Substrat selber mischen: Rezepte für Zimmerpflanzen, Kräuter, Kakteen und Kübel
- Zimmerpflanzen: Kompost höchstens etwa 20 Volumen-% der Erde, Orchideen und Farne bekommen keinen.
- Anzuchterde: 2 Teile Quarzsand, 1 Teil reifer, eher nährstoffarmer Kompost, 1 Teil Gartenerde.
- Kräuter und anspruchslose Stauden: Quarzsand, Gartenerde und reifer Kompost zu gleichen Teilen.
- Kakteen: Blumenerde und grober Sand zu gleichen Teilen oder ein Teil organisches auf zwei Teile mineralisches Material.
- Balkonkasten: bis zu 30 % verrotteter Kompost, der Rest zu gleichen Teilen Rindenhumus, Kokosfaser und Blähton oder Perlit.
- Rhododendron und Heidelbeere: kein gewöhnlicher Gartenkompost, Rhododendren bevorzugen überwiegend pH 4,5 bis 5,5.

Wenn du Substrat für Zimmerpflanzen selber mischst, kannst du die Erde genau auf Grünpflanze, Kaktus oder Kräutertopf abstimmen. Falsch zusammengesetzt schadet sie aber den Wurzeln, denn Kompost kann hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzwerte einbringen. Reiner Gartenboden taugt als Topffüllung schlecht, weil er beim Wässern verschlämmen und verdichten kann. Ich arbeite deshalb mit wenigen festen Rezepten und messe jeden Teil mit demselben Eimer ab.
Ein Teil ist in jedem Rezept dieselbe Menge im selben Gefäß, egal ob Eimer, Blumentopf oder Schaufel. Prozentangaben verstehst du als Anteil an der fertigen Mischung.
Welche Mischung passt zu welcher Pflanze?
Die Rezepte reichen von der Fensterbank über Balkon und Kübel bis zum Moorbeet und zum Teichrand.
| Pflanzengruppe | Mischung | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Zimmerpflanzen allgemein | Topfpflanzenerde als Basis, reifer Kompost höchstens etwa 20 Volumen-% | Orchideen und Farne bekommen keinen Kompost |
| Kakteen und Zimmer-Sukkulenten | 1 Teil Blumenerde, 1 Teil grober Sand; oder 1 Teil organisches auf 2 Teile mineralisches Material | rasch abtrocknend, Topf mit Abzugsloch |
| Orchideen (Phalaenopsis) | sehr luft- und wasserdurchlässiges Rindensubstrat | kein Kompost, besonders salzempfindlich |
| Aussaat | 2 Teile Quarzsand, 1 Teil reifer, eher nährstoffarmer Kompost, 1 Teil Gartenerde | Salzgehalt unter 0,5 g/l |
| Stecklinge von Balkon- und Kübelpflanzen | Aussaaterde, bei Bedarf mit Sand gemischt | saubere Gefäße |
| Kräuter und anspruchslose Stauden | 1 Teil Quarzsand, 1 Teil Gartenerde, 1 Teil reifer Kompost | Abzugslöcher gegen Staunässe |
| Mediterrane Kräuter im Gefäß | ein Drittel Kompost, zwei Drittel Ziegelsplitt, Vulkangestein oder Blähtonbruch | zurückhaltend düngen |
| Balkonkasten | bis zu 30 % vollständig verrotteter Kompost, der Rest zu gleichen Teilen RindenhumusRindenhumus ist feine, kompostierte Rinde. Du arbeitest ihn leicht in die Beeterde ein, um dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zuzuführen – anders als Rindenmulch, der als Abdeckung obenauf liegt., Kokosfaser und gebrochener Blähton oder Perlit | Drainageschicht von mindestens etwa 1 bis 2 cm |
| Langlebige Kübel | Kübelpflanzenerde mit 30 bis 40 Volumen-% Blähton | Abzugslöcher frei halten |
| Rhododendron beim Pflanzen | 1 Teil Bodenaushub, 2 Teile spezielles Rhododendronsubstrat | kein Gartenkompost, Ziel pH 4,5 bis 5,5 |
| Reines Sumpfbeet | lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde | nicht für den übrigen naturnahen Teich |
| Seerosen | steinfreier Untergrundlehm mit Kiesabdeckung | Pflanzkörbe ersparen die flächige Auflage |
Welche Bausteine gehören in eine selbst gemischte Erde?
