Orchideendünger richtig dosieren: Verdünnung, Technik und Kontrolle
- Phalaenopsis in Zimmerkultur bekommen eine schwache Nährlösung mit 0,5 bis 1 g Dünger je Liter Wasser.
- Für dein eigenes Düngerprodukt gilt die Dosierungsanweisung auf der Verpackung.
- Düngerlösung nur auf bereits feuchtes Substrat geben, um Wurzelschäden zu vermeiden.
- Nach dem Tauchbad etwa 15 Minuten abtropfen lassen, im Übertopf darf kein Wasser stehen.
- Ein EC-Messgerät zeigt die gesamte Salzlast, aber keinen einzelnen Nährstoff.

Bei Orchideendünger entscheidet die Menge im Wasser. Zu hohe oder zu häufige Gaben können Orchideenwurzeln schädigen, und eine Phalaenopsis in reiner Borke braucht trotzdem eine gesonderte Nährstoffversorgung. Ich setze meine Düngerlösung deshalb jedes Mal frisch an, wiege das Pulver ab und schaue vorher durch den transparenten Topf auf Rinde und Wurzeln.
Hier geht es um vier Schritte: die Menge, das Anmischen, das Ausbringen je Düngerform und die Kontrolle danach. Den allgemeinen Rahmen fürs Düngen im Zimmer liefern die Grundlagen zum Düngen von Zimmerpflanzen.
Wie viel Orchideendünger gehört ins Wasser?
Für Phalaenopsis in Zimmerkultur setzt du eine schwache NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. mit 0,5 bis 1 g Dünger je Liter Wasser an. Dieser Wert gehört zu einem Beispieldünger mit festgelegter Zusammensetzung und gilt nicht automatisch für jedes Produkt. Für deinen eigenen Dünger richtest du dich deshalb nach der Dosierungsanweisung auf der Verpackung. Bei anderen Orchideengattungen ist die Packung ebenfalls dein Maß.
0,5 bis 1 g Dünger je Liter Wasser ergeben die schwache Nährlösung für Phalaenopsis in Zimmerkultur. Der Wert bezieht sich auf einen Dünger mit der beispielhaften Zusammensetzung 15-5-25-2. Steht auf deiner Packung eine andere Dosierung, gilt die Packung.
Die schwache Lösung hat einen Grund: Orchideen gelten als sehr salzempfindlich. Zu hohe oder zu häufige Düngergaben können ihre Wurzeln schädigen, mineralische Dünger auch durch Salzverbrennungen. Setzt du eine größere Menge an, rechnest du die Grammangabe auf die Wassermenge in deiner Kanne um.
Was im Substrat schon steckt
Schau vor der ersten Lösung auf das Substrat. Phalaenopsis lässt sich in reiner Pinien- oder Tannenborke mit 0,5 bis 2 cm Korngröße kultivieren, braucht dort aber eine gesonderte Nährstoffversorgung. Enthält ein Substrat dagegen schon eine Grunddüngung, berücksichtigst du sie beim Nachdüngen. In reiner Borke hängt die Versorgung also an deiner Düngerlösung, in einem vorgedüngten Substrat kommt der Vorrat hinzu.
Wie beides zusammenpasst, zeigt der Ratgeber, wie du Orchideendünger und Substrat aufeinander abstimmst. Eigene Mischungen beschreiben die Rezepte, wie du Orchideensubstrat selbst mischst.
Orchideendünger anmischen: Wasser, Waage, Messbecher
Für die Lösung nehme ich lauwarmes, kalkarmes Wasser, am liebsten Regenwasser. Kalkarm hat einen Grund: Eine hohe CarbonathärteDie Carbonathärte ist der Teil der Gesamthärte des Wassers, der auf Calcium- und Magnesiumcarbonat zurückgeht. Sie wirkt alkalisch und beeinflusst deshalb den pH-Wert der Topferde, wenn du mit diesem Wasser gießt. des Gießwassers begünstigt den Anstieg des Substrat-pH.
