Gartenfallen im Jahresverlauf: wann du welche Falle aufhängst und wieder abnimmst
- Die Apfelmadenfalle ist eine Pheromonfalle für den Apfelwickler und muss hängen, bevor die ersten Falter fliegen; allein mindert sie den Befall nur gering.
- Vom Apfelwickler befallene Früchte sammelst du schon im Juni und Juli vom Baum.
- Leimringe gegen den Frostspanner kommen ab Mitte September an den Stamm, werden laufend bis Februar kontrolliert und danach abgenommen.
- Leimringe und Klebetafeln können Nützlinge, kleine Vögel und Fledermäuse töten, darum hängen sie nur in der Aktivitätsphase des Zielschädlings.
- Wühlmausfallen versprechen besonders im zeitigen Frühjahr und im Spätherbst bei offenem Boden Erfolg; jede Nagetierfalle kontrollierst du mindestens täglich, idealerweise alle 12 Stunden.
- Maulwürfe stehen unter besonderem Artenschutz: kein Fangen, kein Töten.
Eine Leimfalle, die das ganze Jahr hängt, kann irgendwann genau die Tiere erwischen, die du im Garten haben willst. Deshalb hängt bei mir jede Falle nur so lange, wie ihr Zielschädling aktiv ist, und kommt danach wieder ab. Das Zeitfenster richtet sich nach der Falle: Apfelmadenfalle, Leimring, Gelbtafel und Wühlmausfalle haben jeweils ihre eigene Saison.
Wann hängst du die Apfelmadenfalle auf?
Die Apfelmadenfalle ist eine Pheromonfalle für den Apfelwickler. Häng sie auf, bevor die ersten Falter fliegen. Pheromonfallen für Obstwickler dienen vor allem dazu, den Flug des Schädlings festzustellen. Den Flugbeginn zeigt dir die Falle also nur, wenn sie schon vor dem ersten Falter am Baum hängt.
Maßgeblich ist deshalb nicht ein Datum, sondern der Flugbeginn in deinem Garten, und genau den soll die Falle dir erst anzeigen. Gegen den Befall selbst bewirkt sie allein nur eine geringe Minderung. Darum gehört Handarbeit dazu: Im Juni und Juli sammelst du vom Apfelwickler befallene Früchte schon vom Baum ab. Ich notiere mir den Tag des ersten Fangs, damit ich weiß, ab wann ich die Äpfel genauer anschaue.
Ein Leimring am Stamm hält die Apfelmade fern? Nein. Leimringe gegen den Frostspanner sind keine geeignete Maßnahme gegen den Apfelwickler.
Der Fallenkalender fürs Gartenjahr
Die Tabelle zeigt, wann welche Falle hängt und woran du erkennst, dass ihre Zeit vorbei ist.
| Zeitfenster | Falle | Zielschädling und Zweck | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Zeitiges Frühjahr | Wühlmausfalle | Wühlmaus, fangen | passend in die Gangöffnung setzen; mindestens täglich, idealerweise alle 12 Stunden kontrollieren |
| Bevor die ersten Falter fliegen | Pheromonfalle (Apfelmadenfalle) | Apfelwickler, Flug anzeigen | im Juni und Juli befallene Früchte vom Baum sammeln |
| Bevor die Kirschen gelb werden | Gelbtafel | Kirschfruchtfliege, überwachen | 3 Wochen nach dem ersten Fang abnehmen |
| Ab Mitte September | Leimring am Stamm | Frostspanner | laufend bis Februar kontrollieren, danach abnehmen |
| Spätherbst bei offenem Boden | Wühlmausfalle | Wühlmaus, fangen | vorher einen Maulwurf ausschließen |
Warum Leimfallen nur in der Aktivitätsphase hängen
Leimringe und Klebetafeln können NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei., kleine Vögel und Fledermäuse töten. Wenn du sie einsetzt, begrenzt du sie deshalb auf die Aktivitätsphase des Zielschädlings, und daraus ergibt sich der Kalender. Leimfallen gegen Fliegen haben draußen wenig Sinn, weil sie laufend weitere Fliegen anlocken und auch andere Tiere festhalten können. UV-Insektenvernichter dürfen im Außenbereich nicht verwendet werden. Wo genau welche Falle hängen muss, damit sie ihren Zielschädling erreicht, erkläre ich in einem eigenen Ratgeber.
Frühjahr: Wühlmäuse fangen, Fresser absammeln
Wühlmausfallen im zeitigen Frühjahr
Wühlmäuse halten keinen Winterschlaf. Fallen gegen sie versprechen besonders im zeitigen Frühjahr Erfolg, und dann wieder im Spätherbst bei offenem Boden. Die Falle muss passend in die Gangöffnung sitzen. Ich stelle eine Wühlmausfalle nur auf, wenn ich sie im nötigen Takt kontrollieren kann.
Fallen gegen Wühlmäuse, Mäuse und Ratten kontrollierst du mindestens täglich, idealerweise alle 12 Stunden.
