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Futterkohl als Gründüngung: im Juli säen, flach einarbeiten, Wartezeit einplanen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Futterkohl bindet keinen Luftstickstoff, er hält vorhandene Nährstoffe vorübergehend in seiner Pflanzenmasse fest.
  • Als Sommerzwischenfrucht ist eine frühe Julisaat vorgesehen, die letzten Termine liegen je nach Empfehlung Mitte bis Ende Juli.
  • Gartensaatgut von Markstammkohl kommt 0,5 bis 1 cm tief in ein feinkrümeliges Saatbett mit gutem Bodenschluss.
  • Schneide den Bestand rechtzeitig vor der Samenreife ab und arbeite die frische Masse nur flach ein.
  • Nach dem Einarbeiten meist etwa 2 bis 3 Wochen warten, bevor du wieder säst oder pflanzt.

Wenn ich im Juli die Erbsen abgeerntet habe, säe ich auf das frei gewordene Beet Futterkohl als Gründüngung. Er nimmt vorhandene Nährstoffe aus dem Bodenwasser auf und hält sie in seiner Pflanzenmasse fest, bis ich ihn einarbeite. Ob deine Folgekultur davon etwas hat, entscheidet sich an zwei Stellen: am Saattermin und am Ende, wenn der Bestand in den Boden kommt. Wer die frische Masse dann tief untergräbt, riskiert, dass sie unter Luftabschluss fault.

Was Futterkohl als Gründüngung leistet

Als Futterkohl werden unter anderem Markstammkohl und Furchenkohl angebaut, und beide gehören zu den Kreuzblütlern. Auf dem Wildacker kann Futterkohl bis zu 2 m hoch werden und Wildtieren Deckung bieten. Wie er sich neben Grünland, Rüben und Zichorie einordnet, zeigt der Überblick über die Futterpflanzen von Grünland bis Zichorie.

Im Gemüsegarten arbeitet Futterkohl als Zwischenspeicher für Nährstoffe. Markstammkohl besitzt ein hohes Stickstoffaufnahmevermögen und bildet einen verdickten Trieb mit hoher Blattmasse.

Kurz erklärt

Eine Gründüngung nimmt Nährstoffe auf, die bereits im Bodenwasser vorhanden sind, und hält sie vorübergehend in ihrer Pflanzenmasse fest. Nach dem Einarbeiten zersetzt sich diese Masse, und die Nährstoffe stehen der nächsten Kultur wieder zur Verfügung.

Luftstickstoff bindet Futterkohl nicht, denn Kreuzblütler bilden keine stickstoffbindende Knöllchensymbiose. Darin unterscheidet er sich von Leguminosen wie Klee, bei denen Bakterien an den Wurzeln Luftstickstoff binden. Futterkohl bringt also keinen zusätzlichen Stickstoff ins Beet, sondern gibt beim Zersetzen zurück, was er vorher aufgenommen hat.

Die Humusbildung aus Gründüngung kann bei leichten Böden die Wasserspeicherung und bei schweren Böden die Durchlässigkeit verbessern. Die kräftige Hauptwurzel von Markstammkohl reicht wenig in die Tiefe und verzweigt sich in der Ackerkrume. Was Futterkohl darüber hinaus für Bodenleben, Erosionsschutz und Wasserhaushalt bedeutet, beschreibt der Ratgeber dazu, was Futterkohl im Gartenboden bewirkt.

Aussaat als Gründüngung: Termin, Sorte, Menge und Tiefe

Vor der Saat: Fruchtfolge und Standort

Futterkohl ist ein Kreuzblütler, deshalb zählen Senf, Raps, Kresse, Rettich und Radieschen in seiner Fruchtfolge mit. Zu anderen Kreuzblütlern gilt für Futterkohl im ökologischen Zwischenfruchtanbau eine Anbaupause von mindestens 5 Jahren. Welche Vor- und Nachfrüchte passen, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Futterkohl in den Fruchtwechsel einbaust.

Auf durchlässigen Böden verträgt Futterkohl auf dem Wildacker einen pH-Wert von 4,5 bis 8, das ist eine Toleranzspanne und kein Optimum. Feuchte, staunasse und saure Böden begünstigen die Kohlhernie, eine Krankheit der Kohlpflanzen. Mehr zum passenden Standort steht in der Anleitung, wie du Futterkohl Schritt für Schritt anbaust.

Der Termin: früh im Juli

Für Futterkohl als Sommerzwischenfrucht ist eine frühe Julisaat vorgesehen. Die letzten empfohlenen Saattermine liegen je nach Anbauempfehlung zwischen Mitte und Ende Juli. Eine Spätsommersaat im August kommt damit nach diesen Terminen. Ich säe Futterkohl als Gründüngung direkt ins Beet, und das Fenster für die Direktsaat von Markstammkohl reicht von Mai bis Juli.

Soll die Gründüngung später starten, lässt sich Winterraps für kräftigen Aufwuchs im Aussaatjahr bis spätestens Anfang September säen. Er ist aber ebenfalls ein Kreuzblütler und zählt in der Fruchtfolge mit. Die Saatfenster der einzelnen Futterpflanzen hast du im Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken beisammen.

