Petersilienvielfalt: glatt, kraus oder Wurzel – welche Petersilie passt zu dir
- Petersilie ist eine Art mit drei Kulturformen: glatte Blattpetersilie, krause Blattpetersilie und Wurzelpetersilie.
- Krause Petersilie schmeckt gewöhnlich milder und weniger aromatisch als die glatte Form.
- Belegte Sorten: Laura und Felicia (glatt), Moss Curled 2 (kraus), Konika (Wurzel); Gigante d'Italia ist ein glatter Sortentyp.
- Petersilie ist botanisch zweijährig, wird für die Blatternte aber meist einjährig gezogen, weil das Laub nach der Blüte bitter wird.
- Nährwerttabellen nennen für Petersilienkraut rund 160 mg Vitamin C je 100 g – ein allgemeiner Vergleichswert, kein Sortenwert.

Du stehst vor dem Saatgutregal, und auf fünf Tüten steht „Petersilie” – dabei stecken darin drei verschiedene Kulturformen mit unterschiedlichem Aroma, unterschiedlichem Wuchs und unterschiedlicher Verwendung. Wer die glatte Petersilie für die Sauce will, aber eine krause Garnierpetersilie sät, ärgert sich den ganzen Sommer. Ich lese deshalb bei Petersilie zuerst die Kulturform auf der Tüte und erst danach den Sortennamen. Dieser Artikel sortiert die Formen und die belegten Sorten, damit du gezielt aussuchst.
Alle Gartenpetersilie ist eine einzige Art, Petroselinum crispum. Ihre Kulturformen sind glattblättrige Blattpetersilie, krausblättrige Blattpetersilie und Wurzelpetersilie. „Schnittpetersilie” bezeichnet glatte Blattpetersilie für den laufenden Schnitt, keine eigene Art.
Blattpetersilie: glatt oder kraus
Der auffälligste Unterschied ist das Blatt – und mit ihm das Aroma. Krause Petersilie schmeckt gewöhnlich milder und weniger aromatisch als die glatte Form. Wer Petersilie als Würzkraut in warmen Gerichten einsetzt, wählt deshalb meist die glatte; die krause Form bringt ihre dichte Kräuselung als Garnitur und in frischen Salaten ins Spiel. Beide Formen gibst du warmen Speisen erst gegen Ende der Garzeit zu, weil Petersilie beim Trocknen und langen Garen Aroma verliert.
Ich säe im Frühjahr je eine kurze Reihe glatt und kraus nebeneinander. Beim Kochen schneide ich von beiden einen Stängel ab, hacke sie getrennt und vergleiche am Brett, wie sich Duft und Blattstruktur unterscheiden – so entscheide ich, welche Reihe im nächsten Jahr länger wird.
Belegte Sorten der Blattpetersilie
- Laura – glattblättrig, für die Topfkultur im Freien und im Zimmer geeignet.
- Felicia – glattblättrige Sorte, in Anbauversuchen neben Laura geprüft.
- Gigante d’Italia – ein glatter Sortentyp, unter dem mehrere Sorten laufen.
- Moss Curled 2 – dicht gekrauste Sorte für Beet und Topf.
In einem Erwerbsanbauversuch unter Septoriadruck lieferten Laura und Felicia beim ersten Schnitt rund 88 % marktfähige Ware, die geprüften Sorten des Typs Gigante d’Italia dagegen etwa 75 %. Das ist ein einzelner Versuch unter KrankheitsdruckKrankheitsdruck beschreibt, wie groß die Gefahr ist, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen werden. Er steigt zum Beispiel bei feucht-warmem Wetter, das besonders Pilzkrankheiten fördert., kein allgemeines Urteil – aber ein Hinweis, dass sich Sorten in der Blattgesundheit unterscheiden können.
Der Blattbestand von Blattpetersilie für die Küche wird mit 20–30 cm Wuchshöhe beschrieben, gleich ob glatt oder kraus. Wer die beiden Blattformen in Aussehen, Geschmack und Anbau Punkt für Punkt gegenüberstellen will, findet das in unserem Vergleich, worin sich krause und glatte Petersilie unterscheiden.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte nährstoffreich, feucht und gut durchlässig sein.
- Anbauort
Die Kultur ist im Freiland oder Beet und im Topf möglich.
Pflege
- Pflege
Die Pflanze ist pflegeleicht.
- Düngung
Im Gartenboden braucht Petersilie gewöhnlich keine zusätzliche Düngung. Bei Gefäßpflanzen mit zusätzlichem Nährstoffbedarf kann während der Wachstumszeit ein ausgewogener organischer Flüssigdünger helfen.
Lebensform und Verwendung
- Verwendung
Die Pflanze wird zum Würzen, zum direkten Verzehr und als Heilpflanze verwendet.
