Pflanzerde richtig mischen: Bestandteile und Merkmale einer guten Mischung
- Eine erprobte torffreie Mischung besteht aus je etwa 25 % Holzfasern, Kokosmark, Rindenhumus und gütegesichertem Kompost.
- Selbst gemischte Blumenerde sollte höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost enthalten.
- In die Mischung gehört Rindenhumus, nicht Rindenmulch; sein pH-Wert kann zwischen 4,0 und 7,0 liegen.
- Blähton, Bims oder Splitt stützen die Struktur von mehrjährig genutzter Kübelerde.
- Für Kultursubstrate außerhalb der Moorbeetkulturen gilt ein pH-Bereich von 5,0 bis 6,5.

Eine selbst gemischte Pflanzerde entscheidet mit, ob Wurzeln Luft bekommen, ob überschüssiges Wasser abläuft und ob die Nährstoffe zur Pflanze passen. Greifst du zur falschen Zutat, kann die Erde im Kübel zusammensacken, unten nass bleiben oder zu wenig Stickstoff liefern. Bevor ich mische, kläre ich drei Fragen: Für welche Pflanze ist die Erde, wie reif ist mein Kompost, und steht auf dem Rindensack wirklich Rindenhumus?
Hier geht es um die organischen und mineralischen Bestandteile, um bewährte Mischungen und um die Merkmale, an denen du eine gute Erde erkennst.
Was muss eine gute Pflanzerde leisten?
Ein Kultursubstrat gibt den Wurzeln Halt und stellt Luft und Wasser bereit. Es speichert Nährstoffe, gibt sie wieder ab und puffert den pH-Wert. Dafür braucht die Mischung kleine Poren, die Wasser halten, und größere Poren, durch die Wasser abzieht und Luft nachkommt. Diese Struktur soll möglichst dauerhaft erhalten bleiben.
Reine Gartenerde schafft das im Gefäß schlecht, weil sie beim Wässern verschlämmen und verdichten kann. Als Zutat taugt sie trotzdem, zum Beispiel in Anzucht-, Kräuter- und Freilandmischungen. Was am Ende in die Wanne kommt, richtet sich nach der Pflanze: Wasser- und Luftkapazität, StrukturstabilitätStrukturstabilität beschreibt, wie dauerhaft eine Blumenerde oder ein Substrat locker bleibt. Strukturstabile Erde gibt den Wurzeln Halt, ohne mit der Zeit zusammenzusacken oder zu verdichten., pH-Wert sowie Salz- und Nährstoffgehalt müssen zur Kultur passen. Wie Struktur, Chemie und Bodenleben der Erde das Wurzelwachstum beeinflussen, vertieft ein eigener Ratgeber.
Welche organischen Bestandteile gehören hinein?
Organische Bestandteile werden kombiniert, um Luftführung, Wasserspeicherung, pH-Stabilität und Nährstoffangebot aufeinander abzustimmen. Kein einzelner Stoff deckt alles ab, deshalb lohnt der Blick auf jede Zutat.
Torf ersetzen in geeigneten Mischungen Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost und Kokosmaterialien. Beim Zukauf zählt das genaue Wort, denn als torfreduziert bezeichnete Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Warum Torfabbau Moore zerstört und wie du die Angaben auf dem Sack liest, steht im Abschnitt Erden und Substrate im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost.
Kompost
Kompost liefert Pflanzennährstoffe und organische Substanz zugleich. In eine selbst gemischte Erde gehört nur reifer Kompost, und den prüfst du mit dem KressetestDer Kressetest zeigt dir, ob dein Kompost reif ist: Du säst Kresse auf eine Kompostprobe und zum Vergleich auf Gartenerde. Werden die Kresseblätter auf dem Kompost gelb oder braun, ist er noch zu frisch.. Dafür säst du Kresse in den Kompost und zum Vergleich in Gartenerde. Wächst sie im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, braucht er noch Reifezeit.
Mehr Kompost ist nicht automatisch besser. Reiner Kompost kann Keimlingswurzeln wegen seiner hohen Nährsalzkonzentration Wasser entziehen. Er kann außerdem hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzwerte in die Mischung tragen. Ich siebe Kompost für Topferden ab, bevor er in die Wanne kommt, und gebe die groben Reste zurück auf den Haufen.
