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Süßkraut ernten und trocknen: Zeitpunkt, Schnitt und Lagerung

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion

Alle Ratgeber zu Ernten, Lagern & Haltbarmachen

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Süßkraut wird etwa von Juni bis Oktober beerntet, im Freiland werden auch Juli bis September genannt; im Haus ist die Ernte ganzjährig möglich.
  • Schneide am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist – und wie bei den meisten Kräutern am besten kurz vor der Blüte.
  • Lufttrocknung gelingt an gut geschützten Orten mit mindestens 30 °C, gebündelt und kopfüber ohne direkte Sonne.
  • Im Backofen trocknest du bei etwa 40 bis 50 °C mit einen Spalt breit geöffneter Tür; fertig sind die Blätter, wenn sie beim Anfassen rascheln.
  • Getrocknete Blätter lagerst du luftdicht, lichtgeschützt und trocken und verbrauchst sie am besten innerhalb von 12 Monaten.
Süßkraut / Stevia (Stevia rebaudiana) mit hellgrünen Blättern
Foto: Gabriela F. Ruellan · CC0 · Quelle ↗

Süßkraut steht im Spätsommer voll im Laub, und genau dann entscheidet sich, ob du im Winter süße, grüne Blätter im Glas hast oder braunes Krümelzeug ohne Geschmack. Zu spät geschnitten, nass geerntet oder in der Sonne getrocknet – jeder dieser Fehler kostet Aroma, und Schimmel im Vorratsglas macht die ganze Arbeit zunichte. Ich schneide mein Süßkraut deshalb an trockenen Vormittagen und lege die Triebe locker in einen flachen Korb, damit nichts gequetscht wird und die Blätter schon auf dem Weg ins Haus Luft bekommen. Wie du den Zeitpunkt triffst, sauber schneidest, trocknest und lagerst, liest du hier Schritt für Schritt.

Wann ist Süßkraut erntereif?

Süßkraut, botanisch Stevia rebaudiana, wird etwa von Juni bis Oktober beerntet. Fürs Freiland werden auch Juli bis September genannt, weil die Pflanze dort später in Fahrt kommt und vor dem ersten Frost ins Haus muss. Im Haus oder Wintergarten ist die Ernte ganzjährig möglich – dann pflückst du laufend, was du gerade brauchst.

Für die Hauptmenge, die in den Vorrat geht, gilt die Regel wie für die meisten Kräuter: Das intensivste Aroma steckt kurz vor der Blüte in den Blättern. Sobald die Pflanze Knospen ansetzt, verlagert sie ihre Kraft in Blüte und Samen. Beobachte deine Triebspitzen also ab dem Sommer und plane den großen Schnitt, bevor sich die Knospen öffnen.

Die Tageszeit spielt mit: Ernte am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Nasses Laub trocknet schlecht und neigt beim Bündeln zu Schimmel. Nach Regen wartest du, bis die Blätter wieder komplett trocken sind – auch wenn das den Termin nach hinten schiebt.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Stevia
Hund
Ungiftig
Katze
Ungiftig
Pferd
Ungiftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

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Die Samen benötigen Licht zum Keimen.

Aussaatkalender Süßkraut / Stevia
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April, Mai; Blüte: Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberVorkulturBlüteErnte

So erntest du Süßkraut richtig

Für den Schnitt brauchst du eine saubere, scharfe Schere oder ein Messer und einen flachen Korb. Stumpfe Klingen quetschen die Stängel, und an gequetschten Stellen sitzen später die ersten braunen Flecken.

Du hast zwei Wege. Beim Teilschnitt nimmst du einzelne Triebe und schneidest sie oberhalb eines Blattpaares ab. Unterhalb des Schnitts bleiben Blätter stehen, aus deren Achseln die Pflanze neue Seitentriebe schiebt – so erntest du über die Saison mehrmals. Beim Gesamtschnitt vor dem Einräumen schneidest du die ganze Pflanze zurück, lässt aber immer belaubte Triebe stehen. Eine kahl geschnittene Pflanze hat wenig, womit sie den Winter im Haus überstehen kann.

Ich schneide immer nur so viel, wie ich am selben Tag zum Trocknen aufhängen kann, und lege die Triebe nebeneinander statt übereinander in den Korb. Beschädigte oder angefressene Blätter zupfe ich gleich am Beet ab, dann liegt in der Küche nur, was auch getrocknet wird.

