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Futterkohl im Fruchtwechsel: passende Vor- und Nachfrüchte und die Kreuzblütler-Pause

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für Futterkohl im ökologischen Zwischenfruchtanbau gelten mindestens 5 Jahre Pause zu anderen Kreuzblütlern.
  • Radieschen, Rettich, Kresse, Senf und Raps zählen als Kreuzblütler mit, auch als Gründüngung.
  • Erbsen, Bohnen und Salat passen als Vorfrüchte für Markstammkohl im Gartenbeet.
  • Für Getreide und Hülsenfrüchte wird Markstammkohl ein guter Vorfruchtwert zugeschrieben.
  • Saure, feuchte und staunasse Böden begünstigen die Kohlhernie, deshalb zählt neben dem Wechsel auch der Standort.

Futterkohl ist schnell gesät. Er bestimmt aber mit, was in den nächsten Jahren auf demselben Beet wachsen darf, denn mit ihm beginnt eine lange Anbaupause für alle Kreuzblütler. Dazu gehören nicht nur andere Kohlarten, sondern auch Radieschen, Rettich, Kresse, Senf und Raps. Ich trage deshalb jeden Kreuzblütler in meinen Beetplan ein, auch die Reihe Radieschen im Frühjahr und den Senf als Gründüngung.

Kurz erklärt

Die Fruchtfolge ist die geplante Reihenfolge der Kulturen auf einer Fläche über mehrere Jahre. Die Vorfrucht steht vor dem Futterkohl auf dem Beet, die Nachfrucht folgt ihm. Beim Fruchtwechsel wechseln die Pflanzenfamilien von Jahr zu Jahr das Beet.

Wie lange braucht Futterkohl Pause?

Für Kohlgewächse allgemein werden 3 bis 5 Jahre Anbaupause empfohlen. Für Futterkohl selbst sind die Angaben strenger und haben jeweils einen eigenen Bezug. Im Feldbau verlangt die Empfehlung für Markstammkohl mindestens 5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern. Denselben Mindestabstand nennt der ökologische Zwischenfruchtanbau für Futterkohl. Ich plane im Gartenbeet mit diesem Wert für Futterkohl und nicht mit der allgemeinen Kohlregel.

Die Tabelle stellt die Pausen neben die von Runkelrübe und Luzerne, falls du diese Futterpflanzen mit einplanst.

Kultur Anbaupause Bezug
Kohlgewächse allgemein 3 bis 5 Jahre allgemeine Empfehlung
Markstammkohl mindestens 5 Jahre zu anderen Kreuzblütlern Feldbau
Futterkohl mindestens 5 Jahre zu anderen Kreuzblütlern ökologischer Zwischenfruchtanbau
Runkelrübe 4 Jahre Fruchtwechselpause
Luzerne 4 bis 6 Jahre gegenüber sich selbst und anderen Leguminosen Feldfutterbau

Welche Pflanzen zählen zur Kreuzblütler-Pause?

Senf, Raps, Kresse, Rettich und Radieschen gehören wie Kohl zu den Kreuzblütlern. In der Fruchtfolge rechnest du sie deshalb mit, als stünde Kohl auf dem Beet. Ein Beet mit Futterkohl ist damit für die Dauer der Pause auch für Radieschen und Rettich gesperrt, obwohl beide auf den ersten Blick wenig mit Kohl gemein haben.

Leicht übersehen werden Kreuzblütler bei der Gründüngung. In Beeten, in denen oft Kohl, Radieschen oder Rettich wachsen, solltest du Raps als Gründüngung vermeiden.

Häufiger Fehler

Senf oder Raps als schnelle Gründüngung direkt vor oder nach dem Futterkohl säen. Beide sind Kreuzblütler und zählen zur Anbaupause, auch wenn du sie nie erntest. Wähle für die Gründüngung rund um den Futterkohl Pflanzen aus anderen Familien.

Marias Erfahrung

Bevor ich Futterkohl säe, gehe ich die Einträge der letzten Jahre für dieses Beet durch und suche gezielt nach Senf, Kresse und Radieschen. Gründüngung schreibe ich dabei genauso auf wie Gemüse.

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Welche Vorfrüchte passen zu Futterkohl?

Auf abgeernteten Gartenbeeten eignen sich Erbsen, Bohnen und Salat als Vorfrüchte für Markstammkohl. Erbsen und Bohnen sind Leguminosen, bei ihnen binden Bakterien an den Wurzeln Luftstickstoff in organischer Form. Futterkohl bildet als Kreuzblütler keine stickstoffbindende Knöllchensymbiose, und Markstammkohl hat ein hohes Stickstoffaufnahmevermögen. Anders als Erbsen und Bohnen deckt Futterkohl seinen hohen Stickstoffbedarf also ganz aus dem Boden.

Ungeeignet als Vorfrucht ist jeder Kreuzblütler, dessen Pause auf diesem Beet noch läuft.

