Strelitzie düngen: wann, womit und wie viel im Topf
- Im Sommer und während der Blüte bekommen Strelitzien Dünger im Abstand von etwa einer Woche.
- In geschützter Topfkultur passt während des Wachstums ein ausgewogener Flüssigdünger.
- Die Menge misst du nach der Packungsanweisung ab und gibst die Lösung auf feuchte Erde.
- Nach dem Umtopfen in vorgedüngte Erde pausiert der Dünger gewöhnlich 4 bis 6 Wochen.
- Ruht die Pflanze im lichtarmen Winter, bekommt sie keinen zusätzlichen Dünger.
- Phosphatbetonte Blütendünger sind aus Sicht der Pflanzenernährung nicht sinnvoll.

Eine Strelitzie im Kübel kann nur die Nährstoffe nutzen, die in ihrem Topf stecken. Der Wurzelraum ist begrenzt, und je dichter er durchwurzelt ist, desto mehr laugt das Substrat aus. Zu viel Dünger schadet aber ebenso, denn ein hoher Salzgehalt kann braune Blattränder verursachen. Ich dünge meine Strelitzie deshalb nach ihrem Wachstum und sehe mir vor jeder Gabe Blätter und Ballen an.
Ursprünglich kommen Strelitzien aus der südafrikanischen Kapprovinz, bei uns wachsen sie im Topf oder Kübel. Warum Zimmerpflanzen je nach Herkunft und Gruppe unterschiedlich versorgt werden, erklärt der Überblick über Zimmerpflanzen-Gruppen und ihre Herkunft.
Wie oft düngst du eine Strelitzie?
Strelitzien haben beim Düngen einen eigenen Rhythmus. Im Sommer und während der Blüte bekommen sie Dünger im Abstand von etwa einer Woche. Für viele andere Zimmerpflanzen liegt der Rahmen in der Wachstumsphase bei 2 bis 4 Wochen. Deine Strelitzie wird im Sommer also öfter gedüngt als viele andere Pflanzen im Haus.
Der Wochenrhythmus ist trotzdem kein starrer Kalender. Einen Dünge- und Gießrhythmus, der für alle Kübelpflanzen gilt, gibt es nicht. Dünger hat nur Sinn, wenn die übrigen Bedingungen am Standort die Pflanze wachsen lassen. Ich schaue deshalb vor jeder Gabe nach, ob sich ein neues Blatt zeigt, und lasse den Dünger weg, wenn die Pflanze ruht.
Die Werte im Überblick, jeweils mit ihrer Bezugsgröße:
| Situation | Rahmen | Gilt für |
|---|---|---|
| Sommer und Blütezeit | Düngergaben im Abstand von etwa 1 Woche | Strelitzien |
| Wachstumsphase im Frühling und Sommer | Flüssigdüngung alle 2 bis 4 Wochen | viele Zimmerpflanzen, zum Vergleich |
| Frisch umgetopft in vorgedüngte Blumenerde | gewöhnlich während der ersten 4 bis 6 Wochen kein zusätzlicher Dünger | Kübelpflanzen |
| Versorgung mit Langzeitdünger | im Sommer in der Regel keine zusätzliche Nachdüngung | Kübelpflanzen |
| Wachstum ruht im lichtarmen Winter | kein zusätzlicher Dünger | Zimmerpflanzen |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Unter Glas torffreies, lehmbasiertes Kultursubstrat in einem großen Gefäß verwenden. Einen sehr hellen Platz mit Schutz vor heißer Sonne wählen.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Unter Glas torffreies, lehmbasiertes Kultursubstrat in einem großen Gefäß verwenden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Kübel und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Teilung bewurzelter Seitentriebe; alternativ Aussaat, wobei die dickschaligen Samen zuvor eingeweicht werden.
Pflege
- Pflege
Im Wachstum ausreichend, im Winter sparsam gießen. Bei Gefäßkultur jährlich oberflächlich frisches Substrat ergänzen; Umtopfen etwa jedes zweite Jahr.