Selbst gemischte Blumenerde sollte höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost enthalten. Bei Zimmerpflanzen gilt eine Obergrenze von etwa 20 Volumen-% Kompost. Als Bestandteil von Blumenerde siebst du ihn auf etwa 10 bis 15 mm ab.
Für Rhododendron, Azaleen und Heidelbeeren eignet sich Gartenkompost nicht, weil er den pH-Wert erhöht. Orchideen und Farne sollten gar keinen Kompost bekommen. Auch für Zitruspflanzen sind selbst gemischte komposthaltige Substrate wegen ihres häufig hohen pH-Werts oft ungeeignet.
Rindenhumus statt Rindenmulch
Rindenhumus entsteht aus kompostierter, zerkleinerter und nach Korngrößen sortierter Rinde. Rindenmulch ist dagegen ein Abdeckmaterial und kein gleichwertiger Substratbestandteil. Wegen seiner wachstumshemmenden GerbstoffeGerbstoffe sind natürliche Inhaltsstoffe von Pflanzen, die zum Beispiel reichlich in Baumrinde stecken. Im Garten begegnen sie dir vor allem im Rindenmulch, wo sie das Wachstum von Gemüse, aber auch von Unkraut hemmen. gehört er nicht einmal als Mulch ins Gemüsebeet. Erst die Kompostierung baut diese Gerbstoffe und Phenole ab, deshalb kann Rindenmulch den Rindenhumus in einer Pflanzerde nicht ersetzen.
Rindenhumus speichert weniger Wasser als Torf, solche Mischungen musst du unter Umständen häufiger gießen. Er hat ungefähr die doppelte Rohdichte von Weißtorf und macht eine Mischung schwerer. Gegenüber Grüngutkompost enthält er meist weniger Nährstoffe und kann Stickstoff leichter festlegen. Ausgereifter, substratfähiger Rindenhumus bindet allerdings nur noch wenig Stickstoff. Beim Kauf zeigt das Gütezeichen Rinde für Pflanzenbau eine geprüfte Qualität an.
Bei hohen Rindenhumusanteilen vermeidest du pH-Werte unter 6. Sonst kann eine erhöhte Manganaufnahme einen Eisenmangel auslösen.
Rindenhumus macht die Erde sauer? Darauf kannst du dich nicht verlassen. Rindenhumus aus kompostierter Rinde kann einen pH-Wert von 4,0 bis 7,0 haben. Wie gütegesicherter Kompost kann er sogar hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzgehalte mitbringen. Für eine saure Rhododendronmischung ist er deshalb keine Garantie, dort entscheidet die Messung.
Holzfasern
Holzfasern können Torf in Substratmischungen ersetzen. Bei ihnen musst du auf den Stickstoff achten, denn beim mikrobiellen Abbau kann er vorübergehend gebunden werden. Dann fehlt er den Pflanzen trotz vorhandener Grunddüngung. Bei einem hohen Holzfaseranteil kann deshalb mehr Stickstoffdüngung nötig sein als bei deiner bisherigen Erde. Grobe, holzreiche Mischungen musst du oft häufiger und in kleineren Portionen gießen.
Kokosmark und Kokosfasern
Bei Kokos kommt es auf die Form an. KokosmarkKokosmark sind die feinen Bestandteile zwischen den Fasern der Kokosnusshülle. Der Reststoff aus der Kokosverarbeitung wird als Torfersatz in torffreien Erden verwendet, weil er ähnlich viel Wasser hält und ähnlich luftig ist wie Torf. speichert mehr Wasser, KokosfasernKokosfasern sind die Fasern aus der Umhüllung der Kokosnuss, die bei deren Verarbeitung anfallen. Als torffreier Bestandteil von Blumen- und Pflanzerden sorgen sie für viel Luft im Substrat, halten aber weniger Wasser als Torf. verbessern vor allem die Luftversorgung der Mischung. Torffreie Substrate kombinieren solche Ersatzstoffe gezielt mit Holzfasern, Rindenhumus und Kompost, damit sich Luft-, Wasser- und Nährstoffhaushalt ausgleichen.
Unverrottetes Stroh oder frische Holzhäcksel landen direkt in der Erde. Beim Abbau strohiger oder holziger Materialien können Mikroorganismen dem Boden Stickstoff entziehen. Bei mir wandert solches Material deshalb zuerst auf den Kompost.