Jede Mischung verbindet organische Bausteine, die Wasser und Nährstoffe halten, mit mineralischen Zuschlägen für eine stabile Struktur. Ein gutes Topfsubstrat hat kleine Poren, die Wasser speichern, und größere Poren für Wasserabzug und Luft. Diese Struktur soll möglichst lange erhalten bleiben.
| Baustein | Was er in der Mischung leistet | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Reifer Kompost | liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe | kann hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzwerte einbringen; sein Stickstoff ist überwiegend organisch gebunden |
| Rindenhumus | kompostierte, zerkleinerte und nach Korngrößen sortierte Rinde, kein bloßer Rindenmulch | ungefähr doppelte Rohdichte von Weißtorf; speichert weniger Wasser als Torf; bei hohen Anteilen pH unter 6 vermeiden, weil erhöhte Manganaufnahme Eisenmangel auslösen kann |
| Holzfasern | ersetzen Torf in Substratmischungen | ein hoher Anteil kann mehr Stickstoffdüngung nötig machen |
| KokosmarkKokosmark sind die feinen Bestandteile zwischen den Fasern der Kokosnusshülle. Der Reststoff aus der Kokosverarbeitung wird als Torfersatz in torffreien Erden verwendet, weil er ähnlich viel Wasser hält und ähnlich luftig ist wie Torf. | bietet eine günstige Wasserkapazität | kann Torf ersetzen |
| KokosfasernKokosfasern sind die Fasern aus der Umhüllung der Kokosnuss, die bei deren Verarbeitung anfallen. Als torffreier Bestandteil von Blumen- und Pflanzerden sorgen sie für viel Luft im Substrat, halten aber weniger Wasser als Torf. | verbessern vor allem die Luftversorgung | können Torf ersetzen |
| Quarzsand, grober Sand | mineralischer Anteil für Anzucht, Kräuter und Kakteen | Quarzsand für Anzucht und Kräuter, groben Sand für Kakteen |
| Blähton, Bims, Splitt, Lava | verbessern die StrukturstabilitätStrukturstabilität beschreibt, wie dauerhaft eine Blumenerde oder ein Substrat locker bleibt. Strukturstabile Erde gibt den Wurzeln Halt, ohne mit der Zeit zusammenzusacken oder zu verdichten. | Blähton für Pflanzen sollte die RAL-Höchstwerte einhalten |
| Perlit | bleibt strukturstabil | Alternative zu gebrochenem Blähton |
| Blähvermiculit | mineralischer Zuschlag | mechanisch wenig stabil; fühlt sich selbst wassergesättigt noch trocken an |
| Gartenerde | Ton und Humus speichern Nährstoffe und geben sie wieder ab | allein im Topf verschlämmt und verdichtet sie beim Wässern |
Sand macht jede Erde lockerer? Nicht unbedingt. Sand kann leichte Substratbestandteile zusammendrücken und erhöht dann Feinporenanteil und Wasserkapazität der Mischung. Soll eine nasse Mischung luftiger werden, greife ich deshalb zu Bims, Blähton oder Splitt.
Torf brauchst du für keines dieser Rezepte. Für seinen Abbau werden Moore entwässert, dabei gehen Lebensräume verloren und gespeicherter KohlenstoffKohlenstoff ist ein chemisches Element und der Hauptbestandteil des Humus. Pflanzen holen ihn als Kohlendioxid aus der Luft und bilden daraus bei der Photosynthese Zucker. entweicht als Treibhausgas. Auch als torfreduziert verkaufte Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten; welche Vorteile torffreie Substrate haben und wie der Umstieg gelingt, erklärt ein eigener Ratgeber.
Erprobt ist eine torffreie Mischung aus Holzfasern, Kokosmark, Rindenhumus und gütegesichertem Kompost zu jeweils ungefähr 25 %. Für Rhododendron- oder Aussaaterde taugt sie nicht als Vorlage; wie sich Erden und Substrate in Salzgehalt, Torfanteil und Bestandteilen unterscheiden, zeigt der Abschnitt Erden und Substrate im Überblick zu Düngen und Boden.
