Orchideen nach der Blüte düngen: wann du wieder einsteigst und was die nächste Blüte braucht
- Wieder gedüngt wird, wenn die Orchidee sichtbar wächst: neues Blatt, neuer Trieb oder frische Wurzelspitzen.
- Vor dem Wiedereinstieg die Wurzeln prüfen, denn durch Staunässe geschädigte Wurzeln können Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen.
- Bei Phalaenopsis kommen zusätzliche Düngergaben alle 2 Wochen dazu, sobald ein Blütenstiel sichtbar wird.
- Stickstoff braucht die Orchidee für neue Blätter und Triebe; phosphatbetonte Blühdünger sind aus Sicht der Pflanzenernährung nicht sinnvoll.
- Orchideen gelten als sehr salzempfindlich: Düngerlösung nur auf feuchtes Substrat geben und nach Packungsangabe dosieren.
- Im lichtarmen Winter seltener düngen, bei lichtbedingt ausbleibendem Wachstum gar nicht zusätzlich.

Die letzte Blüte ist abgefallen, und der Griff zur Düngerflasche liegt nahe. Orchideen gelten im Kultursubstrat aber als sehr salzempfindlich, und jede Düngergabe kann den Salzgehalt im Topf erhöhen. Ich dünge nach der Blüte deshalb erst wieder, wenn die Pflanze sichtbar wächst. Hier zeige ich dir, woran du diesen Moment erkennst, welche Nährstoffe dann zählen und wie du auf den nächsten Blütenstiel hinarbeitest.
Was passiert mit deiner Orchidee nach der Blüte?
Bei ungefähr 22 °C Raumtemperatur kann eine Phalaenopsis sehr lange blühen. Mehr als 3 Monate Blütezeit sind dann möglich. Nach dem Verblühen bildet eine gesunde Orchidee neue Blätter und Wurzeln, und auf ihnen baut die nächste Blüte auf. Im Winter bekommt sie weniger Licht und braucht dann auch weniger Wasser und Nährstoffe.
Die Phasen nach der Blüte liest du an der Pflanze ab, nicht am Kalender:
| Phase | Woran du sie erkennst | Was das fürs Düngen heißt |
|---|---|---|
| Verblüht | Die letzten Blüten sind abgefallen | Noch kein zusätzlicher Dünger, erst Wurzeln und Substrat prüfen |
| Pause | Weder neues Blatt noch frische Wurzelspitzen | Nicht zusätzlich düngen, im lichtarmen Winter sinkt der Bedarf |
| Neuaustrieb | Neues Blatt, neuer Trieb oder frische Wurzelspitzen | Wiedereinstieg mit Lösung nach Packungsangabe auf feuchtes Substrat |
| Neuer Blütenstiel | Bei Phalaenopsis schiebt sich ein Stiel | Zusätzliche Düngergaben alle 2 Wochen |
Den verblühten Stiel einer Phalaenopsis kannst du auf 2 bis 3 Augen einkürzen, die Knoten am Stiel, aus denen sich möglicherweise neue Blütentriebe entwickeln. Auch ein kühlerer Standort nach der Blüte kann bei Phalaenopsis die erneute Blütenbildung anregen. Wie du Schnitt und Standort angehst, erklärt der Ratgeber zur Pflege von Zimmerpflanzen rund um die Blüte.
Wozu braucht die Orchidee nach der Blüte Nährstoffe?
Für neue Blätter und Triebe braucht die Orchidee Stickstoff, denn er ist Bestandteil von Eiweiß und ChlorophyllChlorophyll, auch Blattgrün genannt, ist der grüne Farbstoff in den Blättern. Im Sommer überdeckt es gelbe und rötliche Blattfarbstoffe; wird es im Herbst abgebaut, verfärbt sich das Laub.. Magnesium ist Teil des Chlorophylls, und die PhotosynthesePhotosynthese ist der Vorgang, bei dem grüne Pflanzen mithilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlenstoffdioxid Zucker und Stärke herstellen. Als Nebenprodukt entsteht Sauerstoff, den sie an die Luft abgeben. kommt ohne es nicht aus. Kalium hilft, den Wasserhaushalt zu regulieren, und ist am Öffnen und Schließen der Spaltöffnungen beteiligt. Phosphor steckt in den Energieträgern der Pflanze und gehört deshalb ebenfalls zur Grundversorgung.