Welche mineralischen Bestandteile gehören hinein?
Mineralische Zuschläge wie Bims, Splitt und Blähton erhöhen die Strukturstabilität einer Erde. Das zählt vor allem bei Kübelpflanzen, die mehrere Jahre im selben Topf stehen. Ohne stabile Struktur drohen dort Verdichtung und VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. im unteren Gefäßbereich.
Sand
Quarzsand ist eine typische Zutat in Anzucht- und Kräutermischungen. Mehr Durchlässigkeit bringt er aber nicht automatisch. Sand kann leichte Substratbestandteile zusammendrücken und dadurch Feinporen und Wasserkapazität der Mischung erhöhen. Mischst du ihn nur für einen besseren Abfluss in eine lockere organische Erde, hältst du damit womöglich mehr Wasser im Topf. In Mischungen für Kakteen und andere Zimmer-Sukkulenten kommt grober Sand zum Einsatz.
Blähton, Bims, Splitt und Lava
Blähton gibt Kübel- und Gehölzsubstraten dauerhaft Struktur. Für langlebige Mischungen mischst du 30 bis 40 Volumen-% Blähton bei. Selbst bei kleiner Körnung nimmt er höchstens 25 Volumen-% Wasser auf. Anders als ungebrannter Ton hat er nahezu keine Kationenaustauschkapazität, Nährstoffe hält er also kaum fest. Nimm Blähton, der für Pflanzen gedacht ist und die RAL-Höchstwerte einhält, denn bei Ware für Bauzwecke spielt der Salzgehalt keine Rolle.
Bims und Splitt verbessern die Strukturstabilität ebenfalls. Lava findest du etwa in Mischungen für Oliven und Kakteen. Für Oliven im Kübel eignet sich durchlässige Kübelpflanzenerde mit Lava oder Blähtonsplitt. Topfkakteen aus Trockengebieten brauchen ein rasch abtrocknendes Substrat aus Blähton, Lava und Bims mit organischen Komponenten.
Perlit und Vermiculit
Perlit ist strukturstabil und kann in der Balkonkastenmischung den gebrochenen Blähton ersetzen. Blähvermiculit ist dagegen mechanisch wenig stabil. Er kann sich selbst wassergesättigt noch trocken anfühlen. Wer damit mischt, verlässt sich beim Gießen deshalb nicht auf das Gefühl an der Oberfläche.
Ton
Tonminerale binden wie Huminstoffe positiv geladene Nährstoffionen und geben sie durch Ionenaustausch wieder ab. Auch tonhaltige Substrate puffern den pH-Wert aber nur begrenzt. Gießt du mit hartem Wasser, kann der pH-Wert der Mischung steigen. Wie pH-Wert und Kationenaustausch die Nährstoffverfügbarkeit in der Erde steuern, erklärt der Ratgeber zur Nährstoffversorgung.
Welche Mischungen haben sich bewährt?
Die folgenden Mischungen sind Beispiele für bestimmte Zwecke. Die torffreie Grundmischung eignet sich zum Beispiel weder als Rhododendron- noch als Aussaaterde. Mit Teilen sind Raumteile gemeint, die du mit demselben Gefäß abmisst.
| Zweck | Mischung |
|---|---|
| Torffreie Grundmischung | je etwa 25 % Holzfasern, Kokosmark, Rindenhumus und gütegesicherter Kompost |
| Freiland-Pflanzsubstrat | je ein Drittel Gartenerde, Kompost und Rindenhumus |
| Balkonkasten | bis zu 30 % vollständig verrotteter Kompost, der Rest zu gleichen Teilen Rindenhumus, Kokosfaser und gebrochener Blähton oder Perlit |
| Kräuter und anspruchslose Stauden | je ein Teil Quarzsand, Gartenerde und reifer Kompost |
| Mediterrane Kräuter im Gefäß | ein Drittel Kompost, zwei Drittel mineralische Bestandteile wie Ziegelsplitt, Vulkangestein oder Blähtonbruch |
| Kakteen und Zimmer-Sukkulenten | ein Teil Blumenerde, ein Teil grober Sand |
| Anzuchterde | zwei Teile Quarzsand, ein Teil reifer, eher nährstoffarmer Kompost, ein Teil Gartenerde |
| Rhododendron beim Pflanzen | ein Teil Bodenaushub, zwei Teile spezielles Rhododendronsubstrat |
Ich mische in einer großen Wanne und messe jeden Teil mit demselben Eimer ab. Zuerst kommen die mineralischen Zuschläge hinein, darauf die organischen Bestandteile. Dann wende ich alles mit der Schaufel, bis ich keine Nester einer einzelnen Zutat mehr sehe.
