Bewässerungsvliese: Wie sie funktionieren und wie du sie zum Wassersparen verlegst
- Ein Bewässerungsvlies ist keine Wasserquelle: Tropfrohr, Reservoir, Regen oder Gießkanne liefern das Wasser.
- Bei einer Bauart der Unterflurbewässerung sind Tropfrohre in Geotextilmatten eingebettet, die im Wurzelraum liegen.
- Über einer Unterflurbewässerung ist tiefe Bodenbearbeitung ausgeschlossen, und Fehler sind schwerer zu finden.
- Ein Filter schützt die Tropfer vor Verstopfung und Verkalkung.
- Frisch bepflanzte Kästen mit Wasserspeicher gießt du von oben, bis die Pflanzen eingewurzelt sind.
- Ob du Wasser sparst, zeigt erst die Messung der ausgebrachten Menge.
Auf ausgetrockneter Erde kommt Gießwasser schlecht bei den Wurzeln an. Der Boden nimmt es dann schlechter auf, und ein harter Strahl kann die Oberfläche verschlämmen. Ein Bewässerungsvlies soll das Wasser deshalb in den Wurzelraum oder ins SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. bringen. Ich schaue mir bei jedem Vlies zuerst an, woher sein Wasser kommt. Davon hängt ab, wie du es verlegst und ob du damit wirklich sparst.
Wie funktioniert ein Bewässerungsvlies?
Ein Bewässerungsvlies ist ein saugfähiges Textil, das Wasser von einer Quelle zu den Pflanzen weiterleitet. Selbst liefert es kein Wasser. Die Zufuhr kommt aus einem Tropfrohr, aus einem Reservoir, vom Regen oder aus deiner Gießkanne. Im Garten begegnen dir vor allem zwei Bauarten.
Die Unterflurmatte mit eingebettetem Tropfrohr
Bei einer Bauart der Unterflurbewässerung sind Tropfrohre in Geotextilmatten eingebettet und versorgen diese mit Wasser. Die Matte liegt im Boden, sodass das Wasser direkt im Wurzelraum ankommt und nicht erst über die Oberfläche laufen muss. Die Lage unter der Erde hat zwei Nachteile: Die Fehlersuche wird schwieriger, und tiefe Bodenbearbeitung ist über der Anlage ausgeschlossen.
Geotextil ist ein technisches Textil für den Einsatz im Boden. In der Unterflurmatte nimmt es das Wasser auf, das aus dem eingebetteten Tropfrohr austritt.
Der Docht im Topf und Balkonkasten
In Bewässerungsgefäßen läuft das Wasser von unten nach oben. Ein Docht oder eine substratgefüllte Verbindung transportiert es aus einem Reservoir ins Substrat. Nachgefüllt wird dann vor allem das Reservoir.
Was ein Vlies nicht übernimmt
Wie viel Wasser deine Pflanzen brauchen, hängt von Pflanzenart und Sorte, Witterung, Substrat sowie Sonne und Wind am Standort ab. Das Vlies leitet weiter, was ankommt, die Menge bestimmst du weiterhin selbst. Auch der Boden bleibt wichtig: Sandige oder flachgründige Böden erfordern häufigeres Gießen. Kompost oder GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet. erhöhen den HumusgehaltHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält. und verbessern, wie der Boden Wasser aufnimmt und speichert.
Ein Vlies, das nur auf dem Beet aufliegt, bringt ohne Gießen oder Regen ebenfalls kein Wasser an die Wurzeln. Wie du Folien und Vliese auf dem Beet verlegst, befestigst und pflegst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Wo passt ein Bewässerungsvlies, und wo nicht?
Die Unterflurmatte passt zu Flächen, die du über Jahre nicht umgräbst. Herbstliches Umgraben ist vor allem bei schweren Böden sinnvoll, und über einer Unterflurbewässerung ist tiefe Bodenbearbeitung ausgeschlossen. Wer sein Gemüsebeet im Herbst umgräbt, legt die Matte deshalb besser in eine Dauerpflanzung. In Staudenbeeten ziehst oder stichst du Unkraut ohnehin gezielt aus, weil flächiges Hacken die Entwicklung der Stauden stört.
Welche Flächen dauerhaft bepflanzt bleiben und welche du jedes Jahr neu bestellst, legst du vor dem Einbau im Planer für Beetflächen und Anbaupausen fest. Wie du Blatt-, Frucht- und Wurzelgemüse jeweils gießt, erklärt der Ratgeber zur Bewässerung von Gemüsepflanzen nach Art.
Weitere Fälle im Überblick:
- Mediterrane Kräuter: MehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Arten wie Lavendel, Salbei und Thymian überstehen sommerliche Trockenperioden häufig ohne zusätzliche Bewässerung. Ein Kräuterbeet mit diesen Arten muss nicht an die Matte.