Woher diese Nährstoffe kommen, hängt am Substrat. Phalaenopsis lässt sich in reiner Pinien- oder Tannenborke kultivieren, braucht darin aber eine gesonderte Nährstoffversorgung. Orchideen gelten zugleich als sehr salzempfindlich. Beides zusammen heißt: In Borke bist du für den Nachschub zuständig, und jede zu hohe Gabe trifft eine Pflanze, die Düngesalz schlecht verträgt. Düngung richtet sich nach dem Bedarf der Pflanze, und den zeigt sie dir am Neuaustrieb.
Pflanzen nehmen mineralische Nährstoffe als in Wasser gelöste Ionen auf. Organisch gebundene Nährstoffe müssen vorher von Mikroorganismen abgebaut werden, das nennt man MineralisierungMineralisierung ist der Abbau organischer Stoffe wie Erntereste, Mulch, Kompost oder Mist im Boden. Bodenlebewesen schließen sie dabei auf, sodass die darin gebundenen Nährstoffe für Pflanzen verfügbar werden.. Organische Dünger wirken deshalb zeitlich verzögert.
Wann fängst du nach der Blüte wieder mit dem Düngen an?
Den Startpunkt setzt das Wachstum. Sobald sich ein neues Blatt, ein neuer Trieb oder frische Wurzelspitzen zeigen, steigst du wieder ein. In einem durchsichtigen Kunststofftopf siehst du die Wurzeln, ohne die Orchidee auszutopfen.
Ich sehe mir vor dem ersten Düngen nach der Pause die Wurzeln und die Rinde genau an. Bei Phalaenopsis in transparenten Töpfen zeigt dunkle Rinde an, dass das Substrat noch feucht ist. Hellere Rinde und silbrige statt grüne Wurzeln sprechen dafür, dass es abgetrocknet ist.
Sieht eine Orchidee trotz feuchtem Substrat wie vertrocknet aus, können Wurzeln dahinterstecken, die durch Staunässe gelitten haben. Solche Wurzeln nehmen Wasser schlechter auf. Weil Pflanzen ihre Nährstoffe gelöst im Wasser aufnehmen, kommt Dünger bei ihnen womöglich schlecht an. In diesem Fall hat die Pflege der Wurzeln Vorrang vor jeder Düngergabe.
Als allgemeines Schema für epiphytische Zimmerorchideen kommt im Sommerhalbjahr zweimal im Monat Orchideendünger ins Gießwasser. Im Winterhalbjahr ist es einmal im Monat, und bleibt das Wachstum lichtbedingt ganz aus, ist zusätzlicher Dünger nicht angezeigt. Den ganzen Jahresrhythmus mit seinen Pausen zeigt der Ratgeber, wann und wie oft du Orchideen düngst.
So läuft dein erster Düngegang nach der Pause.
- Schau in die Blattmitte und auf die Wurzelspitzen, ob sich Neues zeigt.
- Tauch die Orchidee zuerst in lauwarmes, kalkarmes Wasser wie Regenwasser, damit das Substrat feucht ist.
- Rühr die Düngerlösung nach der Dosierangabe auf der Packung an und gib sie auf das feuchte Substrat.
- Lass die Pflanze etwa 15 Minuten abtropfen, bevor sie zurück in den Übertopf kommt.
Welches Nährstoffverhältnis passt nach der Blüte?
Die Abkürzung NPK steht für Stickstoff, Phosphor und Kalium, und in dieser Reihenfolge stehen ihre Anteile auf der Packung. Ich lese beim Kauf zuerst diese Zahlenfolge auf dem Etikett. Ein Beispiel für Phalaenopsis im Zimmer ist eine schwache NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. mit der Zusammensetzung 15-5-25-2. Phosphor ist darin der kleinste der drei Hauptwerte, Kalium der größte. Die Beispielmischung ist nicht an die Zeit nach der Blüte gebunden, sie gilt für die Phalaenopsis im Zimmer allgemein. Neben Stickstoff, Phosphor und Kalium zählen auch Calcium, Magnesium und SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft. zu den HauptnährstoffenHauptnährstoffe sind die Nährstoffe, die Pflanzen in größeren Mengen brauchen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Beim Düngen im Garten stehen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium im Vordergrund..
Nach der Blüte baut die Pflanze Blätter und Triebe auf, und dafür braucht sie Stickstoff. Zusätzlicher Phosphor fördert die Blüte dagegen nicht pauschal. Wer jetzt zu einem phosphorbetonten Blühdünger greift, setzt also auf eine Blütenwirkung, die sich so nicht ableiten lässt.
