Rüben in der Fruchtfolge: erst die Familie, dann das Beet
- Für die Fruchtfolge zählt die Pflanzenfamilie der Rübe, nicht ihr Name.
- Steckrübe, Mairübe und Herbstrübe gehören wie Kohl, Rettich und Radieschen zu den Kreuzblütlern.
- Rote Bete ist mit Mangold und Spinat verwandt, Möhre und Pastinake sind Doldenblütler.
- Herbstrübe, Rote Bete und Meerrettich kommen erst nach einer Pause von 4 Jahren wieder auf dasselbe Beet.
- Erntest du Rüben samt Laub, bleibt über Erntereste kein Stickstoff für die Nachkultur.
- Gelbsenf, Ölrettich und Rübsen sind selbst Kreuzblütler, nach kreuzblütigen Rüben passt Phacelia.
Schreibst du im Beetplan nur „Rüben“ auf ein Beet, ist für die Fruchtfolge noch nichts entschieden. Hinter dem Wort stecken Kreuzblütler wie Steckrübe und Mairübe, die Rote Bete aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse und DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. wie Möhre und Pastinake. Setzt du Mairüben direkt hinter den Kohl, wechselt nur der Name, denn beide sind Kreuzblütler. Ich trage deshalb jede Rübe mit Artnamen und Familie in meinen Beetplan ein, bevor sie ein Beet bekommt.
Fruchtfolge heißt, dass auf demselben Beet keine Arten derselben Pflanzenfamilie unmittelbar aufeinander folgen. Zusätzlich denkst du bei der Planung den Nährstoffbedarf der Arten mit.
Welche Rübe gehört zu welcher Pflanzenfamilie?
Für die Fruchtfolge planst du jede Rübe in ihrer eigenen Familie, nicht als Gruppe. Die Tabelle zeigt die Zuordnung und wie oft die Art auf dasselbe Beet darf.
| Rübe | Pflanzenfamilie | Verwandt mit | Wie oft auf dasselbe Beet |
|---|---|---|---|
| Steckrübe (Kohlrübe) | Kreuzblütler | Kohl, Radieschen, Rettich, Rucola, Senf | Familienpause von 3 bis 6 Jahren, je nach Kultur und Risiko |
| Mairübe | Kreuzblütler | Kohl | Familienpause von 3 bis 6 Jahren, je nach Kultur und Risiko |
| Herbstrübe | Kreuzblütler | den anderen Kreuzblütlern | Pause von 4 Jahren |
| Radieschen | Kreuzblütler | Rettich, Kohl | Pause von 3 Jahren; zur Kohlhernie-Vorbeugung nur alle 4 bis 6 Jahre |
| Rettich | Kreuzblütler | Radieschen, Kohl | zur Kohlhernie-Vorbeugung nur alle 4 bis 6 Jahre |
| Meerrettich | Kreuzblütler | Kohl, Radieschen, Rettich | Pause von 4 Jahren |
| Rote Bete | Fuchsschwanzgewächse | Mangold, Spinat | Pause von 4 Jahren |
| Möhre | Doldenblütler | Pastinake, Sellerie, Petersilie | Pause von 4 bis 5 Jahren nach Doldenblütlern |
| Pastinake | Doldenblütler | Möhre, Sellerie, Petersilie | Doldenblütler als Vorfrucht meiden |
| Wurzelpetersilie | Doldenblütler | Möhre, Pastinake, Sellerie | Pause von 3 Jahren |
| Schwarzwurzel | KorbblütlerKorbblütler sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten unter anderem Kopfsalat, Endivie, Chicorée und Schwarzwurzel gehören. In der Fruchtfolge zählen sie zu den besonders gefährdeten Familien und sollten nicht zu häufig auf derselben Fläche stehen. | keiner Rübe in dieser Tabelle | Pause von 4 Jahren |
Die Pausen gelten jeweils für die genannte Art. Bei Steckrübe und Mairübe greift die allgemeine Pause innerhalb der Familie, die sich nach Kultur und Risiko richtet. Die längere Pause bei Rettich und Radieschen gilt der Kohlhernie, nicht der allgemeinen Anbaupause. Auf sauren Sandböden mit Kohlherniegefahr planst du 5 Jahre ohne Kreuzblütler ein.
Porträts, Herkunft und Sorten der einzelnen Arten findest du im Kurzporträt und Sortenteil des Ratgebers zu Wurzel- und Knollengemüse.
Und wie ist es mit Futterrüben?
Für Futterrüben gilt dieselbe Denkweise wie im Gemüsebeet. Du bestimmst zuerst die Pflanzenfamilie und hältst innerhalb dieser Familie eine Pause ein. Planst du Futterrüben auf einer größeren Fläche, stimmst du die Fruchtfolge mit der Anbauberatung vor Ort ab.
Was bringen Rüben dem Boden?
