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Rotblättriges Basilikum vermehren: Stecklinge im Wasserglas und Aussaat als Lichtkeimer

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Stecklinge erhalten die Eigenschaften der Mutterpflanze; Nachkommen aus Samen sind genetisch verschieden.
  • Für Stecklinge etwa 10–15 cm lange, blüten- und knospenfreie Triebe unten entblättern und ins Wasserglas stellen.
  • Wasserglas bei 20–25 °C ohne pralle Sonne, Wasser alle 3–4 Tage wechseln, nach etwa 10–14 Tagen eintopfen.
  • Basilikum ist Lichtkeimer: 0–0,5 cm tief, in Kulturanleitungen 15–20 °C Keimtemperatur, 7–21 Tage Keimdauer.
  • Pikieren nach 2 Blattpaaren, bei der dunkelroten Sorte Chianti 3–4 Sämlinge zusammen in einen Topf.
Dunkelrotes Basilikum (Ocimum basilicum 'Purpurascens') mit purpurnen Blättern
Foto: Kolforn ( Kolforn ) I'd appreciate if you could mail me (Kolforn@gmail.com) if you want to use this picture out of the Wikimedia project scope. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license. You are free: to share – to copy, distribute and transmit the work to remix – to adapt the work Under the following conditions: attribution – You must give appropriate credit, provide a link to the license, and indicate if changes were made. You may do so in any reasonable manner, but not in any way that suggests the licensor endorses you or your use. share alike – If you remix, transform, or build upon the material, you must distribute your contributions under the same or compatible license as the original. https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 CC BY-SA 4.0 Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 true true · CC BY-SA 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Eine einzige rotblättrige Basilikumpflanze auf der Fensterbank ist schnell zu wenig, wenn Tomatensalat und Pesto gleichzeitig danach rufen – und genau die eine Pflanze mit dem tiefsten Rot möchtest du nicht verlieren. Ich schneide mir deshalb im Sommer beim Ernten gleich ein paar Triebe extra ab und stelle sie ins Wasserglas, während ich für die nächste Saison Samen aussäe. Beide Wege führen zu neuen Pflanzen, aber sie liefern nicht dasselbe. Welchen du wählst, hängt davon ab, ob du eine bestimmte Pflanze festhalten oder viele Pflanzen bekommen willst.

Stecklinge oder Aussaat: was du am Ende in der Hand hast

Kurz erklärt

Vegetativ vermehrte Pflanzen sind genetisch identisch mit der Mutterpflanze – ein Steckling trägt also Blattfarbe, Wuchs und Aroma seiner Mutter weiter. Nachkommen aus Samen sind dagegen genetisch verschieden. Aus selbst gesammelten Samen von Hybridsorten können Pflanzen entstehen, die deutlich anders aussehen als die Mutter.

Für rotblättriges Basilikum ist das die Kernfrage. Gefällt dir eine Pflanze wegen ihrer Farbe besonders, sichert dir der Steckling genau dieses Merkmal. Willst du im Frühjahr eine ganze Reihe fürs Beet, ist die Aussaat der einfachere Weg – mit der Möglichkeit, dass einzelne Sämlinge anders ausfallen. Manche Basilikum-Hybriden wie ‘African Blue’ werden ohnehin nur über Stecklinge vermehrt; wie du solche und andere Blütenformen behandelst, steht in der Anleitung, wie du Blütenbasilikum über Stecklinge und Aussaat vermehrst.

Stecklinge Aussaat
Erbgut identisch mit der Mutterpflanze genetisch verschieden, bei Hybriden deutlich
Rote Blattfarbe bleibt erhalten kann abweichen
Zeit bis zur Jungpflanze etwa 10–14 Tage im Wasserglas bis zum Eintopfen 7–21 Tage Keimdauer, dann Pikieren
Menge begrenzt durch die Mutterpflanze viele Pflanzen aus einer Tüte
Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Ocimum
Hund
Ungiftig
Katze
Ungiftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11
Aussaatkalender Rotblättriges Basilikum
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: Mai, Juni, Juli; Blüte: Juli, August, September; Ernte: Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberVorkulturAussaatBlüteErnte

Stecklinge im Wasserglas bewurzeln

Den richtigen Trieb wählen

Für Basilikum-Stecklinge werden von gesunden Pflanzen etwa 10–15 cm lange Triebe geschnitten. Achte auf feste, noch nicht verholzte Triebe, die weder Blüten noch Knospen tragen und drei bis vier Blattpaare haben. Der Schnitt sitzt unterhalb eines Blattpaares. Ich nehme die Triebe am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist und ich ohnehin ernte – dann liegt die Schere schon bereit und die Triebe kommen ohne Umweg ins Glas.