- Düngung
Bei geschützter Topfkultur während des Wachstums ausgewogenen Flüssigdünger verwenden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung, Beete an Mauern, Schnittblumen, Wintergarten und Gewächshaus, Zimmerpflanze.
Welcher Dünger passt zur Strelitzie?
Für Strelitzia reginae in geschützter Topfkultur eignet sich während des Wachstums ein ausgewogener Flüssigdünger. Ich bleibe bei meiner Strelitzie bei dieser einen Form, damit ich die Menge bei jeder Gabe nach der Packung abmessen kann.
Welche Nährstoffe braucht die Strelitzie?
Stickstoff braucht die Pflanze für neue Blätter und Triebe, er steckt in Eiweiß und ChlorophyllChlorophyll, auch Blattgrün genannt, ist der grüne Farbstoff in den Blättern. Im Sommer überdeckt es gelbe und rötliche Blattfarbstoffe; wird es im Herbst abgebaut, verfärbt sich das Laub.. Phosphor arbeitet im Energiehaushalt mit, etwa als Teil des Energieträgers ATP. Kalium steuert den Wasserhaushalt mit und hilft beim Öffnen und Schließen der Spaltöffnungen. Calcium, Magnesium und Schwefel gehören ebenfalls zu den Hauptnährstoffen. Magnesium sitzt im Chlorophyll und ist für die PhotosynthesePhotosynthese ist der Vorgang, bei dem grüne Pflanzen mithilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlenstoffdioxid Zucker und Stärke herstellen. Als Nebenprodukt entsteht Sauerstoff, den sie an die Luft abgeben. unentbehrlich. Dazu kommen die Spurennährstoffe Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien..
Mehr Phosphor, mehr Blüten? Diese pauschale Aussage ist fachlich unzutreffend. Phosphor braucht die Pflanze für Energiehaushalt und Zellaufbau, eine Förderung der Blütenbildung durch zusätzliche Phosphorgaben lässt sich daraus nicht ableiten. Phosphatbetonte Blütendünger sind aus Sicht der Pflanzenernährung nicht sinnvoll.
Ein schattiger Standort mindert bei Strelitzia reginae die Blühfreudigkeit. Weil zusätzlicher Phosphor die Blüte nicht pauschal fördert, prüfst du bei einer blühfaulen Strelitzie zuerst ihren Platz und nicht den Phosphoranteil im Dünger. Bei aus Samen gezogenen Strelitzien dauert es bis zur ersten Blüte ungefähr 4 bis 7 Jahre, eine Garantie ist auch das nicht.
Langzeitdünger oder Flüssigdünger?
Langzeitdünger arbeiten anders als die flüssige Gabe. Wie schnell ein umhüllter Depotdünger Nährstoffe freigibt, hängt von Feuchtigkeit und Temperatur ab. Bei Kühle setzt die Wirkung später ein. Mineralische Depotdünger tragen ihre Wirkungsdauer auf der Kennzeichnung. Kübelpflanzen mit Langzeitdünger brauchen im Sommer in der Regel keine zusätzliche Nachdüngung.
Ein Depot im Topf und dazu jede Woche Flüssigdünger. Kübelpflanzen mit Langzeitdünger kommen im Sommer in der Regel ohne Nachdüngung aus, und die Grunddüngung im Substrat zählt bei jeder Nachdüngung mit. Entscheide dich bei der Strelitzie für einen Weg; ich nehme den Flüssigdünger.
Blattdünger auf die großen Blätter zu sprühen, ersetzt die Gabe über die Erde nicht. Blattdüngung kann zwar Nährstoffe zuführen. Wegen möglicher Verbrennungen und fehlender nachhaltiger Wirkung lässt sie sich aber nur begrenzt einsetzen.