Zimmerpflanzen-Substrat selber mischen
Für viele Zimmerpflanzen ist Topfpflanzenerde die passende Basis. Kompost sollte bei Zimmerpflanzen höchstens etwa 20 Volumen-% der Erde ausmachen. Ich siebe ihn dafür auf etwa 10 bis 15 mm und nehme nur Kompost, der den KressetestDer Kressetest zeigt dir, ob dein Kompost reif ist: Du säst Kresse auf eine Kompostprobe und zum Vergleich auf Gartenerde. Werden die Kresseblätter auf dem Kompost gelb oder braun, ist er noch zu frisch. bestanden hat. Ohne gekaufte Erde bilden bei mir Rindenhumus, Kokosmark und Kokosfasern die Basis, der Kompost kommt bis zu dieser Grenze dazu. Pflanzen, die jahrelang im selben Kübel stehen, bekommen zusätzlich Bims oder Blähton, denn mehrjährig genutzte Erde braucht eine stabile Struktur.
Beim Kompost entscheidet die Obergrenze. Bei Zimmerpflanzen sind es höchstens etwa 20 Volumen-%, in selbst gemischter Blumenerde höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteter Kompost. Orchideen und Farne bekommen gar keinen, Rhododendron, Azaleen und Heidelbeeren keinen gewöhnlichen Gartenkompost.
Kakteen und Sukkulenten
Kakteen aus Trockengebieten brauchen ein Substrat, das rasch abtrocknet. Die einfache Variante mischt Blumenerde und groben Sand zu gleichen Teilen. Mineralischer wird es mit doppelt so viel Blähton, Lava oder Bims wie organischem Material. Umtopfen steht an, wenn das Substrat zerfällt oder die Pflanze nicht mehr fest steht. Der neue Topf muss das Wurzelsystem aufnehmen und braucht ein Abzugsloch.
Orchideen
Phalaenopsis brauchen im Haus ein sehr luft- und wasserdurchlässiges Substrat, dafür eignet sich spezielles Orchideen-Rindensubstrat. Kompost gehört nicht hinein, denn Orchideen zählen zu den besonders salzempfindlichen Kulturen. Staunässe kann bei ihnen Wurzelfäulnis verursachen. Suchst du die Rinde selbst aus, achte auf Stabilität: Pinienrinde ist als relativ hartes Material strukturstabiler als heimische Nadelholzrinde.
Azalee und Zitrus: lieber Spezialerde
Azaleen brauchen einen niedrigen pH-Wert, deshalb setzt du sie in Azaleen- oder Moorbeetsubstrat. Selbst gemischte komposthaltige Substrate sind für Zitrusgewächse wegen ihres häufig hohen pH-Werts oft ungeeignet. Für Zitruspflanzen im Kübel empfehlen sich Spezialsubstrate mit pH 5,0 bis 5,5.
Anzuchterde selber mischen
Für die Aussaat besteht die Mischung zur Hälfte aus Quarzsand, die andere Hälfte teilen sich reifer, eher nährstoffarmer Kompost und Gartenerde. Reiner Kompost wäre für Keimlinge ungeeignet, weil hohe Nährsalzkonzentrationen ihren Wurzeln Wasser entziehen können. Aussaaterde sollte einen Salzgehalt unter 0,5 g/l haben. Stecklinge von Balkon- und Kübelpflanzen stecke ich in Aussaaterde, die ich bei Bedarf mit Sand mische. Welches Substrat Setzlinge von der Aussaat über das Pikieren bis zum Abhärten brauchen, erklärt ein eigener Ratgeber.
Kräutererde selber mischen
Viele Kräuter sind genügsam. Rucola, Basilikum, Schnittlauch und Petersilie brauchen dagegen eine stärkere Nährstoffversorgung. Für Kräuter und anspruchslose Stauden mischst du Quarzsand, Gartenerde und reifen Kompost zu gleichen Teilen.
Thymian, Salbei und Lavendel wachsen auf kargen, trockenen Böden. Im Gefäß bekommen sie eine Mischung aus einem Drittel Kompost, der Rest ist mineralisch, etwa Ziegelsplitt, Vulkangestein oder Blähtonbruch. Lavendel braucht ein gut durchlässiges Substrat ohne Staunässe. Zu starke Düngung kann bei Kräutern weiches Wachstum und weniger Aroma bringen. Bei Lavendel unterstützt eine zurückhaltende Düngung einen intensiveren Duft und standfesten Wuchs. Jedes Kräutergefäß braucht Abzugslöcher, damit keine Staunässe entsteht.
