Basilikum in der Küche: selbst ziehen, frisch ernten, vielseitig verwenden
- Basilikum ist ein Lichtkeimer: 0–0,5 cm tief säen, bei 15–22 °C keimt es in 7–25 Tagen.
- Ins Freiland kommt es etwa Mai–Juni; im Beetplaner stehen 10 cm in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand, ein sonniger Platz und die Einstufung starkzehrend.
- Ernte etwa Juni bis Oktober: Triebe eine Handbreit über dem Boden schneiden, einige Blätter stehen lassen.
- Gute Nachbarn sind Tomaten, Gurken, Melonen und Kürbis – Rosmarin, Thymian, Salbei oder Minze stehen nicht daneben.
- Für den Vorrat einfrieren statt trocknen; selbst angesetztes Basilikumöl kommt in den Kühlschrank und wird spätestens am Folgetag verbraucht.

Gekauftes Topfbasilikum steht dicht gedrängt im kleinen Topf und hält in der Küche selten lange durch. Wer sein Basilikum selbst zieht, hat es anders in der Hand: Du bestimmst Sorte, Standort und Erntezeitpunkt und schneidest genau so viel, wie in die Pfanne, den Salat oder den Mörser soll. Ich ziehe mein Basilikum jedes Frühjahr auf der Fensterbank vor und setze ab Mai einen Teil der Pflanzen ins Beet; der Rest bleibt in Küchennähe stehen.
Woher Basilikum kommt und was das für den Anbau heißt
Basilikum gehört zu den Kräutern, die in ihrer Heimat mehrjährig leben können, unser Klima aber nicht überstehen: Hierzulande wird es in der Regel einjährig kultiviert, im Freiland überwintert es nicht. Sein Name geht auf das griechische Wort für König zurück. Wie sich die Küchenkräuter nach ihrer Herkunft in mediterran-trockene und frisch-feuchte Arten sortieren, liest du im Kräuter-Ratgeber unter den zwei Kräuter-Welten.
Für deine Küche bedeutet das: Basilikum ist ein Sommerkraut. Draußen geht es erst los, wenn keine Frostgefahr mehr besteht; drinnen kannst du früher starten und die Pflanzen später auf Fensterbank und Beet verteilen. Es gedeiht an sonnigen bis halbschattigen Standorten, im Beetplaner ist für Basilikum ein sonniger Platz hinterlegt.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte feucht, aber gut durchlässig sein.
- Anbauort
Die Kultur ist im Freiland oder Beet, im Gewächshaus und im Topf möglich.
Pflege
- Pflege
Die Pflanze ist pflegeleicht.
- Düngung
Im Gartenboden benötigt Basilikum gewöhnlich keine zusätzliche Düngung. Bei Gefäßkultur können Nährstoffe knapp werden; ein ausgewogener organischer Flüssigdünger kann das Blattwachstum unterstützen.
Lebensform und Verwendung
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich als Küchen- und Würzkraut sowie für Salate.
Basilikum auf der Fensterbank anbauen
Die Fensterbank ist für Basilikum mehr als eine Notlösung. Hier beginnt die Kultur, und im Sommer stehen dort die Pflanzen, die du täglich beim Kochen brauchst.
Aussaat: fein, flach, warm
Basilikum ist ein LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte.. Streue die Samen oberflächennah auf feuchte AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an. und bedecke sie höchstens leicht – 0–0,5 cm SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. sind der Rahmen. Die Samen sind klein, tausend Korn wiegen etwa 1,4 g, und die Keimrate liegt bei etwa 80 %; du kannst also gezielt und dünn säen statt in dichten Büscheln. Zum Keimen braucht Basilikum Wärme: Die Angaben zur KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. reichen von 15–22 °C, die Keimdauer von 7–25 Tagen. Rechne deshalb nicht mit einem festen Termin, sondern halte die Erde gleichmäßig feucht und den Platz hell.
