Substrate für Setzlinge: welche Erde von der Aussaat bis zum Auspflanzen passt
- Der Salzgehalt von Aussaaterde sollte unter 0,5 g/l liegen.
- Pikiererde darf bis 1,5 g/l Salz enthalten und soll leicht, gut durchlüftet, feucht und nährstoffarm sein.
- Topferde für Kübel und Blumenkästen liegt bei 2,5 bis 3 g/l und gehört deshalb nicht in die Saatschale.
- Vor dem Gießen prüfst du die Feuchte auch unter der Oberfläche, denn torffreie Erde kann oben trocken und tiefer noch nass sein.
- Für selbst gemischte Anzuchterde nimmst du reifen, eher nährstoffarmen Kompost und prüfst die Reife mit dem Kressetest.
- Erde aus Töpfen mit wurzelfaulen Pflanzen verwendest du nicht wieder.
Wer Samen in Erde für Kübel und Balkonkästen sät, setzt die Keimlinge in deutlich mehr Salz, als für Aussaaterde vorgesehen ist. Ich halte deshalb für jede Anzuchtphase eine eigene Erde bereit. Angebrochene Säcke beschrifte ich mit Inhalt und Öffnungsdatum, damit ich beim Säen und Pikieren sofort sehe, welcher Sack wofür gedacht ist.
Substrat ist der Oberbegriff für jede Erde und jede Mischung im Topf. Von der Saatschale bis zum Auspflanzen ändern sich die Ansprüche deiner Setzlinge, und die Erde wechselt mit.
Welche Erde braucht dein Setzling in welcher Phase?
Die Anzucht läuft in Stufen: Aussaaterde für die Keimung, PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. für die vereinzelten Sämlinge, danach Topferde oder das Beet. Diese Erden unterscheiden sich vor allem im Salzgehalt.
| Phase | Erde | Salzgehalt | Worauf es ankommt |
|---|---|---|---|
| Aussaat | Aussaaterde | unter 0,5 g/l | salzarm, feucht halten, nicht nass |
| Pikieren | Pikiererde | bis 1,5 g/l | leicht, gut durchlüftet, feucht, nährstoffarm, frei von Schädlingen und Krankheitskeimen |
| Weiterkultur in Kübel oder Kasten | Topferde für Kübel und Blumenkästen | 2,5 bis 3 g/l | Gefäß mit funktionierendem Wasserablauf |
Der Salzgehalt steigt also von Stufe zu Stufe. Füllst du Erde aus einer späteren Stufe in die Saatschale, liegt sie über dem Wert, der für Aussaaterde gilt.
Lies auf dem Sack außerdem den Verwendungszweck. Gute Blumenerde bringt eine Nährstoffversorgung und einen pH-Wert mit, die zur vorgesehenen Pflanzengruppe passen.
Was macht gute Anzuchterde aus?
Gute Erde bleibt ausreichend belüftet und strukturstabil, auch wenn du sie während der ganzen Anzucht feucht hältst. Zur Erde gehört das passende Gefäß. Saatschalen und Anzuchttöpfe brauchen einen funktionierenden Wasserablauf, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann und keine Staunässe entsteht. Ich nehme für die Anzucht deshalb nur Gefäße mit Abzugsloch.
Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost, KokosfasernKokosfasern sind die Fasern aus der Umhüllung der Kokosnuss, die bei deren Verarbeitung anfallen. Als torffreier Bestandteil von Blumen- und Pflanzerden sorgen sie für viel Luft im Substrat, halten aber weniger Wasser als Torf. und KokosmarkKokosmark sind die feinen Bestandteile zwischen den Fasern der Kokosnusshülle. Der Reststoff aus der Kokosverarbeitung wird als Torfersatz in torffreien Erden verwendet, weil er ähnlich viel Wasser hält und ähnlich luftig ist wie Torf. können Torf in Substratmischungen ersetzen. Achte beim Kauf auf das genaue Wort, denn als torfreduziert oder torfarm bezeichnete Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Was die einzelnen Bestandteile leisten, erklärt der Ratgeber zu Düngen und Boden im Abschnitt Erden und Substrate mit Erdwahl, Torfersatz und Bestandteilen.