Erde für Balkonkasten und Kübel
Für Balkonkästen mischst du bis zu 30 % vollständig verrotteten Kompost. Den Rest füllst du zu gleichen Teilen mit Rindenhumus, Kokosfaser und gebrochenem Blähton oder Perlit auf. Pelargonien sind Starkzehrer und brauchen ein entsprechend versorgtes Substrat. Stehen sie im Regen, passt ein leichtes Substrat mit höchstens 30 % Kompost. Als Beispiel für eine organische Grunddüngung beim Umtopfen dienen 4 g Hornspäne je Liter Substrat.
Für langlebige Kübel mischst du 30 bis 40 Volumen-% Blähton unter die Kübelpflanzenerde, damit die Struktur stabil bleibt. Bei Blähton für Bauzwecke spielt der Salzgehalt keine entsprechende Rolle, deshalb nimmst du Ware für Pflanzen. Blähton nimmt höchstens 25 Volumen-% Wasser auf und besitzt nahezu keine Kationenaustauschkapazität. Er hält den Kübel also stabil und luftig, Wasser und Nährstoffe halten aber vor allem die organischen Bausteine.
Oliven im Kübel wachsen in hochwertiger, gut durchlässiger Kübelpflanzenerde mit Lava oder Blähtonsplitt. Für Kübeltomaten in torffreiem Substrat ist eine Grundgabe von etwa 5 g Hornmehl oder Horngrieß je Liter ein Beispielwert. Fruchtgemüse braucht auf Balkon und Terrasse Gefäße mit mindestens 10 l Substrat.
Saure Erde für Rhododendron, Heidelbeere und Hortensie
Rhododendron
Rhododendren bevorzugen überwiegend pH 4,5 bis 5,5. Ihre obere ToleranzBei Pflanzensorten bedeutet Toleranz: Die Pflanze wird von einer Krankheit oder einem Schaderreger zwar befallen, verkraftet das aber so gut, dass in der Regel keine Ertragseinbußen zu befürchten sind. reicht bis etwa pH 6,0. Gewöhnlicher Gartenkompost ist für sie ungeeignet, weil er Kalk enthält und typischerweise bei pH 6,5 bis 7,5 liegt. Beim Pflanzen mischst du doppelt so viel spezielles Rhododendronsubstrat wie Bodenaushub. Als saure organische Bausteine kommen kompostierte Rinde, verrottetes Laub und Nadelerde infrage.
Rindenhumus kann allerdings einen pH-Wert von 4,0 bis 7,0 haben. Wer für Rhododendron einfach mehr Rindenhumus untermischt, landet deshalb nicht sicher im sauren Bereich. Den pH-Wert misst du verlässlich mit einer kalibrierten Glas-Einstichelektrode, einfache Metallsonden und sehr trockenes Substrat können unzuverlässige Werte liefern. Gieße mit Regenwasser, denn hartes Gießwasser kann den pH-Wert im Substrat anheben.
SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft. nach Gefühl in eine zu basische Mischung streuen. Die Schwefelmenge zur pH-Absenkung eines Kultursubstrats muss eine Probesäuerung im Labor bestimmen. Weiches Gießwasser und ammoniumbetonte Düngung können den pH danach zusätzlich stark absinken lassen, deshalb kontrollierst du den Verlauf.
Heidelbeere im Kübel
Kulturheidelbeeren im Kübel brauchen ein saures Substrat mit etwa pH 4,0 bis 5,0 und kalkarmes Gießwasser. Mist und üblicher Gartenkompost sind für sie wegen des meist hohen Kalkgehalts ungeeignet. Der Kübel sollte mindestens 20 l fassen. Größere Gefäße von 50 bis 70 l sind günstiger. Ein Loch im Kübelboden ist nötig, damit überschüssiges Wasser abläuft.