Rüben bringen deinem Beet vor allem einen Wechsel. Eine Rübe aus einer anderen Familie unterbricht die Folge verwandter Kulturen, und darauf beruht die Fruchtfolge. Über Erntereste liefern Rüben der NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. keinen Stickstoff, wenn du die ganze Pflanze samt Laub aus dem Beet ziehst. Anders die Erbse als Vorfrucht: Sie bindet Stickstoff, und ihre Wurzeln lässt du nach der Ernte im Boden.
„Rüben lockern mit ihren tiefen Wurzeln den Boden für die Nachkultur.“ Darauf würde ich meine Planung nicht bauen. Klar ist die umgekehrte Richtung: Lange Rüben brauchen schon vor der Aussaat lockeren, tiefgründigen Boden, denn Verdichtung begünstigt gegabelte Möhren und verzweigte Schwarzwurzeln.
Nährstoffbedarf: je Art verschieden
Beim Nährstoffbedarf liegen die Rüben weit auseinander. Du planst ihn deshalb je Art und nicht für „die Rübe“:
- Herbstrübe: Sie gilt als SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt., zusätzliche Düngung ist im Hobbyanbau entbehrlich. Hohe Stickstoffgaben fördern die Nitratansammlung.
- Möhre: In der Fruchtfolge zählt sie zu den Schwachzehrern.
- Rote Bete: Stickstoff gibst du ihr nur maßvoll, weil ein Überschuss den Nitratgehalt erhöhen und die Lagerfähigkeit beeinträchtigen kann.
- Pastinake: Als Mittelstarkzehrer entzieht sie dem Boden ungefähr 10 g Stickstoff je m². Dieser Stickstoffentzug ist keine Vorgabe für eine zusätzliche Düngergabe.
- Steckrübe: Im Erwerbsanbau hat sie einen hohen Nährstoffbedarf.
Weil Rote Bete nur maßvoll Stickstoff bekommt und ihre zusätzliche Düngung nach gut gedüngten Vorfrüchten entfallen kann, setzt du sie hinter eine gut versorgte Vorkultur.
Welche Risiken Rüben im Boden hinterlassen können
Bei kreuzblütigen Rüben dreht sich die Pause vor allem um die Kohlhernie. Die DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. des Erregers können im Boden mehrere Jahre lebensfähig bleiben und erneut Infektionen auslösen. Hohe Bodentemperaturen zusammen mit hoher Bodenfeuchte begünstigen die Krankheit. Für anfällige Kreuzblütler meidest du deshalb verdichtete und staunasse Standorte. Bei der Roten Bete ist die Pause dagegen mit Bodenpilzen begründet.
Nach starkem Kohlherniebefall kann es bis zu zehn Jahre dauern, bis sich eine Anbaufläche erholt hat.
Ist auf einem Beet Kohlhernie aufgetreten, entfernst du kranke Pflanzen samt Wurzeln und gibst sie nicht auf den Kompost. Im Beitrag darüber, wie du Krankheiten und Schädlinge an Rüben erkennst, findest du die Schadbilder.
Was passt vor und nach Rüben?
Für die Planung verteilst du zuerst die Hauptkulturen auf die Beete. Danach ergänzt du Vor-, Nach- und ZwischenkulturenEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht., die zeitlich dazu passen, und notierst ihre Belegungszeiträume.
| Rübe | Gute Vorfrucht | Als Vorfrucht meiden |
|---|---|---|
| Steckrübe | Erbsen, Frühkartoffeln oder Bohnen | Kohl, Radieschen, Rettich, Rucola, Senf |
| Pastinake | Bohnen und Erbsen | Möhren, Sellerie, Petersilie und andere Doldenblütler |
| Rote Bete | eine gut gedüngte Vorkultur | Mangold, Spinat und Rote Bete |
Herbstrüben säst du im Sommer, und bei dieser Sommeraussaat gießt du zusätzlich, denn Wassermangel begünstigt die Schosserbildung. Welche Technik sich dafür eignet, zeigt der Beitrag über die passende Bewässerung für Rüben. Die Einzelheiten dazu, welche Kulturen vor und nach der Herbstrübe passen, stehen in einem eigenen Beitrag.
Was nach der Rübenernte kommt
Auch die Nachkultur wählst du nach der Familie. Kopfsalat, Spinat, Möhren und Bohnen gehören anderen Familien an als Steckrüben und kommen danach deshalb infrage. Wird ein Beet im Sommer frei, eignen sich Feldsalat und Spinat als Nachkultur: Ihr Freiland-Aussaatfenster reicht von Anfang August bis Mitte September. Nach Roter Bete lässt du den Spinat allerdings weg, denn beide sind verwandt und Spinat soll während der Rote-Bete-Pause nicht auf dem Beet stehen.
Mairüben kannst du auch im Juli und August säen und damit selbst als Nachkultur einsetzen, sofern vorher kein Kreuzblütler auf dem Beet stand. Die Aussaat selbst beschreibt die Anleitung, wie du Rübensamen richtig in die Erde bringst.
Bei Meerrettich räumst du das Beet gründlich ab. Im Boden verbliebene Wurzelstücke können in der folgenden Kultur wieder austreiben.
