Mairüben bewässern und pflegen: gleichmäßig feucht, rechtzeitig vereinzelt
- Saatbett bis zur Keimung feucht halten, ohne es zu vernässen
- Danach gleichmäßig feucht halten und durchdringend gießen, Staunässe vermeiden
- Sommersaaten zusätzlich wässern, weil Wassermangel die Schosserbildung begünstigt
- Nach dem Auflaufen auf 10 bis 15 cm in der Reihe vereinzeln, Reihen etwa 20 cm auseinander
- Nur wenig düngen und hohe Stickstoffgaben meiden
- Spätestens bei 6 bis 8 cm Rübendurchmesser ernten

Mairüben stehen nur kurz im Beet, und in dieser Zeit brauchen sie gleichmäßige Feuchtigkeit. Wer im Sommer sät und dann das Gießen schleifen lässt, riskiert SchosserSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen.: Bei der Sommeraussaat von Speiserüben begünstigt Wassermangel die Schosserbildung. Bevor ich meine Mairüben gieße, schiebe ich einen Finger neben der Reihe in die Erde und fühle, ob es unter der Oberfläche noch feucht ist.
Mairüben sind Speiserüben aus der Familie der KreuzblütlerKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen., mit Kohl verwandt und botanisch dieselbe Unterart wie die Herbstrübe. Die Steckrübe gehört dagegen zu einer anderen Art. Wie die Wurzelgemüse untereinander verwandt sind, zeigt das Kurzporträt im Ratgeber zu Wurzel- und Knollengemüse.
Mairübchen pflanzen: die Aussaat in Kürze
Besonders gut passen Aussaaten im März und April sowie im Juli und August, für eine fortlaufende Ernte säst du etwa alle 2 Wochen nach. Die Saattiefe hängt von der Sorte ab, bei Polar sind es 1 bis 2 cm. Termine zeigt der druckbare Aussaatkalender für Wurzelgemüse, die Wege ins Beet der Wurzelgemüse-Ratgeber unter „Aussaat, Vorkultur und Pflanzung“.
Mairüben gießen: gleichmäßig feucht, aber nicht nass
Mairüben brauchen gleichmäßige Feuchtigkeit, von der Saat bis zur Ernte. Wann du gießt, entscheidet der Zustand der Erde, nicht ein fester Plan.
Vor der Saat und bis zur Keimung
Ist der Unterboden vor der Aussaat sehr trocken, wässerst du das Beet vor. Menge und Zeitpunkt stehen in der Tabelle weiter unten. Während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung muss das Saatbett feucht bleiben, ohne zu vernässen. Je nach Sorte dauert die Keimung 5 bis 14 Tage. Ich gieße Saatreihen mit der feinen Brause.
Während die Rübe wächst
Sobald die Keimlinge stehen, soll das Wasser die Wurzelzone erreichen und nicht nur die Oberfläche benetzen. Ist die Erde unter der Oberfläche trocken, gießt du durchdringend. Sandreiche Böden lassen Wasser gut durch und speichern wenig davon, tonreiche leiten es schlecht ab. Reifer Kompost verbessert bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Lies dazu, wie du Boden und Saatbeet für Mairüben vorbereitest.
Die Wassermengen in der Tabelle gelten allgemein für Gemüse, nicht speziell für Mairüben.
| Situation | Richtwert |
|---|---|
| Unterboden vor der Saat sehr trocken | 15 bis 20 l Wasser je m², 1 bis 2 Tage vor der Saat |
| Quellung und Keimung | Saatbett feucht halten, ohne es zu vernässen; Keimdauer je nach Sorte 5 bis 14 Tage |
| Durchdringend gießen | etwa 10 bis 20 l Wasser je m², wenn die Wurzelzone in ungefähr 10 bis 20 cm Tiefe erreicht werden soll |
| Langsam gießen | eine solche Gabe auf mindestens 2 Stunden verteilen, damit das Wasser einsickern kann |
Sommersaaten brauchen zusätzliches Wasser
Da Mairüben besonders gut im Juli und August gesät werden und Speiserüben bei Sommeraussaat zusätzliches Wasser brauchen, gehört das Gießen bei Sommersätzen von Anfang an zum Plan. Bildet ein Sommersatz Schosser, kann Wassermangel dahinterstecken. Für Sommersaaten der Sorte Polar eignet sich Halbschatten, weil die Saat dort weniger schnell austrocknet.
Meine Sommersätze lege ich an die Beetseite, die nachmittags Schatten bekommt. Die Saatreihe prüfe ich dort mit dem Finger, bevor ich zur Kanne greife.
Feucht heißt nicht nass
Mairüben gedeihen besonders auf humosen, tiefgründigen lehmigen Sandböden, saure und staunasse Böden sind für sie ungeeignet. Nässe birgt noch ein zweites Risiko. KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. ist bei Kreuzblütlern ein Thema, zu denen auch die Mairübe gehört: Hohe Bodentemperaturen zusammen mit hoher Bodenfeuchte begünstigen die Krankheit. Gerade auf warmem Boden gießt du deshalb bis zur Feuchte und nicht bis zur Nässe.
