Strelitzie und ihre Bestäuber: die ökologische Bedeutung der Paradiesvogelblume
- Strelitzien stammen ursprünglich aus der Kapprovinz in Südafrika.
- Bei Strelitzia reginae klappt eine Sitzstange aus zwei blauen Blütenblättern unter dem Gewicht eines Vogels auf und legt Staubblätter und Griffel frei.
- In Berliner Gewächshauskultur wurden Spatzen und Meisen beobachtet, die Strelitzien als Nektarquelle nutzen und gelegentlich bestäuben.
- Ein Blütenbesucher wird erst zum Bestäuber, wenn er Pollen auf eine Narbe überträgt.
- Der Blütenmechanismus der Paradiesvogelblume ist Vorbild für den gelenkfreien Sonnenschutz Flectofin.

Wenn bei dir eine Strelitzie im Kübel steht, hast du eine Pflanze, deren Blüte auf Vögel ausgelegt ist. Bei Strelitzia reginae legt sie Staubblätter und Griffel erst frei, wenn ein Vogel auf ihr landet. Ich zeige Besuchern an einer offenen Blüte deshalb zuerst die blaue Sitzstange, weil sich an ihr die Rolle der Pflanze für Bestäuber am besten erklären lässt.
Über die Strelitzie als Lebensraum für Kleintiere, als Bodenverbesserer oder als Schlüsselart kursieren viele Geschichten. Ich trenne hier, was sich über Herkunft, Blüte und Blütenbesucher sicher sagen lässt, von dem, was nur oft wiederholt wird.
Was für eine Pflanze ist die Strelitzie?
Die Strelitzie, auch Paradiesvogelblume genannt, ist eine mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Pflanze. Ihren Namen trägt sie zu Ehren der britischen Königin Sophie Charlotte aus dem Haus Mecklenburg-Strelitz, und Neustrelitz führt Strelitzia reginae als Stadtblume. Botanik, Symbolik und Wirkung im Wohnraum erklärt der Ratgeber dazu, was für eine Pflanze die Strelitzie ist und wie sie als Zimmerpflanze wirkt.
Zur Gattung gehören mehrere Arten, Strelitzia alba zum Beispiel kann bis etwa 10 m hoch werden. Worin sich die Arten unterscheiden, zeigt der Überblick darüber, welche Strelitzien-Arten es gibt und welche zu welchem Zweck passt.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Unter Glas torffreies, lehmbasiertes Kultursubstrat in einem großen Gefäß verwenden. Einen sehr hellen Platz mit Schutz vor heißer Sonne wählen.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Unter Glas torffreies, lehmbasiertes Kultursubstrat in einem großen Gefäß verwenden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Kübel und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Teilung bewurzelter Seitentriebe; alternativ Aussaat, wobei die dickschaligen Samen zuvor eingeweicht werden.
Pflege
- Pflege
Im Wachstum ausreichend, im Winter sparsam gießen. Bei Gefäßkultur jährlich oberflächlich frisches Substrat ergänzen; Umtopfen etwa jedes zweite Jahr.
- Düngung
Bei geschützter Topfkultur während des Wachstums ausgewogenen Flüssigdünger verwenden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung, Beete an Mauern, Schnittblumen, Wintergarten und Gewächshaus, Zimmerpflanze.
Woher stammt die Strelitzie, und was ist über ihren Lebensraum bekannt?
Strelitzien stammen ursprünglich aus der Kapprovinz in Südafrika. Warum die Herkunft bei Zimmerpflanzen mitbestimmt, welche Pflege sie brauchen, liest du im Kapitel darüber, wie sich Zimmerpflanzen nach ihrer Herkunft in Pflegegruppen ordnen.
Gut beschrieben ist dagegen, wie Strelitzia reginae in Kultur wächst. Unter Glas steht sie in torffreiem, lehmbasiertem Kultursubstrat in einem großen Gefäß. Sie bekommt dort volle Helligkeit, aber Schutz vor heißer Sonne.
Wie wird die Strelitzie bestäubt?
So ist die Einzelblüte gebaut
Jede Einzelblüte von Strelitzia reginae hat drei orangefarbene Kelchblätter. Dazu kommen drei blauviolette Kronblätter. Zwei blaue Blütenblätter bilden zusammen eine Sitzstange, über die die BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. läuft. Einen Duft hat die Blüte nicht.
