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Rotblättriges Basilikum in der Küche: Wann du es zugibst, womit es harmoniert und wie du es bevorratest

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 4 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Rotblättriges Basilikum ist eine rotlaubige Form von Ocimum basilicum; die Farbe stammt von Anthocyanen, das Aroma bleibt basilikumtypisch.
  • Anbau in Kürze: sonnig, starkzehrend, Kulturstart Mai bis Juli, Lichtkeimer mit höchstens 0,5 cm Saattiefe bei 15–22 °C – nicht winterhart, einjährig kultiviert.
  • Ernte etwa Juni bis Oktober, am Vormittag nach dem Abtrocknen des Taus; ganze Triebe etwa eine Handbreit über dem Boden schneiden, einige Blätter bleiben stehen.
  • In warmen Gerichten erst nach dem Kochen zugeben und Blätter zupfen statt hacken – so bleiben Farbe und Aroma eher erhalten.
  • Vorrat: gehackt in Eiswürfeln einfrieren (bis zu einem Jahr); Trocknen gelingt wegen der Schleimstoffe schlecht; Öl und Pesto nur im Kühlschrank, Öl spätestens am Folgetag verbrauchen.
Dunkelrotes Basilikum (Ocimum basilicum 'Purpurascens') mit purpurnen Blättern
Foto: Kolforn ( Kolforn ) I'd appreciate if you could mail me (Kolforn@gmail.com) if you want to use this picture out of the Wikimedia project scope. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license. You are free: to share – to copy, distribute and transmit the work to remix – to adapt the work Under the following conditions: attribution – You must give appropriate credit, provide a link to the license, and indicate if changes were made. You may do so in any reasonable manner, but not in any way that suggests the licensor endorses you or your use. share alike – If you remix, transform, or build upon the material, you must distribute your contributions under the same or compatible license as the original. https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 CC BY-SA 4.0 Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 true true · CC BY-SA 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Rotes Basilikum steht im Topf prächtig da – und auf dem Teller liegt dann oft ein dunkles, weiches Blatt, das von Anfang an in der Soße mitgekocht hat. Die Farbe ist der Grund, warum du diese Sorte überhaupt ziehst; damit sie auch im Essen ankommt, entscheidet vor allem der Moment, in dem die Blätter dazukommen. Ich zupfe rotes Basilikum erst am Herd von den Stielen, kurz bevor der Teller rausgeht. Wie du das Kraut für die Küche erntest, wo es seinen Platz hat und was beim Vorrat zählt, steht hier – die konkreten Rezepte trägt ein eigener Artikel.

Rot statt grün: Was sich in der Küche wirklich ändert

Botanisch ist rotblättriges Basilikum eine Form von Ocimum basilicum, also derselben Art wie das grüne Küchenbasilikum. Die dunkelroten bis violetten Blätter verdanken ihre Farbe Anthocyanen, roten Pflanzenfarbstoffen. Das Aroma ist basilikumtypisch; wie stark sich einzelne rote Sorten im Geschmack vom grünen Basilikum abheben, hängt an Sorte, Standort und Erntezeitpunkt und lässt sich nicht pauschal sagen.

In der Küche verändert die Farbe vor allem zwei Dinge: Rotes Basilikum taugt als Garnitur, und es darf sichtbar bleiben, statt in einer grünen Soße unterzugehen. Die Herkunft des Krauts, den Geschmacksvergleich der Sorten sowie Caprese, Pesto, Tomatensoße und Desserts findest du bei den Rezeptideen mit rotblättrigem Basilikum durch alle Gänge.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Ocimum
Hund
Ungiftig
Katze
Ungiftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11
Aussaatkalender Rotblättriges Basilikum
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: Mai, Juni, Juli; Blüte: Juli, August, September; Ernte: Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberVorkulturAussaatBlüteErnte

Anbau in Kürze: Sonne, Wärme, nährstoffreiche Erde

Rotblättriges Basilikum will einen sonnigen Platz, ist starkzehrend und nicht freiland-winterhart – die Kultur startet von Mai bis Juli, die Freilandsaat im Mai und Juni, und mit dem ersten Frost ist Schluss, deshalb zieht man es hier in der Regel einjährig. Gesät wird es als Lichtkeimer oberflächennah, höchstens 0,5 cm tief, bei 15–22 °C; im Beet stehen die Pflanzen mit 10 cm Abstand in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand, als Einzelpflanzen statt im Büschel je nach Sorte bis 25 cm auseinander. Vorkultur, Gießen und Düngen mit Maß erklären die Kräuter-Grundlagen zu Aussaat, Pflege und Ernte.