Pulverdünger wiege ich ab, statt ihn nach Augenmaß in die Kanne zu streuen. Danach rühre ich, bis sich alles gelöst hat und am Boden nichts mehr liegt. Pflanzen nehmen mineralische Nährstoffe als in Wasser gelöste Ionen auf. Was ungelöst am Kannenboden bleibt, fehlt also deiner Lösung.
Flüssigdünger misst du mit einem Messbecher genau nach der Verpackung ab. Dann gibst du ihn ins Wasser und rührst gut durch.
Ich setze die Lösung immer in derselben Kanne an und klebe einen Zettel daran, auf dem steht, wie viel Dünger ich je Liter genommen habe. So sehe ich beim nächsten Ansetzen sofort, womit ich zuletzt gearbeitet habe.
Vor jeder Gabe: Ist das Substrat feucht?
Düngerlösung gibst du nur auf bereits feuchtes Substrat, um Wurzelschäden zu vermeiden. Bei Phalaenopsis im transparenten Topf erkennst du den Zustand von außen. Dunkle Rinde zeigt Feuchtigkeit an. Hellere Rinde und silbrige statt grüne Wurzeln weisen auf ein abgetrocknetes Substrat hin.
Silbrige Wurzeln bedeuten also, dass die Lösung auf trockenes Substrat träfe. Ich gieße in diesem Fall zuerst mit klarem, lauwarmem Wasser und gebe die Düngerlösung erst danach.
Rinde dunkel, Wurzeln grün? Wasser lauwarm und kalkarm? Pulver abgewogen und ganz gelöst, Flüssigdünger nach Packung abgemessen? Übertopf leer? Dann kann die Lösung an die Wurzeln.
Orchideendünger ausbringen: die Technik je Düngerform
Flüssigdünger, Stäbchen und Sprühdünger kommen auf verschiedenen Wegen an die Pflanze. Entsprechend unterscheiden sich die Handgriffe.
Flüssigdünger und gelöstes Pulver: tauchen und abtropfen
Am Düngetag ist die fertige Lösung dein Gießwasser. Ich tauche den transparenten Topf in die Lösung, bis die Rinde durch die Wand dunkel aussieht. Bei epiphytischen Zimmerorchideen lässt du den Topf danach etwa 15 Minuten abtropfen, bevor er zurück in den Übertopf kommt. Im Übertopf darf kein Wasser stehen bleiben, denn Staunässe erhöht bei Orchideen die Gefahr von Wurzelfäulnis.
Eine Orchidee mit fauligen Wurzeln tauche ich in einer eigenen Schüssel. Verunreinigte Töpfe und Substrate können Erreger der Wurzelfäule auf weitere Orchideen übertragen, und im gemeinsamen Tauchbad stehen alle Töpfe im selben Wasser.
Düngerstäbchen und andere Depotdünger
Düngerstäbchen bleiben als Vorrat im Substrat. Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Freisetzung der Nährstoffe von Feuchtigkeit und Temperatur ab. Niedrigere Temperaturen verzögern bei LangzeitdüngernEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger. die Wirkung. Mineralische DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. tragen ihre Wirkungsdauer auf der Packung.
Ich schiebe ein Stäbchen zwischen die Rindenstücke, ohne eine Wurzel anzustechen, und notiere mir den Tag. Ein neues Stäbchen kommt bei mir erst in den Topf, wenn die angegebene Wirkungsdauer vorbei ist. Solange ein Stäbchen wirkt, ist es eine Grunddüngung im Topf, die du bei jeder zusätzlichen Flüssiggabe mitrechnest.
Sprühdünger auf die Blätter
BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. kann Nährstoffe zuführen, ist aber nur begrenzt einsetzbar. Gründe sind mögliche Verbrennungen und die fehlende nachhaltige Wirkung. Ich nutze Sprühdünger deshalb höchstens als Ergänzung zur Lösung im Gießwasser. Für die Konzentration gilt auch hier die Packung.