Wurzelpetersilie: die Form fürs Gemüsebeet
Bei der Wurzelpetersilie steht die Wurzel im Mittelpunkt. Die Sorte Konika bildet konisch zulaufende Wurzeln, die als Gemüse oder als Suppenwürze verwendet werden. Für rohe Petersilienwurzel nennen Nährwerttabellen je 100 g verzehrbarem Anteil 41 mg Vitamin C und 0,9 mg Eisen. Das Laub der Wurzelpetersilie kannst du mitverwenden, aber gezogen wird sie für das, was unter der Erde wächst.
Weil die Wurzel Platz nach unten braucht, gehört Wurzelpetersilie in tiefgründigen, lockeren Boden statt in den flachen Balkonkasten. Ich lockere das Beet vor der Aussaat spatentief und lese Steine heraus, damit die Wurzeln nicht gabeln – kontrollieren kann ich das erst beim Ausgraben.
Japanische Petersilie (Mitsuba): gleicher Name, andere Pflanze
Die grünblättrige Japanische Petersilie wird etwa 60 cm hoch und kann mit 30 cm Abstand gepflanzt werden; als Standort-Richtwert gilt HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone.. Sie trägt den Namen Petersilie, gehört aber nicht zu den drei Kulturformen von Petroselinum crispum. Für den Kräutergarten ist sie eine eigene Kultur mit eigenem Platzbedarf – nicht einfach eine weitere Sorte.
Die drei Formen im Vergleich
| Merkmal | Glatte Blattpetersilie | Krause Blattpetersilie | Wurzelpetersilie |
|---|---|---|---|
| Erntegut | Blätter | Blätter | Wurzel, Laub nebenbei |
| Aroma | kräftiger | gewöhnlich milder, weniger aromatisch | Wurzel als Gemüse/Suppenwürze |
| Belegte Sorten | Laura, Felicia, Typ Gigante d’Italia | Moss Curled 2 | Konika |
| Topfeignung | Laura für Topf im Freien und Zimmer | Moss Curled 2 für Beet und Topf | tiefgründiger Boden nötig |
| Wuchshöhe Blattbestand | 20–30 cm | 20–30 cm | Laub, Wurzel im Boden |
| Lebenslauf | zweijährig, Blattnutzung meist einjährig | zweijährig, Blattnutzung meist einjährig | zweijährig, Blüte im zweiten Jahr |
Ein Lebenslauf für alle drei Formen
Petersilie ist botanisch zweijährig: Im ersten Jahr wächst das Laub, im zweiten kommen Blüte und Samen. Für die Blattnutzung wird sie meist einjährig gezogen, weil das Laub nach der Blüte bitter wird. Niedrige Temperaturen zwischen 0 und 10 °C können die Blütenbildung auslösen, blühende Pflanzen sind für die Küche nicht mehr nutzbar – das Risiko ist bei sehr frühem Anbau am größten. Petersilie kann im Freiland überwintern und nach dem Abfrieren des Laubs aus überlebenden Wurzeln erneut austreiben. Was einjährig, zweijährig und mehrjährig für die Beetplanung bedeutet, erklären die drei Lebensläufe der Kräuter im Kräuter-Hub.
Standort und Aussaat – kurz angerissen
Alle Kulturformen gedeihen an sonnigen bis halbschattigen Standorten in lockerem, nährstoff- und humusreichem, gut entwässertem Boden, und Petersilie zählt zu den Kräutern, die mehr Feuchtigkeit brauchen als Thymian, Salbei oder Oregano. Die Grundlagen der zwei Kräuter-Welten trägt der Kräuter-Hub. Zur Aussaat nur so viel: Petersiliensamen werden mit Erde bedeckt, die Keimung dauert 14–30 Tage, und als Abstandssystem für die ReihensaatReihensaat ist eine Saatweise, bei der die Samen in flache, gerade Rillen gesät werden, sodass die Pflanzen später in Reihen stehen. Gegenüber der Breitsaat, bei der die Samen flächig ausgestreut werden, erleichtert sie die Pflege. gilt 15 cm in der Reihe bei 25 cm Reihenabstand. Die Handgriffe im Detail liest du in unserem Beitrag, wie du Petersiliensamen richtig aussäst.
„Petersilie ist LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte. und darf nicht bedeckt werden” – das steht in vielen Ratgebern, auch in der alten Fassung dieses Artikels. Die Kulturanleitungen beschreiben Petersilie dagegen als Dunkelkeimer und sehen vor, die Samen nach der Aussaat mit Erde zu bedecken. Halte dich an die Angabe auf deiner Samentüte.
