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Lavendel-Hybriden: Was Lavandin von Echtem Lavendel unterscheidet

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Lavandin (Lavandula × intermedia) ist die Kreuzung aus Echtem Lavendel und Speiklavendel – das × im botanischen Namen zeigt dir die Hybride.
  • 'Munstead' und 'Hidcote Blue' sind keine Hybriden, sondern Sorten des Echten Lavendels.
  • Provence-Lavendel blüht etwa 2 Wochen später als Echter Lavendel – beide zusammen staffeln die Blüte.
  • Gartenlavendel und viele Provence-Lavendel sind ausreichend winterhart; Schopflavendel überwintert frostfrei.
  • Durchlässiger Boden ohne Winternässe ist die halbe Winterhärte – auch bei Hybriden.
  • Auch Lavandin kann Septoria-Blattflecken bekommen; sortenecht vermehrst du ihn nur über Stecklinge.
Griechisches Basilikum als kleinblättriger, buschiger Trieb in einem Terrakottatopf mit Untersetzer vor heller Wand
Foto: Fadime Demirtaş · Pexels License · Quelle ↗

Du stehst vor dem Regal: Ein Topf heißt „Lavendel”, der nächste „Provence-Lavendel”, der dritte „Lavandin” – und irgendwo im botanischen Namen steht ein kleines ×. Dieses Zeichen entscheidet, was du dir nach Hause holst: eine reine Art oder eine Kreuzung. Ich lese deshalb bei jedem Lavendel zuerst den botanischen Namen auf dem Etikett und erst danach den Sortennamen. Hier bekommst du, was die Hybriden vom Echten Lavendel unterscheidet, wie es um ihre Winterhärte steht und wo ihre Grenzen liegen.

Was ein Lavendel-Hybride ist – und woran du ihn erkennst

Ein Hybride ist eine Kreuzung zweier Arten. Bei Lavendel ist die wichtigste der Lavandin, botanisch Lavandula × intermedia: eine Kreuzung aus Echtem Lavendel (Lavandula angustifolia) und Speiklavendel (Lavandula latifolia). Im Handel läuft er meist als Provence-Lavendel. Das × zwischen Gattung und Artname ist das Erkennungszeichen; steht dort kein ×, hast du eine reine Art in der Hand.

Daraus ergibt sich eine häufige Verwechslung: ‘Munstead’ und ‘Hidcote Blue’ sind keine Hybriden, sondern Sorten des Echten Lavendels. ‘Hidcote Blue’ bleibt mit etwa 30–40 cm Wuchshöhe niedrig; die Sorten des Echten Lavendels reichen insgesamt von etwa 25–90 cm. Suchst du einen kompakten Lavendel für die Beetkante, landest du also meist bei einer reinen Art.

Neben Lavandin tauchen im Handel weitere Kreuzungen auf, etwa mit Wolllavendel als Elternteil, dessen wollige Blattbehaarung sich an den Nachkommen zeigen kann, oder mit Zahnlavendel, der gekerbte bis gezähnte Blätter trägt. Das sind Sammler- und Zierformen, für die es kaum verlässliche Kulturwerte gibt; deshalb bleibe ich in diesem Artikel beim Lavandin. Einen Überblick, wie sich die Lavendelarten untereinander unterscheiden, gibt dir der eigene Artikel dazu.

Kurz erklärt

Das × im botanischen Namen (Lavandula × intermedia) markiert eine Kreuzung zweier Arten. „Gekreuzter Lavendel” und „Hybridlavendel” meinen dasselbe; das × ist die eindeutige Schreibweise. Ein Sortenname in Anführungszeichen sagt dagegen nichts darüber, ob du eine Hybride kaufst.

Blüte und Duft: Wo der Lavandin sich unterscheidet

Echter Lavendel blüht bei uns etwa im Juli und August und wird etwa von Juli bis September geerntet. Provence-Lavendel blüht ungefähr 2 Wochen später als Echter Lavendel. Für dich heißt das: Wer beide pflanzt, staffelt die Lavendelblüte im Beet – erst der Echte, dann der Lavandin. Ich schreibe mir jedes Jahr auf, wann welcher Strauch aufblüht, damit ich die Ernte für Sträuße und Küche planen kann.

