Nützlinge im Maisbeet: Helfer gegen Maiszünsler und Blattläuse fördern
- Trichogramma-Schlupfwespen parasitieren die Eier des Maiszünslers, sodass Wespen statt Raupen schlüpfen.
- Gegen Blattläuse arbeiten am Mais vor allem Marienkäfer und Florfliegenlarven; fallen sie aus, kann ein starker Befall folgen.
- Selbst angesetzte Kräuterbrühen wirken nicht grundsätzlich selektiv und können auch diese Helfer treffen.
- Mais selbst gilt nicht als nützlingsfreundlich; blühende Nachbarn liefern erwachsenen Schwebfliegen Pollen und Nektar.
- Mischkultur kann Fläche und Bodenbedeckung verbessern, eine verlässliche Schädlingsabwehr ist aber nicht belegt.

Wer am Mais gegen Blattläuse spritzt, kann auch die Marienkäfer und FlorfliegenlarvenFlorfliegenlarven sind die räuberischen Larven der zarten, hellgrünen Florfliege. Mit langen Saugzangen saugen sie Blattläuse, Spinnmilben, Thripse und andere Kleininsekten aus und gelten deshalb im Garten als wichtige Nützlinge. treffen, die dort Läuse fressen. Fallen diese Gegenspieler aus, kann ein starker Blattlausbefall folgen. Beim Maiszünsler liegt der Fall anders: Gegen ihn kannst du SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. gezielt ausbringen, allerdings ohne Garantie auf Erfolg. Ich gehe meine Maisreihen deshalb mit zwei Fragen ab: Welcher Schädling sitzt hier, und wer frisst ihn schon?
Biologische Schädlingsbekämpfung nutzt natürliche Gegenspieler der Schädlinge. Im Maisbeet sind das vor allem räuberische Insekten, die Schädlinge fressen, und parasitische Wespen. Diese legen ihre Eier in geeignete Wirtsinsekten, in denen sich ihre Larven entwickeln.
Welche Nützlinge helfen dem Mais?
Am Mais geht es vor allem um zwei Gegner: den Maiszünsler und Blattläuse. Die Übersicht zeigt, wer gegen wen arbeitet und was du dafür tun kannst.
| Gegner am Mais | Gegenspieler | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) | Trichogramma-Schlupfwespen | gezielt ausbringen, als Kugeln oder Kärtchen |
| Blattläuse | Marienkäfer und ihre Larven, Florfliegenlarven, SchwebfliegenlarvenSchwebfliegenlarven sind die Larven der Schwebfliegen und zählen zu den wirksamsten natürlichen Gegenspielern der Blattläuse im Garten. Sie fressen alle Blattlausstadien und gehören auch zu den natürlichen Feinden verschiedener Milben., Ohrwürmer | schonen, Blüten anbieten, etwas Befall dulden |
| Raupen allgemein | räuberische Wanzen, insektenfressende Vögel, Wespen | Verstecke und Rückzugsräume lassen |
Gekaufte Nützlinge kommen überwiegend im Gewächshaus zum Einsatz. Im Freiland ist ihr Einsatz teurer und weniger effizient. Am Mais setze ich deshalb aufs Fördern und überlege einen Kauf nur gegen den Maiszünsler.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein warmer Standort ist geeignet.
- Bodenart
Für Zuckermais nährstoffreichen Boden wählen und vor der Kultur gut verrottetes organisches Material wie Gartenkompost einarbeiten oder bei Kultur ohne Umgraben als Mulch aufbringen.
- Bodenreaktion
Böden mit pH 5,5–6,8 werden bevorzugt.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Kübel ziehen.
Pflege
- Pflege
Während der Wachstumszeit ausreichend Feuchtigkeit bereitstellen.
- Düngung
Für Zuckermais: Bodenuntersuchung, Vorfrüchte und bisherige Nährstoffgaben zur Düngeplanung heranziehen. Bei sandigen Böden helfen aufgeteilte Stickstoffgaben, Auswaschung zu verringern.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Was hilft gegen den Maiszünsler?
Löcher, aus denen Bohrmehl und Kot austreten, und abgeknickte Pflanzenteile können auf den Maiszünsler hindeuten. Bevor du Nützlinge ausbringst, muss der Schädling genau bestimmt sein. Den gezielten Einsatz bereitest du bei beginnendem Befall vor.
So arbeiten die Schlupfwespen
Trichogramma-Wespen parasitieren die Eier des Maiszünslers. Aus einem befallenen Ei schlüpft dann eine Wespe statt einer Raupe. Am Mais kommt die Art Trichogramma brassicae in einem eigenen Mais-Stamm zum Einsatz, ausgebracht als Kugeln oder Kärtchen.
