Wasserspeicherung im Substrat: Erde, Zuschläge und Gießen aufeinander abstimmen
- Pflanzenverfügbar ist nur das Wasser zwischen Feldkapazität und permanentem Welkepunkt.
- Torffreie Erde kann oben trocken und unten noch nass sein, deshalb prüfst du vor dem Gießen tiefer im Topf und über das Gefäßgewicht.
- Bims, Splitt und Blähton machen Kübelerde strukturstabil, Bims und Zeolith können im Topfboden torffreier Gefäße zusätzlich Wasser speichern.
- Superabsorber und Netzmittel zeigten im untersuchten torffreien Hobbygartenanbau kaum praxistaugliche Effekte.
- Im Beet gelten je durchdringendem Gießgang 10 bis 20 l/m², abhängig von der Bodenart.
- Weiße Beläge auf der Erde können aus dem Gießwasser stammen und beweisen allein keine Überdüngung.
Ein Kübel, der oben trocken aussieht, kann unten noch nass sein. Gießt du dann nach, kann den Wurzeln die Luft ausgehen. Wartest du dagegen zu lange, kann die Pflanze Mangelsymptome zeigen, obwohl genug Nährstoffe in der Erde stecken. Bevor ich gieße, hebe ich meine Töpfe kurz an und fühle mit dem Finger unter der Oberfläche nach. Wie gut der Wasserhaushalt funktioniert, hängt an drei Dingen: am Substrat, an seinen Zuschlägen und an der Art, wie du gießt.
Was Wasserspeicherung im Substrat bedeutet
Nach dem Gießen läuft ein Teil des Wassers aus dem Topf, den Rest hält das Substrat fest. Die Menge, die nach dem Ablaufen gegen die Schwerkraft gehalten wird, heißt Feldkapazität. Am permanenten Welkepunkt ist das verbliebene Wasser so fest gebunden, dass die Wurzeln es nicht mehr aufnehmen. Pflanzenverfügbar ist nur die Differenz zwischen dem Wassergehalt bei Feldkapazität und dem am Welkepunkt.
Gute Wasserspeicherung heißt also nicht, dass die Erde möglichst nass bleibt. Sie heißt, dass zwischen beiden Punkten nutzbares Wasser liegt und daneben Luft bleibt.
Warum Luft im Substrat genauso zählt
Die Poren im Substrat sind entweder mit Wasser oder mit Luft gefüllt. Organische Substratkomponenten werden gemischt, um Luftführung, Wasserspeicherung, pH-Stabilität und Nährstoffangebot aufeinander abzustimmen. Staunässe über verdichteten Schichten kann Sauerstoffmangel verursachen, der Wurzelfäulnis auslöst und die Nährstoffaufnahme stoppt. Für mehrjährige Kübelpflanzen ist strukturstabile Kübelpflanzenerde sinnvoll, weil sie Verdichtung und VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. im unteren Gefäßbereich vermeidet. Sackt eine Erde im Kübel zusammen, verliert sie also gerade dort Luft, wo sich das Wasser sammelt.
Warum nasse Erde nicht immer versorgt
Ein durch Überdüngung erhöhter Salzgehalt kann die Wasseraufnahme der Pflanzen beeinträchtigen. Reiner Kompost kann Keimlingswurzeln wegen seiner hohen Nährsalzkonzentration sogar Wasser entziehen. Für Erden werden je nach Einsatz sehr unterschiedliche Salzgehalte angegeben:
| Erde | Salzgehalt |
|---|---|
| Aussaaterde | unter 0,5 g/l |
| PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. | bis 1,5 g/l |
| Topferde für Kübel und Blumenkästen | 2,5 bis 3 g/l |
Der Ratgeber für die Anzucht zeigt, welche Erde Sämlinge von der Aussaat bis zum Pikieren brauchen.
Substrat, Boden und Pflanze: das Wasserverhalten in Kürze
Mineralische und organische Bestandteile
Mineralische Zuschläge wie Bims, Splitt und Blähton machen Kübelerde strukturstabil. Organische Bestandteile wie Holzfasern, Rindenhumus, Kompost und Kokosmaterialien gleichen in torffreien Mischungen die Anforderungen an Luft-, Wasser- und Nährstoffhaushalt aus. Welche Gruppe sich wofür eignet, zeigt der Vergleich mineralischer und organischer Substrate.
Gartenboden im Beet
Sandige Böden speichern weniger Wasser als lehmige oder tonige, tonreiche Böden lassen es dagegen langsamer durch und neigen eher zu Staunässe. Organische Substanz verbessert die Bodenstruktur und unterstützt so die Aufnahme und Speicherung von Regen- und Gießwasser. Die Grundlagen stehen im Abschnitt über Humus, Bodenleben und Bodenanalyse im Gartenboden.