Welche Sorte zur Gründüngung passt

Für den Sommerzwischenfruchtanbau werden zwei Futterkohltypen so bewertet:

Sorte Ertrag Frostempfindlichkeit
Camaro hoch mittel
Furchenkohl sehr gering gering

Zählt für dich der Aufwuchs bis zum Einarbeiten, spricht der hohe Ertrag für Camaro. Soll der Bestand über Winter stehen bleiben, ist die geringe Frostempfindlichkeit von Furchenkohl der Vorteil.

Saatmenge, Abstand und Tiefe

Angabe Wert Bezug
Saattiefe 0,5 bis 1 cm Markstammkohl, Gartensaatgut
Saattiefe 1 bis 2 cm Markstammkohl, Feldsaat
Keimtemperatur 10 bis 20 °C Markstammkohl
Keimdauer 8 bis 12 Tage Markstammkohl bei 10 bis 20 °C
Abstand in der Reihe 30 cm kräftige Jungpflanzen nach dem Vereinzeln, Gartensaatgut
Reihenabstand 50 cm Markstammkohl, Gartensaatgut
Bestand etwa 4 Pflanzen je m² Markstammkohl im Feldanbau
Saatmenge 0,5 kg je 1.000 m² Furchenkohl in Reinsaat auf dem Wildacker

Im Beet richte ich mich nach den Abständen statt nach einer Grammzahl. Ich ziehe die Saatreihen mit 50 cm Abstand. Beim Vereinzeln lasse ich in der Reihe alle 30 cm eine kräftige Jungpflanze stehen. Die Werte aus dem Feldanbau und vom Wildacker gehören zu diesen Anbauformen und lassen sich nicht einfach aufs Gartenbeet übertragen.

Markstammkohl ist feinsamig und braucht ein sorgfältiges Saatbett mit gutem Bodenschluss. Ich harke die Krume feinkrümelig und drücke die Erde über der Saat an. Wie du das Beet vorher bearbeitest und den pH-Wert prüfst, erklärt der Ratgeber, wie du den Boden für Futterkohl vorbereitest.

Bleibt es während der Keimung trocken, kann wiederholtes Gießen nötig sein. Gieß dann früh morgens und bodennah. Wie du Futterkohl später durch Trockenzeiten bringst, steht im Ratgeber, wie du Futterkohl wassersparend bewässerst.

Marias Erfahrung

Die Saatrille ziehe ich mit der Kante der Harke und lege die Körner einzeln hinein. Danach drücke ich die Erde mit der Rückseite der Harke an und prüfe mit der flachen Hand, ob die Krume fest anliegt.

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Pflege bis zum Einarbeiten

Markstammkohl entwickelt sich anfangs langsam und braucht in dieser Phase eine wirksame Unkrautregulierung. Direkt nach der Saat kommt gegen die Kleine Kohlfliege ein Kulturschutznetz mit weniger als 1 mm Maschenweite aufs Beet, an den Rändern dicht geschlossen. Düngung, Gießen und den weiteren Schutz des Bestands beschreibt die oben genannte Anbauanleitung.

Wann du Futterkohl einarbeitest

Ich plane das Einarbeiten rückwärts, vom Saat- oder Pflanztermin der Folgekultur aus. Nach dem Einarbeiten empfiehlt sich meist eine Wartezeit von etwa 2 bis 3 Wochen, bevor du wieder säst oder pflanzt. Spätestens vor der Samenreife musst du den Bestand beenden, wenn er sich nicht ungewollt aussäen soll.

Steht im Herbst keine Folgekultur mehr an, kann der Futterkohl über Winter stehen bleiben. Solange der Bewuchs steht, beschattet er den Boden und vermindert Verschlämmung und Erosionsgefahr. Wie viel Kälte er aushält, hängt von der Kulturform und vom Entwicklungsstand ab:

Bezug Kältetoleranz
Markstammkohl, Gartensaatgut −10 °C
Markstammkohl, voll ausgewachsen −12 °C
Futterkohl auf dem Wildacker, an Kälte gewöhnt bis −15 °C

Furchenkohl wächst auf dem Wildacker mindestens zweijährig, und alle Kältewerte liegen deutlich unter dem Gefrierpunkt. Verlass dich deshalb nicht darauf, dass der Winter die Gründüngung für dich beendet. Im Frühjahr schneidest du den Bestand dann rechtzeitig vor der Samenreife ab.

Statt ihn einzuarbeiten, kannst du Markstammkohl auch als frische Ganzpflanze oder als Ganzpflanzensilage nutzen. Das ist Thema im Ratgeber zu Futterkohl als Zwischenfrucht mit Futternutzung. Bedenke dabei, dass nitratreiches Herbstfutter besonders für Wiederkäuer zum Vergiftungsrisiko werden kann, und eine pauschal sichere Menge gibt es nicht.

