Boden für Futterkohl vorbereiten: Bodenprobe, pH-Wert, Kompost und Drainage
- Für die Bodenprobe im Gemüsebeet beprobst du die Schicht von 0 bis 25 cm und mischst 10 bis 15 Einzelproben derselben Fläche.
- Futterkohl verträgt auf dem Wildacker auf durchlässigen Böden pH 4,5 bis 8; das ist eine Toleranzspanne, kein Optimum.
- Liegt der gemessene pH-Wert über dem Zielbereich deiner Bodenart, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger.
- Kompost als allgemeine Grunddüngung: höchstens 3 l/m² im Jahr, im Frühjahr; den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt er nicht vollständig.
- Feuchte, staunasse und saure Böden begünstigen die Kohlhernie, deshalb braucht Futterkohl durchlässigen Boden.
Steht Futterkohl in nassem, saurem Boden, begünstigt das die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen.. Liegen die feinen Samen zwischen groben Schollen, fehlt ihnen beim Auflaufen der Bodenschluss und damit die Wasserversorgung. Beides kannst du vor der Saat angehen. Ich beginne jedes neue Futterkohlbeet deshalb mit dem Spaten: Bodenprobe stechen, Profil anschauen und nach dem nächsten Regen nachsehen, wo Wasser stehen bleibt.
Gemeint ist vor allem Markstammkohl, ein Futterkohl mit verdicktem Trieb und hoher Blattmasse. Genutzt werden seine Blätter, und ganze Pflanzen gehen als Frischfutter oder Silage in die Fütterung. Wie er sich neben den übrigen Futterpflanzen einordnet, zeigt der Überblick über Futterpflanzen wie Grünland, Futterkohl, Rüben und Zichorie.
Bodenprobe: erst messen, dann kalken und düngen
Bevor Kalk oder Kompost auf das Beet kommt, will ich wissen, was der Boden schon mitbringt. Im Gemüsebeet beprobst du dafür die Schicht von 0 bis 25 cm. Ein einzelner Einstich sagt wenig über die ganze Fläche. Darum stellst du eine MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. aus 10 bis 15 Einzelproben derselben Fläche zusammen. Ich gehe dazu im Zickzack über das Beet und sammle alle Einstiche in einem sauberen Eimer, bevor ich sie gründlich durchmische.
Mit dem Laborbefund entscheidest du zwei Dinge: ob das Beet Kalk braucht und wie du die Grunddüngung ansetzt. Der Zielbereich für den pH-Wert hängt von der Bodenart ab, deshalb gehört sie mit in die Auswertung.
So ziehst du die Bodenprobe für das Futterkohlbeet.
- Schicht von 0 bis 25 cm beproben
- 10 bis 15 Einzelproben derselben Fläche nehmen
- alles zu einer Mischprobe vereinen und gut durchmischen
- Kalk und Dünger erst nach dem Befund ausbringen
Drainage: Staunässe finden, bevor du säst
Für Blattkohl wird gut durchlässiger Boden empfohlen. Auch die weite pH-Toleranz, die für Futterkohl auf dem Wildacker genannt wird, gilt nur für durchlässige Böden. Dazu kommt die Kohlhernie, die durch feuchte und staunasse Böden begünstigt wird.
Ich sehe mir eine neue Fläche nach einem kräftigen Regen an und merke mir die Stellen, an denen Wasser stehen bleibt. Zusätzlich hebe ich ein spatentiefes Loch aus, gieße es voll und beobachte, ob das Wasser versickert oder steht. Was du danach tust, hängt von der Ursache ab:
- Liegt unter der lockeren Krume eine verdichtete Schicht, lockerst du sie bei abgetrocknetem Boden auf.
- Ist der Boden schwer, kann Humus aus Gründüngung seine Durchlässigkeit verbessern.
- Steht in einer Senke nach jedem Regen Wasser, suchst du für den Futterkohl einen anderen Platz.
Hängen die Blätter nach nassem Wetter schlaff herunter, greifen viele zur Gießkanne. Zu viel Wasser kann aber Wurzeln schädigen, und geschädigte Wurzeln können ähnliche Welkeerscheinungen verursachen wie Wassermangel. Fühl deshalb erst mit dem Finger in den Boden, bevor du gießt.
Welcher pH-Wert passt zu Futterkohl?
