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Gloxinien vermehren: Blatt- und Triebstecklinge Schritt für Schritt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Schneide Stecklinge nur von einer gesunden, belaubten Gloxinie, die gerade neue Blätter bildet.
  • Ein Blattsteckling ist ein voll entwickeltes Blatt mit Stiel, ein Triebsteckling ein junger Trieb, glatt unterhalb eines Blattknotens geschnitten.
  • Gesteckt wird in frische Aussaaterde und saubere Töpfe mit Abzugsloch.
  • Gloxinien brauchen etwa 18 °C als Mindesttemperatur und einen hellen Platz ohne direkte Sonne.
  • Abgedeckte Stecklinge kontrollierst du täglich auf Kondenswasser und Schadstellen, gegossen wird von unten, die Blätter bleiben trocken.
Gloxinie mit samtiger, tiefvioletter Trichterblüte und hellem Rand über weich behaarten Blättern
Foto: ignartonosbg · Pixabay Content License · Quelle ↗

Eine gesunde Gloxinie bringt das Material für neue Pflanzen schon mit: kräftige Blätter und, wenn sie mehrere Triebe hat, auch junge Triebe. Wenn ich eine Gloxinie genau so noch einmal haben will, schneide ich Stecklinge davon. Der Schnitt selbst ist schnell erledigt. Mehr Aufmerksamkeit braucht die Zeit danach, denn unter der Abdeckung bildet sich Kondenswasser, und feuchtwarme Luft begünstigt Grauschimmel.

Diese Anleitung führt dich bei Blatt- und Triebstecklingen von der Mutterpflanze bis zur bewurzelten Jungpflanze im eigenen Topf.

Kurz erklärt

Ein Blattsteckling ist ein einzelnes Blatt mit seinem Stiel, das in der Erde Wurzeln bilden soll. Ein Triebsteckling ist ein abgeschnittener junger Trieb mit Blättern. Beide wachsen aus dem Gewebe deiner Pflanze weiter, nicht aus einem Samen.

Stecklinge, Aussaat oder Knolle teilen?

Die Zimmergloxinie Sinningia speciosa gehört zu den Gesneriengewächsen und bildet eine Knolle. Wo sie unter den Zimmerpflanzen steht, zeigt der Überblick über Gruppen und Herkunft der Zimmerpflanzen.

Bei F1-Serien wie ‘Avanti’ oder ‘Brocade’ bringt eigenes Saatgut die Pflanze nicht verlässlich zurück, weil Nachkommen aus selbst geernteten Hybridsamen im Aussehen deutlich von der Mutterpflanze abweichen können. Ein Steckling dagegen ist ein Stück deiner Pflanze. Wann Aussaat oder Knollenteilung die bessere Wahl ist und wie beides gelingt, steht im Ratgeber dazu, wie du Gloxinien aussäst oder ihre Knollen teilst.

Wann und von welcher Pflanze schneidest du Stecklinge?

Schneide Stecklinge von einer Gloxinie, die belaubt ist und gerade neue Blätter bildet. Als grobe Orientierung für die Hauptwachstumszeit gängiger Zimmerpflanzen gilt März bis Oktober. Bei der Gloxinie zeigt dir das Laub direkt, ob sie wächst. Ruht die Knolle ohne Blätter, gibt es nichts zu schneiden; was sie in dieser Phase braucht, liest du im Ratgeber dazu, wie die Gloxinienknolle gesund durch die Winterruhe kommt.

Nimm nur eine gesunde Mutterpflanze. Ich drehe vor dem Schnitt die Blätter um und sehe mir die Unterseiten an. Helle Sprenkel, feine Gespinste oder silbrige Saugstellen mit schwarzen Kotpunkten können auf Spinnmilben oder Thripse hinweisen. Zeigt die Pflanze solche Spuren, schneide ich keine Stecklinge von ihr.

Was du bereitlegst

Mini-Checkliste

ein scharfes, sauberes Messer; kleine, saubere Töpfe mit Abzugsloch; frische Aussaaterde; eine durchsichtige Haube oder ein Beutel als Abdeckung; Holzstäbchen zum Vorstechen und als Abstandhalter für die Folie; Untersetzer zum Gießen von unten; Etiketten und ein wasserfester Stift; wer mag, ein digitales Thermo-Hygrometer.