Ich zähle an einer frisch geöffneten Blüte zuerst die orangefarbenen Kelchblätter und suche dann zwischen den blauen Blättern die Sitzstange.
Was passiert, wenn ein Vogel landet?
Setzt sich ein Vogel auf die Sitzstange, klappt sie unter seinem Gewicht auf. Dabei legt sie Staubblätter und Griffel frei. Dass der Mechanismus auf das Gewicht eines Vogels anspricht, zeigt, für welche Besucher die Blüte gebaut ist.
Ein Blütenbesucher ist noch kein Bestäuber. Bestäuber wird er erst, wenn er Pollen auf eine Narbe überträgt. Den Pollen liefern die Staubblätter, die Narbe sitzt am Griffel.
Welche Vögel holen Nektar an der Strelitzie?
In Berliner Gewächshauskultur wurden Spatzen und Meisen beobachtet, die Strelitzien als Nektarquelle nutzen. Gelegentlich bestäuben sie die Blüten dabei auch. Weil ein Besucher erst durch Pollen auf der Narbe zum Bestäuber wird und diese Vögel nur gelegentlich bestäuben, sind sie an der Strelitzie vor allem Nektargäste.
Die Beobachtung stammt aus dem Gewächshaus und lässt sich nicht einfach auf eine Kübelpflanze auf Balkon oder Terrasse übertragen. Steht meine Strelitzie im Sommer draußen, sehe ich mir die offenen Blüten an und achte darauf, ob die Sitzstange geschlossen oder aufgeklappt ist.
Ist die Strelitzie ein Miniatur-Ökosystem?
Belastbar ist ihre Rolle als Nektarpflanze für Vögel, und die Berliner Beobachtung zeigt, dass auch Spatzen und Meisen sie annehmen.
Oft heißt es, in den BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe. der Strelitzie sammle sich Wasser für Insekten und Frösche. Bestimmte Raupen sollen nur von ihren Blättern leben, und ihre Wurzeln sollen mit Pilzpartnern den Boden verbessern. Auch von Wasser speichernden Blättern und von Zellen, die Salz einlagern, ist die Rede. Verlass dich bei der Gartenplanung nicht auf diese zugeschriebenen Funktionen der Strelitzie.
Wenn du wissen willst, wer deine Strelitzie besucht, notiere bei jedem Blick das Tier, die Uhrzeit und ob es auf der Sitzstange landet. So trennst du in deinen Notizen den bloßen Besuch von dem Moment, in dem die Stange aufklappt.
Wie vermehrt sich die Strelitzie?
Strelitzia reginae lässt sich über die Teilung bewurzelter Seitentriebe vermehren. Weil ihre Wurzeln empfindlich sind, topfst du sie dafür vorsichtig aus. Der andere Weg ist die Aussaat, und dafür werden die dickschaligen Samen zuvor eingeweicht. Beginnen kannst du die Kultur in jedem Monat des Jahres.
Aus Samen gezogene Strelitzien brauchen Geduld. Bis zur ersten Blüte vergehen ungefähr 4 bis 7 Jahre, und eine Blühgarantie ist das nicht.
Bei Wild- und GenbankmaterialGenbankmaterial ist Saat- oder Pflanzgut aus dem Bestand einer Genbank, etwa einer Sammlung von Kulturpflanzen und ihren wilden Verwandten. Es wird nur in kleinen Mengen abgegeben und ist keine Ware eines kommerziellen Saatgutlieferanten. von Strelitzia reginae liegt das Tausendkorngewicht bei 193,5 bis 202,4 g.
Ich schreibe bei jeder Aussaat das Datum auf das Anzuchtgefäß, weil bis zur ersten Blüte Jahre vergehen können. Planst du Aussaaten für mehrere Zimmerpflanzen, hilft dir ein Kalender, mit dem du Aussaattermine für Zimmerpflanzen auf Papier festhältst.
Warum interessiert sich die Forschung für die Strelitzie?
An der Strelitzie lässt sich offen sehen, wie Blüte und Bestäuber zusammenpassen. Die Sitzstange klappt unter dem Gewicht eines Vogels auf und legt Staubblätter und Griffel frei. Die Berliner Beobachtung stellt dazu die Frage, um die es bei Bestäubung geht: Wer holt nur Nektar, und wer überträgt Pollen auf eine Narbe?