Pflanzengruppen mit eigenem Wasserbedarf
Kakteen aus Trockengebieten brauchen ein rasch abtrocknendes Substrat aus Blähton, Lava und Bims mit organischen Anteilen, Gartenhortensien dagegen einen lehmig-humosen, wasserspeichernden Boden. Für Phalaenopsis eignet sich sehr luft- und wasserdurchlässiges Rindensubstrat, während Weihnachts- und Osterkakteen das ganze Jahr nicht vollständig austrocknen dürfen. Rezepte zeigt die Anleitung, wie du Substrate für verschiedene Pflanzenarten selbst mischst, die Einordnung nach Pflanzengruppen der Überblick zu Düngen, Boden und Kompost.
Zuschlagstoffe: Struktur geben oder Wasser halten
Zuschläge erfüllen im Topf zwei verschiedene Aufgaben. Die einen halten das Substrat locker und stabil, die anderen speichern zusätzlich Wasser. Vor dem Mischen schaue ich mir deshalb an, ob mein Topf eher vernässt oder zu schnell austrocknet.
| Zuschlag | Was er beiträgt | Wo und wie viel |
|---|---|---|
| Bims, Splitt, Blähton, geeignete Granulate | verbessern die StrukturstabilitätStrukturstabilität beschreibt, wie dauerhaft eine Blumenerde oder ein Substrat locker bleibt. Strukturstabile Erde gibt den Wurzeln Halt, ohne mit der Zeit zusammenzusacken oder zu verdichten. | Kübelpflanzenerde |
| Bims, Zeolith | wasserspeichernde mineralische Materialien | optional im Topfboden bei torffreier Erde |
| Lava, Blähtonsplitt | mineralischer Zuschlag in gut durchlässiger Kübelpflanzenerde | zum Beispiel für Oliven im Kübel |
| besonders gut durchgerotteter Kompost | organischer Anteil in selbst gemischter Erde | höchstens etwa 30 % in Blumenerde, bei Zimmerpflanzen höchstens etwa 20 Volumen-% |
| Bentonit | kann auf sandigen Rosenböden die Wasser- und Nährstoffspeicherung verbessern | beschrieben sind 0,5 bis 1 kg je m² zusammen mit Kompost auf sehr durchlässigen, trockenen Ziergartenböden |
| gewaschener Sand ohne Feinanteile | verbessert die Durchlässigkeit schwerer Gartenböden | 2 bis 5 l je m², weitere Gaben nach Bodenzustand |
Orchideen und Farne bekommen keinen Kompost ins Substrat.
Wasserspeichergranulat klingt nach der einfachen Lösung für trockene Balkonkästen. Im untersuchten torffreien Hobbygartenanbau zeigten Superabsorber und Netzmittel aber kaum praxistaugliche Effekte. Ich setze deshalb zuerst bei Erde, Gefäß und Gießtechnik an.
Feuchte prüfen, bevor du gießt
Bei torffreien und torfreduzierten Substraten kann die Oberfläche trocken sein, während das Substrat weiter unten noch nass ist. Der Blick auf die Erde reicht deshalb nicht aus. Für die Gießentscheidung zählen die Feuchte im unteren Substratbereich und das Gefäßgewicht.
Fingerprobe unter der Oberfläche
Fühl mit dem Finger unterhalb der Oberfläche nach, nicht nur in der obersten Schicht. Ist die Erde dort noch feucht, wartest du mit dem Gießen.
Gewichtsprobe
Ich hebe frisch durchgegossene Töpfe einmal an und merke mir, wie schwer sie nass sind. Fühlt sich derselbe Topf später deutlich leichter an, spricht das dafür, dass der Wasservorrat unten zur Neige geht. Rindenhumus hat ungefähr die doppelte Rohdichte von Weißtorf und macht Mischungen schwerer. Das Gewicht taugt also nur als Vergleich desselben Topfes mit sich selbst, nicht zwischen zwei verschiedenen Erden.
Tensiometer für genaue Werte
Wer genauer messen will, steckt ein Tensiometer ins Substrat.
Ein Tensiometer misst die Saugspannung des Bodenwassers. Der Wert beschreibt, wie fest das Wasser gebunden ist, und sagt damit mehr als das Gefühl, wie nass die Erde ist.
Abzugsloch frei, Erde unter der Oberfläche trocken, Topf spürbar leichter als nach dem letzten Durchgießen? Erst dann greifst du zur Gießkanne.
Was torffreie Erde außerdem beim Düngen, beim pH-Wert und beim Umtopfen verlangt, steht im Ratgeber, wie du Pflanzen in torffreien Substraten pflegst.