Maulwürfe stehen unter besonderem Artenschutz. Du darfst sie weder fangen noch töten. Bist du nicht sicher, ob ein Gang von einer Wühlmaus stammt, bleibt die Falle im Schuppen.
Raupen und Schnecken: absammeln statt Falle
Nicht jeder Fresser braucht eine Falle. Raupen, Kartoffelkäfer und Schnecken entfernst du durch Absammeln sofort aus dem Beet. Beim Buchsbaumzünsler zeigt dir das Thermometer, wann es losgeht: Überwinterte Raupen werden im Frühjahr ab etwa 7 °C wieder aktiv und fressen. Wird der Befall an Kohl oder Buchsbaum früh erkannt oder ist er gering, kann gezieltes Absammeln ausreichen.
Schnecken sammle ich bei Trockenheit abends ab, denn Spanische Wegschnecken sind dann vor allem morgens, abends und nachts unterwegs. Bei feuchtem Wetter kommen sie auch tagsüber heraus. Weinbergschnecken lässt du sitzen, denn sie sind geschützt und dürfen im Garten nicht gezielt bekämpft werden. Für das Gemüsebeet habe ich aufgeschrieben, wie du Schädlinge mit Mischkultur, Fruchtwechsel und Absammeln fernhältst.
Sommer: Fallen melden, die Hände arbeiten
Kirschfruchtfliege: Gelbtafel mit Ablaufdatum
Gegen die Kirschfruchtfliege hängt die Gelbtafel zur Überwachung. Die Tafel kommt an den Baum, bevor die Früchte gelb werden. Drei Wochen nach dem ersten Fang nimmst du sie wieder ab. Der Wegfangeffekt reicht bei der Kirschfruchtfliege nicht aus, um den Befall wesentlich zu senken, und Klebetafeln können Nützlinge töten. Wer die Tafel länger hängen lässt, gewinnt also keinen Schutz, riskiert aber mehr Beifang.
Wickler-Fallen: zählen und Früchte absammeln
Am Apfelbaum zeigt dir die Pheromonfalle nur den Flug, die befallenen Früchte sammelst du im Juni und Juli von Hand. In der Falle für den Traubenwickler entfernst du ausgezählte Falter. Stark verschmutzte Leimböden tauschst du aus.
Weiße Fliege unter Glas: Gelbtafel als Frühwarnung
Hohe Temperaturen begünstigen die Vermehrung der Weißen Fliege. Ein Kleingewächshaus lüftest du deshalb bei Sonne rechtzeitig und beschattest die Kulturen bei Bedarf. Befallene Beet- und Balkonpflanzen können den Schädling ins Gewächshaus einschleppen. Neue Pflanzen schaue ich mir vorher auf den Blattunterseiten an, denn dort sitzen die Erwachsenen mit vier weißen Flügeln und die flachen, ungeflügelten Larven vor allem.
Gelbtafeln locken mit ihrer Farbe und halten anfliegende Insekten auf einer Leimfläche fest. Unter Glas und am Blumenfenster zeigen sie Weiße Fliegen, Minierfliegen und TrauermückenTrauermücken sind Mücken, die feuchte Umgebung lieben und ihre Eier auf oder in die Erde legen. Schaden richten vor allem ihre weißen Larven an: Sie fressen an Wurzeln, besonders bei Aussaaten und Stecklingen. früh an, für Thripse nimmst du Blautafeln. In kleine Topfpflanzen steckst du einen Gelbsticker, in größere Pflanzen hängst du eine Tafel. Nach einer Pflanzenschutzmaßnahme wechselst du die Tafel, damit neue Fänge zeigen, ob die Maßnahme gewirkt hat.
Bei Trauermücken fangen Gelbtafeln nur die flugfähigen Erwachsenen, gegen die Larven in der Erde werden Steinernema-feltiae-Nematoden eingesetzt. Draußen an Kübelzierpflanzen weisen Gelbsticker und kleine Gelbtafeln einen Befall mit Weißen Fliegen nach. Zur Bekämpfung reichen sie dort nicht aus.
Wespen und Fruchtfliegen zur Erntezeit
Wespenfallen hänge ich nicht auf. Heimische Wespen unterliegen dem allgemeinen Artenschutz, die Europäische Hornisse ist besonders geschützt. Eingriffe an einem Hornissennest müssen behördlich geklärt werden. Soziale Wespen füttern ihre Larven mit tierischer Beute und holen sich Kohlenhydrate unter anderem aus Nektar, HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn. und süßem Obst.
Von einem Wespen- oder Hornissennest hältst du mindestens 2 m Abstand. Im Umkreis von etwa 5 m vermeidest du Störungen.
Bei Verdacht auf eine anaphylaktische Reaktion nach einem Insektenstich wählst du schon bei ersten leichteren Beschwerden die 112.