Organisch düngen: Hornspäne, Kompost und Holzasche
Organische Dünger wie Hornspäne werden erst von Mikroorganismen abgebaut, bevor die Pflanze ihre Nährstoffe nutzen kann. Sie wirken dadurch zeitlich verzögert, und Hornspäne geben ihren Stickstoff langsamer ab als Hornmehl. Auch organische Dünger können zu einer Überversorgung beitragen und den Salzgehalt im Substrat erhöhen.
Für Strelitzien unter Glas eignet sich ein torffreies, lehmbasiertes Kultursubstrat. In torffreien Topfsubstraten kann Stickstoff trotz VordüngungVordüngung nennt man den Dünger, der fertiger Blumen- und Pflanzerde schon ab Werk beigemischt ist. Er versorgt frisch eingetopfte Pflanzen in den ersten Wochen, danach musst du selbst nachdüngen. zeitweise nicht ausreichend verfügbar sein. Setzt du deine Strelitzie in torffreie Erde, mischst du deshalb gleich beim Umtopfen Hornspäne ein. Zur vorbeugenden Stickstoffversorgung gehören sie schon vor dem Pflanzen in die Gefäßerde, die Menge steht auf der Packung.
Reiner Kompost taugt nicht als Topfsubstrat, weil er zu nährstoffreich ist. Holzasche aus dem eigenen Kamin oder Ofen gehört nicht an die Strelitzie, denn sie kann mit Schadstoffen und Schwermetallen belastet sein.
Wie viel Dünger bekommt die Strelitzie im Topf?
Die Menge steht auf der Packung deines Düngers. Ob Flüssigdünger oder Nährsalz: Du misst ab, was die Gebrauchsanleitung des jeweiligen Produkts vorgibt. Eine feste Grammzahl für alle Dünger gibt es deshalb nicht. Steckt im Substrat bereits eine Grunddüngung, zählt sie bei der Nachdüngung mit.
Genauso wichtig ist der Zustand des Ballens. Düngerlösung kommt nur auf bereits feuchte Erde, damit die Salzkonzentration die Wurzeln nicht schädigt. Bei torffreier Kübelerde kann die Oberfläche schneller abtrocknen als der untere Ballen, deshalb prüfst du die Feuchte auch weiter unten. Steht deine Strelitzie im Sommer geschützt und sonnig draußen, gilt an heißen Tagen eine eigene Regel. Bei Hitze und längeren Trockenphasen gibst du Flüssigdünger nur niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden.
Ich hebe den Kübel vor dem Düngen an und vergleiche sein Gewicht mit dem frisch gegossenen Zustand. Fühlt er sich leicht an, gieße ich zuerst klares Wasser und gebe die Düngerlösung erst auf den feuchten Ballen. Dabei sehe ich mir die Blattränder und das jüngste Blatt an.
Wächst die Pflanze gerade? Ist der Ballen feucht, auch im unteren Bereich? Liegt das Umtopfen in vorgedüngte Erde lange genug zurück? Ist die Pflanze gesund? Ist die Menge nach der Packung abgemessen?
Wann macht der Dünger Pause?
Nach dem Umtopfen in vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen wie die Strelitzie gewöhnlich während der ersten 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Ich schreibe mir das Umtopfdatum dafür auf das Pflanzschild. Ist eine Kübelpflanze krank, bekommt sie erst nach ihrer Erholung wieder Dünger.
Nach der Blüte folgt bei Strelitzien eine Ruhephase, in der sie weniger Wasser brauchen. Ruhende Kübelpflanzen werden während der Vegetationsruhe nicht gedüngt. Im Winter steht die Strelitzie hell im Quartier, und dort bestimmt das Licht den Bedarf mit. Bei weniger Winterlicht brauchen Zimmerpflanzen weniger Wasser und Nährstoffe, auch wenn der Raum warm bleibt. Eine Strelitzie, die im warmen Wohnzimmer überwintert, braucht also nicht schon wegen der Wärme Dünger. Bleibt ihr Wachstum wegen Lichtmangels aus, ist zusätzlicher Dünger nicht angezeigt.