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Wie schneidest du Blatt- und Triebstecklinge?

Blattsteckling Triebsteckling
Ausgangsmaterial ein gesundes, voll entwickeltes Blatt samt Stiel ein junger Trieb mit seinen Blättern
Schnitt Blattstiel glatt an der Pflanze abtrennen glatt unterhalb eines Blattknotens
Vorbereitung Stiel so kürzen, dass er sicher in der Erde steht untere Blätter entfernen, die in der Erde stecken würden
Mutterpflanze behält genug Laub zum Weiterwachsen behält ihren kräftigsten Trieb

Blattsteckling

Wähle ein voll entwickeltes Blatt ohne Flecken oder Fraßstellen. Ich wische die Klinge vor jedem Schnitt sauber und trenne den Blattstiel mit einem glatten Schnitt an der Pflanze ab. Schneide, statt zu reißen oder zu quetschen. Danach kürzt du den Stiel so, dass er sicher in der Erde steht und die Blattfläche frei darüber bleibt. Gloxinienblätter sollen vor Nässe geschützt werden, deshalb liegt das Blatt nicht auf der feuchten Erde auf.

Triebsteckling

Hat deine Gloxinie mehr als einen Trieb, kannst du einen davon als Triebsteckling nehmen. Der kräftigste Trieb bleibt an der Pflanze. Setze den Schnitt glatt unterhalb eines Blattknotens. Entferne die unteren Blätter, die sonst in der Erde stecken würden, und lass die oberen stehen.

Ich schneide immer mehr Stecklinge, als ich Pflanzen haben möchte, und stecke jeden gleich nach dem Schnitt.

Jetzt dran

Erde anfeuchten und in die Töpfe füllen, Pflanzloch vorstechen, Steckling schneiden und gleich einsetzen, Erde rundum leicht andrücken, Etikett dazustecken, Haube aufsetzen und die Töpfe hell ohne direkte Sonne aufstellen.

Welche Erde und welche Töpfe brauchen Stecklinge?

Stecklinge ziehst du in frischer Aussaaterde und sauberen Töpfen mit Wasserabzug. Gute Aussaaterde ist nährstoffarm, luftdurchlässig und feinkrümelig. Lockeres, gut durchlüftetes Substrat und Erde, die nicht dauerhaft nass ist, beugen Wurzelfäule vor. Perlit kann als Zuschlag die Luftkapazität und Strukturstabilität erhöhen; wie deutlich, hängt von der Menge ab, die du untermischst.

Nimm kleine Töpfe, für jeden Steckling einen eigenen. Ich mache das so, damit ich einen kranken Steckling herausnehmen kann, ohne die Nachbarn zu stören.

Ist deine Aussaaterde torffrei, prüfe vor dem Gießen auch die Feuchte weiter unten im Topf. Die Oberfläche kann schon trocken wirken, während das Substrat darunter noch nass ist.

Zahl im Blick

Für Aussaaterden wird ein Salzgehalt unter 0,5 g/l empfohlen. Steht der Wert auf der Verpackung, kannst du ihn dort vergleichen.

Wie setzt du die Stecklinge richtig ein?

Feuchte die Erde an, bevor du sie in die Töpfe füllst. Mit einem Holzstäbchen steche ich ein Pflanzloch vor, damit der Stiel beim Einsetzen weder knickt noch gequetscht wird. Setze den Steckling so tief, dass er von allein aufrecht steht. Beim Blattsteckling bleibt die Blattfläche über der Erde, beim Triebsteckling sitzen die verbliebenen Blätter frei darüber. Drücke die Erde rundum leicht an, damit der Stiel Kontakt bekommt, ohne dass du das Substrat verdichtest.

Marias Erfahrung

Auf jedes Etikett schreibe ich die Sorte und das Schnittdatum. Blatt- und Triebstecklinge stelle ich in getrennte Schalen, damit ich sie bei der täglichen Kontrolle auseinanderhalte.

Welches Klima brauchen Gloxinien-Stecklinge?