Weil die Wespen Eier parasitieren, erreichen sie keine Raupe, die bereits geschlüpft ist. Bohrmehl und Kot an der Pflanze stammen aber von Raupen, die schon fressen. Gegen diese Raupen richten die Wespen nichts mehr aus. Wer den Falterflug verfolgen will, nutzt Pheromonfallen; bei Schadschmetterlingen dienen sie vor allem der Überwachung.
Was du realistisch erwarten kannst
In elf historischen Maisversuchen erreichte eine zweimalige Trichogramma-Ausbringung gegen den Maiszünsler Wirkungsgrade von 35 bis 81 Prozent gegenüber unbehandelten Kontrollen. Auch im besten Fall blieb also ein Teil des Befalls übrig.
Wie gut die Wespen arbeiten, hängt wie bei vielen ausgebrachten Nützlingen von Tageslänge, Lichtstärke, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Nach dem Ausbringen brauchst du regelmäßige Erfolgskontrollen. Aus ihnen kann sich ergeben, dass du nachbestellst oder auf einen anderen Nützling wechselst.
Hast du vorher ein Pflanzenschutzmittel eingesetzt, prüfe vor dem Ausbringen, ob es den Schlupfwespen schaden kann.
Räuberische Wanzen, Vögel und Wespen
Gegen Raupen arbeiten auch Tiere, die du nicht kaufen musst. Insektenfressende Vögel, räuberische Wanzen und Wespen fressen Raupen und können helfen, einen Befall natürlich zu begrenzen. Viele Gartenvögel brauchen in der Brutzeit eiweißreiche Nahrung wie Raupen, Blattläuse und andere kleine Insekten. Soziale Wespen füttern ihre Larven mit tierischer Beute. Eine Wanze auf dem Maisblatt bestimme ich, bevor ich sie entferne oder sitzen lasse.
Wer frisst die Blattläuse am Mais?
Gegen Blattläuse am Mais arbeiten vor allem Marienkäfer und Florfliegenlarven. Bei blattlausfressenden Marienkäferarten erbeuten sowohl die Käfer als auch ihre Larven Blattläuse. Werden diese Helfer ausgeschaltet, kann ein starker Blattlausbefall folgen.
Ein erwachsener Siebenpunkt-Marienkäfer frisst etwa 40 bis 50 Blattläuse am Tag. Eine Larve der Grünen Florfliege frisst während ihrer gesamten Entwicklung etwa 400 Blattläuse. Mehr zu beiden findest du unter Marienkäfer und Florfliege im Porträt.
Auch andere Tiere fressen Blattläuse. Bei SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. fressen die Larven die Läuse, die erwachsenen Tiere nutzen Pollen und Nektar. Grabwespen der Gattungen Passaloecus und Pemphredon, die in Nisthilfen vorkommen, sammeln Blattläuse als Futter für ihren Nachwuchs.
Ohrwürmer gelten manchen als Schädlinge. Tatsächlich fressen sie unter anderem Blattläuse. Sie können aber auch weichschaliges Obst wie Kirschen und Weintrauben anfressen. Am Mais zählt für mich, dass sie Läuse fressen; neben dem Kirschbaum kann das anders aussehen.
Wann du selbst eingreifst
Ich lasse an meinem Mais einzelne Blattlauskolonien stehen. Zur Förderung natürlicher Gegenspieler gehört, einen gewissen Befall als ihre Nahrung zu dulden. Bei Gemüse ist eine Bekämpfung vor allem im jungen Pflanzenstadium sinnvoll, ältere Pflanzen können einen Befall mitunter tolerieren. An älterem Mais, der Läuse mitunter verträgt, sind die Kolonien also zugleich das Futter, von dem Marienkäfer und Florfliegenlarven leben.
Ein kräftiger Wasserstrahl reduziert Blattläuse häufig ausreichend. An jungen Maispflanzen spritze ich die Kolonien damit ab.
Hausmittel gegen Läuse einordnen
SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. wird oft gegen Blattläuse empfohlen. Sie ist, wie Kernseife, kein genehmigter Grundstoff für den Pflanzenschutz. Selbst angesetzten Kräuterbrühen und Jauchen sagt man nach, sie seien die sanfte Lösung. Solche Zubereitungen wirken aber nicht grundsätzlich selektiv und können auch Nützlinge beeinflussen. Wer sie gegen Läuse am Mais spritzt, kann also genau die Marienkäfer und Florfliegenlarven treffen, deren Ausfall einen starken Befall nach sich ziehen kann.
Was bringt Mischkultur im Maisbeet?