Strelitzien überwintern hell bei etwa 10 bis 20 °C. Für ein kühles Quartier werden 12 bis 15 °C genannt, bei etwa 20 °C braucht es ausdrücklich gute Lichtverhältnisse.
Zu viel oder zu wenig: Zeichen an den Blättern lesen
Blattsymptome sind Hinweise, keine Diagnose. Braune Blattränder können auf einen zu hohen Salzgehalt durch Überdüngung hindeuten. Braune Blattspitzen können dagegen von trockener Luft kommen; dazu passt der Ratgeber, welche Luftfeuchtigkeit Strelitzien im Wohnraum brauchen. Gelbe Blätter mit Blattfall können auch durch Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress entstehen. Allein sind sie noch kein Zeichen für Düngermangel. Welkt die Pflanze trotz nassem Ballen, können durch VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. geschädigte Wurzeln dahinterstecken.
Der EC-WertDie Leitfähigkeit, oft als EC-Wert angegeben, ist ein Messwert für die Menge gelöster Salze, etwa Düngesalze, in Erde oder Wasser. Gemessen wird, wie gut die Probe Strom leitet: Je mehr Salze gelöst sind, desto höher der Wert. ist die elektrische Leitfähigkeit und zeigt den Gesamtsalzgehalt einer Lösung oder eines Substrats. Welcher einzelne Nährstoff fehlt oder überwiegt, verrät er nicht. Vergleichbar sind Messungen mit Einstichelektroden nur bei kontrollierter Substratfeuchte, einheitlicher Einstichtiefe und geprüftem Messgerät.
Überdüngung beheben
Stell das Düngen als Erstes ein. Bei Bedarf topfst du um und ersetzt dabei einen Teil der alten Erde. Nach starker Überdüngung entfernst du möglichst viel der belasteten Erde. Wieder gedüngt wird erst, wenn die Pflanze sich erholt hat und wächst.
Strelitzia reginae hat empfindliche Wurzeln und muss vorsichtig umgetopft werden. Gesunde Wurzeln sollen beim Austopfen erhalten bleiben.
Wenn du Unterversorgung vermutest
Fehlt der Pflanze etwas, liegt das nicht immer an zu wenig Dünger. Passt der pH-Wert nicht zur Pflanzenart, kann er die Aufnahme bremsen, obwohl genügend Nährstoffe im Topf sind. Handelsübliche Fertigsubstrate für die meisten Zierpflanzen sind auf einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5 eingestellt. Sinkt der pH-Wert in Zierpflanzensubstraten unter 5, kann die Pflanze Calcium, Magnesium und Kalium schlechter aufnehmen. Gießwasser mit hoher CarbonathärteDie Carbonathärte ist der Teil der Gesamthärte des Wassers, der auf Calcium- und Magnesiumcarbonat zurückgeht. Sie wirkt alkalisch und beeinflusst deshalb den pH-Wert der Topferde, wenn du mit diesem Wasser gießt. treibt den Substrat-pH dagegen eher nach oben. Passen Platz, Ballen und Rhythmus, halte ich mich weiter an die Dosierungsanweisung auf der Packung.
Gießen, Erde und Umtopfen gehören dazu
Pflanzen nehmen mineralische Nährstoffe als in Wasser gelöste Ionen auf. Deshalb hängt jede Düngung am Gießen; die Einzelheiten stehen im Ratgeber, wie oft und wie viel du Strelitzien gießt. In GefäßkulturGefäßkultur ist der Anbau von Pflanzen in Töpfen, Kübeln, Kästen oder Kisten statt direkt im Gartenboden. So kannst du Gemüse, Kräuter oder Blumen auch auf Balkon und Terrasse ziehen. ergänzt du jährlich oben frisches Substrat. Umgetopft wird etwa jedes zweite Jahr. Welche Mischung passt, erklärt der Beitrag, welche Erde Strelitzien im Topf brauchen, und Topfgröße samt Winterquartier findest du beim Thema, worauf es bei Strelitzien im Kübel auf Dauer ankommt.


