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Mutterkraut trocknen: Ernte, Trocknung und Lagerung für deinen Vorrat

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 3 Min.Von der samen.live Redaktion

Alle Ratgeber zu Ernten, Lagern & Haltbarmachen

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für den Vorrat schneidest du die blühenden Triebe im Blütefenster von etwa Juni bis September – an einem trockenen Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist.
  • Beim Ernten ganzer Triebe ist eine Handbreit über dem Boden meist die passende Schnitthöhe; danach locker bündeln.
  • Lufttrocknung gelingt kopfüber, luftig und schattig an einem gut geschützten Ort mit mindestens 30 °C; im Backofen bei etwa 40 bis 50 °C mit einen Spalt breit geöffneter Tür.
  • Arznei- und Gewürzpflanzen werden zur Schonung der Inhaltsstoffe nur bei 40 bis 60 °C getrocknet.
  • Fertig ist das Kraut, wenn die Blätter beim Anfassen rascheln.
  • Lagere luftdicht, lichtgeschützt und trocken, prüfe auf Schimmel und verbrauche den Vorrat innerhalb von 12 Monaten.
Mutterkraut mit weißen Strahlenblüten und gelber Mitte über gelappten Blättern auf rotem Boden
Foto: Juan Carlos Fonseca Mata · CC BY-SA 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Frisch geschnittenes Mutterkraut welkt schnell, und wer die blühenden Triebe einfach in einer Kiste liegen lässt, riskiert Schimmel statt Vorrat. Trocknen löst das – aber nur, wenn Schnittzeitpunkt, Temperatur und Lagerung stimmen, denn Hitze und direkte Sonne nehmen dem Kraut Aroma und Inhaltsstoffe. Ich schneide Mutterkraut deshalb an einem trockenen Vormittag und hänge die Bündel noch am selben Tag auf den Speicher.

Mutterkraut kurz eingeordnet

Mutterkraut (Tanacetum parthenium) ist ein Korbblütler und mit der Kamille verwandt. Es wächst als kurzlebige, mehrjährige Staude und wird etwa 30 bis 90 cm hoch; die Blüte liegt etwa zwischen Juni und September. Standort, Anbau und die Nutzung als Zier- und Schnittpflanze erklärt dir der Beitrag darüber, wie du Mutterkraut anbaust und im Garten nutzt – hier geht es nur um den Weg vom Beet ins Vorratsglas.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Tanacetum
Hund
Giftig
Katze
Giftig
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Bodenart

Sandige, lehmige oder humusreiche Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Die Pflanze verträgt saure, neutrale und alkalische Böden.

Substrat

Die Pflanze bevorzugt feuchten, gut durchlässigen Boden.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich für Bauerngärten, naturnahe Pflanzungen, Steingärten und Gefäße auf der Terrasse.

Pflege

Pflege

Verblühtes zeitnah abschneiden, um Selbstaussaat zu begrenzen; unter günstigen Bedingungen starke Ausbreitung möglich.

Düngung

Beim Mutterkraut ist im Garten keine zusätzliche Düngung nötig.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze wächst als ausdauernde, krautige Staude.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich als Schnittblume; ihre Blütenstände können auch für Trockengestecke verwendet werden.

Aussaatkalender Mutterkraut
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: Mai; Blüte: Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberVorkulturAussaatBlüte

Ernte für den Vorrat: Zeitpunkt und Schnitt

Für den Vorrat schneidest du bei Mutterkraut die blühenden Triebe, und zwar innerhalb des Blütefensters von etwa Juni bis September – anders als bei vielen Küchenkräutern, die vor der Blüte geschnitten werden. Wähle einen trockenen Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist und die ätherischen Öle noch in den Blättern stecken. Beim Ernten ganzer Kräutertriebe ist eine Handbreit über dem Boden meist die passende Schnitthöhe. Ich gehe mit einer sauberen, scharfen Schere ins Beet und lege die Triebe nebeneinander in einen flachen Korb, damit nichts gequetscht wird. Erntetechnik, Saisonkalender und typische Fehler im Detail findest du dort, wo es um die Pflege von Mutterkraut über die ganze Saison geht.

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Vorbereiten: sortieren statt waschen

Gewaschene Triebe trocknen langsamer und schimmeln leichter. Schüttle Erde und Insekten deshalb vorsichtig ab und wasche nur, was wirklich verschmutzt ist – und tupfe es danach gründlich trocken. Ich breite die Triebe auf einem Tuch aus und sortiere gelbe Blätter, welke Blüten und angefressene Teile aus, bevor ich bündle. Was durch die Auslese fällt, kommt auf den Kompost, nicht ins Bündel.

Häufiger Fehler

Zu dicke Bündel. Außen raschelt es schon, innen bleibt es feucht – und genau dort setzt Schimmel an. Binde lieber mehrere lockere Bündel und lass zwischen den Haken Luft.

Trocknen: luftig, schattig, nicht zu heiß

Der einfachste Weg ist die Lufttrocknung: Bündel kopfüber aufhängen, luftig und ohne direkte Sonne. Sie gelingt an gut geschützten Orten mit mindestens 30 °C, etwa im Wintergarten, auf dem Speicher oder an der Heizung. Direkte Sonne bleicht die Blüten aus und treibt Aroma aus dem Kraut – Schatten ist Pflicht. Wer es schneller braucht, nutzt den Backofen oder ein Dörrgerät; die Mikrowelle lässt sich schlecht kontrollieren und ist für Blüten und Blätter mit ätherischen Ölen kein sinnvoller Weg.