Futterkohl auf dem Wildacker verträgt auf durchlässigen Böden einen pH-Wert von 4,5 bis 8. Das ist eine Toleranzspanne und kein Optimum. Für Blattkohl im Gemüsebeet liegt der bevorzugte Boden-pH bei 6,5 bis 6,8.
Saure Böden begünstigen außerdem die Kohlhernie. Futterkohl verträgt also einen sauren Boden, doch wer sich im Garten auf das saure Ende der Spanne verlässt, schafft zugleich Bedingungen, die die Kohlhernie fördern.
Kalk gibst du trotzdem nicht als Routinegabe, sondern nach Messwert. Liegt der gemessene pH-Wert über dem Zielbereich deiner Bodenart, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger. Liegt er darunter, richtest du die Kalkung nach dem Befund aus. Ich kalke nur das Beet, für das der Befund es verlangt, und nicht den ganzen Garten auf Verdacht.
Bodenstruktur verbessern: Humus und Gründüngung
Die Humusbildung aus Gründüngung kann auf leichten Böden die Wasserspeicherung verbessern und auf schweren Böden die Durchlässigkeit. Solange der Bewuchs steht, beschattet er den Boden und vermindert VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und Erosionsgefahr. Hast du leichten Boden und rechnest mit trockenen Phasen, findest du im Ratgeber, wie du Futterkohl wassersparend durch Trockenperioden bringst, mehr zum Wasserspeicher des Bodens.
Vor dem Futterkohl muss die Gründüngung rechtzeitig weichen. Mäh sie vor der Samenreife, damit sie sich nicht ungewollt aussät. Die frische Masse arbeitest du nur flach ein, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Danach wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen, bevor du säst oder pflanzt.
Wie viele Nährstoffe die Gründüngung freigibt, hängt unter anderem von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Als feste Größe in der Grunddüngung kannst du sie deshalb nicht einplanen. Achte auch auf die Art: Senf und Raps gehören wie Kohl zu den Kreuzblütlern. In Beeten, in denen oft Kohl steht, lässt du Raps als Gründüngung besser weg. Futterkohl kann übrigens selbst Gründüngung sein; wie du Futterkohl als Gründüngung nutzt, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Bodenbearbeitung: die Arbeit gehört in die Krume
Markstammkohl bildet eine kräftige Hauptwurzel, die wenig in die Tiefe reicht und sich in der Ackerkrume verzweigt. Lockerung und Grunddüngung gehören deshalb in die obere, durchwurzelte Schicht. Tiefer gehst du nur, wenn darunter eine verdichtete Lage Wasser staut.
Bearbeitet wird nur abgetrockneter Boden. Ich drücke vorher einen Klumpen Erde in der Hand zusammen: Zerfällt er beim Antippen wieder, fange ich an, schmiert er, warte ich ab. Nasser Boden wird unter Spaten und Grubber leicht verdichtet, und das ist das Gegenteil dessen, was die Wurzeln brauchen. Auf dem gelockerten Beet laufe ich nur über ein Brett oder auf festen Wegen am Rand.
Im selben Loch, das ich für den Wassertest aushebe, sehe ich mir vorher die Wand an. Ich suche die Grenze, an der die krümelige Krume in festere Erde übergeht, und prüfe, ob sich unten Wasser sammelt. Danach entscheide ich, wie tief ich lockere.
Grunddüngung: Kompost als Basis, Stickstoff nach Befund
Für Gartenboden gilt als allgemeine Grunddüngung eine jährliche Kompostgabe im Frühjahr von höchstens 3 l/m². Ich verteile den Kompost auf der gelockerten Fläche und arbeite ihn flach in die Krume ein. Für Blattkohl im Gemüsebeet kannst du ebenfalls Kompost einarbeiten oder einen organischen, stickstoffbetonten Gartendünger verwenden.
Den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt die allgemeine Kompostgabe allerdings nicht vollständig. Markstammkohl kann viel Stickstoff aufnehmen, und als Kreuzblütler bildet er keine stickstoffbindende Knöllchensymbiose. Was er braucht, muss also aus dem Boden kommen, und Kompost allein reicht dafür nicht aus.
Im Feldanbau wird die Stickstoffdüngung bei Markstammkohl aufgeteilt, und eine Gabe kommt vor der Saat. Die zweite folgt bei etwa 30 cm Pflanzenhöhe und gehört damit schon zur Pflege, die im Futterpflanzen-Überblick unter Gießen und Düngen nach Pflanzengruppe steht.