Bei der Farbe kennst du den Echten Lavendel je nach Sorte von Dunkelviolett über Rosa bis Weiß. Zum Duft: Der Lavandin wird meist als kräftiger und herber beschrieben als der Echte Lavendel – ob dir das gefällt, entscheidet deine Nase an der Pflanze, nicht das Etikett. Auf einen Ölgehalt in Prozent solltest du dich beim Kauf nicht verlassen; im Garten zählt, was du riechst.

Zahl im Blick

Provence-Lavendel (Lavandin) blüht etwa 2 Wochen später als Echter Lavendel. Beide nebeneinander verlängern dir die Blütezeit im Beet, ohne dass du mehr Pflege brauchst.

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Winterhärte: Was die Hybriden können und was nicht

Gartenlavendel und viele Provence-Lavendel sind ausreichend winterhart. Echter Lavendel kommt im Freiland in milden Wintern meist zuverlässig durch. Schopflavendel dagegen – erkennbar an den auffälligen, verlängerten Hochblättern über dem Blütenstand – ist mehrjährig, aber nicht winterhart und wird geschützt wie eine Kübelpflanze überwintert. Wie viel Frost Lavandin verträgt, hängt von Sorte, Lage und vor allem vom Boden ab.

Denn die halbe Winterhärte steckt im Boden: durchlässig, ohne Winternässe. Schweren Boden verbesserst du am neuen Lavendelstandort mit eingearbeitetem Splitt oder Schotter. Ich gieße vor dem Pflanzen einen Eimer Wasser ins Pflanzloch und schaue, ob es zügig versickert – steht es, wird der Platz für Lavendel nichts. Im Winter kannst du Lavendel vor Kälte, Wind und direkter Mittagssonne mit luftdurchlässigem Schutz wie Reisig oder Vlies schützen.

Im Kübel gilt: Auch winterharte Pflanzen sind dort frostempfindlicher als im Gartenboden, weil die Erde schneller durchfriert. Topf eingraben oder einpacken, den Wasserabzug frei halten und im Untersetzer kein Wasser stehen lassen. Eine sparsame Düngung unterstützt bei Lavendel einen kompakten, standfesten und frostfesteren Wuchs – und einen intensiveren Duft gleich mit.

Häufiger Fehler

Kompost oder Rindenmulch rund um den Lavendel. Rindenmulch erzeugt ein feucht-saures Milieu, das trockenheitsliebende Pflanzen nicht wollen; im Steingarten wird deshalb auf Kompost verzichtet, damit der Standort nicht mit wasserspeicherndem Humus angereichert wird. Mineralischer Mulch passt besser.

Widerstandsfähigkeit: robust, aber nicht unverwundbar

Auch der Lavandin kann von der Septoria-Blattfleckenkrankheit befallen werden. Solche pilzlichen Blattflecken werden durch feuchte Bedingungen begünstigt; zusätzliche Blattnässe durch Gießen über Kopf vermeidest du deshalb, gegossen wird an den Fuß der Pflanze. Ein luftiger Stand mit kurzen Blattnässezeiten kann den Befall bremsen, verhindert ihn aber nicht.

Mythos-Check

„Hybriden sind pflegeleichter und krankheitsfester als reine Arten.” Für den Lavandin gibt es dafür keinen belastbaren Vergleich – Blattflecken treffen ihn wie den Echten Lavendel. Was du wirklich beeinflussen kannst, ist der Standort: Sonne, durchlässiger Boden, wenig Dünger.

