Spurenelemente für Grünpflanzen und Palmen: was Eisen, Mangan und Zink leisten und wie sie ankommen
- Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän zählen zu den Spurennährstoffen, Magnesium gehört zu den Hauptnährstoffen.
- Mit steigendem Substrat-pH sinkt die Verfügbarkeit von Eisen, Zink, Mangan, Kupfer und Bor, die von Molybdän nimmt zu.
- Eine hohe Carbonathärte des Gießwassers begünstigt den Anstieg des Substrat-pH.
- Bei der Bergpalme können ein zu hoher pH-Wert oder übernässtes Substrat Eisenmangelchlorosen verursachen.
- Ein Eisenüberschuss kann durch Ionenkonkurrenz einen Manganmangel auslösen.

Deine Bergpalme vergilbt an den Wedeln, und der erste Griff geht zum Eisendünger. Ich schaue vorher in den Topf, prüfe das Gießwasser und messe den pH-Wert. Ein unpassender pH-Wert kann die Nährstoffaufnahme nämlich begrenzen, obwohl genügend Nährstoffe vorhanden sind. Dann fehlt womöglich nicht Dünger, sondern der Zugang zu dem, was schon im Topf steckt.
Hier erfährst du, welche Spurenelemente Grünpflanzen und Palmen brauchen, was sie in der Pflanze tun und wie du sie gezielt versorgst.
Was zählt zu den Spurenelementen?
Zu den Spurennährstoffen zählen Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien.. Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel gehören dagegen zu den Hauptnährstoffen. Wie Haupt- und Spurennährstoffe zusammenspielen, erklärt der Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt über Nährstoffmangel, Spurenelemente und Überdüngung.
Warum Grünpflanzen und Palmen von Spurenelementen profitieren
Bei Grünpflanzen und Palmen ist das Laub der Schmuck. Drei der Nährstoffe, um die es hier geht, sind am Blattgrün oder an der PhotosynthesePhotosynthese ist der Vorgang, bei dem grüne Pflanzen mithilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlenstoffdioxid Zucker und Stärke herstellen. Als Nebenprodukt entsteht Sauerstoff, den sie an die Luft abgeben. beteiligt: Eisen, Mangan und Magnesium.
Im Topf entscheidet außerdem das Substrat, wie viel davon ankommt. Mit steigendem Substrat-pH nimmt die Verfügbarkeit von Eisen und Mangan ab. Steigt der pH-Wert im Topf, kann das also genau das Laub treffen, für das du eine Grünpflanze hältst.
Eisen, Mangan, Zink und Magnesium: was sie in der Pflanze tun
Eisen
Eisen wirkt beim Elektronentransport mit und in Enzymen, die an der Chlorophyllbildung beteiligt sind. Bei der Bergpalme, Chamaedorea elegans, können ein zu hoher Substrat-pH oder ein übernässtes Substrat Eisenmangelchlorosen verursachen. Ein Eisenproblem kann also im Topf beginnen, auch wenn genug gedüngt wurde.
Mangan
Mangan ist an der Sauerstoffbildung bei der Photosynthese und an der Aktivierung von Enzymen beteiligt. Mit Eisen steht es in Konkurrenz: Ein Eisenüberschuss kann durch Ionenkonkurrenz einen ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist. auslösen.
Zink
Zink ist Bestandteil oder Aktivator von Enzymen und an der Eiweißsynthese beteiligt. Wie Eisen und Mangan wird auch Zink bei steigendem Substrat-pH schlechter verfügbar.
Magnesium
Magnesium ist ein Baustein des Chlorophylls und damit für die Photosynthese unentbehrlich. Beim pH-Wert ist für Magnesium die andere Richtung kritisch. In Zierpflanzensubstraten kann ein pH-Wert unter 5 die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Kalium vermindern.
Magnesium ist ein Spurenelement? Nein. Magnesium gehört wie Calcium zu den Hauptnährstoffen. Spurennährstoffe sind Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän.
