Lavendeldünger selbst herstellen: was passt, wie du verdünnst, was draußen bleibt
- Lavendel braucht wenig: Zurückhaltende Düngung unterstützt kompakten, standfesten Wuchs und intensiveren Duft.
- Kalium gilt als blühfördernd, stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können Lavendel weich und instabil wachsen lassen.
- Reifer Kompost und verdünnte Pflanzenjauche taugen als Basis, Hornspäne und Mist bleiben draußen.
- Fertige Pflanzenjauche für Wurzelgaben 1:10 mit Wasser verdünnen und nur auf feuchte Erde gießen.
- Holzasche gehört weder an den Lavendel noch auf den Kompost, sondern abgekühlt in den Hausmüll.
- Gedüngt wird im Frühjahr, ab dem Spätsommer bekommt der mehrjährige Lavendel keinen Stickstoff mehr.

BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. im Eimer, reifer Kompost, Schnittgut vom Frühjahr: Für einen natürlichen Lavendeldünger liegt das meiste schon in deinem Garten. Beim Lavendel kann gut gemeint aber zu viel sein, denn stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können ihn weich und instabil wachsen lassen. Ich schaue mir deshalb zuerst Boden und Triebe an und greife erst danach zu Eimer und Gießkanne.
Hier erfährst du, welche Zutaten aus Garten und Küche in einen Lavendeldünger passen, wie du Flüssiges verdünnst und was mit dem Lavendelschnitt passiert. Genauso klar sage ich dir, was draußen bleibt: Holzasche, Mist und Hornspäne.
Was braucht Lavendel von einem Dünger?
Lavendel kommt mit wenig aus: Eine zurückhaltende Düngung unterstützt einen intensiveren Duft sowie kompakten und standfesten Wuchs. Kalium gilt bei ihm als blühfördernd. Stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können dagegen zu weichem, instabilem Wuchs führen.
Beim Boden bevorzugt Lavendel neutrale bis alkalische Verhältnisse, saure Bedingungen toleriert er aber. Wichtig sind ein gut durchlässiger Boden ohne Staunässe und Kalk nur dann, wenn eine Messung einen zu niedrigen pH-Wert für Bodenart und Humusgehalt zeigt. Wie zurückhaltend du Lavendel auf kalkhaltigem, durchlässigem Boden düngst, vertieft ein eigener Ratgeber.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale bis alkalische Böden werden bevorzugt; saure Bedingungen werden toleriert.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein; Staunässe vermeiden und bei schweren Böden den Wasserabzug verbessern.
- Anbauort
Die Kultur ist im Freiland oder Beet, im Kübel und im Topf möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Aussaat ist im Frühbeet möglich.
- Saattiefe
Die Samen benötigen Licht zum Keimen.
Pflege
- Pflege
Die Pflanze ist pflegeleicht.
- Düngung
Kalium fördert die Blüte; stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können dagegen weichen, instabilen Wuchs verursachen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze wächst als kompakter, buschiger Strauch.
- Verwendung
Die Pflanze wird als Zier-, Duft- und Heilpflanze verwendet.
Welche Zutaten passen in selbst gemachten Lavendeldünger?
Weil viel Stickstoff den Lavendel weich machen kann, sortiere ich die Zutaten danach, was sie mitbringen.
| Zutat | Für deinen Lavendel | Warum |
|---|---|---|
| Reifer Kompost | ja, auf schwerem Boden oder bei erkennbarem Bedarf; nur oberflächlich einarbeiten | liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, kann einer Bodenversauerung entgegenwirken und lockert schwere Böden |
| PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. aus Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch | ja, aber nur verdünnt | ihr Nährstoffgehalt schwankt mit Pflanzenart, Zustand und Erntezeit |
| Lavendelschnitt und Kräuterreste | über den Kompost | Grünschnitt und Erntereste halten Nährstoffe im Gartenkreislauf |
| Kaffeesatz, Eierschalen, Obst- und Gemüsereste | über den gemischten Kompost | sie eignen sich als Bestandteile eines gemischten Gartenkomposts |
| Bokashi | erst nach dem Vermischen mit Erde oder nach dem Kompostieren | das Fermentieren ist nur eine Vorbehandlung |
| Hornspäne, Horngrieß, HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne. | bleiben bei mir draußen | liefern überwiegend Stickstoff und wenig Phosphor und Kalium |
| Mist | bleibt draußen | kann zu weichem, instabilem Wuchs führen |
| Holzasche | weder ins Beet noch auf den Kompost | mögliche Belastung mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen |
Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl sind vor allem Stickstofflieferanten. Viel Stickstoff kann Lavendel aber weich und instabil wachsen lassen. Horn, das im Gemüsebeet als Stickstoffquelle dient, bleibt deshalb bei meinem Lavendel weg.