Zur Nachbarschaft: In der Mischkultur-Matrix steht Lavendel mit den anderen mediterranen Aromatikern – Rosmarin, Salbei, Thymian, Oregano, Majoran, Bohnenkraut, Ysop – sowie mit Minze, Zitronenmelisse und Basilikum als schwieriger Nachbar. Gleichzeitig kombinieren belegte Pflanzkonzepte für die magere Kräuterspirale Lavendel mit Salbei, Ysop und Thymian, und im Steingarten stehen Katzenminze, Heiligenkraut und Thymian neben ihm. Günstige oder ungünstige Nachbarschaftseffekte sind schwer nachzuweisen, Erfahrungsberichte widersprechen sich. Ich halte es so: gleicher Standortanspruch ja, aber jede Pflanze bekommt ihren Platz nach Endgröße, damit sich niemand Licht und Luft nimmt. Wer seine Kombination durchspielen will, prüft die Nachbarn im Mischkultur-Werkzeug.

Platz und Pflanzabstand

Als freistehender Halbstrauch braucht Lavendel Luft um sich. Im Beetplaner ist er als Dauerkultur mit sonnigem Standort hinterlegt, schwachzehrend, mit 30 cm Abstand in der Reihe und 50 cm Reihenabstand. Selbst gezogene Sämlinge werden auf 30 mal 30 cm vereinzelt. Wie groß dein Lavandin am Ende wird, steht auf dem Etikett – plane den Platz nach dieser Endgröße, nicht nach der Topfgröße beim Kauf. Wenn du dein Beet aufteilst, hilft dir der Beetplaner mit den hinterlegten Abständen.

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Standort: die mediterran-trockene Welt

Echter Lavendel braucht einen sonnigen Standort mit gut durchlässigem Boden, und der Lavandin will nichts anderes. Kompost bekommt er keinen pauschal, Wasser nur, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist. Alles Weitere zur mediterran-trockenen Kräuterwelt und ihren Ansprüchen liest du im Grundlagenartikel, der die zwei Kräuter-Welten und ihre Standorte erklärt.

Schnitt und Formgebung

Junger Lavendel kann im Frühjahr um etwa zwei Drittel gekürzt werden; bei alten Pflanzen bleibt etwa ein Drittel des letztjährigen Austriebs stehen, und tiefe Schnitte ins alte, kahle Holz vermeidest du, weil Halbsträucher dort nur zögerlich austreiben. Nach der Blüte kürzst du die Triebe von oben um etwa ein Drittel, das erhält den buschigen Wuchs. Wie sich der Schnitt in die Pflege mit Maß einfügt, steht im Hub-Abschnitt zu Gießen, Düngen und Pflegen; die ausführliche Anleitung findest du in der Lavendelpflege für üppige Blüten.

Vermehrung: Sortenecht nur über Stecklinge

Bei Hybriden führt der sichere Weg über Stecklinge: im Sommer feste, noch nicht verholzte, möglichst blütenfreie Triebe mit 3–4 Blattpaaren, in Aussaaterde gesetzt, angegossen und hell ohne grelle Sonne aufgestellt; eine Abdeckung kontrolliere ich täglich und lüfte sie kurz. Was aus eigenem Saatgut eines Lavandins wächst, ist ungewiss. Wer Lavendel aus Samen zieht, säht als Lichtkeimer 0–1 cm tief und höchstens dünn bedeckt bei etwa 15–25 °C; die Keimung dauert 10–28 Tage, die Voranzucht läuft etwa Februar bis April, die Freilandsaat Mai bis Juni – die Termine hast du im Aussaatkalender für Kräuter zum Ausdrucken im Blick.

Ernte: der richtige Moment

Geerntet wird am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Fürs Trocknen schneidest du, wenn die Blüten in der Rispenmitte geöffnet sind und die an der Spitze noch knospig – kurz vor der Vollblüte; getrocknet ist er, wenn sich die Blüten leicht vom Stängel streifen lassen. Für die Küche erntest du Blüten und Blätter kurz nach dem Aufbrechen, etwa Mai bis September; beim Lavandin liegt das Fenster rund 2 Wochen hinter dem Echten Lavendel. Mehr zum Ernten und Konservieren trägt der Hub-Abschnitt dazu.