Wie du nährstoffreiche Pflanzerde aus Kompost, Sand und weiteren Zutaten selbst mischst, zeigt die ausführliche Anleitung dazu.
Woran erkennst du eine gute Mischung?
Struktur und Wasserhaushalt
Gute Erde bleibt ausreichend belüftet und strukturstabil. Ihr Wasser- und Lufthaushalt passt zur Pflanze, die darin wachsen soll. Torffreie Mischungen haben eine Eigenheit: Die Oberfläche kann schon trocken sein, während die Erde unten im Gefäß noch nass ist. Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelraum. Wer nur oben fühlt und dann gießt, riskiert also genau diese Nässe. Ich hebe meine Kübel vor dem Gießen kurz an und prüfe am Gewicht, wie viel Wasser noch drin ist.
Keine Mischung ersetzt einen Wasserabzug. Pflanzgefäße brauchen Ablauflöcher, damit überschüssiges Wasser entweichen kann. Wie du schlechte Drainage in Beet und Hochbeet erkennst und behebst, behandelt ein eigener Ratgeber.
pH-Wert
Für Kultursubstrate außerhalb der Moorbeetkulturen gilt ein anzustrebender pH-Bereich von 5,0 bis 6,5. Mischungen mit Rindenhumus sollten eher im oberen Teil dieses Bereichs liegen. In torffreien Substraten mit manganreichen Bestandteilen wie Rindenhumus können sonst schon bei pH 5,0 bis 5,5 Eisenmangelchlorosen auftreten. Einige Pflanzengruppen brauchen eine saurere Erde:
| Pflanzen | pH-Wert der Erde |
|---|---|
| Kultursubstrate ohne Moorbeetpflanzen | 5,0 bis 6,5 |
| Rhododendron im Kübel, die meisten Sorten | 4,5 bis 5,5, obere Erweiterung bis 6,0; kalktolerante Unterlagen gesondert beurteilen |
| Zitruspflanzen im Kübel | 5,0 bis 5,5 |
| Kulturheidelbeeren im Kübel | etwa 4,0 bis 5,0, dazu kalkarmes Gießwasser |
Direkt im Substrat misst du mit einer geeigneten Glas-Einstichelektrode, die du mit Pufferlösungen bei pH 4 und pH 7 kalibrierst. Einfache Metallsonden und sehr trockenes Substrat können unzuverlässige Werte liefern. Messungen in Wasser und in Calciumchloridlösung können um bis zu eine pH-Stufe auseinanderliegen, der Wasserwert ist dann der höhere.
Salzgehalt
Je jünger die Pflanze, desto salzärmer sollte ihre Erde sein. Für die einzelnen Erden gelten diese Werte:
| Erde | Salzgehalt |
|---|---|
| Aussaaterde | unter 0,5 g/l |
| PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. | bis 1,5 g/l |
| Topferde für Kübel und Blumenkästen | 2,5 bis 3 g/l |
Kompost bringt Nährsalze mit. Der Kompostanteil in Anzuchterde liegt wegen Salz- und Nährstoffgehalt meist bei höchstens 20 Volumen-%. Für die Anzuchtmischung aus der Tabelle oben nimmst du deshalb ausdrücklich reifen, eher nährstoffarmen Kompost.
Nährstoffe und Stickstoff
Die Nährstoffversorgung muss zur Pflanzengruppe passen. Kompostreiche torffreie Mischungen können viel Phosphor und Kalium enthalten. Mit Holzfasern können sie zugleich an pflanzenverfügbarem Stickstoff verarmen. Holzreiche Erden brauchen eher eine stickstoffbetonte Düngung, bei kompostreichen rechnest du den enthaltenen Phosphor an.