Richtig gießen: Menge, Zeitpunkt, Wasserqualität
Im Beet durchdringend gießen
Im Beet gießt du bei Trockenheit durchdringend, damit das Wasser bis in den Wurzelraum kommt.
| Bestand | Wasser je durchdringendem Gießgang |
|---|---|
| eingewachsene Gartenpflanzen | 10 bis 20 l/m² |
| eingewachsene Gemüsebestände | etwa 20 bis 25 l/m² |
Den tatsächlichen Bedarf bestimmen Bodenart und Witterung. Gemüse gießt du bevorzugt morgens direkt im Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und das Laub möglichst trocken bleibt. Ich halte die Brause dabei dicht über den Boden und gieße zwischen die Pflanzen, nicht über die Blätter.
Neu gepflanzte Stauden und Gehölze brauchen in trockenen Phasen häufiger Wasser als eingewachsene Bestände. Bei Clematis achtest du besonders in den ersten 2 Jahren auf eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung. Salate sowie fortlaufend tragende Tomaten, Gurken und Zucchini sind bis zur Ernte auf eine gute Wasserversorgung angewiesen. Bei Tomaten zählt die Gleichmäßigkeit, denn ungleichmäßige Wasserversorgung kann den Kalziumtransport in die Früchte beeinträchtigen und BlütenendfäuleBlütenendfäule ist eine physiologische Störung vor allem an Tomaten und Paprika: Durch Calciummangel in der Frucht bildet sich an der Blütenansatzstelle ein dunkler, wässriger Fleck, der später eintrocknet und verhärtet. Sie ist kein Pilz- oder Schädlingsbefall. begünstigen. Eingewurzelte Möhren, Pastinaken und Wurzelpetersilie können dagegen auf unverdichteten Böden tiefere Wasservorräte erschließen und Trockenphasen dadurch besser überstehen. Gemüseaussaaten brauchen einen mäßig feuchten, lockeren Boden, dessen Oberfläche bis zum Auflaufen nicht hart verkrustet.
Tropfbewässerung
Tropfbewässerung versorgt Pflanzen gezielt an der Wurzel. Weil Tropfer verstopfen oder verkalken können, braucht die Anlage eine geeignete Filterung.
Im Topf und Kübel
Pflanzgefäße brauchen ausreichend Abflusslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann und keine Staunässe entsteht. Meine Kübel stelle ich auf kleine Holzkeile, damit zwischen Gefäßboden und Stellfläche Abstand für den Wasserablauf bleibt. Gedüngte Kübelpflanzen sollen nicht austrocknen. Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen.
Mineralische Langzeitdünger im Kübel werden nur in Verbindung mit Wasser wirksam. Übermäßiges Gießen kann bereits freigesetzte Nährstoffe dagegen auswaschen. Gleichmäßig feuchte Erde ohne Extreme ist also auch für die Düngung der passende Zustand.
Gießwasser: hart oder weich
Gießwasser mit hoher CarbonathärteDie Carbonathärte ist der Teil der Gesamthärte des Wassers, der auf Calcium- und Magnesiumcarbonat zurückgeht. Sie wirkt alkalisch und beeinflusst deshalb den pH-Wert der Topferde, wenn du mit diesem Wasser gießt. kann den pH-Wert des Substrats anheben und die Verfügbarkeit von Eisen und weiteren SpurenelementenSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. vermindern. Kulturheidelbeeren im Kübel brauchen kalkarmes Gießwasser, für blau zu haltende Hortensien nimmst du möglichst Regenwasser. Auch Geranien vertragen weiches Regenwasser häufig besser als hartes Leitungswasser.
Regenwasser von Kupfer- oder Zinkdächern und von herbizidhaltigen Dachbahnen ist für die Gartenbewässerung ungeeignet oder nur eingeschränkt geeignet. Prüf deshalb, von welcher Dachfläche deine Regentonne gespeist wird.
Mulch und Hacke: Verdunstung bremsen
Organischer Mulch vermindert die Verdunstung von Bodenwasser und liefert den BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. Nahrung. Auf offenen Flächen hilft flaches Hacken, weil es die wasserleitenden Kapillaren unterbricht und so die Verdunstung vermindert. Gemüsebeete betrittst du möglichst nicht, damit ihr Porenraum und ihre Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben.
| Fläche | Mulch | Schichtdicke |
|---|---|---|
| Gemüsebeet | organischer Mulch | etwa 2 bis 3 cm, feiner Rasenschnitt dünner |
| nach einer Gehölzneupflanzung | Rindenmulch | 5 cm |
| unter Gehölzen und geeigneten Zierpflanzungen | gut abgelagerter Rindenmulch | bis zu 8 cm |
| trockene Staudenmischpflanzungen | mineralischer Mulch mit Körnung 8 bis 16 mm | mindestens 5 cm, besser 7 cm |
Rindenmulch nach einer Gehölzneupflanzung kann zu gleichmäßigerer Bodenfeuchte beitragen. Mineralischer Mulch hat sich in Versuchen mit trockenen Staudenmischpflanzungen bewährt. Im Gemüsebeet mulchst du erst, wenn die Pflanzen ungefähr 10 cm hoch sind, Saatrillen und kleine Jungpflanzen bleiben frei. Wärmeliebende Gemüse wie Tomaten, Kürbis und Bohnen mulchst du erst ab Mai oder Juni, damit sich der Boden vorher erwärmen kann. Rasenschnitt lässt du vorher anwelken und bringst ihn in dünnen Schichten aus, die du bei Bedarf ergänzt. Eine feuchte Mulchdecke kann allerdings Nacktschnecken begünstigen.
