Futterkohl in Trockenzeiten: So hältst du das Wasser im Boden
- Welke Blätter können auf Wassermangel hindeuten, aber auch auf zu nasse Wurzeln oder Wurzelfraß der Kohlfliege: erst die Erde prüfen.
- Markstammkohl verzweigt seine Wurzeln in der Ackerkrume, deshalb zählt die Feuchte der oberen Bodenschicht.
- Mulch etwa 2 bis 3 cm dick auftragen, feinen Rasenschnitt nur angetrocknet, locker und dünn.
- Humus aus Gründüngung kann die Wasserspeicherung leichter Böden verbessern.
- Boden nicht auf Vorrat nass halten, denn feuchte, staunasse Böden begünstigen die Kohlhernie.
- Regenwasser sammeln, Grauwasser aus dem Haushalt nicht für Futterkohl nutzen.
Wenn mein Futterkohl in einer Trockenperiode die Blätter hängen lässt, greife ich nicht sofort zur Kanne. Ich schaue zuerst in den Boden, denn welke Blätter können mehr als eine Ursache haben. Wer Wasser sparen muss, setzt beim Boden selbst an: Er soll mehr Feuchte halten und weniger davon an die Luft verlieren.
Hier geht es darum, wie du Futterkohl wassersparend durch trockene Wochen bringst: WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. deuten, Boden und Humus, Mulch, Sortenwahl, Pflanzdichte, Schatten und die Frage, welches Wasser du nutzt.
Futterkohl wie der Markstammkohl eignet sich für Rinder, Schafe und Ziegen als Ergänzung zu rohfaserreichen Rationen. Genutzt werden die Blätter, ganze Pflanzen gehen als Frischfutter oder Silage in den Trog. Wie er sich neben den anderen Futterpflanzen einordnet, zeigt der Überblick über Grünland, Futterkohl, Rüben und Zichorie. Die Fütterung vertieft der Ratgeber dazu, für welche Nutztiere sich Futterkohl eignet.
Warum Trockenperioden Futterkohl zusetzen
Heikel wird es schon bei der Saat. Markstammkohl ist feinsamig und braucht ein sorgfältiges Saatbett mit gutem Bodenschluss. Über diesen engen Kontakt zur feinkrümeligen Erde bekommen die Samen beim Auflaufen ihr Wasser.
Danach entwickelt sich Markstammkohl anfangs langsam. In dieser Phase braucht er eine wirksame Unkrautregulierung.
Auch die Wurzel macht ihn empfindlich. Markstammkohl bildet zwar eine kräftige Hauptwurzel, doch sie reicht wenig in die Tiefe und verzweigt sich in der Ackerkrume. Trocknet diese obere Schicht aus, kann die Pflanze kaum auf tiefere Bodenlagen ausweichen.
Gegen die Trockenheit anzugießen, bis alles nass ist, löst das Problem nicht. Zu viel Wasser kann Wurzeln schädigen, und feuchte, staunasse sowie saure Böden begünstigen die Kohlhernie. Diese Krankheit infiziert Kohlpflanzen besonders stark bei 20 bis 25 °C. Wer den Boden bei solchen Temperaturen vorsorglich nass hält, schafft also genau die Bedingungen, die Kohlhernie begünstigen.
Wasserstress erkennen: welke Blätter richtig deuten
Welke Blätter können auf Wassermangel hindeuten, ein Beweis sind sie nicht. Wurzeln, die durch zu viel Wasser geschädigt sind, lösen ähnliche Welkeerscheinungen aus. Auch Wurzelfraß der KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. kann hinter welkenden Kohlpflanzen stecken. In beiden Fällen bringt zusätzliches Gießen keine Besserung.
