Zwergbanane vermehren: Ableger abtrennen und die Staude teilen
- Ableger der Zwergbanane sind Schösslinge, die aus dem unterirdischen Rhizom neben der Mutterpflanze austreiben.
- Nach dem Fruchten stirbt der tragende Trieb ab, Tochtertriebe können die Staude weiterführen.
- Abgetrennt wird vorzugsweise beim Umtopfen im Frühjahr, nachdem du den Ballen kräftig gewässert hast.
- Der Ableger kommt in einen Topf mit freiem Abzugsloch und guter Einheitserde, der zum Wurzelballen passt und nicht übergroß ist.
- Große Stauden lassen sich teilen, Gewebekultur bleibt der Erwerbsvermehrung vorbehalten, bei Musa velutina kommen Samen hinzu.

Neben deiner Zwergbanane schiebt sich ein kleiner Trieb aus der Erde, und du fragst dich, ob du ihn abtrennen kannst. Das kannst du: Es ist ein Ableger, und mit ihm vermehrst du die Pflanze ohne Aussaat und ohne Labor. Heikel sind zwei Momente, nämlich der Schnitt am Rhizom und die Zeit danach im eigenen Topf. In dieser Zeit kann Nässe die fleischigen Wurzeln faulen lassen. Ich topfe meine Bananen dafür aus, lege den Ansatz frei und entscheide erst dann, welcher Schössling gehen darf.
Gemeint ist hier die Rosa Zwergbanane Musa velutina. Sie stammt aus Nordostindien und wird als Richtwert etwa 2 m hoch. Im Handel steht der Name Zwergbanane nicht immer für dieselbe Art. Das Prinzip der Schösslinge aus dem Rhizom gilt aber für Bananen allgemein.
Woran du einen Ableger der Zwergbanane erkennst
Ein Ableger ist ein Schössling, der aus dem unterirdischen Rhizom der Mutterpflanze austreibt. Er wächst also nicht aus dem Scheinstamm heraus, sondern kommt seitlich daneben aus der Erde. Der Scheinstamm einer Banane besteht aus eng ineinanderliegenden Blattscheiden, durch deren Mitte neue Blätter emporwachsen. Ein junger Schössling ist genauso gebaut, nur kleiner, und schiebt seine Blätter aus der Mitte seines eigenen Scheinstamms.
Das Rhizom ist der unterirdische Spross der Banane. Aus ihm treiben die neuen Schösslinge, die du als Ableger abtrennst. Bei der Teilung zerlegst du genau diesen Spross in mehrere Stücke.
Die Rosa Zwergbanane kann auch im Zimmer blühen und Früchte bilden, und der tragende Trieb stirbt nach dem Fruchten ab. Für dich heißt das: Bei einer fruchtenden Zwergbanane sind die Tochtertriebe am Rhizom der Teil, der die Staude weiterführen kann.
„Nach der Frucht ist die ganze Banane hin.“ Das stimmt so nicht. Es stirbt der Trieb ab, der getragen hat, die Tochtertriebe am Rhizom können weiterwachsen. Hat der Haupttrieb schon gefruchtet, lasse ich deshalb einen kräftigen Schössling an der Mutterpflanze stehen.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 1-2 cm tief säen.
Wann du einen Ableger abtrennst
Ich messe den Schössling nicht, ich schaue auf zwei Dinge: ob er beim Freilegen eigene Wurzeln zeigt und ob die Mutterpflanze ohnehin umgetopft werden muss. Für den Schnitt kommt sie nämlich sowieso aus dem Topf. Umtopfbedarf zeigt ein stark durchwurzelter Kübelballen, an dem kaum noch Erde zu sehen ist. Zimmerpflanzen werden bei Bedarf vorzugsweise im Frühjahr umgetopft, deshalb lege ich das Abtrennen in diese Zeit.
Einen Schössling ohne eigene Wurzeln lasse ich an der Mutterpflanze. Beim nächsten Umtopfen schaue ich wieder nach.
Ableger abtrennen: so gehst du vor
Das liegt bereit, bevor du austopfst:
- ein sauberes, scharfes Messer
- ein Topf mit freiem Abzugsloch, passend zum WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. des Ablegers
- gute Einheitserde
- Gießwasser mit Umgebungstemperatur
- frische Erde für die Mutterpflanze
- Wässere den Ballen vor dem Austopfen kräftig, damit er sich leichter aus dem Gefäß lösen lässt.