Kupfer, Bor und Molybdän
Kupfer, Bor und Molybdän gehören ebenfalls zu den Spurennährstoffen. Kupfer und Bor werden mit steigendem Substrat-pH schlechter verfügbar, Molybdän dagegen besser. In Zierpflanzensubstraten erreicht Molybdän seine optimale Verfügbarkeit erst oberhalb eines pH-Bereichs von 5,6 bis 5,8. Das spielt besonders beim Weihnachtsstern eine Rolle.
Was im Topf ankommt: pH-Wert, Gießwasser und Substrat
Pflanzen nehmen mineralische Nährstoffe als in Wasser gelöste Ionen auf. Ob ein Spurenelement dabei verfügbar ist, hängt am pH-Wert des Substrats:
| Spurennährstoff | Verfügbarkeit, wenn der Substrat-pH steigt |
|---|---|
| Eisen | nimmt ab |
| Mangan | nimmt ab |
| Zink | nimmt ab |
| Kupfer | nimmt ab |
| Bor | nimmt ab |
| Molybdän | nimmt zu |
Handelsübliche Fertigsubstrate für den Großteil der Zierpflanzen sind auf einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5 eingestellt. Gießwasser und Dünger können diesen Wert verschieben. Eine hohe CarbonathärteDie Carbonathärte ist der Teil der Gesamthärte des Wassers, der auf Calcium- und Magnesiumcarbonat zurückgeht. Sie wirkt alkalisch und beeinflusst deshalb den pH-Wert der Topferde, wenn du mit diesem Wasser gießt. des Gießwassers begünstigt den Anstieg des Substrat-pH. Ammoniumbetonte Düngung wirkt im Substrat tendenziell versauernd, nitratbetonte tendenziell alkalisch. Auch tonhaltige Kultursubstrate können solche Veränderungen nicht unbegrenzt abpuffern.
Wer dauerhaft mit Leitungswasser hoher Carbonathärte gießt, kann den pH-Wert also so weit anheben, dass Eisen, Mangan und Bor knapp werden, obwohl sie im Topf vorhanden sind. Für Zimmerpflanzen eignet sich zimmerwarmes Regenwasser, während kaltes oder hartes Leitungswasser empfindlichen Arten Probleme bereiten kann.
Ich fange Regenwasser für meine Grünpflanzen auf und lasse die Kanne im Zimmer stehen, bis das Wasser Raumtemperatur hat. Mit diesem Wasser gieße ich auch die Palmen.
Ein gutes Topfsubstrat speichert langfristig Wasser, leitet überschüssiges Wasser ab und lässt genug Luft an die Wurzeln. Reiner Kompost taugt dafür nicht. Er ist als Gefäßsubstrat zu nährstoffreich und kann wegen seines hohen pH-Werts für kalkempfindliche Pflanzen ungeeignet sein. Welcher pH-Wert zu welcher Pflanze passt und wie du die Düngung darauf abstimmst, liest du im Ratgeber dazu, welchen pH-Wert Grünpflanzen und Palmen brauchen.
Schnelle pH-Korrekturen im Topf können heftige und schwer vorhersehbare Wirkungen haben. Die genaue Kalkmenge für ein aus mehreren Komponenten gemischtes Substrat lässt sich nur über eine Substrat- oder Bodenanalyse bestimmen.
Gießen und Nährstoffaufnahme
Bleibt der Ballen zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und können faulen. Eine solche Pflanze kann trotz feuchter Erde wie vertrocknet wirken. Im Ratgeber dazu liest du, wie du Düngen und Gießen bei Grünpflanzen aufeinander abstimmst.
Mangel erkennen: Hinweise, keine Diagnose
Gelbe Blätter mit Blattfall können auf Nährstoffmangel hindeuten, genauso aber auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress. Auch wenig Licht bei zu hoher Temperatur kann Blattfall verursachen. Wie du die Zeichen sortierst und einen Mangel behebst, steht im Ratgeber dazu, woran du Nährstoffmangel bei Grünpflanzen und Palmen erkennst.
So versorgst du Grünpflanzen und Palmen gezielt
Gezielt heißt für mich: erst die Ursache im Topf klären, dann den Dünger wählen, ihn richtig ausbringen und nach Etikett dosieren.