„Phosphor bringt die Orchidee zum Blühen.“ Phosphor ist für Energiehaushalt und Zellaufbau nötig. Dass zusätzliche Phosphorgaben die Blütenbildung pauschal fördern, folgt daraus aber nicht. Blühdünger mit Phosphatschwerpunkt sind aus Sicht der Pflanzenernährung nicht sinnvoll, auch nicht als Umstellung vor der nächsten Blüte.
SpurennährstoffeSpurennährstoffe sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in geringen Mengen aufnehmen, auf die sie aber trotzdem angewiesen sind. Dazu zählen etwa Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän. wie Eisen, Mangan und Zink gehören ebenfalls zur Versorgung. Bei der Düngerform zählt die Salzempfindlichkeit: Mineralische Dünger können Salzverbrennungen an den Wurzeln verursachen, organische Orchideendünger werden empfohlen, um dieses Risiko zu verringern. Spezial- gegen Universaldünger, Düngerformen und Unterschiede zwischen den Arten findest du im Ratgeber darüber, welche Nährstoffe und Dünger Orchideen zur Blüte bringen.
Die Menge richtest du nach der Dosierangabe auf der Packung, und für die Phalaenopsis-Beispielmischung sind 0,5 bis 1 g je Liter Wasser angesetzt. Welke, matte oder fleckige Blätter verraten allein keinen sicheren Nährstoffmangel, deshalb änderst du die Menge nicht auf bloßen Verdacht. Wie du die Dosis anpasst und die Pflanze dabei beobachtest, zeigt der Ratgeber, wie viel Orchideendünger du in welcher Verdünnung gibst.
Wie bereitest du die nächste Blüte vor?
Bei Phalaenopsis zeigt der neue Blütenstiel, dass die nächste Blüte ansteht. Sobald er sichtbar wird, kommen zusätzliche Düngergaben alle 2 Wochen dazu. Die Dosierung richtest du weiter nach der Packung, ein Wechsel auf phosphatbetonten Blühdünger ist dafür nicht nötig.
Die Wurzeln brauchen für diese Phase ein Substrat, in dem sie Luft bekommen. Zerfällt die Rinde mit der Zeit, fehlt den Wurzeln Luft, und sie können faulen. Frisches Substrat zur rechten Zeit gehört deshalb zur Vorbereitung. Ein guter Termin für das reguläre Umtopfen epiphytischer Zimmerorchideen ist das Frühjahr nach der Blüte. Dabei entfernst du altes Rindensubstrat und morsche Wurzeln und setzt die gesunden Wurzeln vorsichtig in frisches Rindensubstrat. Einen größeren Topf braucht Phalaenopsis dafür im Normalfall nicht.
Roher Rindenmulch ist kein Ersatz für aufbereitetes Kultursubstrat, weil er wachstumshemmende Stoffe enthalten und Stickstoff binden kann. Damit kann ausgerechnet der Nährstoff knapp werden, den die Orchidee für neue Blätter und Triebe braucht. Welche Bestandteile in eine luftige Mischung gehören, zeigt die Anleitung, wie du Orchideensubstrat aus Rinde selbst mischst.
Phalaenopsis mit sichtbarem Blütenstiel: zusätzliche Düngergaben alle 2 Wochen. Umtopfen von Phalaenopsis im Zimmer: etwa alle 2 bis 3 Jahre, je nach Zustand von Wurzeln und Substrat. Reine Pinien- oder Tannenborke für Phalaenopsis: 0,5 bis 2 cm Korngröße, dazu eine gesonderte Nährstoffversorgung.
Ich stecke nach jedem Düngen ein Etikett mit dem Datum in den Topf. Beim nächsten Tauchen sehe ich so, wann die Pflanze zuletzt Dünger bekommen hat, und schaue dabei gleich in die Blattmitte und auf die Wurzeln.
Was spielt neben dem Dünger mit?
Phalaenopsis in Topfkultur tauchst du einmal pro Woche in lauwarmes Wasser und lässt sie danach vollständig abtropfen. Bei Orchideen steigt durch Staunässe das Risiko für Wurzelfäulnis, deshalb bleibt im Übertopf kein Wasser stehen. Die Grundlagen zu Gießen, Licht und Standort stehen im Ratgeber zur Pflege von Zimmerpflanzen.
Gibst du zu viel oder zu oft Dünger, können die Orchideenwurzeln Schaden nehmen. Bei Verdacht auf ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt. stellst du das Düngen ein und tauschst bei Bedarf einen Teil des belasteten Substrats aus. Weitere Fehler bei Düngerwahl, Zeitpunkt und Gießwasser zeigt der Ratgeber, welche Düngefehler Orchideen schaden und wie du sie korrigierst.