Organisch gebundene Nährstoffe, etwa aus Kompost, müssen erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen können. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei, feuchtwarme Bedingungen verstärken die Freisetzung.
Holzasche als Kaliumdünger für Lavendel? Kalium gilt beim Lavendel zwar als blühfördernd, Holzasche kann aber mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein. Sie gehört deshalb weder als Dünger ins Beet noch auf den Kompost. Abgekühlt kommt sie in den Hausmüll, und zwar ohne Staub aufzuwirbeln.
Kompost, Jauche, Bokashi und Mulch: das Wichtigste in Kürze
Kompost, Jauche und Bokashi stellst du für Lavendel genauso her wie für jedes andere Beet. Ausführlich zeigt dir der Ratgeber zu Düngen, Boden und Kompost, wie du Kompost anlegst, Pflanzenjauche ansetzt und Mulch auswählst.
Kompost: Der Kompostplatz liegt auf offenem Boden, geschützt vor extremer Sonne, Dauerregen und Wind, und grobes Material bildet eine luftige Basis. Je nach Material und Rotteführung dauert die Reife etwa 4 bis 12 Monate, deshalb prüfst du den Reifezustand zusätzlich mit dem KressetestDer Kressetest zeigt dir, ob dein Kompost reif ist: Du säst Kresse auf eine Kompostprobe und zum Vergleich auf Gartenerde. Werden die Kresseblätter auf dem Kompost gelb oder braun, ist er noch zu frisch..
Pflanzenjauche: Frisches oder getrocknetes Kraut setzt du mit Wasser an und deckst das Gefäß mit einem luftdurchlässigen Gitter statt eines Deckels ab. Du rührst täglich einmal kräftig um, die Gärung dauert etwa 2 bis 3 Wochen. Fertig ist die Jauche, wenn sie dunkel ist und nicht mehr schäumt.
Bokashi: Bokashi ist eine milchsäurebasierte Vorbehandlung von Küchenabfällen im verschlossenen Eimer. Das fermentierte Material vermischst du danach mit Erde oder kompostierst es, bevor es als Dünger ins Beet kommt. Den geruchsintensiven Bokashi-Saft verwendest du nur draußen auf Gartenflächen.
Mulch: Zum sonnigen, trockenen Lavendelplatz passt mineralischer Mulch, denn er eignet sich für trockene Flächen mit trockenheitsverträglichen Pflanzen und wenig Laubeintrag. Stroh, Holzhäcksel und Rindenmulch können beim Abbau dagegen Stickstoff binden.
Wie verdünnst du Flüssigdünger für Lavendel?
Was aus Eimer oder Fass kommt, geht bei mir nie pur an den Lavendel.
| Flüssigdünger | Verdünnung mit Wasser | So setzt du ihn ein |
|---|---|---|
| Fertig vergorene Pflanzenjauche | 1:10 | als Wurzelgabe auf feuchte Erde |
| Bokashi-Saft | 1:100 | nur draußen auf Gartenflächen |
Eine allgemeingültige Ausbringmenge oder feste Häufigkeit gibt es für Pflanzenjauche nicht, weil sich Pflanzenbedarf und Bodenvorrat unterscheiden. Ich gieße beim Lavendel deshalb erst, wenn der Wuchs nachlässt, und beobachte danach die neuen Triebe. KompostteeKomposttee ist ein flüssiger Auszug aus Kompost: Ein Stoffbeutel mit Kompost hängt 3 bis 24 Stunden im Gießwasser. Der Tee enthält gelöste Nährstoffe und Mikroorganismen und wird zum Düngen und Stärken gegossen oder gesprüht. setze ich für jede Gabe frisch an und bewahre keine Reste auf.
Düngerlösung kommt nur auf feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Bei Hitze und Trockenheit gibst du Flüssigdünger nur niedrig konzentriert auf vorher angefeuchteten Boden und benetzt das Laub nicht. Über die Blätter gieße ich grundsätzlich nicht: BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. ersetzt keine Versorgung über die Wurzeln, und in starker Sonne trocknet die Lösung ein und kann Blattschäden begünstigen.
Selbst angesetzte und gekaufte Dünger stellst du so ab, dass Kinder nicht herankommen, feste Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt. Besteht der Verdacht, dass ein Kind eine größere Menge Dünger geschluckt hat, ruf ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an.
Was machst du mit Lavendelschnitt und Kräuterresten?
Ein regelmäßiger, kräftiger Frühjahrsschnitt erhöht beim Lavendel die Blühfreudigkeit und die Blütengröße. Eine zusätzliche Phosphatbetonung im Dünger ist dagegen kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Wer sich mehr Blüten wünscht, greift beim Lavendel also zuerst zur Schere und erst danach zum Dünger.