Hortensie
Gartenhortensien bevorzugen einen leicht sauren, lehmig-humosen und wasserspeichernden Boden. Für die Blaufärbung geeigneter Sorten braucht das Substrat einen sauren Bereich von etwa pH 4 bis 5,5 und verfügbares Aluminium. Ab etwa pH 6,0 blühen umfärbbare Hortensien rosa. Nicht jede Sorte lässt sich überhaupt blau färben.
Erde für Teich, Sumpfbeet und Seerosen
Im naturnahen Teich genügt eine etwa 10 cm starke Schicht aus nährstoffarmem, gewaschenem Sand und Kies, organische Beimischungen bleiben draußen. Für ein reines Sumpfbeet kann dagegen lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde passen. Seerosen setzt du in steinfreien Untergrundlehm und deckst ihn mit Kies ab. Pflanzkörbe oder beschwerte Pflanzinseln ersparen dir die flächige Substratauflage.
So mische ich: Schritt für Schritt
- Kompost prüfen: Säe Kresse in Kompost und zum Vergleich in Gartenerde. Ist der Aufwuchs im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, lässt du ihn weiter reifen.
- Kompost sieben: Für Topfmischungen siebst du ihn auf etwa 10 bis 15 mm.
- Teile abmessen: Ich nehme für alle Bausteine dasselbe Gefäß und zähle die Füllungen mit.
- Mischen: Ich schütte alles in eine Mörtelwanne und wende es mit der Schaufel, bis die Farbe gleichmäßig ist.
- Dünger einarbeiten: Hornspäne oder Hornmehl mischst du vor dem Pflanzen unter die Erde, nicht erst danach.
- Beschriften: Ich schreibe Rezept und Datum auf jeden Eimer und jeden Sack.
Ich mische auf einer alten Plane im Freien und trage dabei Handschuhe. Reste fülle ich sofort in einen Sack, drücke die Luft heraus und binde ihn fest zu.
Gießen und Nachdüngen in der eigenen Mischung
Jedes Gefäß braucht ausreichend Abflusslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Im Balkonkasten legst du eine Drainageschicht von mindestens etwa 1 bis 2 cm an, in größeren Gefäßen fällt sie dicker aus. Nach starkem Regen leerst du angestautes Wasser aus dem Untersetzer. Beim Einfüllen bleibt ein Gießrand von 1 bis 2 cm unter dem Topfrand frei.
Torffreie Mischungen können oben trocken und weiter unten noch nass sein. Prüfe die Feuchte deshalb mit dem Finger tiefer im Topf oder über das Gefäßgewicht. Wie du den Wasserhaushalt über Substratwahl, Zuschlagstoffe und Bewässerung steuerst, vertieft ein eigener Ratgeber.
Holzfaserreiche Mischungen brauchen eher eine stickstoffbetonte Düngung, in kompostreichen rechnest du den enthaltenen Phosphor an. Hornspäne setzen ihren Stickstoff in kleinen Gefäßen verzögert frei, weil Mikroorganismen sie erst abbauen müssen. Es kann sinnvoll sein, die Nährstoffgabe je Pflanze unabhängig vom Gießrhythmus zu bemessen. Wie du Pflanzen in torffreier Erde gießt, düngst und umtopfst, steht im Pflege-Ratgeber.
Mischung lagern und alte Erde auffrischen
Eigener Kompost kann die Ausgaben für Dünger und Blumenerde verringern, die fertige Mischung hält sich aber nicht beliebig. Torffreie Mischungen lagerst du kühl und dunkel, weil sich bei Wärme ihre Eigenschaften verändern und der Salzgehalt innerhalb weniger Wochen steigen kann. Angebrochene Säcke verschließt du gut. Sichtbare Pilze oder ein kräftiger Geruch nach dem Öffnen können von Zersetzern stammen und bedeuten nicht automatisch, dass die Erde verdorben ist.
Krankheitsfreie Erde aus dem Vorjahr kannst du für Balkonkästen und Kübel bis etwa 30 l wiederverwenden. Mische sie dafür mit etwa einem Drittel frischer Erde. Langjährig genutzte, zusammengesackte oder stark verfilzte Substrate ersetzt du besser.
Erde aus Gefäßen mit wurzelfaulen oder an Wurzelfäule abgestorbenen Pflanzen verwendest du nicht wieder, auch nicht aufgefrischt.