Gewöhnliche Fruchtfliegen zieht angestoßenes oder gärendes Obst an, ebenso Bioabfall. Bevor ich über eine Falle nachdenke, decke ich Küchenabfälle auf dem Kompost mit möglichst trockenen Gartenabfällen ab. Anders die Kirschessigfliege: Sie kann ihre Eier auch in äußerlich unbeschädigte, reifende Früchte legen.
Herbst: Leimringe an den Stamm, Nager im Blick
Leimringe gegen den Frostspanner
Ab Mitte September legst du den Leimring um den Stamm. Bis Februar kontrollierst du ihn laufend, danach nimmst du ihn ab. Gegen den Apfelwickler am selben Baum bringt er nichts, dafür ist die Pheromonfalle mit dem Absammeln im Sommer zuständig.
Der Leimring bleibt nach Februar am Stamm, weil er ja nicht stört. Ohne seinen Zielschädling kann er dann nur noch Beifang festhalten.
Wühlmäuse im Spätherbst
Im Spätherbst bei offenem Boden ist die zweite Zeit für die Wühlmausfalle. Es gelten dieselben Regeln wie im Frühjahr: passend in die Gangöffnung, Kontrolle im genannten Takt, kein Verdacht auf Maulwurf.
Mäuse und Ratten am Gartenhaus
Lebensmittel, Tierfutter, Saatgut und Hausmüll bewahrst du so auf, dass Ratten nicht herankommen. Kot und Urin von Wanderratten können Lebensmittel und Tierfutter mit Krankheitserregern verunreinigen. Wanderratten kommen schon durch Spalten und Löcher von nur 2 cm Durchmesser, solche Lücken am Gartenhaus schließt du deshalb. Geräte mit Schall, Ultraschall oder elektromagnetischen Feldern haben sich gegen Ratten nach bisherigem Kenntnisstand als wirkungslos erwiesen.
Rattengift kann auch Tiere vergiften, die Köder oder bereits vergiftete Nager fressen. Siehst du Ratten, ermittelst du, welche Meldestelle an deinem Ort zuständig ist und wie das Verfahren dort läuft.
Kot, Urin und Kadaver von Nagetieren sind ein Infektionsrisiko. Im Gartenhaus lüftest du vor dem Saubermachen mindestens 30 Minuten. Du trägst Einmalhandschuhe und drinnen eine FFP2- oder FFP3-Maske. Die Ausscheidungen feuchtest du an, wirbelst keinen Staub auf und nimmst keinen Staubsauger.
Winter: kontrollieren, einlagern, auswerten
Im Winter bleibt der Leimring unter laufender Kontrolle, bis seine Zeit im Februar endet. Wühlmäuse halten keinen Winterschlaf, und Maulwürfe bleiben auch im Winter aktiv und suchen Nahrung. Frische Gänge im Winter können also von beiden stammen, deshalb gilt die Maulwurf-Regel auch jetzt: Im Zweifel bleibt die Falle im Schuppen.
Fallen, deren Saison vorbei ist, kommen ins Lager. Wie du Fallen reinigst, wartest und lagerst, damit sie über Jahre funktionieren, steht in einem eigenen Pflege-Ratgeber.
Für jede Falle führe ich im Gartenheft eine Zeile: Tag des Aufhängens, Tag des ersten Fangs, Tag des Abnehmens. Im Winter lese ich die Zeilen durch und plane daraus, wann im nächsten Jahr welche Falle hängt.
Bevor eine Falle hängt, kläre ich vier Fragen.
- Ist der Zielschädling bestimmt und gerade aktiv?
- Steht fest, wann die Falle wieder abkommt?
- Schaffe ich bei Nagetierfallen die Kontrolle im nötigen Takt?
- Ist bei Gängen im Boden ein Maulwurf ausgeschlossen?
Fallen sind ein Baustein, kein Konzept
Im integrierten Pflanzenschutz schöpfst du zuerst Kulturmaßnahmen aus, bei weiterem Bedarf haben biologische oder biotechnische Verfahren Vorrang. Einen gewissen Befall lässt du stehen, weil er natürlichen Gegenspielern als Nahrung dient. Wie du einen Befall erst einordnest und dann handelst, beschreibt der Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen.
Ein erwachsener Siebenpunkt-Marienkäfer frisst etwa 40 bis 50 Blattläuse pro Tag. Gekaufte Nützlinge kommen überwiegend im Gewächshaus zum Einsatz, im FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. ist ihr Einsatz teurer und weniger effizient. Marienkäfer und Florfliege stellt derselbe Ratgeber im Abschnitt über Nützlinge im Porträt vor.
Ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. mit weniger als 1 mm Maschenweite schützt Gemüse vorbeugend vor zufliegenden Schadinsekten. Es liegt ab Saat oder Pflanzung bis zur Ernte mit dichtem Bodenabschluss auf, im Frühjahr geht auch Vlies, ab dem Frühsommer wird nur noch Netz empfohlen. Mehr dazu steht dort im Abschnitt über Barrieren, Netze und Fallen.

