Komposthaufen pflegen: Feuchte prüfen, Luft schaffen, richtig umsetzen
- Feuchte prüfen: Kompost soll sich wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlen, also feucht, aber nicht nass.
- Eine Kompostmiete kann nach etwa 3 Monaten umgesetzt werden; bei sorgfältig vorgemischtem Material kann das Umsetzen entfallen.
- Im Inneren eines ausreichend großen, gut geführten Komposts gelten 60 bis 70 °C als günstig, eine Messung belegt aber keine Hygienisierung.
- Fauliger Geruch weist auf Nässe hin; riecht es nach Ammoniak, mischst du Laub, Stroh oder Gehölzschnitt unter.
- Holzasche gehört nicht auf den Kompost, sondern abgekühlt in den Hausmüll.

Riecht dein Komposthaufen faulig oder liegt er trocken und unverändert da, schaust du zuerst auf Feuchte und Luft. Der Haufen braucht beides: Er soll feucht, aber nicht nass sein und gut durchlüftet bleiben. Ich greife dafür mit der Hand in die Mitte und nehme die Grabegabel dazu, bevor ich über irgendeinen Zusatz nachdenke.
Es geht hier um einen Haufen, der schon steht. Du prüfst die Feuchte, bringst Luft hinein, setzt um, wenn es sich lohnt, ordnest die Temperatur ein und löst die Probleme, die unterwegs auftauchen.
Wo und woraus: Standort, Material und System in Kürze
Ein Gartenkomposter steht günstig im HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. oder Schatten auf offenem Boden, geschützt vor Dauerregen und Wind und bequem erreichbar. Bei ausreichendem Platz erleichtern dir 3 Komposter die Trennung von frischem Material, laufender Rotte und reifem Kompost. Welches Kompostsystem zu deinem Garten passt, klärt ein eigener Ratgeber.
Für das Ausgangsmaterial gilt ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 25:1 bis 35:1 als günstig. Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz und Eierschalen passen in einen gemischten Gartenkompost. Holzasche gehört weder als Dünger aufs Beet noch in den Kompost, weil sie mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein kann. Abgekühlt kommt sie in den Hausmüll, und zwar ohne Staub aufzuwirbeln.
Wie du einen Kompost anlegst und Standort, Material und System wählst, steht ausführlich in der Übersicht zu Düngen, Boden und Kompost. Wie du Grün- und Braunmaterial richtig schichtest, zeigt die Schichtanleitung.
Ist der Haufen zu nass oder zu trocken? Die Schwammprobe
Die Feuchte prüfst du mit der Hand. Ich greife in die Mitte des Haufens, nicht an den Rand, und drücke das Material in der Faust zusammen. Fühlt es sich an wie ein ausgedrückter Schwamm, passt die Feuchte. Tropft dabei Wasser heraus, deutet das auf zu viel Nässe hin; bleibt das Material staubig und zerfällt, ist es zu trocken.
Ist der Haufen zu trocken, stockt die Rotte. Setz ihn dann um und befeuchte das Material Lage für Lage, während du es mit der Gabel durcharbeitest. Fallen gerade feuchte, krautige Abfälle an, mischst du sie beim Umsetzen gleich mit unter.
Zu viel Nässe verrät sich am Geruch, denn ein fauliger Geruch weist genau darauf hin. Lockere den Haufen dann mit der Gabel auf und mische trockenes, lockeres Strukturmaterial wie Laub, Stroh oder Gehölzhäcksel unter.
Wie kommt Luft in den Kompost?
Luft kommt über lockeres, gut gemischtes Material in den Haufen. Frischer Rasenschnitt kann ohne Strukturmaterial zu einer nassen, faulenden Masse verdichten. Lass ihn deshalb erst anwelken und mische ihn mit lockerem, trockenem Material, bevor er auf den Kompost kommt. Ich breite den Schnitt dazu auf der Rasenfläche aus und mische ihn danach mit Häcksel aus dem Gehölzschnitt.
Weil ungemischter Rasenschnitt nass verdichtet und fauliger Geruch auf Nässe hinweist, lohnt bei einem faulig riechenden Haufen nach dem Mähen zuerst der Blick auf die frischen Schnittlagen.
Auch das System spielt mit. Offene Komposter tauschen Luft und Wasser auf natürlichem Weg mit der Umgebung aus. Geschlossene Komposter brauchen wenig Platz und schützen kleine Abfallmengen vor rascher Austrocknung, verlangen aber eine besonders sorgfältige Belüftung. Ob ein Thermokomposter oder ein offener Haufen besser zu deinem Garten passt, wägt ein eigener Ratgeber ab.
Kalk gegen den Gestank? Ein fauliger Geruch weist auf zu viel Nässe hin, und Kalk beseitigt keinen Sauerstoffmangel. Bei locker gemischten Garten- und Küchenabfällen sind Kompostzusätze normalerweise entbehrlich. Auflockern und trockenes Strukturmaterial gehen die Nässe direkt an.
Umsetzen: wann es hilft und wann du es dir sparst
Eine frei aufgesetzte Kompostmiete kannst du nach etwa 3 Monaten umsetzen, um die Rotte zu beschleunigen. Pflicht ist das nicht. Hast du die unterschiedlichen Materialien beim Befüllen sorgfältig vorgemischt, kann das Umsetzen entfallen.
Sinnvoll wird es, wenn die Rotte wegen Trockenheit stockt, weil du das Material beim Durcharbeiten gleich befeuchten kannst. Einen zu nassen, faulig riechenden Haufen lockerst du beim Umsetzen ebenfalls auf und mischst dabei Strukturmaterial ein. Ich arbeite mit der Grabegabel von oben nach unten und mache zwischendurch die Schwammprobe.