Wert Gilt für Einordnung
etwa 18 °C Gloxinien Mindesttemperatur
18 bis 22 °C Sinningia speciosa ‘Brocade’ in der Produktionskultur Wachstumstemperatur wachsender Pflanzen, kein eigener Wert für die Bewurzelung
unter 85 % relative Luftfeuchtigkeit Erwerbszierpflanzenbau gehört dort zur Vorbeugung gegen Grauschimmel, sicher verhindert sie den Befall nicht

Wärme

Die Mindesttemperatur für Gloxinien halte ich auch bei Stecklingen ein. Stell die Töpfe deshalb nicht auf eine kalte Fensterbank. Der Wert für ‘Brocade’ stammt aus der Produktionskultur wachsender Pflanzen und gibt keine eigene Temperatur für die Bewurzelung her.

Licht

Gloxinien gedeihen als Richtwert an einem hellen Platz ohne direkte Mittagssonne, und auch Stecklinge stellst du hell ohne direkte Sonne auf. Bei der Platzwahl zählen der Abstand zum Fenster und Vorhänge, die Licht schlucken. Reicht das Tageslicht nicht, kann eine Pflanzenlampe ergänzen. Maßgeblich sind dabei eine zur Art passende Lichtintensität und ein pflanzengeeignetes Spektrum.

Abdeckung

Eine durchsichtige Haube oder ein Beutel über dem Topf hält die Luft um die Stecklinge feucht. Kontrolliere die abgedeckten Stecklinge täglich auf Kondenswasser und Schadstellen und lüfte dabei kurz. Weil Gloxinienblätter vor Nässe geschützt werden sollen und sich unter der Abdeckung Kondenswasser sammelt, wische ich die Tropfen bei dieser Kontrolle innen ab, bevor sie aufs Laub fallen. Die Folie darf das Laub nicht berühren, Holzstäbchen im Topf halten sie auf Abstand.

Stell die Töpfe nicht dicht an dicht. Feuchtwarme Luft und ein enger Stand begünstigen Grauschimmel, besonders an geschwächten Pflanzen in der dunklen Jahreszeit. Ein digitales Thermo-Hygrometer unter der Haube zeigt dir Temperatur und relative Luftfeuchte gemeinsam an.

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Wie pflegst du die Stecklinge bis zur Bewurzelung?

Gießen von unten

Gieße die Stecklinge über den Untersetzer. So werden Gloxinien gegossen, um ihre empfindlichen Knollen und Blattpolster zu schonen, und die Blätter bleiben dabei trocken. Was nicht aufgesogen wird, gießt du aus dem Untersetzer ab. Bleibt der Ballen zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und können faulen.

Nimm zimmerwarmes Wasser, am besten Regenwasser. Kaltes oder hartes Leitungswasser kann empfindlichen Arten Probleme bereiten. Ich hebe die Töpfchen vor und nach dem Gießen an und schätze den Feuchtezustand am Gewicht.

Häufiger Fehler

Stecklinge mit der Sprühflasche befeuchten. Gloxinienblätter sollen vor Nässe geschützt werden, und mit zu kaltem Wasser überbraustes Laub kann unregelmäßige gelblich-weiße Flecken entwickeln. Die Feuchte kommt von unten und aus der Luft unter der Haube.

Kontrollieren und Wurzeln prüfen

Bei der täglichen Kontrolle unter der Haube sehe ich nach Kondenswasser, Schadstellen und der Feuchte im Topf. Abgestorbene Pflanzenteile entfernst du gleich, und die Blätter hältst du trocken; beides gehört zur Vorbeugung gegen Grauschimmel. Ob sich Wurzeln gebildet haben, prüfe ich mit einem sanften Zug am Steckling. Leichter Widerstand kann auf erste Wurzeln hindeuten, neue Blätter ebenso. Wie lange das dauert, hängt vom Steckling und von den Bedingungen ab, deshalb richte ich mich nach diesen Zeichen und nicht nach dem Kalender.

Was kommt nach der Bewurzelung?

Die Abdeckung schrittweise abnehmen

Nimm die Abdeckung nicht auf einmal ab. Ich öffne sie zuerst einen Spalt und erweitere die Öffnung Schritt für Schritt, bis die Pflanzen ganz ohne Haube stehen. Wie schnell du vorgehst, richtest du nach den Blättern.