- Beete unter Bäumen und Sträuchern: Die Gehölze nehmen ebenfalls Wasser auf. Das rechnest du bei der Wassermenge für die Unterpflanzung mit ein.
- Rasen: Regner sind vor allem für Rasenflächen gedacht, Tropfbewässerung eignet sich für Beete und Kübelpflanzen.
- Töpfe, Kästen und HochbeeteEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche.: In Gefäßen arbeitet der Docht aus dem Reservoir, im Hochbeet auch die Matte. Beides beschreibe ich weiter unten.
Welches System insgesamt zu Gartengröße, Boden und Budget passt, vergleicht der Ratgeber von der Gießkanne über den Tropfschlauch bis zur smarten Anlage.
Unterflurmatte verlegen: so gehst du vor
Kleine Bewässerungssysteme für einzelne Beete kannst du selbst installieren. Für eine komplette Gartenbewässerung empfiehlt sich ein Fachbetrieb. Für ein einzelnes Staudenbeet gehst du so vor:
- Boden vorbereiten. Betritt und bearbeite den Boden nicht, solange er zu nass ist, weil dabei neue Verdichtungen entstehen können. Wurzelunkräuter ziehst oder gräbst du vollständig aus, denn zurückbleibende Wurzelstücke treiben erneut aus.
- Matte in den Wurzelraum legen. Die Matte gehört in den Wurzelraum der Pflanzen, die sie versorgen soll. Wie tief sie liegt und wie du die Bahnen anordnest, gibt der Hersteller deines Systems vor.
- Filter einbauen. Tropfer können verstopfen oder verkalken, deshalb braucht Tropfbewässerung einen Filter. Bei der Matte kommt hinzu, dass du Fehler unter der Erde schwerer findest, sodass ein verstopfter Tropfer dort länger unbemerkt bleibt.
- Druck abgleichen. Der erforderliche Betriebsdruck hängt vom jeweiligen System ab. Lies vor dem Anschluss die Angabe des Herstellers.
- Probelauf machen. Lass das System laufen, bevor du die Fläche schließt und bepflanzt. Prüfe dabei die Feuchte an mehreren Stellen.
Schließt du eine unterirdische Anlage fest an die Trinkwasserleitung an, muss ein Fachunternehmen beurteilen, welche Sicherungseinrichtung die Trinkwasserinstallation schützt. Speist du Regenwasser ein, hältst du Regen- und Trinkwassersystem getrennt: Eine geeignete Sicherungseinrichtung muss verhindern, dass Regenwasser ins Trinkwassersystem gelangt. Regenwasser von herbizidhaltigen Bitumendachbahnen verwendest du nicht zur Gartenbewässerung.
Probelauf und Einstellung
Eine neu installierte automatische Tropfbewässerung beobachtest du mehrere Wochen, bevor sie unbeaufsichtigt läuft. In dieser Zeit stellst du sie bei Bedarf nach. Vor einem Urlaub lässt du das System rechtzeitig probeweise laufen, damit Fehlprogrammierungen und lose Verbindungen auffallen. Eine netzversorgte Steuerung fest an ein Erdkabel anzuschließen, ist Sache einer Elektrofachkraft.
Nach dem ersten Lauf stecke ich den Finger an mehreren Stellen in die Erde, auch zwischen den Pflanzen und am Rand der Matte. Die Laufzeit stelle ich erst ein, wenn ich so die ganze Fläche geprüft habe.
Bewässerungsvlies im Topf, Balkonkasten und Hochbeet
Im Gefäß übernimmt der Docht die Arbeit: Er zieht Wasser aus dem Reservoir nach oben ins Substrat. Frisch bepflanzte Gefäße mit Wasserspeicher gießt du trotzdem zunächst von oben. Erst wenn die Pflanzen eingewurzelt sind, können sie das Reservoir nutzen.
Den frisch bepflanzten Kasten nur über das Reservoir befüllen. In den ersten Wochen gießt du von oben, bis die Pflanzen richtig eingewurzelt sind.
Große Gefäße speichern mehr Wasser und erlauben längere Abstände zwischen den Gießgängen. Eine Sammlung kleiner Töpfe trocknet dagegen schneller aus. Für Fruchtgemüse wie Tomaten und Paprika sollte das Gefäß mindestens 10 l fassen. Dunkle Gefäße schattierst du, damit sich der Wurzelbereich nicht stark aufheizt.
Ein Hochbeet erwärmt sich schneller und kann dadurch auch schneller austrocknen. Eine Unterflurmatte legst du dort beim Befüllen ein, denn später ist tiefes Arbeiten über der Anlage ausgeschlossen. Prüfe auch im Hochbeet die Feuchte im Wurzelraum, bevor du die Zufuhr erhöhst.