Temperatur: was das Thermometer zeigt und was nicht
Im Inneren eines ausreichend großen, gut geführten Komposts gelten 60 bis 70 °C als günstige Rottebedingungen. Gemessen wird deshalb in der Mitte des Haufens, nicht am Rand. Eine einzelne Messung zeigt allerdings nur diesen Moment an dieser Stelle. Dass Krankheitserreger abgetötet sind, beweist sie nicht.
Auch ohne ausgeprägte Heißrotte kann über Kaltrotte guter Kompost entstehen. Die günstigen Temperaturen setzen einen ausreichend großen Kompost voraus, und Kaltrotte liefert ebenfalls guten Kompost: Einen kleinen Haufen, der kühl bleibt, musst du deshalb nicht auf Hitze bringen.
Verlass dich nicht darauf, dass die Wärme im Haufen Krankheitserreger unschädlich macht. Im Gartenkompost wird es oft nicht durchgehend heiß genug, sodass Erreger für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht zuverlässig absterben.
Am Komposter hängt bei mir ein Heft. Darin notiere ich das Datum, die Temperatur aus der Mitte, das Ergebnis der Schwammprobe und was ich zuletzt aufgesetzt habe.
Es riecht, stockt oder summt: Pflegeprobleme lösen
Gerüche und Tiere am Kompost sind Hinweise, keine sicheren Diagnosen. Ich rieche zuerst, greife dann in die Mitte und ändere erst danach etwas.
| Was du bemerkst | Möglicher Hintergrund | Was du tust |
|---|---|---|
| Fauliger Geruch | zu viel Nässe | Haufen auflockern, trockenes Strukturmaterial wie Laub, Stroh oder Häcksel untermischen |
| Ammoniakgeruch | zu viel nährstoffreiches Material | Laub, Stroh oder Gehölzschnitt beimischen |
| Rotte stockt, Material trocken | Trockenheit | umsetzen und dabei befeuchten |
| Rasenschnitt klebt nass zusammen | frisch und ungemischt eingebracht | anwelken lassen, mit lockerem, trockenem Strukturmaterial mischen |
| Fliegen über dem Haufen | offen liegende Küchenabfälle | mit trockenen Gartenabfällen oder reifem Kompost abdecken |
| Wühlmäuse im Komposter | kein Schutz am Boden | beim nächsten Umsetzen ein Bodengitter mit höchstens 13 mm Maschenweite unterlegen |
Küchenabfälle decke ich gleich beim Ausleeren mit trockenen Gartenabfällen ab, damit sie nicht offen liegen. Welche typischen Fehler beim Kompostieren schon bei Materialwahl, Zerkleinern und Schichtung passieren, behandelt ein eigener Ratgeber.
Kompostpflege übers Jahr
Herbstlaub lagere ich in einem eigenen Behälter neben dem Kompost. Im Winter gebe ich es in dünnen Lagen zusammen mit Küchen- und Gartenabfällen sowie Gehölzhäckseln auf den Haufen. Kommt im Frühjahr der erste Rasenschnitt, welkt er an und wird gemischt, bevor er auf den Kompost wandert. In trockenen Sommerphasen prüfst du die Feuchte und befeuchtest beim Umsetzen, wenn die Rotte stockt.
Welche Arbeiten am Kompost in welcher Jahreszeit anstehen, zeigt der Kompost-Kalender im Detail.
Dein Rundgang am Kompost
- Material aus der Mitte greifen und die Schwammprobe machen
- am Haufen riechen: faulig oder nach Ammoniak?
- liegen Küchenabfälle offen?
- ist frischer Rasenschnitt angewelkt und gemischt?
- steht im Herbst ein Laubvorrat bereit?
Ist er fertig? Reife und Verwendung in Kürze
Je nach Material und Rotteführung reift Gartenkompost in etwa 4 bis 12 Monaten. Den Reifezustand prüfst du deshalb zusätzlich, zum Beispiel mit dem KressetestDer Kressetest zeigt dir, ob dein Kompost reif ist: Du säst Kresse auf eine Kompostprobe und zum Vergleich auf Gartenerde. Werden die Kresseblätter auf dem Kompost gelb oder braun, ist er noch zu frisch.; woran du reifen Kompost erkennst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Kompost liefert StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll)., PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5., KaliumKalium ist neben Stickstoff und Phosphor einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Es regelt den Wasserhaushalt der Pflanze, festigt ihr Gewebe und macht sie widerstandsfähiger gegen Frost sowie Schaderreger wie Pilze und Insekten. und weitere Nährstoffe, die aber nicht alle sofort für Pflanzen verfügbar sind. Arbeite ihn nur oberflächlich ein, weil tiefer im Boden bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen können. Im Ziergarten mit Phosphat-Gehaltsstufe C gilt höchstens 3 l Kompost je m² und Jahr als Faustregel, weitere Phosphatgaben entfallen dann. Wie viel Kompost du wo ausbringst, vertieft der Ratgeber zur Anwendung; die Grundlagen zu Nährstoffen und Bedarf stehen in der Übersicht zu Düngen, Boden und Kompost.
Wie viel Kompost verträgt dein Garten?
Als Faustregel braucht die vollständige Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied, damit sich Nährstoffe nicht übermäßig anreichern. Was Pflanzen nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden, und viel Stickstoff im Boden kann die Nitratanreicherung in Gemüse fördern; das spricht für bedarfsgerechtes Düngen, nicht gegen Gemüse. Mehr dazu findest du im Abschnitt Mangel und ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt. der Übersicht zu Düngen, Boden und Kompost.