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Ernten für die Küche: vormittags, handbreit, mit Blättern

Das Erntefenster reicht etwa von Juni bis Oktober, die Blüte fällt in den Juli. Das intensivste Aroma tragen die Blätter kurz vor der Blüte; danach verlagert die Pflanze ihre Kraft in Blüte und Samen. Knospen auszuknipsen kann die Blatternte deshalb verlängern.

Geerntet wird am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist und die ätherischen Öle noch in den Blättern stecken. Ganze Triebe kannst du etwa eine Handbreit über dem Boden abschneiden, dabei bleiben einige Blätter an der Pflanze, damit sie weitertreiben kann. Ich schneide für die Küche vormittags und lasse an jedem Trieb ein paar Blattpaare stehen.

Tipp

Ernte nur so viel, wie du am selben Tag verarbeitest. Basilikum schmeckt frisch vom Trieb am klarsten, und alles, was an der Pflanze bleibt, wächst weiter – ein Vorrat auf der Fensterbank ist die schlechtere Lagerung.

Wie du geschnittene Triebe frisch hältst und größere Mengen bevorratest, beschreibt der Artikel zum Ernten und Aufbewahren von rotblättrigem Basilikum.

Roh, warm, spät: So kommen Farbe und Aroma auf den Teller

Roh zeigt rotes Basilikum am meisten. Blätter ganz oder grob gezupft auf Salate, Tomaten, Brot oder ins Glas – gehackte Blätter können an den Schnittkanten nachdunkeln, gezupfte behalten ihre Fläche und ihre Farbe länger. Ich lege die Blätter ganz auf den Salat, statt sie zu hacken, und gebe sie erst beim Anrichten dazu.

Warm funktioniert es nur am Ende. Topf vom Herd, Blätter unterheben, sofort servieren – die Resthitze reicht, um das Aroma freizusetzen. Auf Pizza kommt es nach dem Backen, in Risotto nach dem letzten Rühren, in Pfannengerichte als letzte Zutat vor dem Teller.

Häufiger Fehler

Rotes Basilikum von Anfang an in der Soße mitkochen. Die Blätter verlieren dabei Farbe und Duft – übrig bleibt ein dunkles Blatt, das kaum noch nach Basilikum schmeckt. Erst nach dem Kochen zugeben, dann bleibt beides eher erhalten.

Womit es harmoniert: Tomaten, Mozzarella, Zitrone und Limette, Knoblauch und ein gutes Olivenöl sind die verlässlichen Partner – hier kann das rote Blatt obenauf liegen, ohne dass es unter der Soße verschwindet. Auf der süßen Seite passen Erdbeeren, Wassermelone und dunkle Schokolade zum Basilikum-Aroma; der Farbkontrast ist dabei Teil des Effekts. In Getränken reicht ein Blatt, kurz zwischen den Fingern angedrückt, als Garnitur und Duftgeber. Wer es länger im Haus haben will, rührt gezupfte Blätter in weiche Butter und friert die Rolle ein – die Butter schneidest du dann portionsweise für Gegrilltes oder Gemüse ab. Ausgearbeitete Rezepte zu all dem findest du im Rezeptideen-Artikel.