Erst prüfen, dann düngen
Eine Substratanalyse ist eine Momentaufnahme. Du beurteilst sie zusammen mit dem Zustand der Pflanze, der Wachstumsphase und der Zusammensetzung des Substrats. Ein EC-Messgerät hilft bei der Frage nach Eisen oder Mangan nicht weiter. Die LeitfähigkeitDie Leitfähigkeit, oft als EC-Wert angegeben, ist ein Messwert für die Menge gelöster Salze, etwa Düngesalze, in Erde oder Wasser. Gemessen wird, wie gut die Probe Strom leitet: Je mehr Salze gelöst sind, desto höher der Wert. zeigt den Gesamtsalzgehalt, unterscheidet aber keine einzelnen Nährstoffe. Für vergleichbare Messungen mit Einstichelektroden brauchst du kontrollierte Substratfeuchte, eine einheitliche Einstichtiefe und ein geprüftes Messgerät.
Der EC-Wert in mS/cm beschreibt die elektrische Leitfähigkeit aller gelösten Salze aus Gießwasser und Dünger. Er wird auch von der Temperatur beeinflusst. Ein hoher Wert sagt dir, dass viel Salz im Substrat ist, aber nicht, welcher Nährstoff fehlt oder überwiegt.
Den pH-Wert meiner Töpfe messe ich selbst. Die Elektrode kalibriere ich vor der Messung mit zwei Pufferlösungen.
Den passenden Dünger wählen
Ich lese auf dem Etikett nach, welche Spurennährstoffe ein Dünger enthält, und richte mich bei der Menge nach der Dosierungsanweisung. Bei der Nachdüngung berücksichtigst du außerdem die Grunddüngung, die schon im Substrat steckt. Organisch gebundene Nährstoffe werden erst durch MineralisierungMineralisierung ist der Abbau organischer Stoffe wie Erntereste, Mulch, Kompost oder Mist im Boden. Bodenlebewesen schließen sie dabei auf, sodass die darin gebundenen Nährstoffe für Pflanzen verfügbar werden. pflanzenverfügbar und wirken deshalb zeitlich verzögert. Auch die Freisetzung aus organischen Düngern kann zu Überversorgung und erhöhtem Salzgehalt im Substrat beitragen.
Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Freisetzung von Feuchtigkeit und Temperatur ab. Mineralische Depotdünger sind mit ihrer Wirkungsdauer gekennzeichnet. Niedrigere Temperaturen verzögern die Wirkung organischer wie mineralischer Langzeitdünger.
Ausbringen: Gießkanne statt Sprühflasche
Düngerlösung kommt auf bereits feuchtes Substrat, damit du Wurzelschäden vorbeugst. Ist der Ballen trocken, gieße ich zuerst mit klarem Wasser und dünge erst danach. Blattdüngung kann zwar Nährstoffe zuführen, ist aber nur begrenzt einsetzbar. Es kann zu Verbrennungen kommen, und eine nachhaltige Wirkung fehlt. Für die laufende Versorgung gebe ich den Dünger deshalb mit dem Gießwasser.
Die Dosis: nach Etikett und Jahreszeit
Für viele Zimmerpflanzen wird während der Wachstumsphase im Frühling und Sommer eine Flüssigdüngung alle 2 bis 4 Wochen empfohlen. Kübelpflanzen, die frisch in vorgedüngte Blumenerde umgetopft wurden, brauchen gewöhnlich während der ersten 4 bis 6 Wochen keine zusätzliche Düngung.
Für Kübelpflanzen lässt sich kein allgemeingültiger Dünge- und Gießrhythmus festlegen, deshalb orientierst du dich am Bedarf der Pflanze. Im Winter brauchen Zimmerpflanzen bei weniger Licht auch weniger Wasser und Nährstoffe, selbst wenn der Raum warm bleibt. Dann düngst du seltener. Bleibt das Wachstum lichtbedingt aus, ist zusätzliche Düngung nicht angezeigt. Kranke Kübelpflanzen düngst du erst wieder, wenn sie sich erholt haben.
Die Palme bleibt blass, also kommt noch mehr Eisendünger dazu. Ein Eisenüberschuss kann durch Ionenkonkurrenz einen Manganmangel auslösen. Prüfe vorher Nässe und pH-Wert im Topf, denn beides kann bei der Bergpalme hinter einer Eisenmangelchlorose stecken.