Passt dazu

Wie du Lavendel als Einfassung sonniger, trockener Beete oder als Solitär einsetzt, zeigen die Gestaltungsideen für Lavendel im Garten. Wer eine magere, sonnige Fläche hat, findet im Artikel zu Lavendel im Steingarten Partner und Aufbau.

Mini-Checkliste

Beim Kauf eines Lavendel-Hybriden prüfen: Steht ein × im botanischen Namen? Ist die Endgröße angegeben? Handelt es sich um Schopflavendel (verlängerte Hochblätter) – dann frostfrei überwintern. Habe ich einen sonnigen Platz mit durchlässigem Boden ohne Winternässe?

SORTENEMPFEHLUNG
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Häufige Fragen

Was sind Lavendel-Hybriden und wie unterscheiden sie sich von reinen Lavendelarten?
Ein Lavendel-Hybride ist eine Kreuzung aus zwei Lavendelarten. Der wichtigste ist der Lavandin, botanisch Lavandula × intermedia, eine Kreuzung aus Echtem Lavendel und Speiklavendel; im Handel heißt er oft Provence-Lavendel. Reine Arten wie der Echte Lavendel tragen kein × im Namen. Der Lavandin blüht etwa 2 Wochen später als Echter Lavendel.
Was ist der Unterschied zwischen gekreuztem Lavendel und Hybridlavendel?
Beide Begriffe meinen dasselbe: eine Pflanze mit Erbgut aus zwei Lavendelarten. Eindeutig wird es erst über den botanischen Namen, in dem ein × zwischen Gattung und Artname steht, etwa Lavandula × intermedia. Fehlt das ×, hast du eine reine Art in der Hand, auch wenn der Sortenname exotisch klingt.
Sind Lavendel-Hybriden winterhart?
Gartenlavendel und viele Provence-Lavendel sind ausreichend winterhart, Schopflavendel dagegen überwintert frostfrei wie eine Kübelpflanze. Wie viel Kälte Lavendel verträgt, hängt von Sorte, Lage und vor allem vom Boden ab. Durchlässiger Boden ohne Winternässe ist die halbe Winterhärte; in rauen Lagen hilft ein luftdurchlässiger Schutz aus Reisig oder Vlies.
Wie vermehre ich Lavendel-Hybriden – Stecklinge oder Aussaat?
Sortenecht bekommst du eine Hybride nur über Stecklinge: im Sommer feste, noch nicht verholzte, möglichst blütenfreie Triebe mit 3–4 Blattpaaren, in Aussaaterde gesetzt, angegossen und hell ohne grelle Sonne aufgestellt. Was aus eigenem Saatgut eines Lavandins wächst, ist ungewiss. Lavendelsamen sind Lichtkeimer, kommen 0–1 cm tief und höchstens dünn bedeckt in die Erde und keimen in 10–28 Tagen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Ernte von Lavendel-Hybriden?
Fürs Trocknen schneidest du, wenn die Blüten in der Rispenmitte geöffnet sind und die an der Spitze noch knospig, also kurz vor der Vollblüte. Für die Küche erntest du kurz nach dem Aufbrechen der Blüten, etwa von Mai bis September. Beim Lavandin verschiebt sich das Fenster gegenüber Echtem Lavendel um rund 2 Wochen nach hinten. Geerntet wird am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist.
Wie schneide ich Lavendel-Hybriden, damit sie blühfreudig bleiben?
Junger Lavendel kann im Frühjahr um etwa zwei Drittel gekürzt werden; bei alten Pflanzen bleibt etwa ein Drittel des letztjährigen Austriebs stehen, tiefe Schnitte ins alte, kahle Holz vermeidest du. Nach der Blüte kürzst du die Triebe von oben um etwa ein Drittel, das erhält den buschigen Wuchs. Ein regelmäßiger kräftiger Frühjahrsschnitt fördert Blühfreudigkeit und Blütengröße.
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