Was kannst du für Schutz und Erhaltung tun?
Ich bleibe deshalb bei dem, was du selbst in der Hand hast: eine mehrjährige Pflanze lange halten, sie selbst vermehren und torffrei kultivieren.
Torffreie Erde für die Strelitzie
Für torffreie GefäßkulturGefäßkultur ist der Anbau von Pflanzen in Töpfen, Kübeln, Kästen oder Kisten statt direkt im Gartenboden. So kannst du Gemüse, Kräuter oder Blumen auch auf Balkon und Terrasse ziehen. werden Qualitätserden mit mindestens 3 verschiedenen Torfersatzstoffen empfohlen. Infrage kommen unter anderem Holzfasern, RindenhumusRindenhumus ist feine, kompostierte Rinde. Du arbeitest ihn leicht in die Beeterde ein, um dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zuzuführen – anders als Rindenmulch, der als Abdeckung obenauf liegt., Substratkompost und Kokosmaterialien. Schau beim Kauf genau hin, denn auch als Bio-Erde bezeichnetes SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. kann Torf enthalten.
Torffreie Erde kann oben schon trocken sein, während sie im unteren Topfbereich noch nass ist. Ich prüfe vor dem Gießen deshalb auch die Erde tiefer im Topf und nicht nur an der Oberfläche.
Was heißt das für Parks und Landschaftsplanung?
Weil Strelitzia reginae von Anfang Juni bis Ende September an einem geschützten, sonnigen Platz im Freien steht und hell bei etwa 10 bis 20 °C überwintert, taugt sie bei uns nicht für dauerhafte Pflanzungen in Parks oder Beeten. Sie bleibt eine Kübelpflanze, die den Sommer draußen und den Winter in einem hellen Quartier verbringt. Für ein kühles Winterquartier werden 12 bis 15 °C genannt. Bei etwa 20 °C braucht sie ausdrücklich gute Lichtverhältnisse.
Wie setzt du die Strelitzie in Garten und Stadt ein?
Strelitzia reginae eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung, Beete an Mauern, als Schnittblume, für Wintergarten und Gewächshaus sowie als Zimmerpflanze. Willst du sie mit anderen Pflanzen in ein Gefäß setzen, kombinierst du nur Pflanzen mit annähernd gleichen Ansprüchen an Licht, Wasser und Nährstoffe.
Beim Wechsel ins Freie stellst du Kübelpflanzen zuerst warm, halbschattig und windgeschützt auf, damit sich die Blätter an Sonne und Wind gewöhnen. Bevor meine Strelitzie im Juni hinausgeht, suche ich ihr einen geschützten, sonnigen Platz und stelle sie zunächst halbschattig.
Geschützter, sonniger Platz. Draußen von Anfang Juni bis Ende September. Zunächst halbschattig und windgeschützt eingewöhnen. Abzugsloch im Kübel frei halten, damit sich keine StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt. bildet. Im Winterquartier genug Platz für die ausladenden Blätter.
Unter geeigneten Kulturbedingungen kann Strelitzia reginae fast ganzjährig blühen, ein schattiger Platz mindert dagegen ihre Blühfreudigkeit. Wie das zusammenhängt, liest du im Ratgeber dazu, wann die Strelitzie blüht und warum die Blüte manchmal ausbleibt. Licht, Temperatur und Kälteschutz im Einzelnen behandelt der Beitrag darüber, was über den Kulturerfolg der Strelitzie in Haus und Garten entscheidet.
Für Balkon und Terrasse ist mir keine Beobachtung bekannt, wie sie aus dem Berliner Gewächshaus vorliegt. Ob deine Strelitzie in der Stadt Vögel anlockt, findest du deshalb am ehesten selbst heraus.
Ausblick: Was übernimmt die Technik von der Strelitzienblüte?
Der Blütenmechanismus der Paradiesvogelblume ist Vorbild für Flectofin, einen gelenkfreien Sonnenschutz. Das Aufklappen der Sitzstange unter dem Gewicht eines Vogels kommt ohne Gelenk aus, und ohne Gelenk arbeitet auch dieser Sonnenschutz. Wenn ich Kindern eine Strelitzie zeige, lasse ich sie zuerst die Sitzstange suchen und erzähle danach vom Sonnenschutz.