Hängen die Blätter schlaff, prüfe zuerst die Erde. Schlaffe, welke Blätter können von Trockenstress kommen, aber auch von beginnender Wurzelfäule. Ist die Erde trocken, gießt du von unten und schließt die Haube wieder ein Stück. Ist sie nass, gießt du nicht nach, denn auch durch Vernässung geschädigte Wurzeln lassen eine Pflanze welken.

Stell die Jungpflanzen danach nicht direkt über die Heizung. Dort trifft besonders warme, trockene Luft auf die Pflanzen, und solche Heizungsluft fördert Spinnmilben.

Umtopfen in den ersten eigenen Topf

Umtopfen ist dran, wenn der Steckling sichtbar wächst und die Wurzeln den Ballen zusammenhalten. Ich kippe dafür ein Töpfchen vorsichtig aus und sehe mir den Ballen an, bevor ich alle umsetze.

Der neue Topf braucht ein funktionsfähiges Abzugsloch. Wähle einen Topf mit nur 2 cm mehr Durchmesser, denn ein übergroßer Topf erhöht das Risiko, zu viel zu gießen und die Wurzeln zu schädigen. Deine Jungpflanze wächst deshalb in kleinen Topfschritten heran, statt direkt in einen großen Topf zu kommen.

Zahl im Blick

In der Produktionskultur steht Sinningia speciosa ‘Brocade’ als einzelne Pflanze in einem Topf von 12,5 cm Durchmesser. Das ist ein Wert aus der Erzeugung dieser Sorte und keine Vorgabe für jede Gloxinie.

Als Erde eignet sich eine lockere, luftdurchlässige und strukturstabile Zimmerpflanzenerde, die Wasser aufnehmen, speichern und wieder abgeben kann. Gesunde Wurzeln bleiben beim Austopfen erhalten. Setze die Jungpflanze so hoch ein, wie sie vorher stand, und fülle rundum Erde nach. Danach gießt du über den Untersetzer an und prüfst vor der nächsten Wassergabe, wie feucht die Erde noch ist. Ist die neue Erde vorgedüngt, rechnest du ihre Grunddüngung mit, bevor du nachdüngst.

Alles Weitere zur Pflege steht im Ratgeber dazu, wie du ausgewachsene Gloxinien bei Erde, Topf und Gießen versorgst.

Was tun, wenn Stecklinge faulen, nicht wurzeln oder Flecken bekommen?

Der Steckling wird weich oder grau

Ein mausgrauer Belag an Stängeln kann auf Grauschimmel hinweisen. Ein nasser Ballen mit grau oder braun verfärbten Wurzeln und muffig riechender Erde kann auf Wurzelfäule hindeuten. Entferne abgestorbene Teile, halte die Blätter trocken und stell die Töpfe luftiger. Steht der Ballen nass, entfernst du überschüssiges Wasser und gießt zunächst nicht weiter. Ist ein Steckling ganz zusammengefallen, nehme ich ihn samt Erde heraus. Diese Erde verwende ich nicht noch einmal zum Einpflanzen.

Es bilden sich keine Wurzeln

Prüfe dann Wärme, Licht und Nässe. Steht der Topf kühler als die Mindesttemperatur für Gloxinien, zu dunkel oder dauerhaft nass, setze ich genau dort an. Solange ein Steckling grün und fest bleibt, lasse ich ihn stehen und kontrolliere weiter.

Gelbe Blätter

Mythos-Check

Gelbe Blätter am Steckling bedeuten Nährstoffmangel? Gelbe oder abfallende Blätter können auch durch Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress entstehen und belegen allein keinen Düngermangel. Bei einem Steckling in nährstoffarmer Aussaaterde schaust du deshalb zuerst auf Licht, Wärme und Gießen.

Helle Sprenkel auf den Blättern

Winzige weißlich gelbe Sprenkel und feine Gespinste können auf Spinnmilben hinweisen, die überwiegend an Blattunterseiten saugen. Abduschen kann den Befall an Zimmerpflanzen mindern, passt aber schlecht zu Gloxinien, deren Blätter vor Nässe geschützt werden sollen. Ich stelle einen solchen Topf deshalb von den übrigen weg und sehe bei den Nachbarn die Blattunterseiten durch.

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Wie geht es mit der jungen Gloxinie weiter?