Tipp

Kombiniere die Ernte mit dem Umzug ins Haus. Süßkraut ist nicht freiland-winterhart und überwintert als Kübelpflanze hell und frostfrei. Der Rückschnitt vor dem Einräumen ist dein Hauptschnitt für den Vorrat – und der kompaktere Stock lässt sich leichter ins Winterquartier tragen.

Wenn deine Pflanze ohnehin im Kübel steht, findest du die Details zu Gefäßgröße, Standortwechsel und Winterquartier im Artikel darüber, wie du Süßkraut im Topf auf Balkon und Terrasse kultivierst.

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Blätter fürs Trocknen vorbereiten

Sauber geerntetes Süßkraut brauchst du nicht zu waschen. Wasser auf den Blättern verlängert das Trocknen und ist der häufigste Grund für Schimmel in den Bündeln. Nur wenn Erde oder Spritzer nach einem Regenguss auf dem Laub kleben, spülst du kurz ab und lässt die Triebe auf einem Tuch komplett abtrocknen, bevor sie aufgehängt werden.

Sortiere beim Zusammenstellen der Bündel noch einmal durch: Gelbe, fleckige oder welke Blätter, Stängelstücke mit weichen Stellen und alles, was Fraßspuren zeigt, kommt auf den Kompost. Ein Blatt mit Pilzbefall kann im Bündel die Nachbarn anstecken.

Blanchieren ist für Süßkraut nicht nötig. Die Blätter werden direkt vom Strauch getrocknet, wie bei anderen Kräutern auch – sauber ernten, gut sortieren, trocken aufhängen. Das genügt.

Trocknen: an der Luft oder im Backofen

Der schonende Weg ist die Lufttrocknung. Binde die Triebe zu lockeren Bündeln – nicht zu dick, damit Luft bis in die Mitte kommt – und hänge sie kopfüber auf. Lufttrocknung gelingt an gut geschützten Orten mit mindestens 30 °C, etwa im Wintergarten, auf dem Speicher oder an der Heizung. Direkte Sonne meidest du: Sie bleicht das Laub aus und treibt Aroma aus den Blättern. Ein dunkler, warmer Speicher mit Luftbewegung ist besser als ein sonniges Fensterbrett.

Wer es schneller braucht oder keinen warmen Trockenplatz hat, nimmt den Backofen. Verteile die abgezupften Blätter einlagig auf einem Blech mit Backpapier und trockne bei etwa 40 bis 50 °C mit einen Spalt breit geöffneter Tür, damit die Feuchtigkeit abziehen kann. Eine feste Dauer gibt es nicht – die Blätter sind fertig, wenn sie beim Anfassen rascheln. Kontrolliere zwischendurch, weil Randblätter schneller durch sind als die in der Mitte.

Ich greife bei den hängenden Bündeln beim Rundgang durch den Wintergarten jeweils ein Blatt aus der Bündelmitte an und höre, ob es raschelt oder noch ledrig nachgibt. Erst wenn auch die Mitte raschelt, nehme ich das Bündel ab.

Zahl im Blick

Zwei Temperaturmarken merkst du dir fürs Trocknen: mindestens 30 °C am Lufttrocknungsplatz, etwa 40 bis 50 °C im Backofen bei geöffneter Tür. Darüber verbrennst du Aroma, darunter trocknet das Laub zu langsam und schimmelt eher.

Ein weiterer Test nach dem Abnehmen: Reibe ein Blatt zwischen den Fingern. Bricht es krümelig, ist es trocken. Biegt es sich und bleibt zusammen, hängst du das Bündel noch einmal auf.

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Lagern und in der Küche nutzen

Getrocknete Kräuter gehören luftdicht, lichtgeschützt und trocken gelagert – Süßkraut auch. Schraubgläser aus dunklem Glas oder Gläser im dunklen Schrank halten Licht und Feuchtigkeit fern. Lasse die Blätter möglichst ganz; zerreiben kannst du sie später immer noch direkt vor dem Gebrauch. Ich beschrifte jedes Glas mit dem Erntedatum, damit die älteste Portion zuerst in die Teekanne wandert.