Vorbereiten und einstellen

Die unteren Blätter kommen ab, damit kein Laub im Wasser steht. Dann stellst du die Triebe ins Wasserglas, bei 20–25 °C und ohne pralle Sonne. Das Wasser wird alle 3–4 Tage gewechselt, um Fäulnis vorzubeugen. Ich stelle das Glas so auf die Küchenzeile, dass ich beim Frühstück hineinschaue: Sobald das Wasser trüb wird, ist Wechsel dran, egal welcher Tag ist.

Nach etwa 10–14 Tagen haben die Stecklinge in der Regel genügend Wurzeln zum Eintopfen; manche Anleitungen nennen rund 10 Tage. Ich warte nicht auf ein dichtes Wurzelbüschel, sondern topfe ein, wenn die ersten Wurzeln einige Zentimeter lang sind – lange Wasserwurzeln brechen beim Umsetzen leichter.

Häufiger Fehler

Ein Trieb mit Knospe wird zum Steckling. Basilikum steckt seine Kraft dann in die Blüte statt in Wurzeln. Lieber einen jüngeren Seitentrieb nehmen und an der Mutterpflanze die Blüten ausknipsen – das fördert dort die Blattentwicklung.

Stecklinge direkt ins Substrat

Statt ins Glas kannst du die vorbereiteten Triebe auch in nährstoffarmes, durchlässiges Substrat stecken, das mit Perlit oder Sand aufgelockert ist. Die Töpfe stehen hell ohne grelle Sonne unter einer Folienabdeckung. Die Abdeckung kontrollierst du auf Feuchte und Schadstellen und lüftest sie kurz. Sobald der Topf durchwurzelt ist, geht es in ein größeres Gefäß.

Mini-Checkliste

Steckling in fünf Handgriffen

  • Trieb 10–15 cm, fest, unverholzt, ohne Blüte und Knospe, 3–4 Blattpaare
  • Schnitt unterhalb eines Blattpaares
  • untere Blätter entfernen
  • Wasserglas bei 20–25 °C ohne pralle Sonne, Wasser alle 3–4 Tage wechseln
  • nach etwa 10–14 Tagen eintopfen
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Aussaat: rotblättriges Basilikum als Lichtkeimer

Saatgut, Erde, Tiefe

Basilikum wird als Lichtkeimer beschrieben. Die Samen werden oberflächennah gesät, 0–0,5 cm tief, und höchstens leicht mit Erde bedeckt – oft reicht Andrücken. Für die Vorkultur nimmst du frische, ausdrücklich als Aussaaterde gekennzeichnete Erde. Der Boden ist mäßig feucht und locker, und beim vorsichtigen Angießen darf das Saatgut nicht abgeschwemmt werden. Während und nach der Keimung darf es nicht austrocknen. Ich gieße die Schalen deshalb mit der Sprühflasche und prüfe die Oberfläche mit dem Finger, statt aus der Kanne zu gießen.

Wärme und Geduld

In den Kulturanleitungen der Saatgut-Hersteller stehen für Basilikum 15–20 °C Keimtemperatur und 7–21 Tage Keimdauer – mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass dieser Rahmen für rotblättrige Sorten abweichen kann. Andere geprüfte Quellenangaben reichen von 15–22 °C und 7–25 Tagen. Rechne also mit einer Spanne und säe nicht nach einer Woche nach, nur weil noch nichts zu sehen ist.