Steht die Jungpflanze ohne Haube im eigenen Topf, pflegst du sie wie jede Gloxinie: hell ohne direkte Sonne, von unten gegossen, die Blätter trocken. Sinningia speciosa ‘Brocade’ wird in der Produktionskultur gleichmäßig feucht gehalten, weil Welken die Blüte verzögert. Mit Dünger warte ich, bis die Jungpflanze sichtbar neue Blätter bildet, denn gedüngt werden Zimmerpflanzen nur, wenn die übrigen Bedingungen Wachstum ermöglichen. Den Dünger misst du nach der Dosierungsanweisung des Produkts ab und gibst die Lösung auf bereits feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Wenn die ersten Knospen kommen, zeigt dir der Ratgeber, wie du die Blütezeit deiner Gloxinien verlängerst.

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Häufige Fragen

Wie vermehrt man Gloxinien am besten durch Stecklinge?
Schneide von einer gesunden, belaubten Gloxinie mit einem scharfen, sauberen Messer ein voll entwickeltes Blatt mit Stiel oder einen jungen Trieb. Steck den Steckling in frische Aussaaterde in einem sauberen Topf mit Abzugsloch, decke ihn durchsichtig ab und stell ihn hell ohne direkte Sonne bei mindestens etwa 18 °C auf. Gieß von unten über den Untersetzer, kontrolliere täglich auf Kondenswasser und Schadstellen und lüfte dabei kurz.
Welche Materialien benötigt man für die Gloxinien-Stecklingsvermehrung?
Du brauchst ein scharfes, sauberes Messer, kleine saubere Töpfe mit Abzugsloch und frische Aussaaterde, die nährstoffarm, luftdurchlässig und feinkrümelig ist. Dazu kommen eine durchsichtige Haube oder ein Beutel als Abdeckung, Untersetzer zum Gießen von unten und Etiketten. Eine Sprühflasche brauchst du nicht, denn Gloxinienblätter sollen vor Nässe geschützt werden.
Worin unterscheiden sich Blattstecklinge von Triebstecklingen bei Gloxinien?
Ein Blattsteckling ist ein einzelnes, voll entwickeltes Blatt, das du mit seinem Stiel in die Erde steckst. Ein Triebsteckling ist ein junger Trieb mit Blättern, den du glatt unterhalb eines Blattknotens abschneidest und dessen untere Blätter du entfernst. Einen Triebsteckling nimmst du, wenn die Gloxinie mehr als einen Trieb hat, der kräftigste bleibt an der Pflanze.
Wie erstellt man ein Minigewächshaus für Gloxinien-Stecklinge?
Ein durchsichtiger Beutel oder eine Haube über dem Topf reicht, solange die Folie das Laub nicht berührt. Kontrolliere die abgedeckten Stecklinge täglich auf Kondenswasser und Schadstellen und lüfte dabei kurz. Wisch Tropfen innen von der Abdeckung ab, weil Gloxinienblätter vor Nässe geschützt werden sollen. Stell die Töpfe nicht dicht an dicht, denn feuchtwarme Luft und ein enger Stand begünstigen Grauschimmel.
Welche praktischen Schritte sind beim Umtopfen bewurzelter Stecklinge zu beachten?
Wähle einen Topf mit Abzugsloch und nur 2 cm mehr Durchmesser, denn ein übergroßer Topf erhöht das Risiko, zu viel zu gießen. Fülle lockere, luftdurchlässige und strukturstabile Zimmerpflanzenerde ein, erhalte beim Austopfen die gesunden Wurzeln und setze die Jungpflanze so hoch ein wie zuvor. Gieß danach über den Untersetzer an und prüfe vor der nächsten Wassergabe, wie feucht die Erde noch ist.
Was unterscheidet Gloxinien-Stecklinge von anderen Zimmerpflanzen-Stecklingen?
Gloxinien sind Gesneriengewächse mit Knolle, und ihre Blätter sollen vor Nässe geschützt werden. Deshalb gießt du auch Stecklinge von unten über den Untersetzer und besprühst sie nicht, zumal zu kaltes Wasser auf dem Laub gelblich-weiße Flecken verursachen kann. Außerdem brauchen Gloxinien Mindesttemperaturen von etwa 18 °C und einen hellen Platz ohne direkte Sonne.
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