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Orchideensubstrat selbst mischen: einfache Rezepte auf Rindenbasis

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Grundlage jeder Mischung ist aufbereitete Pinien- oder Tannenborke, für Phalaenopsis in 0,5 bis 2 cm Körnung.
  • Phalaenopsis lässt sich in reiner Borke kultivieren, braucht dann aber eine gesonderte Nährstoffversorgung.
  • Kokosfasern fördern Struktur und Luftzufuhr, Kokosmark und Roh-Sphagnum halten mehr Wasser.
  • Roher Rindenmulch gehört nicht in die Mischung, weil er wachstumshemmende Stoffe enthalten und Stickstoff binden kann.
  • Im transparenten Topf zeigt dunkle Rinde Feuchte an, helle Rinde und silbrige Wurzeln zeigen Abtrocknung.
  • Übriges Substrat dunkel, kühl und trocken lagern und mit Datum und Rezept beschriften.
Magentafarbene Blüten einer Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis) am gebogenen Blütenstiel vor hellem Fenster
Foto: mari_di_ann · Pixabay Content License · Quelle ↗

Wenn du Orchideenerde selbst machst, entscheidet die Wahl der Zutaten darüber, ob die Wurzeln genug Luft bekommen. Zerfällt die Mischung oder staut sie Wasser, steigt die Gefahr von Wurzelfäule. Ich mische mein Orchideensubstrat deshalb auf Rindenbasis und siebe die Rinde vorher über einem Eimer aus. Hier bekommst du ein Grundrezept für Phalaenopsis, zwei Varianten und den Ablauf vom Abmessen bis zum Lagern.

Was ein Orchideensubstrat leisten muss

Für Phalaenopsis eignet sich ein spezielles Rindensubstrat mit hoher Luft- und Wasserdurchlässigkeit. Es soll wenig zersetzt und gut durchlüftet sein, Wasser und Nährstoffe speichern und frei von Schadstoffen und Krankheitserregern bleiben. Welche Eigenschaften dahinterstehen und welches Substrat zu welcher Orchideenart passt, liest du im Ratgeber, worauf es beim Orchideensubstrat für gesunde Wurzeln ankommt.

Selbst mischen oder fertig kaufen?

Bei industriell hergestellten Substraten wird die Zusammensetzung technisch geregelt, damit die Anteile gleich bleiben. Mischst du selbst, wählst du jede Zutat aus und hältst das Verhältnis mit deinem eigenen Messgefäß konstant. Ob sich das bei Kosten, Aufwand und Ergebnis rechnet, klärt der Vergleich, ob sich selbst gemischtes Orchideensubstrat gegenüber gekauftem lohnt.

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Die Zutaten und ihre Rolle im Rezept

Jedes meiner Rezepte beginnt mit Rinde. Alles andere sind Zuschläge, die der Mischung mehr Luft, mehr Wasserspeicher oder mehr Stabilität geben.

Zutat Rolle im Rezept Darauf achte ich
Pinien- oder Tannenborke Grundlage mit hoher Luft- und Wasserdurchlässigkeit aufbereitete Ware, für Phalaenopsis in 0,5 bis 2 cm Körnung
Kokosfasern fördern Struktur und Luftzufuhr Fasern statt Mark, wenn die Mischung luftig bleiben soll
Kokosmark speichert mehr Wasser als die Fasern nur für Mischungen, die zu schnell abtrocknen
Roh-Sphagnum luftreich, mit hoher Wasserspeicherkapazität Zuschlag für die feuchtere Variante, vorher auseinanderzupfen
Perlit erhöht Luftkapazität und Strukturstabilität gartenbautaugliche Ware, die Wirkung hängt von der Menge ab
Lava und Bims verbessern die Strukturstabilität, Bims kann zudem Wasser speichern mineralische Zuschläge für eine stabile Mischung

Kokosmaterial kann Torf als Substratbestandteil ersetzen. Ich plane meine Orchideenmischungen deshalb ohne Torf.

Beim Einkauf auf Substratqualität achten

Orchideen gelten im gärtnerischen Kultursubstrat als sehr salzempfindlich. Ich kaufe jede Zutat deshalb als Ware für Pflanzsubstrate und lese vorher die Angaben auf dem Sack. Eine unabhängige Gütesicherung kann beim Kauf Orientierung geben, hochwertige Ware gibt es aber auch ohne Siegel.