Vanda ohne Substrat
Vanda wird häufig ohne Substrat kultiviert. Ihre Wurzeln müssen nach dem Befeuchten wieder gut abtrocknen, und die Kulturvase bleibt nicht dauerhaft mit Wasser gefüllt. In erdelosen Kulturen müssen sämtliche Nährstoffe gezielt dosiert zugeführt werden. Bei einer Vanda ohne Substrat gibt es also keinen Vorrat, und jeder Nährstoff kommt aus deiner Lösung. Ich fülle die Vase mit der fertigen Lösung, gieße sie danach wieder ab und lasse die Wurzeln abtrocknen.
Nach dem Düngen: Wurzeln, Blätter und Salz im Blick
Die Kontrolle beginnt an den Wurzeln. Wirkt eine Orchidee trotz feuchter Rinde vertrocknet, können geschädigte Wurzeln die Wasseraufnahme beeinträchtigen. Welke, matte oder fleckige Blätter haben verschiedene mögliche Ursachen. Allein erlauben sie keine sichere Diagnose eines Nährstoffmangels. Ich entscheide deshalb nicht nach einem Blatt, sondern sehe mir zuerst Wurzeln und Substrat an.
Was ein EC-Messgerät zeigt
Der EC-WertDie Leitfähigkeit, oft als EC-Wert angegeben, ist ein Messwert für die Menge gelöster Salze, etwa Düngesalze, in Erde oder Wasser. Gemessen wird, wie gut die Probe Strom leitet: Je mehr Salze gelöst sind, desto höher der Wert. in mS/cm beschreibt die elektrische Leitfähigkeit aller gelösten Salze aus Gießwasser und Dünger. Er zeigt den Gesamtsalzgehalt, unterscheidet aber keine einzelnen Nährstoffe. Auch die Temperatur beeinflusst ihn.
Vergleichbare Messungen mit Einstichelektroden verlangen kontrollierte Substratfeuchte, eine einheitliche Einstichtiefe und ein geprüftes Messgerät. Ein steigender Wert zeigt dir also mehr Salz an, aber nicht, welcher Nährstoff dahintersteckt. Ich messe außerdem meine angesetzte Lösung, bevor sie an die Pflanzen geht, und vergleiche die Ansätze untereinander.
Miss deine Düngerlösung immer bei ähnlicher Wassertemperatur, weil die Temperatur den EC-Wert mit beeinflusst.
Deuten Wurzeln und Messwert auf zu viel Dünger hin, stellst du die Düngung ein und tauschst bei Bedarf einen Teil des belasteten Substrats aus. Warnzeichen und Rettung einer überdüngten Pflanze beschreibt der Ratgeber, woran du Überdüngung bei Orchideen erkennst. Die typischen Fehler von der Düngerwahl bis zum Gießwasser sammelt der Beitrag, welche Fehler beim Orchideendüngen schaden.
Wann und wie oft düngst du?
Bei weniger Winterlicht brauchen auch Orchideen weniger Nährstoffe, deshalb wird dann seltener gedüngt. Bei Phalaenopsis kommen zusätzliche Düngergaben im Abstand von 2 Wochen dazu, sobald Blütenstiele sichtbar werden. Den Jahresrhythmus erklärt der Ratgeber, wann und wie oft du Orchideen düngst, die Zeit nach dem Verblühen der Beitrag, wie du Orchideen in Ruhephase und Neuaustrieb versorgst.
Welcher Orchideendünger passt?
Phosphatbetonte Blütendünger sind aus Sicht der Pflanzenernährung nicht sinnvoll, auch wenn Phosphor für Energiehaushalt und Zellaufbau notwendig ist. Organische Orchideendünger werden empfohlen, um das Risiko von SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum. zu verringern, wirken aber verzögert, weil ihre Nährstoffe erst bei der MineralisierungMineralisierung ist der Abbau organischer Stoffe wie Erntereste, Mulch, Kompost oder Mist im Boden. Bodenlebewesen schließen sie dabei auf, sodass die darin gebundenen Nährstoffe für Pflanzen verfügbar werden. frei werden. Zusammensetzung, Düngerform und Hausmittel wie Kaffeesatz ordnet der Ratgeber ein, welcher Orchideendünger zu welcher Orchidee passt.