Die Samen wie Gemüsesaat mit Erde zudecken. Basilikum keimt im Licht – nur andrücken und höchstens leicht mit Erde bedecken. Wer tiefer sät, wartet oft vergeblich.
Vereinzeln, gießen, ernähren
Sobald sich die Keimlinge greifen lassen, vereinzelst du sie in Töpfe mit Abzugsloch. Als Pflanzabstand nennen die Quellen 10–25 cm, je nach Pflanzweise und Sorte: Büschel oder Tuffs enger, Einzelpflanzen weiter. Im Topf heißt das wenige Pflanzen je Gefäß. Gieße gleichmäßig, ohne dass Wasser im Untersetzer stehen bleibt, und lieber an den Fuß der Pflanze als über das Blatt. Ich gieße am Fenster morgens direkt an den Wurzelbereich und prüfe vorher mit dem Finger, ob die oberste Erdschicht abgetrocknet ist.
Anders als die meisten Kräuter ist Basilikum im Beetplaner als starkzehrend eingestuft und dankt eine nährstoffreichere Erde – ein mageres Substrat wie für Thymian oder Rosmarin passt nicht. Plane außerdem Platz nach oben ein: Je nach Sorte wird Basilikum etwa 12–70 cm hoch, Thai-Basilikum ‘Siam Queen’ bleibt mit 30–40 cm im mittleren Bereich.
Basilikum im Freiland: Beet und Balkon
Draußen läuft Basilikum als Sommerkultur. FreilandsaatFreilandsaat ist die Aussaat direkt an Ort und Stelle im Gartenbeet unter freiem Himmel. Die Samen keimen dort, wo die Pflanzen anschließend weiterwachsen sollen. und Pflanzzeit liegen etwa im Mai–Juni, im Beetplaner sind Mai, Juni und Juli als Kulturstart hinterlegt. Für Thai-Basilikum ‘Siam Queen’ nennt der Hersteller ausdrücklich: nicht vor Mitte Mai ins Freiland. Vorgezogene Pflanzen setzt du an einen sonnigen Platz; Basilikum kommt zwar auch mit HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. zurecht, im Beetplaner steht aber die Sonne.
Pflanze in Reihen als Einzelpflanzen mit 10 cm in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand – so steht es im Beetplaner. Wer Tuffs aus mehreren Keimlingen setzt, bleibt enger, große Einzelpflanzen brauchen je nach Sorte mehr; die Quellenspanne reicht insgesamt von 10 bis 25 cm.
4 Jahre AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. nennt der Beetplaner für Basilikum. Wenn du es Jahr für Jahr an dieselbe Stelle im Beet setzt, verschenkst du diese Pause – wandere mit dem Basilikum durch den Garten, so wie du es mit Tomaten auch tust.
Weil Basilikum starkzehrend ist, arbeitest du zum Start Kompost in die Erde ein. Als Faustzahl reichen 3–5 l Kompost je Quadratmeter und Jahr, um Gartenpflanzen bedarfsgerecht zu ernähren. In der Mischkultur stehen als gute Partner Tomaten, Gurken, Melonen und Kürbis. Basilikum neben Tomaten kann saugende Insekten etwas ablenken – eine zuverlässige Schädlingsabwehr ist damit nicht belegt. Als unverträgliche Nachbarn führt die Mischkultur-Matrix die mediterranen Aromatiker Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano, Majoran und Bohnenkraut sowie Minze, Zitronenmelisse, Lavendel, Ysop, Anisminze, Koreanische Minze und Knollenziest. Auf dem Balkon gilt dasselbe wie am Fenster: Topf mit Abzug, nährstoffreiche Erde, gleichmäßig feucht.
Ernten, damit die Pflanze nachschiebt
Die Ernte läuft etwa von Juni bis Oktober. Schneide ganze Triebe etwa eine Handbreit über dem Boden ab und lass dabei einige Blätter an der Pflanze – aus den verbleibenden BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe. kann sie weitertreiben. Ich schneide vormittags, wenn der Tau abgetrocknet ist, und nur so viel, wie an dem Tag in die Küche geht.