Drei einfache Mischungen für den Einstieg

Ich arbeite mit einem Grundrezept und zwei Varianten. Wie ein Zuschlag wirkt, hängt von seiner Menge und den Bedingungen am Standort ab. Du mischst die Zuschläge schrittweise unter, schreibst die Messbecher mit und prüfst das Ergebnis am Topf.

Grundrezept: reine Borke für Phalaenopsis

Das Grundrezept besteht aus einer einzigen Zutat. Phalaenopsis lässt sich in reiner Pinien- oder Tannenborke kultivieren, wenn die Körnung stimmt. In reiner Borke braucht sie allerdings eine gesonderte Nährstoffversorgung über den Dünger. Für den Einstieg nehme ich dieses Rezept, weil es nur eine Zutat zum Sieben und Abmessen gibt.

Zahl im Blick

Für reines Rindensubstrat bei Phalaenopsis wird eine Körnung von 0,5 bis 2 cm empfohlen. Die Spanne gilt für Phalaenopsis und nicht automatisch für jede andere Orchidee.

Luftige Variante: Borke mit Perlit

Diese Variante nehme ich, wenn die Rinde einer Phalaenopsis im transparenten Topf nach dem Gießen lange dunkel bleibt. Perlit erhöht die Luftkapazität und macht die Mischung strukturstabiler. Gib es schrittweise zur Borke und mische nach jedem Messbecher durch, bis die weißen Körner gleichmäßig verteilt sind. An einem kühlen Platz spricht noch mehr für diese Variante, denn Kälte und anhaltende Feuchtigkeit begünstigen bei Orchideen Erreger der Schwarz- und Wurzelfäule.

Feuchtere Variante: Borke mit Roh-Sphagnum

Wird die Rinde schnell wieder hell und zeigen die Wurzeln Silber statt Grün, trocknet die Mischung an deinem Platz zügig ab. Dann ergänze ich die Borke um Roh-Sphagnum. Es speichert viel Wasser und bleibt dabei luftreich. Zupf das Moos vor dem Untermischen auseinander und verteil es zwischen den Rindenstücken, damit es keine dichten Polster bildet.

So mischst du dein Substrat Schritt für Schritt

Mini-Checkliste

saubere Wanne, grobes Sieb, ein Eimer für den Siebrest, ein festes Messgefäß, Handschuhe, Etiketten, ein trockener verschließbarer Behälter und transparente Kunststofftöpfe.

  1. Arbeitsplatz säubern. Ich wasche Wanne, Sieb und Töpfe aus, bevor die erste Zutat hineinkommt.
  2. Rinde sieben. Schüttle die Borke portionsweise im Sieb über dem Eimer. Staub und Bruch fallen in den Eimer, die Stücke im Sieb kommen in die Wanne.
  3. In Raumteilen abmessen. Füll jede Zutat mit demselben Gefäß ab und schreib mit, wie oft du es füllst.
  4. Locker mischen. Ich hebe die Zutaten mit beiden Händen von unten nach oben, damit die Rindenstücke ganz bleiben.
  5. Eintopfen und beobachten. Die erste Pflanze kommt in einen transparenten Kunststofftopf, damit du Rinde und Wurzeln von außen siehst.
  6. Rest beschriften. Was übrig bleibt, kommt in den Behälter, mit Datum und Rezept auf dem Etikett.

Zerfallendes Substrat lässt zu wenig Luft an die Wurzeln, und ein Phalaenopsis-Substrat soll wenig zersetzt sein. Staub und Bruch aus dem Sack gehören deshalb in den Eimer und nicht in den Topf.

Kurz erklärt

Ein Raumteil ist eine Füllung deines Messgefäßes, egal ob Becher oder Eimer. Wichtig ist nur, dass du für alle Zutaten dasselbe Gefäß nimmst, damit sich das Rezept beim nächsten Mal wiederholen lässt.

Übriges Substrat aufbewahren

Übrig gebliebenes Substrat lagerst du dunkel, kühl und trocken. Ich verschließe den Behälter und klebe das Etikett mit Datum und Rezept außen auf. Bei torffreien und torfreduzierten Erden können mit längerer Lagerung Verpilzungen, Nährstofffreisetzung und Salzgehalt zunehmen. Weil Orchideen als sehr salzempfindlich gelten, mische ich passend zum Umtopftermin und lege keinen großen Vorrat an. Vor dem Einsatz rieche ich am Behälter und sehe nach Pilzbelag. Riecht die Mischung muffig, kommt sie nicht an meine Orchideen.