Bevor ich gieße, grabe ich direkt neben einer welken Pflanze mit der Hand in die Erde, bis ich an die Wurzeln komme. Fühlt sich die Erde dort feucht an, lege ich den WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt. frei und suche nach Fraßspuren. Erst wenn die Wurzelzone trocken ist, hole ich die Kanne.
| Was du an den Wurzeln findest | Was es bedeuten kann | Was du tust |
|---|---|---|
| Erde trocken, keine Fraßspuren | kann auf Wassermangel hindeuten | früh morgens bodennah gießen, danach mulchen |
| Erde nass | Wurzeln können durch zu viel Wasser geschädigt sein | nicht gießen, Boden abtrocknen lassen |
| Erde feucht, Fraßspuren an den Wurzeln | kann auf Wurzelfraß der Kohlfliege hindeuten | nicht gießen, die nächste Kultur gleich nach Saat oder Pflanzung mit einem Netz abdecken |
Die Kleine Kohlfliege legt etwa ab Mitte April Eier ab. Deshalb deckst du Kohl unmittelbar nach Saat oder Pflanzung mit einem Kulturschutznetz ab, dessen Maschenweite unter 1 mm liegt. Die Ränder schließt du dicht, wobei das Netz auch Nützlingen den Zugang zum Kohl verwehren kann.
Wie die Bodenart den Wasservorrat bestimmt
Wie lange Futterkohl ohne Regen auskommt, hängt davon ab, wie viel Wasser dein Boden für die Pflanzen bereithält. Das ist nicht dasselbe wie die gesamte Wassermenge im Boden.
Die nutzbare Feldkapazität beschreibt den pflanzenverfügbaren Wasservorrat zwischen Welkepunkt und Feldkapazität. Ihr relativer Füllstand kann über 100 % liegen. Dann ist der Boden nasser, als es der Feldkapazität entspricht, und das zusätzliche Wasser zählt nicht mehr zum nutzbaren Vorrat.
Leichte und schwere Böden brauchen in Trockenzeiten unterschiedliche Pflege. Humus aus Gründüngung kann bei beiden helfen, denn er kann die Wasserspeicherung leichter Böden und die Durchlässigkeit schwerer Böden verbessern.
| Boden | Worauf es ankommt | Was ich mache |
|---|---|---|
| leicht | Wasserspeicherung verbessern | Humus aufbauen, mulchen, Regenwasser bereithalten |
| schwer | Durchlässigkeit verbessern, Staunässe vermeiden | Humus aufbauen, nie auf Vorrat nass gießen |
Blattkohl wächst in feuchtem, organisch angereichertem, mit Kompost versorgtem und gut durchlässigem Boden. Feucht und durchlässig zugleich ist damit das Ziel, egal mit welcher Bodenart du startest. Nach kräftigem Regen mache ich eine SpatenprobeDie Spatenprobe ist eine einfache Bodenbeurteilung vor Ort: Du stichst mit dem Spaten eine Erdscheibe aus und prüfst sie durch Anschauen, Riechen und Fühlen auf Krümelstruktur, Verdichtungen, Wurzeln und Regenwurmgänge. neben den Reihen und schaue, ob Wasser in der Grube steht oder die Erde krümelig feucht bleibt.
Mulchen: Verdunstung bremsen mit der richtigen Schicht
Eine Mulchdecke schirmt die Erde gegen direkte Sonne ab und kann so die Verdunstung an der Oberfläche bremsen. Für Gartenbeete gilt eine Schicht von etwa 2 bis 3 cm als allgemeiner Richtwert. Feinen Rasenschnitt trägst du nur angetrocknet, locker und dünn auf. Gröbere Pflanzenreste aus dem Garten nehme ich ebenfalls.
Ich mulche erst, wenn der Boden nach einem Regen durchfeuchtet ist, damit unter der Decke feuchte Erde liegt. Um den Stängel lasse ich einen schmalen Ring frei, so behalte ich den Wurzelhals im Blick.
Mehr Humus, mehr Wasserspeicher
Auf längere Sicht setze ich auf organische Substanz im Boden. Weil Markstammkohl seine Wurzeln in der Ackerkrume verzweigt und Gründüngung nur flach eingearbeitet wird, landet die neue organische Substanz genau in der Schicht, aus der er sein Wasser holt.
Kompost im Frühjahr
Arbeite Kompost im Frühjahr als allgemeine Grunddüngung ein. Für Gartenboden gilt dabei eine jährliche Menge von höchstens 3 l/m². Den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt diese Gabe nicht vollständig, und Markstammkohl besitzt ein hohes Stickstoffaufnahmevermögen.