Das Schnittgut landet bei mir zerkleinert auf dem Kompost, zusammen mit den Resten anderer Küchenkräuter. Grünschnitt und Erntereste versorgen dort die BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. und bleiben als Nährstoffe im Gartenkreislauf. Triebe mit Krankheitsverdacht lege ich nicht dazu, weil Gartenkompost Krankheitserreger nicht zuverlässig abtötet. Für Jauche greife ich zu den üblichen Jauchepflanzen wie Brennnessel oder Beinwell und nicht zum Lavendelschnitt.
Beim Frühjahrsschnitt lege ich eine alte Plane neben die Büsche, damit das Schnittgut nicht zwischen den Pflanzen liegen bleibt. Danach schneide ich die Triebe mit der Gartenschere klein und bringe sie gleich zum Kompost.
Gibt es eine Mischung für jede Lavendelart?
Feste Rezepturen je Lavendelart nutze ich nicht. Ich entscheide nach dem Standort, also nach Boden, Gefäß und Nachbarn. Den Nährstoffvorrat im Beet ermittelt eine Bodenuntersuchung, und sie ist die Grundlage für Auswahl und Menge einer Düngung.
| Standort | Was ich gebe | Was ich weglasse |
|---|---|---|
| Beet mit magerem, durchlässigem Boden | nichts, solange der Wuchs kompakt und standfest ist | Kompost, Mist, Horn |
| Beet mit schwerem Boden | reifen Kompost, oberflächlich eingearbeitet; für bessere Durchlässigkeit 2 bis 5 l gewaschenen Sand ohne Feinanteile je m², weitere Gaben je nach Bodenzustand | Mist, Horn |
| Kübel nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Erde | in den ersten 4 bis 6 Wochen nichts, danach bei Bedarf verdünnte Jauche auf feuchte Erde | Hornspäne, jede Gabe auf einen vernässten Ballen |
| Neben Rosen | eine eigene, zurückhaltende Versorgung | Dünger, der für die Rosen gedacht ist |
Auf magerem Boden halte ich es beim Lavendel wie bei trockenheitsliebenden mediterranen Stauden. Für sie gilt eine Kompostgabe als nicht sinnvoll, und gedüngt wird erst, wenn ein Mangel erkennbar ist.
Im Kübel braucht Lavendel einen funktionierenden Wasserablauf. Ist der Ballen vernässt, gießt und düngst du erst wieder, wenn er abgetrocknet ist und sich erholt hat. Feste organische Dünger wie Hornspäne müssen erst mikrobiell abgebaut werden und können in Pflanzgefäßen verzögert und unzureichend wirken.
Rosen und Lavendel lassen sich kombinieren, sie haben aber unterschiedliche Bodenansprüche und machen zusammen mehr Arbeit. Welche Nachbarn sonst zum Lavendel passen, prüfst du im Mischkultur-Planer.
Der Lavendel bekommt beim Düngen der Nachbarbeete einfach etwas mit ab. Stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können ihn weich und instabil wachsen lassen, deshalb spare ich den Lavendel beim Streuen bewusst aus.
Wann düngst du und wie viel?
Gedüngt wird im Frühjahr, weil eine Frühjahrsgabe weniger Nährstoffe durch AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. verliert als eine Herbstgabe. Ab dem Spätsommer setzt du Stickstoff beim mehrjährigen Lavendel aus, damit seine Triebe ausreifen. Die Menge richtet sich nach der gemessenen Bodenversorgung und danach, was Kompost schon liefert; Einzelheiten zu Zeitpunkt und Dosierung stehen im Ratgeber zum zurückhaltenden Lavendeldüngen.
Woran erkennst du, dass es zu viel war?
Weiche, wenig standfeste Triebe können darauf hindeuten, dass dein Lavendel zu viel Stickstoff bekommen hat. Dann setzt du mit dem Düngen aus und beobachtest den neuen Austrieb.
Lavendel verträgt keine Staunässe, und Staunässe kann ähnliche Symptome wie ein Nährstoffmangel verursachen. Schwächelt er nach nassen Wochen, prüfst du deshalb zuerst den Wasserabzug, bevor du nachdüngst.
Im Kübel können weiße Beläge am Topfrand auch von Salzen aus dem Gießwasser stammen und beweisen allein keine Überdüngung. Ist eine Überdüngung bestätigt, spülst du den Wurzelballen bei freiem Wasserabfluss langsam durch, in schweren Fällen topfst du um. Wie Nährstoffe, Überdüngung und pH-Wert Duft und Blüte des Lavendels beeinflussen, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Welche Nährstoffe Lavendel im Einzelnen braucht und welcher Dünger dazu passt, liest du im Nährstoff-Ratgeber. Für andere Blühpflanzen zeige ich dir, mit welchen natürlichen Düngern du sie ohne chemische Mittel versorgst, und für Kakteen, wie du Kakteendünger aus natürlichen Zutaten selbst herstellst.