- Hebe die Pflanze heraus und schone dabei die gesunden Wurzeln. Sitzt der Ballen fest, öffnest du nötigenfalls das alte Gefäß.
- Lockere die Erde am Fuß, bis du siehst, wo der Schössling am Rhizom ansetzt.
- Schneide ihn dort mit dem Messer ab, sodass er möglichst viele eigene Wurzeln mitnimmt.
- Sieh dir die Wurzeln beider Teile an. Grau oder braun verfärbte Wurzeln in muffig faul riechender Erde können auf WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. hinweisen.
- Setze die Mutterpflanze in frische Erde zurück. Erde aus einem Gefäß mit wurzelfäulekranker Pflanze verwendest du nicht wieder.
Ich lege vor dem Austopfen eine alte Zeitung unter und stelle den neuen Topf mit Erde gleich daneben. Geschnitten wird erst, wenn ich den Ansatz am Rhizom sehe und nicht nur ertaste.
Den Ableger eintopfen
Für die schnell und kräftig wurzelnde Musa velutina eignet sich ein geräumiger Topf mit guter Einheitserde. Ein übergroßer Topf erhöht dagegen das Risiko, zu viel zu gießen. Weil die fleischigen Wurzeln der Zwergbanane bei VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. faulen können, bekommt der kleine Ableger einen Topf, der zu seinem Wurzelballen passt. Geräumiger wird es mit dem Wachstum beim späteren Umtopfen.
Das Gefäß braucht ein freies Abzugsloch, und im Untersetzer bleibt kein Wasser stehen. Setze den Ableger so tief ein, wie er vorher in der Erde stand, und drücke die Erde rundum an. Danach gießt du ihn an und feuchtest das SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. dabei bis zum Topfboden durch.
Die Zeit nach dem Trennen: so wächst der Ableger an
Vor der nächsten Wassergabe prüfst du, wie weit die Erde abgetrocknet ist. Ich hebe den Topf dafür vor und nach dem Gießen an, weil das Gewicht den Feuchtezustand verrät. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche trocken wirken, während es weiter unten noch nass ist, deshalb fühle ich dort zusätzlich nach. Ziel ist eine gleichmäßige Bodenfeuchte ohne Staunässe.
Der frisch getopfte Ableger lässt die Blätter hängen, und du gießt sofort nach. Schlaffe, welke Blätter können aber von Trockenheit und genauso von beginnender Wurzelfäule kommen. Fühl deshalb erst in die Erde: Ist sie nass, entfernst du überschüssiges Wasser und gießt zunächst nicht weiter.
Der Ableger steht hell und warm. Für Musa velutina in warmer Zimmerkultur werden Temperaturen über 20 °C empfohlen. Für die Luftfeuchte in der Zimmerkultur sind 50 % relative Luftfeuchtigkeit ein Richtwert, und der Ratgeber dazu, wie du der Zwergbanane im Haus das passende Mikroklima schaffst, geht auf Temperatur, Luftfeuchte und Zugluft genauer ein.
Mit dem Düngen wartest du: Kübelpflanzen in frisch vorgedüngter Blumenerde brauchen gewöhnlich in den ersten 4 bis 6 Wochen keine zusätzliche Düngung. Danach kann Musa velutina von April bis September wöchentlich Kübelpflanzendünger bekommen, abgemessen nach der Gebrauchsanleitung und auf bereits feuchte Erde gegeben. Die Grundlagen stehen im Ratgeber, wie du Zimmerpflanzen gießt und düngst.
Die ganze Staude teilen
Teilen ist der größere Eingriff. Du löst dabei nicht nur einen Schössling, sondern zerlegst das unterirdische Rhizom in mehrere Stücke. Samenlose Obstbananen werden auf diese Weise ungeschlechtlich vermehrt, etwa durch Teilung ihres unterirdischen Sprosses. Bei der Zwergbanane im Kübel passt der Schritt, wenn der Ballen stark durchwurzelt ist und mehrere Triebe beieinanderstehen.
Musa velutina wurzelt schnell und kräftig, und im begrenzten Wurzelraum eines Kübels wird das Substrat mit zunehmender Durchwurzelung ausgelaugt. Eine ältere Staude stößt deshalb an die Grenzen ihres Gefäßes, und beim Teilen bekommt jedes Stück wieder frische Erde.