Verschlossene Gefäße kontrollierst du regelmäßig auf Schimmel. Beschlagene Innenwände oder muffiger Geruch können darauf hindeuten, dass Restfeuchte im Glas war – dann entsorgst du die Portion, statt sie nachzutrocknen. Verbrauche getrocknete Kräuter am besten innerhalb von 12 Monaten, weil sie bei längerer Lagerung Geschmack und Aroma verlieren. Für Süßkraut heißt das: Der Vorrat einer Saison reicht bis zur nächsten Ernte, mehr musst du nicht anlegen.

Mini-Checkliste

Blätter rascheln beim Anfassen · Gläser luftdicht, dunkel, trocken · Erntedatum auf dem Deckel · regelmäßige Schimmelkontrolle · Verbrauch innerhalb von 12 Monaten.

In der Küche nutzt du Süßkraut frisch oder getrocknet: Blätter im Tee mitziehen lassen, zerriebene Blätter in Kompott oder Joghurt. Wie viel Süße ein Blatt bringt, hängt von Sorte, Kultur und Erntezeitpunkt ab – taste dich beim Probieren heran, statt nach Zahlen zu dosieren. Süßkraut ist ein Küchenkraut und kein Heilmittel; gesundheitliche Fragen klärst du nicht mit einer Pflanze, sondern mit ärztlichem Rat.

Standort, Aussaat und Pflege – kurz gefasst

Süßkraut wächst an sonnigen bis halbschattigen Plätzen und ist wie die große Mehrheit der Kräuter schwachzehrend. Was das für Boden und Düngung bedeutet und wie sich die beiden Kräuter-Welten – mediterran-trocken und frisch-feucht – unterscheiden, steht im Überblick zu den Grundlagen von Standort, Aussaat und Pflege der Küchenkräuter.

Bei der Aussaat gilt: Das feine Saatgut wird nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; es keimt bei etwa 20 bis 24 °C in etwa 14 bis 21 Tagen. Die Wege über Vorkultur und Direktsaat erklärt der Kräuter-Überblick im Abschnitt zu den feinen Samen.

Zur laufenden Pflege gehört auch das, was du in diesem Artikel als Ernte gelesen hast: Regelmäßiger Schnitt hält die Pflanze buschig. Gießen mit Maß, Nährstoffgaben und der Rückschnitt über das Jahr stehen ausführlich im Artikel darüber, wie du Stevia dauerhaft gießt, düngst und schneidest.

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Häufige Fragen

Was ist Süßkraut überhaupt?
Süßkraut ist der deutsche Name für Stevia rebaudiana, eine Pflanze, deren Blätter deutlich süß schmecken. Im Garten wird sie als Küchenkraut geführt: Die Blätter nutzt du frisch oder getrocknet, etwa im Tee. Freiland-winterhart ist sie nicht, deshalb überwintert sie als Kübelpflanze hell und frostfrei.
Wann ist der beste Erntezeitpunkt für Süßkraut?
Das Erntefenster liegt etwa bei Juni bis Oktober, fürs Freiland werden auch Juli bis September genannt, im Haus kannst du ganzjährig ernten. Für die Hauptmenge orientierst du dich an der Regel für die meisten Kräuter: kurz vor der Blüte ernten, weil die Pflanze danach ihre Kraft in Blüte und Samen verlagert. Schneide am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist, und nicht bei Regen.
Welche Trocknungsmethoden eignen sich für Süßkraut?
Am schonendsten ist die Lufttrocknung: Bündel kopfüber an einem gut geschützten Ort mit mindestens 30 °C aufhängen, etwa im Wintergarten, auf dem Speicher oder an der Heizung, ohne direkte Sonne. Schneller geht es im Backofen bei etwa 40 bis 50 °C mit einen Spalt breit geöffneter Tür. In beiden Fällen sind die Blätter fertig, wenn sie beim Anfassen rascheln.
Wie prüfe ich die Qualität meiner getrockneten Blätter?
Sortiere schon vor dem Trocknen fleckige, verfärbte oder angefressene Blätter aus und lasse nur trockenes, sauberes Laub in die Bündel. Nach dem Trocknen müssen die Blätter rascheln und ohne weiche Stellen sein; muffiger Geruch kann auf Schimmel hindeuten, dann fliegt die Portion raus. Auch die verschlossenen Gefäße kontrollierst du regelmäßig auf Schimmel und verbrauchst den Vorrat am besten innerhalb von 12 Monaten.
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