fruchtfolge den Schwachzehrern zugeordnet |
Konkrete Düngermengen gelten immer nur für die Art, für die sie genannt werden. Was du dem Sellerie gibst, überträgst du also nicht auf den Fenchel daneben. Welche Nährstoffe Knollensellerie in welcher Phase braucht, steht in einem eigenen Beitrag.
Wann düngst du Knollenfenchel?
Knollenfenchel düngst du in erster Linie vor der Kultur. Gut verrotteter Mist oder Gartenkompost kommt ins Beet, bevor du säst oder pflanzt. In der Anzucht fängst du dagegen mager an: Für die Gemüseanzucht eignet sich torffreie Aussaaterde, die nährstoffarm, feinkörnig und locker ist.
| Phase | Zeitraum | Was du tust |
|---|---|---|
| Anzucht | Mitte April bis Mitte Juni in Saatschalen im Haus | in nährstoffarme, torffreie Aussaaterde säen |
| Pikieren | ab dem Keimblattstadium | in Pikiersubstrat umsetzen, danach hell und kühler aufstellen |
| Beet vorbereiten | vor der Direktsaat, regulär von Mitte Mai bis Ende Juni, oder vor dem Pflanzen | gut verrotteten Mist oder Gartenkompost einarbeiten |
| Pflanzen | vorgezogene Pflanzen nach etwa 5 Wochen, zugekaufte Jungpflanzen von Mitte Mai bis Mitte Juli | flach ins vorbereitete Beet setzen |
| Kultur | etwa 8 Wochen ab Pflanzung bis zur Erntereife | gleichmäßig feucht halten, mulchen, pflanzennah von Hand jäten |
| Nach der Ernte | Knollenfenchel ist frostempfindlich und wird bis Ende Oktober geerntet | das freie Beet mit einer Gründüngung bedecken |
Aussaaterde soll einen Salzgehalt unter 0,5 g je Liter haben. Substrat zum Pikieren darf bis 1,5 g je Liter enthalten.
Bereite das Beet vor, solange die Jungpflanzen noch in der Anzucht stehen. Vorgezogener Knollenfenchel kann nach etwa 5 Wochen ins Beet, und überständige Jungpflanzen haben ein erhöhtes Schossrisiko. Wer erst dann Kompost holt und den Boden lockert, lässt die Pflanzen womöglich zu lange in der Anzucht stehen.
Ich bearbeite das Beet erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Dann arbeite ich reifen Gartenkompost oberflächlich ein und setze die vorgezogenen Pflanzen flach.
Während der Kultur dünge ich nicht nach Kalender nach. Ob Nachschub nötig ist, richtest du nach dem Nährstoffvorrat im Boden. Saattermine passt du an die Witterung an, denn klimatisch ungünstige Lagen sind später bestellbar als Weinbaulagen. Deine Wochen für Aussaat und Pflanzung trägst du dir in den Aussaatkalender für Wurzelgemüse zum Ausdrucken ein.
Nachdünger dicht an der Pflanze mit der Hacke einarbeiten. Wurzelstörungen begünstigen beim Knollenfenchel das Schossen, deshalb jätest du pflanzennah von Hand.
Womit düngst du Knollenfenchel?
Vor der Kultur arbeitest du gut verrotteten Mist oder Gartenkompost zur Bodenverbesserung ein. Reifer Kompost verbessert bei schweren Böden die Lockerung und bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Damit setzt er dort an, wo Knollenfenchel empfindlich ist. Trockenheit begünstigt bei ihm das Schossen. BodenverdichtungBodenverdichtung bedeutet, dass der Boden zusammengedrückt ist und seine lockere Struktur verloren hat, vor allem durch Betreten oder Befahren in feuchtem Zustand. Wurzeln dringen dann kaum ein, und Regenwasser bleibt oft in Pfützen stehen. und Staunässe mit anschließender Trockenheit können das Randen der Knollen verursachen.
HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. ist wesentlich konzentrierter als Kompost. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten 10 bis 14 Prozent Stickstoff. Gartenkompost bringt im Durchschnitt 1 Prozent mit. Düngermengen im Hausgarten richtest du nach Bodenvorrat, Packungsdeklaration und dem Kompost, den du ohnehin gibst.
Ob du organisch oder mineralisch düngst, ändert nichts am mittleren Bedarf des Fenchels. Welche Düngerarten sich wofür eignen, erklärt der Überblick darüber, was beim Düngen je nach Art und Boden grundsätzlich gilt.
Wie viel Dünger braucht Knollenfenchel?
Als Faustzahl für den Gemüsegarten gelten etwa 3 Liter reifer Kompost je Quadratmeter und Jahr. Bei Starkzehrern können es bis zu 5 Liter sein. Knollenfenchel gehört mit seinem mittleren Bedarf nicht zu dieser Gruppe, also orientierst du dich an der Faustzahl und nicht an der höheren Gabe.
| Dünger | Richtwert | Bezug und Vorbehalt |
|---|---|---|
| reifer Kompost | etwa 3 l je m² und Jahr | allgemeine Faustzahl im Gemüsegarten, oberflächlich eingearbeitet; bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten weniger geben |
| reifer Kompost für Starkzehrer | bis zu 5 l je m² und Jahr | gilt Starkzehrern, nicht dem Knollenfenchel |
| StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. | etwa 3 kg je m², ausgebracht alle drei Jahre | allgemeiner Richtwert im Gemüsegarten; im ersten Jahr sind rund 30 bis 40 % des enthaltenen Stickstoffs pflanzenverfügbar |
Mist bringst du nach diesem Richtwert nur alle drei Jahre aus. Liegt die letzte Mistgabe kürzer zurück, fällt sie diesmal weg.