Wie bereitest du Aussaaterde und Saatschale vor?
Für die Aussaat nehme ich frische Aussaaterde, weil sie salzarm ist. Vor dem Befüllen feuchte ich sie in einer Wanne an und knete sie durch, bis sie gleichmäßig feucht ist. Drückst du eine Probe in der Faust zusammen und es läuft Wasser heraus, ist sie zu nass. Dann mischst du trockene Erde unter und prüfst noch einmal.
Gefäß mit Abzugsloch bereitstellen, angefeuchtete Erde locker einfüllen, leicht andrücken, Oberfläche glatt streichen und oben Platz zum Gießen lassen.
Lichtkeimer drückst du nur an und bedeckst sie nicht mit Erde. Kresse gehört dazu, ihre Saattiefe liegt bei 0 bis 0,5 cm. Lavendel säst du genauso flach, auch seine Saattiefe liegt bei 0 bis 0,5 cm. Verteile die Samen so, dass sie nicht aufeinanderliegen, denn beim Pikieren hebst du jeden Sämling einzeln heraus.
Saatschalen mit feinem Saatgut gieße ich von unten. Dazu stelle ich sie in eine Wanne mit Wasser, bis sich die Oberfläche dunkel färbt, und nehme sie dann wieder heraus.
Wie warm muss die Saatschale stehen?
Wie warm es sein muss und wie lange du auf die Keimlinge wartest, hängt von der Art ab.
| Art | Keimtemperatur, Untergrenze | Keimtemperatur, Obergrenze | Keimdauer |
|---|---|---|---|
| Kresse | 8 bis 20 °C | 20 bis 22 °C | 2 bis 5 Tage |
| Lavendel | 15 bis 20 °C | 20 bis 25 °C | 10 bis 28 Tage |
Als Beispielwerte für die Jungpflanzenanzucht gelten 18 °C Keimtemperatur bei Kopfsalat und 25 °C bei Paprika.
Lavendel keimt erst nach 10 bis 28 Tagen und verträgt keine Staunässe. Du prüfst die Feuchte also über die ganze Keimzeit, auch wenn in der Schale noch nichts zu sehen ist.
Reste aus Kübel oder Balkonkasten in die Saatschale füllen. Topferde für Kübel und Blumenkästen liegt bei 2,5 bis 3 g/l Salz, Aussaaterde sollte unter 0,5 g/l bleiben.
Wann pikierst du und in welche Erde?
Beim Pikieren holst du die Sämlinge aus der dichten Saatschale und setzt sie einzeln in eigene Töpfe. Gemeinsam ausgesäte Paprika und Chili vereinzelst du, wenn sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter bilden. Bei anderen Arten achte ich ebenfalls auf die ersten Laubblätter nach den Keimblättern.
Pikiererde soll leicht, gut durchlüftet, feucht und nährstoffarm sein, dazu frei von Schädlingen und Krankheitskeimen. Mit bis zu 1,5 g/l darf sie mehr Salz enthalten als Aussaaterde.
So gehe ich beim Pikieren vor:
- Ich feuchte die Pikiererde an und fülle die Töpfe locker.
- Mit dem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. lockere ich die Erde in der Saatschale und hebe den Sämling heraus.
- Dabei fasse ich ihn am Keimblatt an und nie am Stängel.
- Im neuen Topf steche ich ein Pflanzloch, setze die Wurzel ohne Knick hinein und drücke die Erde leicht an.
- Zum Schluss gieße ich an und stelle die Töpfe nicht in die pralle Sonne, bis die Sämlinge wieder straff stehen.
Pikiererde ist bewusst nährstoffarm. Willst du nachdüngen, dosierst du nach Packungsangabe und gibst die Lösung auf feuchte Erde.
Wie gießt du Setzlinge ohne Staunässe?
Setzlinge brauchen Erde, die feucht ist, aber nicht nass. Vor dem Gießen stecke ich einen Finger in die Erde und fühle, ob sie unter der Oberfläche noch feucht ist. Gerade torffreie Erde kann oben schon trocken sein, während es tiefer im Topf noch nass ist. Wasser, das nach dem Gießen im Untersetzer steht, gieße ich ab. Wie Substratwahl und Zuschlagstoffe den Wasserhaushalt im Topf beeinflussen, vertieft ein eigener Ratgeber.