Ernten – der Anriss
Petersilie pflückst du am besten frisch und nur in der Menge, die du gerade brauchst; die Herzblätter in der Mitte bleiben unverletzt. Im ersten Jahr läuft die Ernte von März bis Oktober, im zweiten Jahr von März bis Juni oder Juli, dann beendet die Blüte die Saison. Am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist, ist der passende Zeitpunkt. Alles Weitere zu Schnitt und Frischhaltung steht in unserem Beitrag, wie du Petersilie erntest und aufbewahrst.
Konservieren und Küche – der Anriss
Petersilie büßt beim Trocknen viel Aroma ein; die Blätter werden besser portionsweise eingefroren, gern gehackt in Eiswürfelformen mit etwas Wasser. Eingefrorene Kräuter halten bis zu einem Jahr. Ich hacke dafür glatte und krause Petersilie getrennt und beschrifte die Dosen, damit ich beim Kochen weiß, welche Form ich herausklopfe. Wer trotzdem trocknen möchte, findet die Methoden dort, wie du Petersilie trocknest und das Aroma erhältst.
In selbst angesetzten Öl-Zubereitungen können sich unter Luftabschluss Botulinumtoxine bilden. Setze Petersilienöl oder Pesto nicht auf Vorrat an, lagere beides im Kühlschrank und verbrauche Kräuteröl spätestens am Tag nach der Herstellung.
In der Küche ist glatte Petersilie das Würzkraut für warme Gerichte und eines der sieben Kräuter der Frankfurter Grünen Soße, die krause Form dient als Garnitur und im Salat, die Wurzel kommt als Gemüse in den Topf. Rezeptideen für alle drei Formen liefert unser Beitrag, wie du Petersilie kreativ in der Küche einsetzt.
Nährwerte: was die Tabellen sagen
Petersilie ist ein Lebensmittel, keine Medizin. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat. Was die Nährwerttabellen ausweisen:
- Petersilienkraut: etwa 160 mg Vitamin C je 100 g – ein allgemeiner Nährwertvergleich, kein sortenspezifischer Gehalt.
- Eine Tabellenportion von 20 g Petersilienkraut liefert 0,7 mg Eisen.
- Rohe Petersilienwurzel: 41 mg Vitamin C und 0,9 mg Eisen je 100 g verzehrbarem Anteil.
Die Portionsangabe ist die realistische Größe: Petersilie wird in Gramm gewürzt, nicht in 100-Gramm-Schalen gegessen. Ob glatte oder krause Petersilie höhere Gehalte hat, weisen die Tabellen nicht aus – ein Sortenvergleich beim Vitamin C ist damit nicht belegt.
Krankheiten und Nachbau – kurz
Petersilienbestände können unter Septoria-Blattflecken leiden, und wie andere DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. kann Petersilie von der MöhrenfliegeDie Möhrenfliege ist ein Gartenschädling: eine Fliege, deren weiße Maden meist über die Wurzeln in Möhren eindringen. Befallene Möhren sind von rostbraunen Fraßgängen durchzogen, und dieses Schadbild heißt Eisenmadigkeit. befallen werden. Bei der Neuanlage setzt du Petersilie an einen anderen Platz, um Nachbauprobleme zu vermeiden; der Beetplaner hinterlegt eine AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. von 3 Jahren. Wie du Petersilie pflegst und düngst und was du bei Blattflecken tust, behandelt unser Beitrag, wie du Petersilie optimal pflegst und düngst.
Nachbarn und Saatgut
Als Mischkulturpartner passen Tomaten zur Petersilie; als unverträglich gelten Dill, Kerbel, Sellerie, Kümmel, Koriander, Kreuzkümmel, Möhren, Fenchel, Liebstöckel, Pastinaken und Anis – also überwiegend die eigene Verwandtschaft der Doldenblütler. Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts: Günstige Nachbarschaftswirkungen sind schwer nachzuweisen. Mehr dazu steht in unserem Beitrag, wie Petersilie als Begleiter im Gemüsebeet arbeitet.
Für die Sortenvielfalt im eigenen Garten kannst du von samenfesten Petersiliensorten nach der Blüte Saatgut gewinnen und erneut aussäen. Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können die Nachkommen deutlich anders aussehen als die Mutterpflanze. Ich lasse dafür im zweiten Jahr zwei Pflanzen der glatten Reihe stehen, ernte die trockenen Dolden bei trockenem Wetter und beschrifte die Tüte mit Sorte und Jahr; Petersiliensamen gelten als etwa zwei bis drei Jahre gut keimfähig.
Im Beetplaner sind Petersilie und ihre Anbaupause hinterlegt, und die Mischkultur-Tabelle zeigt dir die verträglichen und unverträglichen Nachbarn auf einen Blick.