Gründüngung vor dem Kohl
Eine Gründüngung vor dem Futterkohl beschattet den Boden und vermindert VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und Erosion. Beende sie rechtzeitig vor der Samenreife, damit sie sich nicht ungewollt aussät. Arbeite die frische Masse nur flach ein, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Bis zur Saat oder Pflanzung wartest du danach meist etwa 2 bis 3 Wochen.
Auf abgeernteten Gartenbeeten passen auch Erbsen, Bohnen und Salat als Vorfrüchte für Markstammkohl.
Senf oder Raps als Gründüngung vor Kohl säen. Senf, Raps, Kresse, Rettich und Radieschen sind Kreuzblütler wie der Kohl und zählen in seiner Fruchtfolge mit. Für Kohlgewächse gelten allgemein 3 bis 5 Jahre Anbaupause, für Markstammkohl im Feldbau mindestens 5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern.
Deine Kreuzblütler-Jahre trägst du im Beetplaner für deine Fruchtfolge ein, dann hast du sie im Blick. Umgekehrt kannst du Futterkohl auch selbst zur Bodenverbesserung anbauen. Ein eigener Ratgeber zeigt, wie du Futterkohl als Gründüngung im Garten nutzt.
Und die Bodenbearbeitung?
Ob du verdichtete Schichten lockerst und wie tief du dabei gehst, entscheidest du bei der Vorbereitung vor der Saat. Die Schritte von der Lockerung bis zum Pflügen stehen im Ratgeber, wie du den Boden für Futterkohl lockerst und vorbereitest.
Trockenheitstolerante Sorten: was sich sagen lässt
Ich wähle deshalb nach den Merkmalen, die für die Sorten beschrieben sind. Für den Sommerzwischenfruchtanbau wird Camaro mit hohem Ertrag und mittlerer Frostempfindlichkeit bewertet. Furchenkohl bringt dort einen sehr geringen Ertrag, ist dafür aber wenig frostempfindlich.
Beim Markstammkohl gibt es außerdem blattarme und blattreiche Typen. Niedrig wachsende Sorten besitzen höhere Trockenmassegehalte als stängelige. Wie viel Wasser eine Sorte braucht, lässt sich aus diesen Merkmalen nicht ablesen.
Steuern kannst du den Saattermin. Als Hauptfrucht säst du Markstammkohl im April und Mai, als Sommerzwischenfrucht früh im Juli. Die letzten Saattermine für die ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. liegen je nach Anbauempfehlung zwischen Mitte und Ende Juli. Bei einer Julisaat läuft der Kohl im Hochsommer auf, dann kommt es auf ein feinkrümeliges Saatbett mit gutem Bodenschluss besonders an. Alle Termine hast du im Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken beisammen.
Pflanzdichte: wie eng du Futterkohl setzt
Ein Abstand beim Kohl besteht immer aus dem Abstand in der Reihe, dem Reihenabstand und der Anbauform.
| Kultur | In der Reihe | Reihenabstand | Anbauform |
|---|---|---|---|
| Markstammkohl, Gartensaatgut | 30 cm | 50 cm | kräftige Jungpflanzen vereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. oder auspflanzen |
| Blattkohl im Gartenbeet | 30 cm | 76 cm | Direktsaat oder VoranzuchtVoranzucht heißt, Pflanzen aus Samen in Schalen oder Töpfen unter geschützten Bedingungen heranzuziehen, etwa am Fenster, im Gewächshaus oder im Frühbeet. Die Jungpflanzen setzt du später ins Beet. mit Auspflanzen |
Im Feldanbau rechnet man für Markstammkohl mit einem Bestand von etwa 4 Pflanzen/m².
In Trockenzeiten halte ich mich an diese Abstände und setze nicht dichter. Jede zusätzliche Pflanze holt ihr Wasser aus derselben Ackerkrume wie ihre Nachbarn. Weiter auseinander zu pflanzen ist eine Abwägung: Der Wasservorrat verteilt sich auf weniger Wurzeln, doch auf derselben Fläche stehen auch weniger Pflanzen. Beim Vereinzeln ziehe ich gleich das Unkraut in der Reihe mit heraus, weil Markstammkohl sich anfangs langsam entwickelt.