Sichtbare Pilze auf der Erde heißen nicht automatisch, dass deine Setzlinge krank sind. Solche Pilze können Zersetzer sein, die abgestorbene organische Bestandteile der Erde abbauen.
Anders bei Kresse, die du als Jungpflanze erntest: Schimmelt die Anzucht, ist sie nicht mehr nutzbar. Kresse wächst für die Jungpflanzenernte auch auf feuchter Watte oder feuchtem Küchenpapier, und welches Substrat Kresse sonst braucht, steht im Kresse-Ratgeber.
Kannst du Anzuchterde selbst mischen?
AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an. kannst du aus Quarzsand, Kompost und Gartenerde selbst herstellen.
Für eine torffreie Anzuchterde mischst du zwei Teile Quarzsand, einen Teil reifen, eher nährstoffarmen Kompost und einen Teil Gartenerde.
Der Kompost muss reif sein. Ob er so weit ist, zeigt dir der KressetestDer Kressetest zeigt dir, ob dein Kompost reif ist: Du säst Kresse auf eine Kompostprobe und zum Vergleich auf Gartenerde. Werden die Kresseblätter auf dem Kompost gelb oder braun, ist er noch zu frisch..
Für den Kressetest säst du Kresse in eine Schale mit Kompost und zum Vergleich in eine Schale mit Gartenerde. Wächst sie im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, braucht er noch Zeit zum Reifen.
Im Gartenkompost werden ausreichende RottetemperaturenDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. oft nicht durchgehend erreicht, deshalb tötet er Krankheitserreger nicht zuverlässig ab. Pikiererde soll aber frei von Krankheitskeimen sein, und eine Mischung mit eigenem Gartenkompost kann das nicht sicher zusagen. Für meine eigene Mischung siebe ich den Kompost und nehme nur Kompost, der den Kressetest bestanden hat.
Wie du Substrate für verschiedene Pflanzenarten selbst mischst, zeigt eine eigene Anleitung mit Rezepten. Quarzsand ist ein mineralischer Bestandteil, Kompost ein organischer, und worin sich mineralische und organische Substrate unterscheiden, erklärt ein Vergleich.
Angebrochene Erde, die länger gelagert wurde, kann sich in Salzgehalt, pH-Wert und Struktur verändert haben. Solche Reste mische ich frischer Erde bei.
Erde aus Töpfen mit wurzelfaulen Pflanzen verwendest du nicht wieder, auch nicht als Beimischung.
Welche Erde kommt nach dem Abhärten?
Beim Abhärten gewöhnst du die Jungpflanzen draußen an Sonne, Wind und Wetter. Die Erde bleibt in dieser Phase dieselbe, neues Substrat bekommen sie erst im endgültigen Gefäß oder im Beet. Prüf die Feuchte draußen genauso mit dem Finger wie auf der Fensterbank, und leere die Untersetzer nach Regen.
Bleiben die Pflanzen im Gefäß, ist Topferde für Kübel und Blumenkästen die nächste Stufe. Für Fruchtgemüse auf Balkon und Terrasse sollte das Gefäß mindestens 10 l Substrat fassen. Auch dieses Gefäß braucht einen funktionierenden Wasserablauf.
Im Beet richtest du den Termin nach der Kultur. Paprika setzt du üblicherweise nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. Mitte Mai ins Freiland, bei stabil mildem Wetter gegebenenfalls etwas früher. Den Boden bearbeitest du erst, wenn er nicht mehr zu feucht ist. Mit dem Mulchen wartest du, bis Gemüsepflanzen ungefähr 10 cm hoch sind, Saatrillen und kleine Jungpflanzen bleiben frei. Bei Tomaten, Kürbis und Bohnen soll sich der Boden erst erwärmen, deshalb bekommen diese wärmeliebenden Gemüse ihren Mulch erst ab Mai oder Juni.
Wenn du dein Beet mit Zehrer-Einstufung und Anbaupausen planen willst, hilft dir der Beetplaner. Welche Nachbarn im Beet zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer.