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Welches Rezept zu welcher Orchidee passt

Ob ein Rezept passt, zeigt dir eine Phalaenopsis im transparenten Topf. Dunkle Rinde zeigt Feuchtigkeit an. Hellere Rinde und silbrige statt grüner Wurzeln weisen auf Abtrocknung hin.

Orchidee oder Beobachtung Rezept Grund
Phalaenopsis, erste eigene Mischung reine Pinien- oder Tannenborke lässt sich darin kultivieren, braucht dann gesonderte Nährstoffe
Phalaenopsis, Rinde bleibt nach dem Gießen lange dunkel Borke mit Perlit Perlit erhöht die Luftkapazität
Phalaenopsis, Rinde schnell hell und Wurzeln silbrig Borke mit Roh-Sphagnum Sphagnum speichert viel Wasser und bleibt luftreich
Vanda häufig ganz ohne Substrat Wurzeln müssen nach dem Befeuchten wieder abtrocknen

Vanda wird häufig ganz ohne Substrat kultiviert. Nach dem Befeuchten müssen die Wurzeln wieder gut abtrocknen, und eine Kulturvase bleibt nicht dauerhaft mit Wasser gefüllt.

Für terrestrische Orchideen und andere Gattungen übertrage ich die Rindenrezepte nicht ungeprüft. Welches Substrat zu welcher Art passt, steht im Ratgeber zur Wurzelgesundheit, den ich weiter oben verlinkt habe.

Marias Erfahrung

Ich hebe frisch getopfte Orchideen vor dem Gießen an und schaue dabei durch die Topfwand auf Rinde und Wurzeln. Gewicht und Farbe notiere ich auf dem Etikett neben dem Rezept.

Tipp

Ändere beim nächsten Mischen nur eine Zutat. Dann siehst du im Topf, was genau diese eine Änderung bewirkt.

Im Winter brauchen Orchideen bei weniger Licht weniger Wasser und Nährstoffe. Wie du Substrat und Pflege über die Jahreszeiten abstimmst, zeigt der Ratgeber, wie du Orchideensubstrat im Jahresverlauf anpasst.

Häufige Fehler beim Selbstmischen

Rohen Rindenmulch verwenden

Roher Rindenmulch kann wachstumshemmende Stoffe enthalten und Stickstoff binden. Mit aufbereitetem Kultursubstrat ist er deshalb nicht gleichzusetzen. Ich kaufe Pinien- oder Tannenborke, die als Rinde für Orchideen oder Kultursubstrate verkauft wird, und lasse Mulch für das Beet im Regal.

Altes Substrat in die neue Mischung geben

Mit Wurzelfäuleerregern verunreinigte Töpfe und Substrate können Krankheiten auf weitere Orchideen übertragen. Substrat aus einem Topf mit wurzelfaulen Pflanzen verwende ich deshalb nicht wieder. Auch zerfallenes Altsubstrat strecke ich nicht mit frischer Rinde.

Kompost zum Anreichern untermischen

Ein Phalaenopsis-Substrat soll wenig zersetzt und gut durchlüftet sein. Reiner Kompost gilt schon als Gefäßsubstrat für gewöhnliche Topfpflanzen als zu nährstoffreich. In meine Orchideenmischung kommt deshalb kein Kompost.

Trockenheit falsch deuten

Wirkt eine Orchidee trotz feuchter Rinde vertrocknet, können durch Staunässe geschädigte Wurzeln die Wasseraufnahme beeinträchtigen. Gieß dann nicht nach, sondern nimm die Pflanze aus dem Topf und sieh dir die Wurzeln an. Nach dem Entfernen abgestorbener Wurzeln kann die Pflanze vor dem erneuten Eintopfen eine Nacht abtrocknen. Danach kommt sie in frische Mischung.

Nach dem Mischen: eintopfen, gießen, Substrat wechseln

Die Grundregeln dazu, wie du Zimmerpflanzen umtopfst, gießt und düngst, findest du im Zimmerpflanzen-Ratgeber. Hier steht nur, was die frische Mischung betrifft.

Eintopfen

Für epiphytische Zimmerorchideen gilt das Frühjahr nach der Blüte als günstiger Zeitpunkt zum Umtopfen. Bei einer Phalaenopsis entfernst du altes Substrat und morsche Wurzeln und brauchst im Normalfall keinen größeren Topf. Jeden Handgriff zeigt die Anleitung, wie du eine Orchidee Schritt für Schritt umtopfst.