Spart ein Bewässerungsvlies wirklich Wasser?
Tropfbewässerung bringt Wasser gezielt an die Pflanze und kann dadurch Wasser sparen. Die Unterflurmatte führt es zusätzlich direkt im Wurzelraum zu. Automatisch sparsam ist das trotzdem nicht. Eine automatische Bewässerung kann mehr Wasser verbrauchen als sparsames Gießen von Hand, weil sie die Pflanzen durchdringender versorgt.
„Mit einem Vlies sparst du immer einen festen Anteil Wasser.“ Eine pauschale Quote lässt sich nicht angeben, weil Boden, Pflanzen und Witterung in jedem Garten anders zusammenspielen. Was du sparst, zeigt nur der Vergleich deiner gemessenen Mengen.
Miss deshalb die tatsächlich ausgebrachte Wassermenge, bevor du Laufzeiten festlegst. Beim Schlauch reicht dafür die Füllzeit einer 10-Liter-Gießkanne. Ich stoppe diese Zeit und schreibe sie mir neben den Wasserhahn. Wie du Wasserquellen, Verbrauch und Pflanzen im ganzen Garten aufeinander abstimmst, zeigt der Beitrag über effizientes Wassermanagement im Garten.
Feuchtefühler und Tonkegel
Ein Bodenfeuchtefühler kann die automatische Tropfbewässerung sperren, solange die Erde noch feucht ist. Er muss im Wurzelraum an einer repräsentativen Stelle messen und auf den Wasserbedarf der jeweiligen Kultur eingestellt sein. Weil eine Automatik mehr verbrauchen kann als die Hand und der Fühler bei feuchter Erde sperrt, koppelst du die Steuerung der Matte an einen Fühler, wenn du sparen willst. Ohne Strom arbeitet eine Tonkegelsteuerung: Trocknender Boden erzeugt einen Sog, der das Schlauchventil öffnet, bis der Boden ausreichend befeuchtet ist.
Verdunstung und Mulch
Gießt du zusätzlich von Hand, nimm die frühen Morgenstunden, weil der Boden dann noch kühl ist und weniger Wasser verdunstet. Über einer Unterflurmatte bleibt die Bodenoberfläche frei, du kannst das Beet also mulchen wie jedes andere. Wie Gießverhalten, Boden, MulchMulch ist eine Schicht, mit der du offenen Gartenboden bedeckst, meist aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Laub. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht und hemmt Unkraut. und Regenwasser zusammen den Verbrauch senken, fasst der Ratgeber zu einfachen Schritten beim Wassersparen im Garten zusammen.
Staunässe oder Trockenheit: woran du Probleme erkennst
Auch über ein Vlies kann zu viel Wasser ankommen. Welke kann bei Wassermangel auftreten, aber auch nach Wurzelschäden durch anhaltende Überwässerung. Prüfe deshalb zuerst die Bodenfeuchte, bevor du die Laufzeit verlängerst oder zusätzlich gießt. In Töpfen und Kästen begünstigt stehendes Wasser WurzelfäulnisBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde., darum brauchen sie Abflusslöcher. Weitere Fehler beim Bewässern und wie du sie vermeidest sammelt ein eigener Ratgeber.
Pflege und Wartung im Jahreslauf
Sobald Tropfer, Filter und Sensoren dazugehören, braucht auch ein Vlies-System Wartung. Filter reinigst du regelmäßig, damit es nicht zu Verstopfungen und Betriebsstörungen kommt. Ich reinige den Filter, bevor ich im Frühjahr den ersten Probelauf starte. Dichtungen, Filter und Düsen sind Verschleißteile. Achte schon beim Kauf darauf, dass sie zugänglich und austauschbar sind, weil das die Wartung erleichtert.
Vor dem Winter entleerst du wasserführendes Zubehör und lagerst es frostgeschützt. Unterirdische Bewässerungsleitungen werden ebenfalls vor Frost entleert. Nicht frostsichere Außenleitungen und Armaturen entleerst du in frostgefährdeten Zeiten und sperrst sie zusätzlich ab.
Baust du eine ausgediente Matte aus, nimm sie vollständig aus dem Boden. Besteht sie aus Kunststoff, kann beim Zerfall größerer Teile sekundäres Mikroplastik entstehen.
Wie du Menge und Abstand der Wassergaben übers Jahr anpasst, steht im Abschnitt Gießen des Ratgebers zu Werkzeug, Bewässerung und Anzucht-Technik.
Für dein Vlies-System im Jahreslauf
- Filter reinigen
- Sensoren prüfen
- Schlauchverbindungen auf festen Sitz kontrollieren
- Probelauf vor jeder längeren Abwesenheit, Feuchte an mehreren Stellen prüfen
- vor dem Frost Zubehör entleeren und frostgeschützt lagern