So arbeitest du den Bestand ein

Ich arbeite Futterkohl in drei Schritten ein:

  1. Abschneiden: Ich schneide die Pflanzen bodennah ab, rechtzeitig vor der Samenreife.
  2. Zerkleinern: Die verdickten Triebe und die Blätter hacke ich mit dem Spaten klein.
  3. Flach einarbeiten: Die frische Masse kommt nur in die obere Bodenschicht.
Häufiger Fehler

Die frische Kohlmasse wird spatentief untergegraben. Arbeite sie stattdessen nur flach ein, weil sie unter Luftabschluss faulen kann.

Einen Teil der zerkleinerten Masse kannst du auch als Mulch auf dem Beet liegen lassen. Für Gartenbeete gilt eine Mulchschicht von etwa 2 bis 3 cm als allgemeiner Richtwert.

Zersetzung: wann die Nährstoffe bereitstehen

Nach dem Einarbeiten zersetzt sich die Masse, und die festgehaltenen Nährstoffe werden wieder frei. Wie schnell das geht und wie viel bereitsteht, hängt unter anderem von diesen Bedingungen ab:

  • der Pflanzenart
  • dem Aufwuchs, also der Masse, die du einarbeitest
  • der Jahreszeit
  • der Bodenfeuchte
  • der Temperatur

Nimm die Wartezeit von meist etwa 2 bis 3 Wochen deshalb als Richtwert, denn die Freisetzung selbst richtet sich nach Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur. Vor der Folgesaat steche ich an einer Stelle mit dem Spaten nach und schaue mir an, wie weit die Reste zerfallen sind.

Was die Folgekultur davon hat

Deine Folgekultur bekommt, was der Futterkohl aus dem Bodenwasser aufgenommen und bis zum Einarbeiten festgehalten hat. Wie viel davon bei deinem Gemüse ankommt, lässt sich nicht pauschal beziffern, weil die Freisetzung von Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur abhängt. Dünge die Folgekultur nach ihrem eigenen Bedarf und beobachte, wie sie wächst.

Mythos-Check

„Nach Futterkohl muss die Folgekultur nicht mehr gedüngt werden.“ Pauschal stimmt das nicht. Futterkohl bindet keinen Luftstickstoff, er gibt nur zurück, was er vorher aufgenommen hat. Wie viel davon frei wird, hängt von den Bedingungen beim Zersetzen ab.

Als Folgekultur kommt kein Kreuzblütler infrage, denn die Anbaupause zu anderen Kreuzblütlern gilt auch nach der Gründüngung. Folgekultur und Pause trägst du gleich im Beetplaner für deine Gartenbeete ein, damit beides im nächsten Jahr sichtbar bleibt.

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Häufige Fragen

Bis wann kann ich Futterkohl als Gründüngung säen?
Für Futterkohl als Sommerzwischenfrucht ist eine frühe Julisaat vorgesehen. Die letzten empfohlenen Saattermine liegen je nach Anbauempfehlung zwischen Mitte und Ende Juli. Eine Saat im August kommt damit nach diesen Terminen. Markstammkohl entwickelt sich anfangs langsam und braucht in dieser Zeit eine wirksame Unkrautregulierung.
Wie tief wird Futterkohl gesät?
Gartensaatgut von Markstammkohl kommt 0,5 bis 1 cm tief in die Erde. Bei der Feldsaat reichen die Angaben bis 1 bis 2 cm. Als feinsamige Kultur braucht Markstammkohl ein feinkrümeliges Saatbett mit gutem Bodenschluss, und bei 10 bis 20 °C keimt die Saat.
Bindet Futterkohl als Gründüngung Stickstoff aus der Luft?
Nein. Futterkohl ist ein Kreuzblütler und bildet keine stickstoffbindende Knöllchensymbiose, wie sie Leguminosen mit Bakterien an ihren Wurzeln haben. Er nimmt vorhandene Nährstoffe aus dem Bodenwasser auf und hält sie vorübergehend in seiner Pflanzenmasse fest. Beim Zersetzen nach dem Einarbeiten gibt er zurück, was er vorher aufgenommen hat.
Wie lange sollte ich nach dem Einarbeiten von Futterkohl mit der nächsten Saat warten?
Nach dem flachen Einarbeiten empfiehlt sich meist eine Wartezeit von etwa 2 bis 3 Wochen, bevor du wieder säst oder pflanzt. Das ist ein Richtwert, denn wie schnell Nährstoffe frei werden, hängt unter anderem von Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Plane das Einarbeiten deshalb vom Saattermin der Folgekultur aus rückwärts.
Übersteht Futterkohl den Winter?
Futterkohl verträgt Frost, wie viel hängt von der Kulturform und vom Entwicklungsstand ab. Voll ausgewachsener Markstammkohl verträgt bis −12 °C. An Kälte gewöhnter Futterkohl auf dem Wildacker hält bis −15 °C aus. Bleibt dein Bestand über Winter stehen, schneide ihn rechtzeitig vor der Samenreife ab, damit er sich nicht ungewollt aussät.
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