Wenn du nur wenige Blätter brauchst, kappe die Triebspitze über einem Blattpaar, statt einzelne Blätter abzuzupfen. So hast du die jüngsten Blätter in der Hand, und die Pflanze kann sich an der Schnittstelle verzweigen.
Basilikum blüht etwa im Juli. Das intensivste Aroma haben die meisten Kräuter kurz vor der Blüte; danach verschiebt die Pflanze ihre Kraft in Blüte und Samen. Knipse Blütenansätze deshalb aus, wenn du Blätter ernten willst. Wer die Blüten möchte, zieht Blütenbasilikum: Es wird etwa Mai–Juli gesät, von Juni bis Oktober geerntet und blüht etwa August–September.
Basilikum in der Küche: klassisch, kreativ, sicher aufbewahrt
Klassiker aus Italien
Pesto, Caprese, Tomatensoße, Pizza Margherita – in allen kommt Basilikum roh oder erst ganz zum Schluss dazu, weil es beim längeren Erhitzen an Aroma verliert. Ich zerreiße die Blätter kurz vor dem Servieren mit den Fingern, statt sie lange vorher zu schneiden. Der Klassiker unter den Zubereitungen bleibt das Pesto; wie du Pesto von klassisch bis kreativ ansetzt, ist ein eigenes Kapitel.
Zur Sortenwahl in Kürze: Genoveser Basilikum ist der Klassiker für Pesto und Tomatengerichte, Thai-Basilikum ‘Siam Queen’ bringt ein lakritzähnliches Aroma und glatte Blätter mit und taugt für Herzhaftes wie für Süßspeisen, Zitronen-Basilikum passt mit seiner Zitrusnote zu Fisch und Getränken. Welche Basilikumsorte zu welchem Gericht passt und wie Basilikum in den Küchen der Welt eingesetzt wird, vertiefen zwei eigene Ratgeber.
Kreativ: Dessert, Limonade, Butter
Basilikum kann Süßes: mit Erdbeeren im Dessert, als Sorbet oder in einer Limonade aus zerstoßenen Blättern, Zucker und Zitronensaft, mit Wasser aufgefüllt. Thai-Basilikum mit seiner Lakritznote passt hier ebenso wie das klassische grüne. Für Basilikum-Butter hackst du Blätter fein, mischst sie unter weiche Butter, formst Portionen und frierst sie ein – so hast du sie für Steak, Fisch oder Brot griffbereit.
Vorrat: einfrieren statt trocknen – und Öl nur mit Vorsicht
Frisch hält sich Basilikum wie ein Blumenstrauß mit angeschnittenen Stielen im Wasserglas bei Zimmertemperatur; frisch geschnittenes Griechisches Basilikum bleibt etwa 3–5 Tage brauchbar. Wegen seiner Schleimstoffe lässt sich Basilikum nur schwer mit gutem Ergebnis trocknen; günstiger ist es, frisch geerntete, kleingeschnittene Blätter in Eiswürfeln einzufrieren – eingefrorene Kräuter halten sich bis zu einem Jahr. Ich friere Basilikum in flachen Eiswürfelformen ein und beschrifte die Beutel mit Sorte und Datum. Wie du Kräuter allgemein erntest und konservierst, steht im Kräuter-Ratgeber im Abschnitt Ernten und Konservieren.
Beim Öl geht Sorgfalt vor Kreativität: In selbst angesetzten Öl-Zubereitungen können sich unter Luftabschluss Botulinumtoxine bilden. Setze Basilikumöl deshalb nicht auf Vorrat an, stelle es in den Kühlschrank und verbrauche es spätestens am Tag nach der Herstellung. Frisches Pesto gehört ebenfalls in den Kühlschrank und wird nur bei bis zu 6 °C gelagert.