Schattieren bei extremer Hitze: nur als Notbehelf
Blattkohl gehört an einen vollsonnigen Standort. Schatten ist deshalb keine Dauerlösung, sondern höchstens eine Hilfe für einzelne Hitzephasen. Auf kleinen Beeten spanne ich dann ein luftiges Schattiernetz über Bügel, sodass es die Blätter nicht berührt. Sobald die Hitze nachlässt, nehme ich es wieder ab, damit der Kohl volle Sonne bekommt.
Von schattenspendenden Nachbarn zwischen den Kohlreihen erwarte ich wenig. Mischkultur kann die Fläche besser ausnutzen, doch günstige Einflüsse bestimmter Nachbarn sind häufig schwer nachweisbar. Wer es ausprobieren will, prüft Kombinationen vorher im Mischkultur-Planer.
Gießen, wenn es nicht anders geht
Reichen Boden und Mulch nicht mehr, gieß vorzugsweise früh morgens und bodennah. Zeitpunkt, Menge, Tropfschlauch und Bodenfeuchtemessung vertieft der Ratgeber, wie du Futterkohl technisch richtig bewässerst. Die Grundregeln für alle Futterpflanzengruppen stehen im Futterpflanzen-Überblick im Abschnitt zum Gießen und Düngen.
Regenwasser sammeln, Grauwasser meiden
Regenwasser vom Dach
Regenwasser ist die naheliegende Reserve für trockene Wochen. Ich fange es über die Dachrinne in abgedeckten Tonnen auf. Wie viel zusammenkommt, schätzt du über die Grundfläche deines Dachs: Quadratmeter mal Millimeter Regen ergibt ungefähr die Liter, die in der Tonne ankommen können.
1 mm Niederschlag entspricht 1 l/m². Dieselbe Rechnung gilt für deine Gießgaben: 1 mm bedeutet einen Liter auf jedem Quadratmeter Beet.
Für eine Tropfbewässerung aus der Tonne setze ich einen Filter vor die Leitung, weil Tropfer durch Verstopfung oder Verkalkung ausfallen können.
Grauwasser: warum ich es nicht nutze
Grauwasser aus Spüle, Dusche oder Waschmaschine wirkt verlockend, wenn die Tonnen leer sind. Ob es ausreichend aufbereitet ist, kann ich am Beet nicht erkennen.
Unzureichend aufbereitetes Abwasser kann Krankheitserreger und chemische Schadstoffe enthalten. Beim Bewässern gefährdet es Pflanzen, Tiere, Boden und Grundwasser. Weil Futterkohl im Trog landet, gieße ich ihn nicht mit Grauwasser aus dem Haushalt.
Ganzheitliches Wassermanagement: wie die Maßnahmen zusammenwirken
Die Maßnahmen ergänzen sich. Humus kann den Speicher leichter Böden vergrößern, und Mulch kann die Verdunstung bremsen. Passende Abstände sorgen dafür, dass sich nicht zu viele Wurzeln denselben Vorrat teilen, und Regenwasser deckt einen Teil der Gießgaben. Was dann noch fehlt, gibst du gezielt an die Wurzeln, ohne den Boden nass zu halten.
Behalte im Blick, wie viel Wasser du tatsächlich gibst. Die Fördermenge deiner Gießbrause bestimmst du, indem du die Zeit misst, bis sie ein Gefäß mit bekanntem Volumen gefüllt hat. Ein Regenmesser zeigt dir, was von oben kam, und beides vergleichst du in Litern je Quadratmeter.
Vor der Trockenperiode Kompost und Gründüngung eingearbeitet, Mulch auf feuchter Erde, Abstände eingehalten, Reihen unkrautfrei, Tonnen gefüllt, Filter vor dem Tropfschlauch. In der Trockenperiode erst die Erde an den Wurzeln prüfen, dann früh morgens bodennah gießen und nie auf Vorrat nass halten.
Fazit: Wasser sparen beginnt vor der Trockenperiode
Das meiste, was ich für trockene Wochen tue, erledige ich, bevor sie beginnen. Humus aufbauen, mulchen, mit passendem Abstand setzen und Regenwasser sammeln gehören dazu. In der Trockenperiode selbst prüfe ich zuerst den Boden und entscheide erst dann, ob die Kanne nötig ist. Mein Ziel ist weder ein trockener noch ein nasser Boden, sondern einer, der feucht und zugleich gut durchlässig bleibt.