Eine allgemeine Kompost-Grunddüngung deckt den Stickstoffbedarf von Gemüse nicht vollständig. Im Feldanbau wird die Stickstoffdüngung für Markstammkohl auf eine Gabe vor der Saat und eine zweite bei etwa 30 cm Pflanzenhöhe aufgeteilt. Wie du Futterpflanzen nach Gruppe versorgst, fasst der Abschnitt Gießen und Düngen im Futterpflanzen-Ratgeber zusammen.

Hauptfrucht, Zweitfrucht oder Wildacker: drei Varianten im Vergleich

Wann du säst, entscheidet, wie lange Futterkohl ein Beet belegt. Im Garten rechnest du eine Fruchtfolge deshalb in Beeten und Jahren.

Variante Saattermin Belegung des Beets
Hauptfrucht April und Mai ab der Saat bis zur Ernte
Zweitfrucht als Sommerzwischenfrucht frühe Julisaat, letzte Termine je nach Empfehlung Mitte bis Ende Juli vorher Erbsen, Bohnen oder Salat, Ernte ab Mitte Oktober
Furchenkohl auf dem Wildacker Mai bis Juli mindestens zweijährig, bei unvollständigem Abäsen bis drei Jahre

Als Zweitfrucht trägt das Beet zwei Kulturen in einem Jahr, dafür steht der Kohl bis in den Herbst. Furchenkohl auf dem Wildacker wächst mindestens zweijährig. Wird er nicht vollständig abgeäst, kann er auch drei Jahre überdauern. Die Fläche bleibt so mehrere Jahre mit einem Kreuzblütler belegt, und die Anbaupause beginnt erst, wenn der Bestand abgeräumt ist.

Was Futterkohl als Zwischenfrucht darüber hinaus leistet, vom Erosionsschutz bis zum Winterfutter, erklärt der Ratgeber, wie du Futterkohl als Zwischenfrucht im Garten anbaust. Saattiefe, Abstände und Pflege lässt du bei der Fruchtfolgeplanung beiseite; wie du Futterkohl Schritt für Schritt anbaust, steht in einer eigenen Anleitung. Die Saattermine findest du gesammelt im Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken.

Was hinterlässt Futterkohl der Nachfrucht?

Für Getreide und Hülsenfrüchte wird Markstammkohl ein guter Vorfruchtwert zugeschrieben. Was im Boden zurückbleibt, hängt aber davon ab, wie du den Kohl nutzt. Der Stickstoff, den Markstammkohl aufnimmt, steckt danach in der Pflanze. Erntest du ganze Pflanzen als Frischfutter oder Silage, verlässt dieser Stickstoff mit der Ernte das Beet. Nutzt du den Bestand als Gründüngung, hält er die aufgenommenen Nährstoffe vorübergehend in der Pflanzenmasse fest. Wie viel davon später frei wird, hängt unter anderem von Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab.

Vor der Nachfrucht lasse ich den Boden untersuchen, statt den Rest zu schätzen. Beprobt wird für eine Bodenuntersuchung im Gemüsebeet die Schicht von 0 bis 25 cm. Die Mischprobe stellst du aus 10 bis 15 Einzelproben derselben Fläche zusammen.

Bei der Bodenstruktur erwartest du von Futterkohl besser nicht zu viel. Markstammkohl bildet eine kräftige Hauptwurzel, die wenig in die Tiefe reicht und sich in der Ackerkrume verzweigt. Er durchwurzelt also vor allem die obere Bodenschicht.

Als Gründüngung beschattet ein Bestand den Boden und vermindert Verschlämmung und Erosion. Wann und wie du Futterkohl dafür einarbeitest, erklärt der Ratgeber, wie du Futterkohl als Gründüngung nutzt. Welche Wirkungen Futterkohl auf deinen Gartenboden hat, fasst ein weiterer Ratgeber zusammen.

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Welche Nachfrüchte passen nach Futterkohl?

Im Gemüsegarten heißt der gute Vorfruchtwert für Hülsenfrüchte: Erbsen oder Bohnen können im Folgejahr auf das Beet. Getreide kommt ebenfalls infrage, im Garten etwa als Grünroggen. Grünroggen wird als Winterzwischenfrucht Ende September bis Anfang Oktober gesät. Markstammkohl als Zweitfrucht wird dagegen erst ab Mitte Oktober geerntet. Nach dieser Ernte ist das Saatfenster für Grünroggen also vorbei, und du planst die Nachfrucht besser fürs Frühjahr.

Arbeitest du den Kohl als Gründüngung flach ein, empfiehlt sich vor der nächsten Saat oder Pflanzung meist eine Wartezeit von etwa 2 bis 3 Wochen.

Nicht nach Futterkohl gehören Kohl, Radieschen, Rettich, Kresse, Senf und Raps, solange die Pause läuft.

Wenn auch Rüben und Luzerne im Wechsel stehen

Baust du neben Futterkohl auch Futterrüben oder Luzerne an, bringt jede Kultur ihre eigene Pause mit. Für die Runkelrübe wird eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren genannt. Futterrüben zählen zu den Starkzehrer und werden im ökologischen Feldanbau nach humusaufbauenden Kulturen eingeordnet. Für Luzerne gelten im Feldfutterbau 4 bis 6 Jahre Pause gegenüber sich selbst und anderen Leguminosen. Wie du Rüben auf kleiner Fläche ziehst, beschreibt der Ratgeber, wie du Futterrüben im Kleingarten anbaust und pflegst.