So gehst du vor:
- Topfe aus wie beim Ableger: Ballen vorher kräftig wässern, ein festsitzendes Gefäß nötigenfalls öffnen.
- Löse die Erde vom Rhizom, bis du siehst, wo die einzelnen Triebe sitzen.
- Trenne das Rhizom mit einem sauberen, scharfen Messer, bei großen Stauden mit dem Spaten. Jedes Stück behält einen gesunden Trieb und eigene Wurzeln.
- Einen Trieb, der schon gefruchtet hat, nimmst du nicht als Teilstück, denn er stirbt ab.
- Prüfe die Wurzeln jedes Stücks wie beim Ableger.
- Setze jedes Teilstück in ein eigenes Gefäß mit freiem Abzugsloch und guter Einheitserde und gieße es an.
Bei einer großen Staude im Kübel plane ich das gemeinsame Gewicht von Pflanze, Erde und Gefäß ein und hole mir zum Tragen Hilfe.
Gewebekultur und Samen: die anderen Wege
Gewebekultur
Bei kultivierten Obstbananen wird neben Rhizomschösslingen auch Gewebekultur zur Vermehrung genutzt. Diese In-vitro-Vermehrung ist ein Laborverfahren der Erwerbsvermehrung, für die Fensterbank kommt sie nicht infrage. Die Rhizomschösslinge daneben sind derselbe Weg, den du mit dem Ableger gehst.
samen.liver Rosa Zwergbanane
Die Früchte von Musa velutina öffnen sich bei der Samenreife selbst: Die Schale löst sich längs, und weißes Fruchtfleisch mit vielen Samen wird sichtbar. Ausgesät wird im Haus ganzjährig, zur Keimung sind 25 bis 30 °C empfohlen. Den Ablauf von der Aussaat bis zum SämlingSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. beschreibt der Ratgeber, wie du eine Zwergbanane aus Samen anziehst und die Jungpflanze pflegst.
Welche Methode passt zu dir?
| Methode | Passt, wenn … | Aufwand | Darauf achtest du |
|---|---|---|---|
| Ableger abtrennen | am Fuß ein Schössling mit eigenen Wurzeln sitzt | gering: austopfen, schneiden, eintopfen | sauberer Schnitt am Rhizom, danach keine Staunässe |
| Staude teilen | der Kübelballen stark durchwurzelt ist und mehrere Triebe beieinanderstehen | höher: ganze Pflanze zerlegen, Gewicht einplanen | jedes Stück mit gesundem Trieb und eigenen Wurzeln |
| Samen | du reife Früchte der Rosa Zwergbanane hast | Anzucht hell unter gelochter Klarsichtfolie | warme KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht., feuchte, nicht nasse AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an. |
| Gewebekultur | in der Erwerbsvermehrung kultivierter Obstbananen | Laborverfahren | für die Fensterbank nicht geeignet |
Obstbananen ohne Samen werden ungeschlechtlich vermehrt. Die Rosa Zwergbanane trägt dagegen samenreiche Früchte, deshalb steht dir bei ihr zusätzlich die Aussaat offen. Ich empfehle dir trotzdem den Ableger: Er ist schon ein Stück der Mutterpflanze mit eigenen Wurzeln, und die Anzucht entfällt.
Nach dem Anwachsen: Pflege durchs Jahr, Winter und Blüte
Wächst der Ableger im eigenen Topf weiter, pflegst du ihn wie jede Zwergbanane im Kübel. Im Sommer kann Musa velutina sonnig und windgeschützt im Freien stehen, den Winter verbringt sie sicherer hell bei mindestens 8 °C. Gegossen wird im Winter weiter, aber deutlich weniger; Düngen, Umtopfen und Überwintern erklärt der Ratgeber, wie du die Zwergbanane im Kübel durchs Jahr pflegst.
Bleibt die Erde zu lange nass, können die fleischigen Wurzeln faulen, und warme, trockene Heizungsluft begünstigt SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. an Zimmerpflanzen. Wie du solche Probleme früh bemerkst und vorbeugst, zeigt der Ratgeber, woran du Krankheiten und Schädlinge an der Zwergbanane erkennst.
Blüht deine Zwergbanane später, stirbt der tragende Trieb nach dem Fruchten ab, und die Ableger sind wieder gefragt. Was sich rund um Blüte und Fruchtreife an der Pflege ändert, beschreibt der Ratgeber, wie sich die Pflege der Zwergbanane von Phase zu Phase ändert.