Zeigen sich Salzschäden durch Überdüngung, stellst du das Düngen ein. Bei Bedarf topfst du um und tauschst dabei einen Teil der alten Erde aus. Die allgemeinen Düngeregeln für Zimmerpflanzen fasst der Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Düngen zusammen.
Hydrokultur: alles kommt aus der Nährlösung
In erdelosen Kulturen wie der HydrokulturHydrokultur ist eine Kulturmethode ohne Erde: Die Wurzeln wachsen in einem neutralen Füllsubstrat wie Blähton, und eine Nährlösung aus Wasser und gelösten Nährstoffen versorgt die Pflanze. müssen sämtliche benötigten Nährstoffe gezielt dosiert zugeführt werden, Spurenelemente eingeschlossen. Bei fertig gekauften Hydrokulturgefäßen für Zimmerpflanzen ist die NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. üblicherweise auf einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5 eingestellt. Ungefähr alle 6 Monate wechselst du das Wasser und stellst die Nährlösung neu ein. Nährstoffe, die schon im Gießwasser stecken, etwa Calcium und Magnesium, rechnest du bei der Planung der Nährlösung an.
Bevor du gezielt nachdüngst:
- Topf anheben und bei torffreier Erde die Feuchte auch unten im Substrat prüfen
- Gießwasser prüfen: zimmerwarmes Regenwasser statt kaltem oder hartem Leitungswasser
- pH-Elektrode mit Pufferlösungen bei pH 4 und pH 7 kalibrieren, dann messen
- auf dem Etikett nachlesen, welche Spurennährstoffe drin sind und wie dosiert wird
- Düngerlösung nur auf den feuchten Ballen geben
Grünpflanzen und Palmen: worin sich ihr Bedarf unterscheidet
Grünpflanzen
Für gängige Zimmerpflanzen gilt März bis Oktober als grobe Orientierung für die Hauptwachstumszeit. Setzt du mehrere Grünpflanzen in ein Gefäß, kombinierst du nur Pflanzen mit annähernd gleichen Ansprüchen an Licht, Wasser und Nährstoffe. Ich gruppiere meine Grünpflanzen auf der Fensterbank nach ihrem Bedarf und dünge jede Gruppe für sich.
Bei Sämlingen gilt eine andere Regel: Aussaaterde soll nährstoffarm, luftdurchlässig und feinkrümelig sein.
Orchideen werden als sehr salzempfindliche Pflanzengruppe eingeordnet. Was für ihre Versorgung gilt, steht im Ratgeber dazu, welche Spurenelemente Orchideen brauchen.
Palmen
Palmen bilden die botanische Familie Arecaceae, auch Palmae genannt. Nicht alles, was nach Palme aussieht, gehört dazu: Cycas revoluta ist ein Palmfarngewächs und trotz seines Aussehens keine echte Palme. Für Cycas revoluta eignet sich ein gut durchlässiges Gemisch aus Einheitserde und Sand.
Die Zierliche Bergpalme, Chamaedorea elegans, passt an einen hellen, absonnigen Zimmerplatz. Für sie eignet sich Einheitserde mit Sandbeimischung. Für ihren Substrat-pH passt ein Bereich von 5 bis 6,5. Für die Pflege im Wohnraum gilt der engere Bereich von 5 bis 5,5.
Ein übergroßer Topf erhöht das Risiko, zu viel zu gießen, und übernässtes Substrat kann bei der Bergpalme Eisenmangelchlorosen verursachen. Wer sie in einen zu großen Kübel setzt, kann damit also auch ihre Eisenversorgung gefährden. Für Kübelpflanzen sollte der neue Topf am oberen Rand mindestens 2 cm mehr Durchmesser haben als der bisherige. Vor dem Gießen hebe ich den Topf an und prüfe bei torffreier Erde auch die Feuchte weiter unten, weil die Oberfläche schneller austrocknen kann.
Nach dem Umtopfen gießt du die Palme an und prüfst vor der nächsten Wassergabe, ob die Erde abgetrocknet ist. Den Wurzelballen setzt du so ein, dass seine Oberkante etwa 3 cm unter dem Topfrand liegt.