Hornspäne oder Hornmehl für torffreie Gefäßerde mischst du schon vor dem Pflanzen unter. Hornmehl setzt seine Nährstoffe wegen der feineren Vermahlung schneller frei als Hornspäne. In kleinen Gefäßen kann die Wirkung fester organischer Dünger verzögert und unzureichend einsetzen, weil Mikroorganismen sie erst abbauen müssen. Welche Aufgaben Stickstoff, Phosphor, Kalium und Spurenelemente in der Pflanze haben, erklärt der Überblick zu Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt Nährstoffe.
Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten typischerweise 10 bis 14 % GesamtstickstoffGesamtstickstoff ist die gesamte Stickstoffmenge im Boden. Dazu gehören der kleine mineralische Anteil (Nitrat und Ammonium), den Pflanzen direkt aufnehmen können, und der größere Teil, der in organischen Verbindungen gebunden ist., der nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar ist. Pflanzt du Kübeltomaten in torffreies Substrat, dient eine Grundgabe von etwa 5 g Hornmehl oder Horngrieß je Liter Substrat als Beispielwert. Für Pelargonien beim Umtopfen dienen 4 g Hornspäne je Liter Substrat als Beispiel für eine organische Grunddüngung.
Geruch, Pilze und Gütezeichen
Ein intensiver Geruch frisch geöffneter Erde kann von mikrobieller Aktivität stammen. Verdorben ist sie deshalb nicht automatisch. Viele Pilze in Blumenerde zersetzen organische Bestandteile und sind für die Pflanzen unbedenklich.
Für zugekaufte Erde und Bestandteile hilft das RAL-Gütezeichen. Es steht für regelmäßige unabhängige Prüfungen, unter anderem von pH-Wert, Nährstoffversorgung, Unkrautsamenfreiheit und Struktur. Bei gütegesichertem Kompost dokumentiert ein Prüfzeugnis die Analysen der jeweiligen Charge.
Bevor eine Mischung in den Topf kommt, gehe ich diese Punkte durch:
- Ist der Kompost reif und abgesiebt?
- Steht auf dem Sack Rindenhumus und nicht Rindenmulch?
- Passt der Kompostanteil zur Pflanze?
- Liegt der pH-Wert im Bereich der Kultur?
- Braucht eine holzfaserreiche Mischung zusätzlichen Stickstoff?
- Hat das Gefäß Abzugslöcher?
Pflanzerde oder Blumenerde?
Die Namen auf dem Sack überschneiden sich: Aufbereitete Rindenkultursubstrate werden sowohl als Blumenerde als auch als Pflanzerde angeboten. Die Bezeichnung Kultursubstrat garantiert keinen bestimmten Nährstoffgehalt, deshalb liest du die Deklaration. Worin sich Pflanzerde und Blumenerde unterscheiden und welche du wofür nimmst, klärt ein eigener Ratgeber.
Und im Beet, mit alter Erde und beim Lagern?
Wie du Pflanzerde in Gemüsebeet, Blumenbeet, Hochbeet und Rasen einsetzt und wann du Spezialerde brauchst, behandelt der Ratgeber zum Garteneinsatz. Eigener Kompost als Zutat kann dabei Ausgaben für Dünger und Blumenerde verringern.
Für Balkonkästen und Kübel bis etwa 30 Liter kannst du krankheitsfreie Vorjahreserde aufbereiten. Dazu mischst du sie mit etwa einem Drittel frischer Erde. Substrat aus Gefäßen mit wurzelfaulen Pflanzen verwendest du nicht wieder. Wie du Erde für Topfpflanzen auswählst, einfüllst und erneuerst, steht im Ratgeber für Gefäße.
Übrige Erde lagerst du kühl, dunkel und trocken in gut verschlossenen Säcken. Torffreie Erde verwendest du möglichst bald, weil sich bei Wärme ihre Eigenschaften verändern und der Salzgehalt steigen kann. Ich beschrifte angebrochene Säcke mit dem Datum, an dem ich sie geöffnet habe. Gelagerte Erde kann salziger werden, und Aussaaterde sollte unter 0,5 g/l Salz bleiben. Für Aussaaten nimmst du deshalb frische Anzuchterde statt alter Reste.
Welche Annahmen über Pflanzerde zu Dünger, jährlichem Austausch und Torf nicht stimmen, prüft der Faktencheck. Wie du Pflanzerde und Beetboden von Frühjahr bis Winter pflegst, zeigt der Saisonratgeber.