In meinem Plan bekommt jede Pflanzenfamilie eine eigene Farbe, so behalte ich mehrere Pausen gleichzeitig im Blick. Mischkultur kann die Beetfläche besser ausnutzen. Günstige Wirkungen bestimmter Nachbarn aufeinander sind aber oft schwer nachweisbar, sie kann den Fruchtwechsel ergänzen, eine Garantie ist sie nicht.

Boden und Krankheiten: was der Fruchtwechsel nicht ersetzt

Für Futterkohl auf dem Wildacker wird auf durchlässigen Böden ein pH-Wert von 4,5 bis 8 als verträglich angegeben, als Toleranzspanne und nicht als Optimum. Weil saure, feuchte und staunasse Böden die Kohlhernie begünstigen, ist ein saures Beet trotz dieser Toleranz kein guter Platz für Futterkohl. Wie du den pH-Wert prüfst und das Beet vorbereitest, steht im Ratgeber, wie du den Boden für Futterkohl vorbereitest.

Fruchtwechsel kann bei Kohlgewächsen Risiken senken, ersetzt aber weder Standort noch Netz noch Kontrolle. Die Kleine Kohlfliege legt etwa ab Mitte April Eier, deshalb kommt das Kulturschutznetz unmittelbar nach Saat oder Pflanzung über die Kohlkultur. Mehr zur Vorbeugung steht im Futterpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

Die Ernte bestimmt, wann das Beet frei wird

Für die Fruchtfolge zählt an der Ernte vor allem, wann du das Beet wieder nutzen kannst. Als Zweitfrucht angebauter Markstammkohl wird ab Mitte Oktober geerntet, als frische Ganzpflanze oder als Ganzpflanzensilage. Der angegebene Erntezeitpunkt liegt bei 12 bis 15 % Trockensubstanz. Nitratreiches Herbstfutter kann besonders für Wiederkäuer ein Vergiftungsrisiko darstellen, eine pauschal sichere Menge gibt es nicht. Ernte und Verwertung behandelt der Futterpflanzen-Ratgeber im gleichnamigen Abschnitt.

Mini-Checkliste

So planst du Futterkohl in die Fruchtfolge

  • Im Beetplan nachsehen, wann auf dem Beet zuletzt ein Kreuzblütler stand.
  • Radieschen, Rettich, Kresse, Senf und Raps mitzählen, auch als Gründüngung.
  • Vorfrucht wählen: Erbsen, Bohnen oder Salat.
  • Variante festlegen: Hauptfrucht im Frühjahr oder Zweitfrucht mit früher Julisaat.
  • Nachfrucht fürs Folgejahr eintragen: Hülsenfrüchte oder Getreide.
  • Keinen Kreuzblütler aufs Beet setzen, bis die Pause vorbei ist.
Passt dazu

Mit dem Beetplaner kannst du deine Beete über mehrere Jahre planen und jede Pflanzenfamilie eintragen. Welche Nachbarn im selben Jahr zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer.

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Häufige Fragen

Wie lange sollte ich nach Futterkohl keine anderen Kreuzblütler anbauen?
Für Kohlgewächse allgemein werden 3 bis 5 Jahre Anbaupause empfohlen. Für Futterkohl im ökologischen Zwischenfruchtanbau und für Markstammkohl im Feldbau gelten mindestens 5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern. Plane im Gartenbeet mit diesem Wert, weil er sich auf Futterkohl selbst bezieht.
Zählen Radieschen und Senf zur Anbaupause von Futterkohl?
Ja. Senf, Raps, Kresse, Rettich und Radieschen gehören wie Kohl zu den Kreuzblütlern und werden in der Fruchtfolge mitgerechnet. In Beeten, in denen oft Kohl, Radieschen oder Rettich stehen, solltest du auch Raps als Gründüngung vermeiden.
Welche Vorfrucht eignet sich für Futterkohl?
Auf abgeernteten Gartenbeeten eignen sich Erbsen, Bohnen und Salat als Vorfrüchte für Markstammkohl. Für den Anbau als Sommerzwischenfrucht ist eine frühe Julisaat vorgesehen. Die letzten Saattermine liegen je nach Empfehlung zwischen Mitte und Ende Juli, bis dahin muss die Vorfrucht abgeräumt sein.
Was kann ich nach Futterkohl pflanzen?
Markstammkohl wird für Getreide und Hülsenfrüchte ein guter Vorfruchtwert zugeschrieben. Im Gemüsegarten bieten sich deshalb zum Beispiel Erbsen oder Bohnen im Folgejahr an. Kreuzblütler wie Kohl, Radieschen oder Rettich bleiben vom Beet, bis die Anbaupause vorbei ist.
Lockert Futterkohl mit seinen Wurzeln den Unterboden?
Davon solltest du nicht ausgehen. Markstammkohl bildet eine kräftige Hauptwurzel, die wenig in die Tiefe reicht und sich in der Ackerkrume verzweigt. Er durchwurzelt also vor allem die obere Bodenschicht.
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