Wie viel dein Beet tatsächlich hergibt, zeigt eine Bodenuntersuchung: Sie weist eine Unter- oder Überversorgung mit Kalk und Nährstoffen aus. Stickstoff wird im Hausgarten dabei normalerweise nicht mitgemessen. Für Knollenfenchel wird ein Boden-pH von etwa 7,0 empfohlen, und wie du Probe und Kalkbedarf angehst, steht im Wurzelgemüse-Überblick beim Düngen.
Knollenfenchel schosst oder bleibt klein: erst Wasser und Boden prüfen
Eine schwache Knolle ist nicht automatisch ein Fall für den Dünger. Knollenfenchel wächst bei mittleren Lufttemperaturen von 15 bis 22 °C am besten. Kühle Luft unter 7 °C hemmt sein Wachstum. Das gilt ebenso für Hitze über 25 °C.
Schossen begünstigen Trockenheit und Wurzelstörungen, und auch überständige oder vernachlässigte Jungpflanzen haben ein erhöhtes Schossrisiko. Gegen die Trockenheit halte ich das Beet gleichmäßig feucht und decke es mit Rasenschnitt oder Stroh ab. Ausreichende Bewässerung und Mulch vermindern das Schossrisiko bei sommerlicher Trockenheit und Hitze. Wie du dabei vorgehst, liest du im Beitrag darüber, wann und wie du Knollenfenchel gießt.
Für Knollenfenchel wird eine tiefgründige Bodenbearbeitung von 30 bis 40 cm empfohlen. Wie du den Boden für Knollenfenchel vorbereitest, steht im eigenen Beitrag; die Grundlagen findest du im Wurzelgemüse-Überblick unter Standort, Boden und Gefäß.
Bevor du nachdüngst, gehst du diese Punkte durch.
- Ist die Erde gleichmäßig feucht?
- Liegt eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh?
- Kamen die Jungpflanzen ins Beet, bevor sie überständig wurden?
- War es zuletzt kälter als 7 °C oder heißer als 25 °C?
Weitere Punkte rund um Knollengröße und Menge findest du im Beitrag darüber, worauf es bei einer reichen Fenchelernte ankommt.
Wie düngst du Knollenfenchel im Hochbeet und im Topf?
Im Hochbeet
Im kompostgefüllten Hochbeet gehört Fenchel als Mittelzehrer in die Kulturfolge nach starkzehrenden Gemüsearten. In einem geschichteten Hochbeet werden im ersten Standjahr besonders viele Nährstoffe frei. Pflanze in ein frisch gefülltes Beet deshalb zuerst Starkzehrer und setze den Fenchel in der Folge danach. Hochbeeterde erwärmt sich stärker und trocknet dadurch schneller aus. Eine Mulchdecke aus Rasenschnitt wirkt dem entgegen.
Im Topf
Kompakte Sorten von Knollenfenchel wachsen auch in großen Gefäßen. Dort hältst du die Pflanzen besonders gleichmäßig feucht. Ein größeres Gefäß speichert mehr Wasser und kann längere Abstände zwischen den Wassergaben ermöglichen. Vor dem Gießen prüfe ich die Feuchte mit dem Finger auch unter der Oberfläche, weil torffreie Topferde oben rascher austrocknet.
Für Fenchel im Topf lautet die Empfehlung, den Sommer über regelmäßig flüssig zu düngen. Selbst angesetzte Pflanzenjauche, etwa aus Brennnesseln, verdünnst du zum Gießen in der Regel im Verhältnis 1:10. Eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es dafür nicht, weil Pflanzenbedarf und Nährstoffvorrat den Ausschlag geben.
Was tust du nach der Ernte für den Boden?
Erntereif ist Knollenfenchel, wenn die Knollen etwa faustgroß sind. Dann gräbst du sie aus. Nimmst du dabei die ganze Pflanze vom Beet, liefert sie über Erntereste keinen Stickstoff für die FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. nach.
Eine Gründüngung schützt das freie Beet und bindet vorhandene Nährstoffe, sodass weniger ausgewaschen wird. Phacelia passt, weil sie mit den gängigen Gemüsearten nicht verwandt ist. Für Aussaaten ab Ende September oder Anfang Oktober kommen nur noch wenige robuste Arten infrage, dazu gehört Winterroggen.
Für Knollenfenchel planst du eine FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 3 Jahren ein. Neben der Pflanzenfamilie berücksichtigst du dabei den Nährstoffbedarf der Kulturen, die nacheinander auf dem Beet stehen. Die Belegung über mehrere Jahre hältst du im Beetplaner für deine Kulturfolge fest.
Welche Beetnachbarn neben Knollenfenchel empfohlen werden, zeigt dir der Mischkultur-Planer für dein Gemüsebeet. Günstige Wirkungen zwischen Gemüsearten sind allerdings schwer nachzuweisen.