Welche Gründüngung passt zu Rüben?
Zwischen zwei Hauptkulturen schützt eine Gründüngung das unbedeckte Beet. Sie bindet vorhandene Nährstoffe und vermindert so deren Auswaschung.
Nach Steckrüben oder Mairüben Gelbsenf säen. Gelbsenf und Ölrettich sind selbst Kreuzblütler und zählen auch als Gründüngung zur Anbaupause. Mit dem Senf steht also sofort wieder ein Kreuzblütler auf dem Beet.
Nach kreuzblütigen Rüben säst du deshalb Phacelia, denn sie ist mit den gängigen Gemüsearten nicht verwandt. Wird das Beet erst ab Ende September frei, kommen nur noch wenige robuste Arten infrage, darunter Winterroggen. Er lässt sich im Gemüsegarten noch bis Oktober säen. Nach dem flachen Einarbeiten der Gründüngung wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen bis zur nächsten Aussaat.
Auch Rübsen sind Kreuzblütler und sollen nicht unmittelbar vor oder nach anderen Kreuzblütlern stehen. Wo sie in deiner Folge trotzdem Platz finden, zeigt der Beitrag, wie du Rübsen als Vor- und Zwischenfrucht einbindest.
Rüben als Zwischenkultur und im Mischbeet
Schnelle Rüben lassen sich zwischen länger stehende Kulturen säen. Radieschen säst du zum Beispiel als schneller keimende Markiersaat in die Möhrenreihen. Solche Zwischenkulturen erntest du, bevor sie die HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. bedrängen. Die Radieschen in der Möhrenreihe sind Kreuzblütler, deshalb trage ich sie im Beetplan mit ein.
Beim Roden von Wurzelgemüse können FeinwurzelnFeinwurzeln sind die dünnen, fein verzweigten Wurzeln einer Pflanze. Sie nehmen vor allem Wasser und Nährstoffe aus dem Boden auf, während die dicken Wurzeln der Pflanze Halt geben und Stoffe weiterleiten. benachbarter jüngerer Kulturen geschädigt werden. Steht neben den Rüben schon die nächste Saat, ziehst du sie deshalb vorsichtig.
Als Beetnachbarn für Mairüben kommen unter anderem Salat, Erbsen, Dill und Mangold infrage. Günstige Nachbarschaftswirkungen sind allerdings schwer nachzuweisen, und Erfahrungsberichte widersprechen sich häufig. Auch im Mischbeet planst du jede Pflanze mit ihrer endgültigen Größe ein. Mögliche Partner für deine Arten schlägst du im Mischkultur-Werkzeug nach.
Boden und Ernte kurz gefasst
Bodenvorbereitung
Die Bodenvorbereitung richtest du nach der jeweiligen Rübe aus. Eine nötige Kalkung legst du nicht unmittelbar vor die Möhren, weil sie empfindlich auf frische Kalkung reagieren. Alles Weitere steht in der Anleitung, wie du den Boden für Rüben aller Art vorbereitest.
Ernte
Für die Nachkultur zählt, wann das Beet frei wird. Mairüben erntest du spätestens bei einem Rübendurchmesser von 6 bis 8 cm. Woran du die Erntereife der übrigen Rüben erkennst, steht im Ernte-Abschnitt des Ratgebers zu Wurzel- und Knollengemüse.
So plane ich Rüben im Beetplan
Einen starren Rotationsplan mit fester Jahreszahl brauchst du im Hausgarten nicht, solange deine Fruchtfolge die Arten und Pflanzenfamilien berücksichtigt. Dafür zählt der Blick über mehrere Jahre. Gründüngungen und die Kulturen der vergangenen und kommenden Jahre gehören dazu, nicht nur der direkte Vorgänger.
Ich führe für jedes Beet eine Zeile pro Jahr mit Hauptkultur, Familie, Zwischenkultur und Gründüngung. Rüben stehen dort immer mit Artnamen, nie nur als „Rüben“. Vor jeder Aussaat lese ich die Zeilen der letzten Jahre für dieses Beet nach.
Deine Beete und Kulturen kannst du im Beetplaner für den Gemüsegarten festhalten. Die passenden Aussaatmonate zeigt dir der druckbare Aussaatkalender für Wurzelgemüse. Im Hochbeet gilt dieselbe Familienregel, und was dort sonst anders läuft, erklärt der Beitrag, wie du Rüben im Hochbeet anbaust.
Familie der Rübe bestimmen. Letzte Kreuzblütler auf dem Beet nachsehen, Gründüngung eingeschlossen. Pause der Art prüfen. Vorkultur passend zum Nährstoffbedarf wählen. Nachkultur aus einer anderen Familie einplanen.
Nimm deinen Beetplan vom letzten Jahr und schreib neben jede Rübe ihre Familie. Folgen irgendwo zwei Kreuzblütler direkt aufeinander, tauschst du die Beete, bevor du säst.