Mulch hält die Feuchte im Boden
Eine Bodenbedeckung aus Grasschnitt, Ernteresten oder Stroh vermindert die Verdunstung. Außerdem bleibt die Bodenoberfläche darunter für Regenwasser aufnahmefähig. Ich lege Grasschnitt zwischen die Reihen, sobald ich vereinzelt habe. Unter der Decke prüfe ich die Feuchte genauso mit dem Finger.
Im Topf und im Hochbeet
Begrenztes Substrat trocknet schneller aus als gewachsener Gartenboden, deshalb gehört Gießen im Gefäß zur Routine. Ein größeres Gefäß speichert mehr Wasser und kann längere Abstände zwischen den Wassergaben ermöglichen. Freie Abzugslöcher lassen überschüssiges Wasser ablaufen, sodass keine Staunässe entsteht. Torffreie Erde kann oben trocken wirken, obwohl sie darunter noch nass ist. Prüf deshalb vor dem Gießen auch unterhalb der Oberfläche. Hochbeeterde erwärmt sich stärker und trocknet schneller aus, eine Mulchdecke aus Rasenschnitt wirkt dem entgegen. Welche Standorte und Gefäße für Wurzelgemüse taugen, beschreibt der Wurzelgemüse-Ratgeber im Abschnitt „Standort, Boden und Gefäß“.
Pflege während der Kultur: vereinzeln, jäten, lüften
Vereinzeln auf den Endabstand
Nach dem Auflaufen ziehst du überzählige Sämlinge aus der Reihe. In der Reihe bleiben 10 bis 15 cm zwischen den Pflanzen. Die Reihen selbst liegen etwa 20 cm auseinander. Die gezogenen Pflänzchen setzt du nicht wieder ein, denn Speiserüben für die Wurzelernte gelten als schlecht verpflanzbar. Wegwerfen musst du sie trotzdem nicht, weil sich bei Mairüben auch Blätter und Stiele roh oder gegart verwenden lassen. Ich vereinzle nach dem Gießen und gieße die Reihe danach noch einmal an.
Unkraut klein halten
Speiserüben gelten als unkomplizierte Kultur, solange du regelmäßig wässerst und die Konkurrenz durch Unkraut begrenzt. In der Reihe jäte ich von Hand, zwischen den Reihen hacke ich nur flach. Weitere Handgriffe für das ganze Wurzelbeet findest du im Wurzelgemüse-Ratgeber unter „Pflege“.
Frühe Sätze im Frühbeet lüften
Die Sorte Polar kannst du im März und April im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. oder Gewächshaus säen, von Mai bis August dann direkt ins Freiland. Ein Frühbeet musst du an warmen Tagen regelmäßig lüften. An sonnigen, frostfreien Tagen hebst du die Fenster an, weil sich die Luft darunter stark erwärmen kann.
Saatbett bis zur Keimung feucht halten, nach dem Auflaufen vereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe., Unkraut klein halten, das Frühbeet an warmen Tagen lüften und vor dem Gießen die Erde unter der Oberfläche prüfen.
Mairüben in Mischkultur
Als Partner für Mairüben kommen unter anderem Salat, Spinat, Erbsen und Dill infrage. Günstige Nachbarschaftswirkungen sind allerdings schwer nachzuweisen, und für zusätzliche Partner legst du die Reihen nicht enger an. Mehr dazu liest du im Beitrag, welche Partner zu Mairüben in der Mischkultur passen.
Düngen: wenig und vor der Saat
Mairüben der Sorte Polar sollen nur wenig gedüngt werden. Die Herbstrübe aus derselben Unterart gilt als SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt.. Ist der Boden vor der Aussaat verbessert worden, braucht sie während der Wachstumsphase in der Regel keine zusätzliche Düngung. Ich handhabe meine Mairüben genauso und dünge während der Kultur nicht nach. Ob dein Boden unter- oder überversorgt ist, zeigt eine Bodenuntersuchung, und nach ihr richtest du die Düngung aus.
Mairüben während der Kultur mit hohen Stickstoffgaben versorgen. Bei der Herbstrübe aus derselben Unterart fördern hohe Stickstoffgaben die Nitratansammlung.
GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen., Nachdüngung und das Vermeiden von Überdüngung behandelt der Beitrag, wie du Mairüben bedarfsgerecht mit Nährstoffen versorgst.
Kohlhernie und Schädlinge in Kürze
Zur Kohlhernie-Vorbeugung stehen Kreuzblütler wie die Mairübe nur mit Anbaupausen auf derselben Fläche. Wie lang die Pause sein sollte und welche Vor- und Nachfrüchte passen, zeigt der Beitrag, wie Mairüben in die Fruchtfolge passen. Netz, Standort und weitere Vorbeugung fürs Wurzelbeet beschreibt der Wurzelgemüse-Ratgeber im Abschnitt „Krankheiten und Schädlinge“.
Ernte und Lagerung in Kürze
Mairüben erntest du spätestens bei einem Rübendurchmesser von 6 bis 8 cm. Im Kühlschrank bewahrst du sie nicht länger als 3 bis 4 Tage auf, weil Rübe und Blattgrün rasch an Frische verlieren. Eingefroren halten sie sich als Richtwert für den Hausgarten etwa 10 Monate. Woran du die Erntereife erkennst und wie du lagerst, erklärt der Wurzelgemüse-Ratgeber in den Abschnitten „Ernte“ und „Lagern“.