Gießen und Düngen

Nach dem Gießen muss das Wasser ablaufen, und die Orchidee darf nicht im überschüssigen Wasser stehen. Zu hohe oder zu häufige Düngergaben können Orchideenwurzeln schädigen, mineralische Dünger auch durch Salzverbrennungen.

Substrat wechseln

Zerfällt Orchideensubstrat, bekommen die Wurzeln zu wenig Luft und können faulen. Für Phalaenopsis in Zimmerkultur liegt der übliche Rhythmus bei etwa 2 bis 3 Jahren, abhängig vom Zustand der Wurzeln und des Substrats. Woran du den Bedarf erkennst und welche Alternativen es zum Komplettwechsel gibt, zeigt der Ratgeber, wann und wie du Orchideensubstrat wechselst.

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Häufige Fragen

Was ist Orchideensubstrat und warum brauchen Orchideen eine spezielle Mischung?
Orchideensubstrat ist eine grobe, luftige Pflanzmischung, für Phalaenopsis zum Beispiel ein spezielles Rindensubstrat mit hoher Luft- und Wasserdurchlässigkeit. Es soll wenig zersetzt und gut durchlüftet sein und trotzdem Wasser und Nährstoffe speichern. Staunässe erhöht bei Orchideen die Gefahr von Wurzelfäulnis, deshalb kommt es auf die Luft zwischen den Bestandteilen an.
Welche Bestandteile gehören in eine gute Orchideensubstrat-Mischung?
Die Grundlage bildet aufbereitete Pinien- oder Tannenborke. Kokosfasern verbessern Struktur und Luftzufuhr, feineres Kokosmark und Roh-Sphagnum speichern mehr Wasser. Gartenbautaugliches Perlit erhöht die Luftkapazität und die Strukturstabilität, wobei die Wirkung von der beigemischten Menge abhängt. Rohen Rindenmulch solltest du nicht verwenden, weil er wachstumshemmende Stoffe enthalten und Stickstoff binden kann.
Welche Substratmischung eignet sich für Phalaenopsis-Orchideen?
Phalaenopsis lässt sich in reiner Pinien- oder Tannenborke mit einer Korngröße von 0,5 bis 2 cm kultivieren. In reiner Borke braucht die Pflanze allerdings eine gesonderte Nährstoffversorgung. Trocknet die Rinde an deinem Platz sehr schnell ab, kannst du Roh-Sphagnum untermischen, das viel Wasser speichert und dabei luftreich bleibt.
Welche Rolle spielt Pinienrinde im Orchideensubstrat?
Pinienrinde bildet die Grundlage der Mischung und sorgt für hohe Luft- und Wasserdurchlässigkeit. Verwende aufbereitete Rinde, denn roher Rindenmulch kann wachstumshemmende Stoffe enthalten und Stickstoff binden. Mit der Zeit zerfällt die Rinde, dann bekommen die Wurzeln zu wenig Luft und frisches Substrat wird nötig.
Warum ist Drainage bei Orchideensubstrat so wichtig?
Staunässe erhöht bei Orchideen die Gefahr von Wurzelfäulnis, und Kälte zusammen mit anhaltender Feuchtigkeit begünstigt Erreger der Schwarz- und Wurzelfäule. Geschädigte Wurzeln können dazu führen, dass eine Orchidee trotz feuchtem Substrat vertrocknet wirkt. Deshalb muss überschüssiges Wasser nach dem Gießen ablaufen, und die Pflanze darf nicht im Wasser stehen bleiben.
Wie topft man Orchideen richtig in selbstgemachtes Substrat um?
Für epiphytische Zimmerorchideen gilt das Frühjahr nach der Blüte als günstiger Zeitpunkt. Entferne altes Substrat und morsche Wurzeln, setze die gesunden Wurzeln vorsichtig ein und umgib sie mit der frischen Mischung. Eine Phalaenopsis braucht dabei im Normalfall keinen größeren Topf, und ein gebogener Draht im Substrat gibt der frisch getopften Pflanze Halt.
Welche Werkzeuge und Materialien werden für das Mischen von Orchideensubstrat benötigt?
Du brauchst eine saubere Wanne, ein grobes Sieb für Staub und Bruchstücke, ein festes Messgefäß für gleichbleibende Raumteile und Handschuhe. Dazu kommen die Zutaten, also aufbereitete Borke und die gewählten Zuschläge wie Perlit oder Roh-Sphagnum. Für den Rest helfen ein trockener, verschließbarer Behälter und ein Etikett für Datum und Rezept.
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