„Mykorrhizapilze und KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. versorgen auch Futterkohl mit Nährstoffen.“ Das trifft auf Kreuzblütler nicht zu. Futterkohl geht keine arbuskuläre Mykorrhizasymbiose ein und bildet keine stickstoffbindende Knöllchensymbiose. Für seine Versorgung zählen deshalb Bodenprobe und Grunddüngung.
Als Zweitfrucht angebauter Markstammkohl wird ab Mitte Oktober geerntet und ist damit Herbstfutter. Nitratreiches Herbstfutter kann besonders für Wiederkäuer ein Vergiftungsrisiko sein, weil Nitrat zu Nitrit umgewandelt werden kann. Gib Stickstoff deshalb nach Befund und nicht auf Vorrat. Eine pauschal sichere Futtermenge gibt es bei nitratreichem Herbstfutter nicht.
Das Saatbett: feinkrümelig und mit Bodenschluss
Markstammkohl ist eine feinsamige Kultur und braucht ein sorgfältiges Saatbett mit gutem Bodenschluss. Feinsämige Futterpflanzen sind auf diesen Kontakt angewiesen, damit sie beim Auflaufen Wasser bekommen. Beim Gartensaatgut liegt die Saattiefe für Markstammkohl bei 0,5 bis 1 cm. Weil das Korn so flach liegt, kommt es auf die oberste Schicht an: Grobe Klumpen lassen dort Hohlräume, in denen der Bodenschluss fehlt.
Ich harke die Fläche als letzten Schritt feinkrümelig, aber nicht zu Staub, und drücke die SaatrilleEine Saatrille ist eine flache, gerade Furche im feinkrümeligen Saatbett, in die du Samen in einer Reihe säst. Nach der Aussaat schiebst du sie wieder zu und drückst die Erde an. nach dem Säen mit dem Rechenrücken an. Wie es mit Direktsaat, Vorkultur und Pflanzabständen weitergeht, erklärt die Anleitung, wie du Futterkohl Schritt für Schritt anbaust.
Zeitplan: vom Saattermin rückwärts planen
Markstammkohl als Hauptfrucht wird im April und Mai gesät. Als Sommerzwischenfrucht ist eine frühe Julisaat vorgesehen. Von diesem Termin aus planst du die Bodenvorbereitung rückwärts.
| Schritt | Zeitpunkt |
|---|---|
| Bodenprobe ziehen | vor Kalk, Kompost und Dünger |
| Gründüngung mähen | vor der Samenreife |
| Gründüngung flach einarbeiten | meist etwa 2 bis 3 Wochen vor Saat oder Pflanzung |
| Boden lockern | sobald er abgetrocknet ist und krümelt |
| Kompost als Grunddüngung | im Frühjahr, höchstens 3 l/m² im Jahr |
| Saatbett herrichten | als letzter Schritt vor der Saat |
| Saat als Hauptfrucht | April und Mai |
| Saat als Sommerzwischenfrucht | früh im Juli |
Die SaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. weiterer Futterpflanzen findest du im Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken.
Fruchtfolge: Kreuzblütler zählen mit
Für Futterkohl im ökologischen Zwischenfruchtanbau gilt eine Anbaupause von mindestens 5 Jahren zu anderen Kreuzblütlern. Senf, Raps, Kresse, Rettich und Radieschen zählen dabei mit. Welche Vor- und Nachfrüchte passen und wie du Futterkohl in die Fruchtfolge einplanst, erklärt ein eigener Ratgeber; wo zuletzt Kreuzblütler standen, hältst du im Beetplaner für deine Gartenbeete fest.
Nach der Saat: Unkraut, Wasser, Nachdüngung und Netz
Markstammkohl entwickelt sich anfangs langsam und braucht in dieser Phase Unkrautregulierung. Ein sauber vorbereitetes Saatbett ist dafür der Anfang, Hacken und Jäten gehören dann zur Pflege.
Gegossen wird vorzugsweise früh morgens und bodennah. Welche Technik und welche Wassergaben zu Futterkohl passen, erklärt der Ratgeber, wie du Futterkohl richtig bewässerst.
Die Kleine KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. legt etwa ab Mitte April Eier ab. Im Hausgarten deckst du Kohl deshalb unmittelbar nach Saat oder Pflanzung mit einem KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. ab. Pflege, Gießen und Düngen sowie Krankheiten und Schädlinge behandelt der Futterpflanzen-Überblick in eigenen Abschnitten.