Holzhäcksel, Stroh oder Rindenmulch auszubringen, ohne an den Stickstoff zu denken. Beim Abbau können diese Materialien Stickstoff binden, deshalb berücksichtigst du vor dem Mulchen eine ergänzende Stickstoffversorgung.
Wenn der Wasserhaushalt kippt: Probleme erkennen und beheben
Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ähnliche Symptome verursachen wie ein Nährstoffmangel. Vergilbung mit Blattfall kann außer auf Mangel auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress hindeuten. Bevor ich dünge, prüfe ich deshalb zuerst die Feuchte im Topf und schaue, ob das Wasser unten abläuft.
Zu nass: Staunässe und faule Wurzeln
Anhaltende Staunässe schädigt bei Zimmerpflanzen die Wurzelspitzen, gelbe Blätter können dann ein Hinweis darauf sein. Bei Pelargonien kann Staunässe die Wurzeln faulen lassen und Wachstum und Blüte beeinträchtigen. Auch bei Orchideen kann sie Wurzelfäulnis verursachen.
Ist eine Kübelpflanze vernässt, die Wurzeln aber noch nicht verfault, gießt und düngst du sie bis zum Abtrocknen und zur Erholung nicht. Eine kranke Kübelpflanze regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachsen an. Alte Topferde aus Gefäßen mit wurzelfaulen Pflanzen verwendest du nicht wieder. Schritt für Schritt erklärt der Ratgeber, wie du die Drainage im Topf aufbaust und Pflanzen aus der Staunässe holst.
Zu trocken: Trockenstress
Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf. Trockenheit kann deshalb Mangelsymptome auslösen, obwohl die Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Wer auf blasse Blätter bei trockener Erde mit Dünger reagiert, kann das Problem also verschärfen, weil ein erhöhter Salzgehalt die Wasseraufnahme zusätzlich beeinträchtigen kann. Ist bei Hitze und langer Trockenheit trotzdem eine Flüssigdüngung nötig, gießt du sie niedrig konzentriert in den vorher angefeuchteten Wurzelbereich, ohne das Laub zu benetzen.
Bei Buchsbaum im Kübel können hitze- oder frostgeschädigte Wurzeln Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen, was zu Blattschäden führen kann. Eine isolierende Unterlage und eine Umhüllung des Topfes helfen, die Wurzeln im Winter vor Schäden zu schützen.
Weiße Beläge und Salzanreicherung
Weiße, kristalline Beläge am Topfrand oder auf dem Substrat können auch durch Salze aus dem Gießwasser entstehen. Allein beweisen sie keine Überdüngung. Im Gewächshaus kann salzhaltiges Gießwasser langfristig Salze im Boden oder Substrat anreichern, weil die verdünnende Wirkung der Niederschläge fehlt. Die elektrische LeitfähigkeitDie Leitfähigkeit, oft als EC-Wert angegeben, ist ein Messwert für die Menge gelöster Salze, etwa Düngesalze, in Erde oder Wasser. Gemessen wird, wie gut die Probe Strom leitet: Je mehr Salze gelöst sind, desto höher der Wert. zeigt dir den Gesamtsalzgehalt einer Lösung, aber keine einzelnen Nährstoffe. Direkte Salzmessungen im Substrat hängen zudem stark von dessen Feuchte ab.
Ist eine Überdüngung bestätigt, stellst du die Düngung ein und spülst den Wurzelballen langsam bei freiem Wasserabfluss durch. In schweren Fällen topfst du um und tauschst dabei einen Teil der alten Erde aus.
Pilze auf der Erde und alte Erdreste
Sichtbare Pilze in Blumenerde können Zersetzer abgestorbener organischer Bestandteile sein. Sie bedeuten nicht automatisch, dass die Pflanze im Topf krank ist. Länger gelagerte Blumenerde kann sich dagegen in Salzgehalt, pH-Wert und Struktur verändern. Reste mischst du deshalb frischer Erde bei, statt sie allein zu verwenden.
Ich schreibe auf jeden angebrochenen Erdsack das Datum. Beim nächsten Umtopfen sehe ich so, welche Reste schon länger lagern und unter frische Erde kommen.