Bekannt ist die Drei-Schwestern-Kombination aus Mais, Bohnen und Kürbis. Mischkultur kann Gartenfläche und Bodenbedeckung verbessern. Eine zuverlässige gegenseitige Schädlingsabwehr durch beliebige Pflanzenkombinationen ist aber nicht belegt. Positive Effekte treten zudem nicht unter allen Standort-, Licht-, Boden- und Pflegebedingungen gleich auf.
Bei Trockenheit kann eine UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. mit dem Mais um Wasser konkurrieren. Blüte und Kornfüllung sind für Mais die kritischen Wasserphasen; wer unterpflanzt, prüft in trockenen Sommern deshalb gerade dann die Bodenfeuchte. Bevor ich Partner setze, schaue ich nach, welche Nachbarn zu Mais passen.
Blühende Partner für die Gegenspieler
Mais selbst gilt nicht als nützlingsfreundliche Pflanze. Erwachsene Schwebfliegen brauchen Pollen und Nektar, während ihre Larven Blattläuse fressen. Ein reines Maisbeet bietet den Eltern dieser Läusefresser also keine Nahrung, deshalb setze ich blühende Partner daneben.
Ich säe Echte Kamille in eigenen Reihen neben den Mais. Von Dill, Thymian oder Gewürzfenchel lasse ich einen Teil blühen, damit Insekten Nahrung finden. Auf abgeernteten Beetstellen in der Nähe setze ich Ringelblumen, Zinnien, Schmuckkörbchen oder Tagetes als blühende Lückenfüller.
So planst du Mais und Kamille als System aus Reihen und Abständen:
| Mais | Echte Kamille | |
|---|---|---|
| Anordnung | einzeln in Reihen | in Reihen |
| Abstand in der Reihe | 34 bis 45 cm | 10 bis 15 cm |
| Reihenabstand | 80 cm | 30 cm |
| Wuchshöhe | 120 bis 400 cm | 20 bis 50 cm |
| Licht | volle Sonne | sonnig |
| Aussaat | April bis Juli | März bis Juli, LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte. |
| Blütezeit | Juni bis September | Mai bis September |
Lichtbedürftige Nachbarn gehören nicht auf die Nordseite des Maises. Die sonnenhungrige Kamille säe ich deshalb südlich der Maisreihen.
Echte Kamille ist einjährig, sät sich an einem passenden Standort aber gewöhnlich reichlich selbst aus. Ich lasse deshalb einige Pflanzen nach der Blüte stehen und ziehe überzählige Sämlinge im Folgejahr heraus.
Fruchtwechsel und Nachbarbeete
Auf dasselbe Beet kommt Mais bei mir erst nach einer FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 3 Jahren. Damit ich den Überblick behalte, plane ich die Beetfolge über mehrere Jahre. Für Kohl, Kartoffeln und Möhren in der Nachbarschaft gibt es einen eigenen Ratgeber dazu, wie du Gemüse gezielt vor Kohlweißling, Kartoffelkäfer und Möhrenfliege schützt.
Wo finden die Helfer Unterschlupf?
Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen und unaufgeräumte Ecken bieten vielen Tieren Nahrung und Rückzugsraum. Staudenstängel lasse ich über Winter stehen, weil Insekten daran oder darin überwintern können. Wie Wiese, Altgras und offene Bodenstellen dazukommen, steht im Nützlinge-Ratgeber im Abschnitt „Lebensräume“.
Ein Blühstreifen, ein Insektenhotel und eine leicht erreichbare Wasserstelle mit Ausstiegsmöglichkeit ergänzen das Angebot. Ein eigener Ratgeber zeigt, wie du den Gemüsegarten mit Pflanzen, Nisthilfen und passender Pflege dauerhaft für Nützlinge einrichtest.
Wie kontrollierst du, und wann ist Chemie ein Thema?
Bei meinen Gängen durch die Maisreihen suche ich Bohrmehl, abgeknickte Pflanzenteile und Blattlauskolonien samt ihren Gegenspielern. Klebetafeln hänge ich im Maisbeet nicht auf, weil sie auch Nützlinge, kleine Vögel und Fledermäuse töten können. Mehr zum Vorgehen steht im Abschnitt „Monitoring: hinsehen, bevor du eingreifst“ des Nützlinge-Ratgebers.
Ein Pflanzenschutzmittel kann auch die Gegenspieler treffen; ich erwäge es erst, wenn andere Maßnahmen erfolglos blieben und erhebliche Ernteverluste drohen. Infrage kommt dann nur ein für Haus- und Kleingarten gekennzeichnetes, für Mais und den Schädling zugelassenes Mittel, angewendet nach Gebrauchsanleitung mit Schutzkleidung und Wartezeit. Kinder und Haustiere hältst du fern, Reste bringst du zur Sondermüll-Sammelstelle; den Vergleich ordnet der Abschnitt „Natürlich oder chemisch“ im Nützlinge-Ratgeber ein.