Zahl im Blick

Für Basilikum liegt die Freilandsaat belegt im Bereich Mai–Juni. Der Kulturstart für rotblättriges Basilikum ist mit Mai, Juni und Juli hinterlegt. Für das Wachstum sind 20–25 °C günstig; unter 10 °C kommt es zum Stillstand, und bereits leichter Frost kann Schäden verursachen.

Kleinblättrige Basilikumformen gelten als besonders wärmebedürftig. Ich ziehe auch das rotblättrige lieber am warmen Fenster vor, statt es früh ins kalte Beet zu säen.

Pikieren und auspflanzen

Basilikumsämlinge können pikiert werden, sobald sie 2 Blattpaare entwickelt haben. Vorgezogene Jungpflanzen werden in kleinen Büscheln pikiert; bei der dunkelroten Sorte ‘Chianti’ – sie gehört zu Ocimum basilicum und wird etwa 20–30 cm hoch – werden nach der Keimung jeweils 3–4 Sämlinge zusammen in einen Topf gesetzt. Ich hebe die Pflänzchen mit einem Holzstäbchen an und fasse sie nur an den Blättern.

Ins Freiland kommt Basilikum ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Beim Abstand denkst du in Reihe plus Erziehungsform: 10 cm in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand sind für rotblättriges Basilikum hinterlegt; die Quellen nennen insgesamt 10–25 cm Pflanzabstand, je nach Pflanzweise (Büschel/Tuff enger, Einzelpflanzen weiter) und Sorte. Wer die Fläche im Ganzen plant, kann die Reihen im Beetplaner durchspielen; die Aussaatfenster liest du im Aussaatkalender für rotblättriges Basilikum ab.

Eigenes Saatgut gewinnen

Zur Saatgutgewinnung bleiben ausgewählte Mutterpflanzen bis zur Samenreife stehen – bei Basilikum lässt du also einen Teil der Pflanzen bewusst blühen, wovon auch Bienen und Hummeln etwas haben. Die Blüte ist für Basilikum im Bereich Juli bis September belegt. Für den Rest des Bestandes gilt weiter: Blüten ausknipsen, dann bilden die Pflanzen mehr Blatt.

Die Samenstände nimmst du bei trockenem Wetter mit Messer oder Schere ab und breitest sie zum Nachtrocknen auf Papier aus. Feine Samen lassen sich mit einem Sieb von trockenen Samenhäuten trennen. Danach kommt das Saatgut beschriftet – Sorte und Jahr – kühl, dunkel und trocken in ein möglichst luftdichtes Gefäß. Ich beschrifte jedes Tütchen, bevor ich die nächste Pflanze ausschüttle; sonst liegen im Winter drei gleiche braune Häufchen vor mir.

Bei älterem Saatgut prüfst du die Keimfähigkeit mit einer Probeaussaat genau abgezählter Samen. Und behalte im Kopf, was oben stand: Die Nachkommen sind genetisch verschieden, und bei Hybridsorten können sie deutlich anders aussehen. Eine gezielte Zucht auf Farbe braucht deshalb mehrere Jahre Auslese – für den Hausgarten ist der Steckling der kürzere Weg zur sicher roten Pflanze.

Was die Jungpflanzen danach brauchen – kurz

Rotblättriges Basilikum ist sonnig hinterlegt und als starkzehrend eingestuft, mit einer Anbaupause von 4 Jahren am selben Platz. Gegossen wird mit Maß: Erde leicht feucht halten, Staunässe vermeiden, möglichst ohne die Blätter zu benetzen. Erhöhte Stickstoffgaben können das Wachstum steigern und gleichzeitig den Gehalt an ätherischem Öl verringern. Die Grundlagen zu Standort, Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß findest du im Kräuter-Ratgeber, der die zwei Kräuter-Welten und das Gießen nach Welten erklärt, und dort auch die Regeln zum Überwintern.

Zum Überwintern nur so viel: Basilikum ist nicht freiland-winterhart. Am Fensterbrett leidet es bei wenig Winterlicht unter Aromaverlust und erhöhter Anfälligkeit, weshalb die jährliche Neuaussaat oder der Kauf neuer Pflanzen empfohlen wird – oder eben ein Steckling im Spätsommer, den du hell und frostfrei über die dunklen Monate bringst. Wie die Topfkultur auf Balkon und Fensterbank im Detail gelingt, steht in den Expertentipps für rotblättriges Basilikum im Topf; den Überblick zu Anbau und Küche gibt dir der Beitrag zu Anbau und Verwendung von rotblättrigem Basilikum, und alle Artikel zur Art sammelt die Übersichtsseite zu rotblättrigem Basilikum.