Vorrat: Einfrieren ja, Trocknen kaum, Öl und Pesto nur kalt und kurz

Wegen seiner Schleimstoffe lässt sich das Laub rotblättriger Sorten nur schwer mit gutem Ergebnis trocknen; günstiger ist es, frisch geerntete, kleingeschnittene Blätter in Eiswürfeln einzufrieren – eingefrorene Kräuter halten sich bis zu einem Jahr. Ich friere gehackte Blätter in Eiswürfelformen ein und beschrifte die Dose mit dem Datum. Bei Öl und Pesto geht Sorgfalt vor Kreativität: In selbst angesetzten Öl-Zubereitungen können sich unter Luftabschluss Botulinumtoxine bilden, deshalb setzt du davon nichts auf Vorrat an. Selbst angesetztes Kräuteröl gehört in den Kühlschrank und wird spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht; nicht gesäuertes Pesto lagerst du bei bis zu 6 °C. Wie du dabei vorgehst, zeigt die Anleitung zum Basilikum-Öl mit ihren Sicherheitsregeln; die weiteren Konservierungswege tragen die Kräuter-Grundlagen im Abschnitt zum Ernten und Konservieren.

Ein Lebensmittel, keine Medizin

Rotblättriges Basilikum ist ein Küchenkraut. Die Anthocyane in den Blättern sind Farbstoffe, mehr behauptet dieser Artikel nicht – Wirkversprechen zu einzelnen Inhaltsstoffen gehören nicht auf einen Teller, und bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat. Was zum Thema Kräuter und Gesundheit grundsätzlich gilt, steht im gleichnamigen Abschnitt der Kräuter-Grundlagen. Für dich heißt das: iss rotes Basilikum, weil es gut aussieht und schmeckt, und erwarte von ihm nicht mehr als das.

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Häufige Fragen

Was ist rotblättriges Basilikum und worin unterscheidet es sich vom grünen?
Rotblättriges Basilikum ist eine rotlaubige Form von Ocimum basilicum, also derselben Art wie das grüne Küchenbasilikum. Die dunkelrote bis violette Farbe stammt von Anthocyanen, roten Pflanzenfarbstoffen. Das Aroma ist basilikumtypisch; ob eine rote Sorte würziger oder milder schmeckt als eine grüne, hängt an Sorte, Standort und Erntezeitpunkt und lässt sich nicht pauschal sagen. Anbau, Ernte und Vorrat laufen wie beim grünen Basilikum.
Wie baust du rotblättriges Basilikum an?
Es braucht einen sonnigen Platz und nährstoffreiche Erde, denn es zählt zu den starkzehrenden Kräutern. Die Samen sind Lichtkeimer: höchstens 0,5 cm tief säen, bei 15–22 °C keimen sie in 7–25 Tagen. Die Kultur startet hierzulande von Mai bis Juli; im Beet stehen die Pflanzen mit 10 cm Abstand in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand. Freiland-winterhart ist Basilikum nicht, deshalb wird es in der Regel einjährig kultiviert.
Wann gibst du rotes Basilikum in warme Gerichte?
Erst nach dem Kochen, wenn der Topf vom Herd ist – die Resthitze reicht, um das Aroma freizusetzen. Mitgekochte Blätter verlieren Farbe und Duft, und genau die Farbe ist der Grund, diese Sorte zu ziehen. Auf Pizza, Pasta oder Risotto kommen die Blätter deshalb erst beim Anrichten.
Kann rotblättriges Basilikum Thai-Basilikum ersetzen?
Nur mit verändertem Ergebnis. Thai-Basilikum 'Siam Queen' hat ein lakritzähnliches Aroma und glatte Blätter, rotblättriges Basilikum schmeckt basilikumtypisch. Tauschst du, bleibt der Farbeffekt, die Lakritznote fehlt. Probiere den Tausch zuerst in einem Gericht, bei dem das Basilikum roh obenauf liegt.
Kann ich rotblättriges Basilikum trocknen oder in Öl einlegen?
Trocknen gelingt wegen der Schleimstoffe im Laub nur schwer mit gutem Ergebnis; günstiger ist es, kleingeschnittene Blätter in Eiswürfeln einzufrieren – eingefrorene Kräuter halten bis zu einem Jahr. Selbst angesetztes Kräuteröl gehört in den Kühlschrank und wird spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht, weil sich unter Luftabschluss Botulinumtoxine bilden können. Nicht gesäuertes Pesto lagerst du bei bis zu 6 °C und setzt weder Öl noch Pesto auf Vorrat an.
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