Zahl im Blick

40 bis 60 °C – nur in diesem Bereich werden Arznei- und Gewürzpflanzen zur Schonung ihrer Inhaltsstoffe getrocknet. Für den Backofen gelten etwa 40 bis 50 °C bei einen Spalt breit geöffneter Tür, damit die Feuchtigkeit abziehen kann. Höhere Temperaturen sparen Zeit, kosten aber Aroma.

Fertig ist das Kraut, wenn die Blätter beim Anfassen rascheln. Ich ziehe beim Vorbeigehen ein Blatt aus dem Bündel und höre hin – biegt es sich noch, hängt das Bündel weiter. Stängel brechen dann trocken, und die Blüten fühlen sich papierartig an. Erst danach streifst du Blüten und Blätter ab und füllst sie um; ein Rest Feuchtigkeit im Glas macht die ganze Arbeit zunichte.

Lagern: was nach dem Trocknen zählt

Für getrocknete Kräuter gelten drei Grundregeln: luftdicht, lichtgeschützt und trocken lagern, verschlossene Gefäße regelmäßig auf Schimmel prüfen und den Vorrat innerhalb von 12 Monaten verbrauchen, weil Geschmack und Aroma bei längerer Lagerung nachlassen. Ich beschrifte jedes Glas mit Monat und Jahr und nehme das älteste zuerst. Wie du Kräuter allgemein für den Vorrat trocknest, einfrierst und aufbewahrst, liest du im Abschnitt darüber, wie du Kräuter erntest und konservierst.

Wofür du das getrocknete Kraut nutzt

Mutterkraut ist keine Küchenwürze im engeren Sinn, sondern eine traditionelle Heil- und Zierpflanze; getrocknet wird es überwiegend als Teekraut aufbewahrt. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat. Wie Mutterkraut traditionell angewendet wird und welche Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung von Mutterkraut gelten, steht im eigenen Beitrag dazu.

Achtung

Tee und andere Zubereitungen aus Mutterkraut sind nichts für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, nicht für Schwangere und Stillende und nicht bei einer Allergie gegen Korbblütler wie Kamille, Arnika oder Schafgarbe. Kläre die Anwendung vorher ärztlich oder in der Apotheke ab, vor allem wenn du Medikamente nimmst.

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Häufige Fragen

Wie trocknest du Mutterkraut am besten?
Am einfachsten hängst du die blühenden Triebe in lockeren Bündeln kopfüber auf – luftig, schattig und an einem gut geschützten Ort mit mindestens 30 °C, etwa auf dem Speicher oder im Wintergarten. Wer es schneller braucht, nutzt den Backofen bei etwa 40 bis 50 °C mit einen Spalt breit geöffneter Tür. Arznei- und Gewürzpflanzen werden zur Schonung der Inhaltsstoffe nur bei 40 bis 60 °C getrocknet; das gilt auch für ein Dörrgerät.
Wann ist der richtige Erntezeitpunkt für Mutterkraut?
Für den Vorrat schneidest du die blühenden Triebe im Blütefenster von etwa Juni bis September. Wähle einen trockenen Tag und den Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist und die ätherischen Öle noch in den Blättern stecken. Feucht geerntete Triebe trocknen langsamer und neigen eher zu Schimmel.
Welche Pflanzenteile von Mutterkraut eignen sich zum Trocknen?
Für den Vorrat werden die blühenden Triebe mit Blüten und Blättern geschnitten; die groben, unteren Stängel lässt du stehen. Beim Ernten ganzer Kräutertriebe ist eine Handbreit über dem Boden meist die passende Schnitthöhe. Nach dem Trocknen kannst du Blüten und Blätter von den Stängeln streifen, damit im Glas vor allem das Feine landet.
Wie lagerst du getrocknetes Mutterkraut und wie lange hält es?
Luftdicht, lichtgeschützt und trocken – dunkle Schraubgläser in einem Schrank erfüllen das. Prüfe verschlossene Gefäße regelmäßig auf Schimmel und verbrauche den Vorrat innerhalb von 12 Monaten, weil getrocknete Kräuter bei längerer Lagerung Geschmack und Aroma verlieren. Öffne die Gläser nur mit trockenen Händen.
Was unterscheidet Mutterkraut beim Trocknen von der Echten Kamille?
Beide sind Korbblütler, werden aber unterschiedlich geerntet: Bei der Kamille schneidest du die Blütenköpfe zwischen dem 3. und 5. Tag nach dem Aufblühen und trocknest sie schonend bei bis etwa 45 °C an einer luftigen, schattigen Stelle. Beim Mutterkraut schneidest du dagegen ganze blühende Triebe im Fenster von etwa Juni bis September und trocknest sie ebenfalls luftig im Schatten. Verwechseln solltest du die beiden nicht – es sind verschiedene Arten.
Sind Zierkamille, Feverfew und Mutterkamille dasselbe wie Mutterkraut?
Ja, diese Namen bezeichnen alle Tanacetum parthenium. Zierkamille verweist auf die Nutzung im Garten, Feverfew ist der englische Name, Mutterkamille und Falsche Kamille spielen auf die Ähnlichkeit zur Echten Kamille an. Achte beim Saatgutkauf auf den botanischen Namen, dann bist du auf der sicheren Seite.
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