Marias Erfahrung

Ich führe im Sommer zwei Gläser nebeneinander: eines mit Stecklingen der Pflanze, deren Farbe mir gefällt, und eines für Triebe, die beim Ernteschnitt ohnehin abfallen. So sehe ich beim Wasserwechsel alle 3–4 Tage nebenbei, welche Triebe Wurzeln schieben, und habe für die nächste Kiste immer Nachschub in Arbeit.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Stecklingen und Aussaat bei rotblättrigem Basilikum?
Stecklinge sind vegetativ vermehrt und damit genetisch identisch mit der Mutterpflanze – Blattfarbe, Wuchs und Aroma bleiben erhalten. Nachkommen aus Samen sind genetisch verschieden; bei Hybridsorten können sie deutlich anders aussehen als die Mutterpflanze. Wer eine bestimmte rote Pflanze festhalten will, nimmt Stecklinge; wer viele Pflanzen braucht, sät aus.
Wie bewurzle ich Stecklinge von rotblättrigem Basilikum im Wasserglas?
Schneide etwa 10–15 cm lange, feste, noch nicht verholzte Triebe ohne Blüten und Knospen unterhalb eines Blattpaares ab und entferne die unteren Blätter. Stelle sie ins Wasserglas bei 20–25 °C ohne pralle Sonne und wechsle das Wasser alle 3–4 Tage, damit nichts fault. Nach etwa 10–14 Tagen sind in der Regel genügend Wurzeln zum Eintopfen da.
Warum darf ich Basilikumsamen kaum mit Erde bedecken?
Basilikum wird als Lichtkeimer beschrieben. Die Samen kommen deshalb oberflächennah in die Erde, höchstens 0–0,5 cm tief, und werden nur leicht bedeckt oder angedrückt. Wichtig ist, dass das Saatgut während und nach der Keimung nicht austrocknet und beim Angießen nicht abgeschwemmt wird.
Warum werden aus meinen Samen grüne statt rote Pflanzen?
Nachkommen aus Samen sind genetisch verschieden von der Mutterpflanze, und gerade bei Hybridsorten können sie deutlich anders aussehen. Vegetativ vermehrte Pflanzen sind dagegen genetisch identisch mit der Mutter. Wenn dir die rote Blattfarbe wichtig ist, vermehrst du eine schön gefärbte Pflanze deshalb über Stecklinge.
Welche Temperatur braucht rotblättriges Basilikum zum Keimen?
Für Basilikum gelten 15–20 °C Keimtemperatur bei 7–21 Tagen Keimdauer, dieser Rahmen kann für rotblättrige Sorten aber abweichen. Andere Angaben reichen von 15–22 °C und 7–25 Tagen. Ich stelle die Schale warm und hell und rechne lieber mit dem oberen Ende der Keimdauer, bevor ich nachsäe.
Wann pikiere ich die Sämlinge?
Basilikumsämlinge können pikiert werden, sobald sie 2 Blattpaare entwickelt haben. Bei der dunkelroten Sorte Chianti werden nach der Keimung jeweils 3–4 Sämlinge zusammen in einen Topf gesetzt, vorgezogenes Basilikum wird allgemein in kleinen Büscheln pikiert. Fass die Pflänzchen dabei an den Blättern, nicht am Stiel.
In welcher Jahreszeit vermehre ich rotblättriges Basilikum am besten?
Für das Wachstum von Basilikum sind 20–25 °C günstig, unter 10 °C kommt es zum Stillstand und schon leichter Frost schadet. Freilandsaat ist für Mai–Juni belegt, ausgepflanzt wird ab Mitte Mai ohne Nachtfrostgefahr. Am Winterfenster leidet Basilikum unter Lichtmangel, deshalb wird die jährliche Neuaussaat empfohlen statt einer Überwinterung.
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