Zwiebelblumen als Zimmerpflanzen: Pflege von Austrieb bis Ruhephase
- Zimmerpflanzen-Zwiebeln treiben aus, blühen, wachsen weiter und ruhen, aber nicht jede Art zur selben Zeit.
- Der Ritterstern blüht bei üblicher Winterblütenkultur im Winter, wächst im Sommer und ruht im Herbst.
- Ab September gießt du den Ritterstern nicht mehr, die Zwiebel ruht bis Ende November kühl und trocken.
- Ein blühender Ritterstern hält seine Blüten länger ohne direkte Sonne bei möglichst höchstens 18 °C.
- Narzissen und Hyazinthen pflegst du nach der Blüte weiter, bis ihre Blätter vergilben.

Wer alle Zwiebelblumen auf der Fensterbank nach demselben Schema pflegt, gießt schnell in die falsche Phase hinein. Der Ritterstern soll ab September trocken stehen. Beim Glücksklee können die Blätter dagegen erst im Oktober oder November vergilben. Ich plane deshalb jeden Zwiebeltopf nach seinem eigenen Kalender.
Zimmerpflanzen-Zwiebeln durchlaufen im Jahr vier Phasen: Austrieb, Blüte, Wachstum und Ruhe. Wann welche Phase dran ist, hängt an Art und Kulturform. Der Ritterstern zeigt, was Zwiebelblumen im Zimmer bringen: Bei üblicher Kultur blüht er im Winter. Wie du Zimmerpflanzen grundsätzlich nach Gruppen statt nach einem Einheitsschema versorgst, erklärt der Überblick über die Gruppen der Zimmerpflanzen.
Die vier Phasen und was die Zwiebel jeweils braucht
Jede Phase verlangt etwas anderes von dir:
| Phase | Woran du sie erkennst | Was jetzt zählt |
|---|---|---|
| Austrieb | Die Zwiebel ist gesetzt und treibt wieder. | vorsichtig gießen, beim Ritterstern erst, wenn ein Blütenschaft sichtbar wird |
| Blüte | Schaft und Blüten öffnen sich. | ein Platz, an dem die Blüten lange halten, beim Ritterstern ohne direkte Sonne |
| Wachstum | Die Pflanze wächst nach der Blüte weiter. | Licht und Dünger, solange sie wächst |
| Ruhe | Das Wachstum endet, bei Narzisse, Hyazinthe und Glücksklee vergilben die Blätter. | trocken halten, Ritterstern und Glücksklee zusätzlich kühl |
Gedüngt wird nur, solange die übrigen Bedingungen am Standort Wachstum ermöglichen. In der Ruhe fällt der Dünger deshalb weg. Ritterstern, Narzisse, Hyazinthe und Glücksklee verbringen ihre Ruhe außerdem trocken.
Wann ruht welche Zwiebel?
| Art | Aktive Zeit | Ruhe | Was danach kommt |
|---|---|---|---|
| Ritterstern (Amaryllis) | Blüte im Winter, Wachstum im Sommer | im Herbst, bis Ende November | erneutes Antreiben für die Winterblüte |
| Narzisse und Hyazinthe | Blüte, danach Pflege, bis die Blätter vergilben | nach dem Einziehen trocken in der Schale bis September | Auspflanzen in den Garten |
| Glücksklee | ab dem Setzen im April bis zum Einziehen | nach dem Einziehen im Oktober oder November, über den Winter | neu setzen im April |
Einziehen heißt, dass eine Zwiebelpflanze ihre Blätter vergilben lässt und oberirdisch abstirbt. Die Zwiebel selbst lebt weiter und ruht.
Ritterstern (Amaryllis): Blüte im Winter, Ruhe im Herbst
Der als Amaryllis angebotene Ritterstern (Hippeastrum) folgt bei üblicher Winterblütenkultur einem festen Ablauf. Er blüht im Winter, wächst im Sommer und ruht im Herbst. Für eine erneute Winterblüte endet seine Ruhe Ende November. Wenn du ihm eine Winterruhe verordnest, fällt die Ruhe also genau in die Zeit, in der er blühen soll.
| Phase | Zeitpunkt bei Winterblüte | Pflege |
|---|---|---|
| Antreiben | nach der Ruhe | Zwiebel zu etwa 2/3 in nährstoffreiche, feuchte Erde setzen, erst vorsichtig gießen, wenn ein Blütenschaft sichtbar wird |
| Blüte | Winter | ohne direkte Sonne, möglichst höchstens 18 °C |
| Wachstum | Sommer | hell aufstellen, in der Wachstumsphase düngen |
| Übergang | August | weniger gießen |
| Ruhe | ab September bis Ende November | nicht mehr gießen, kühl und trocken, dunkel und kühl bei etwa 16 °C möglich |
Antreiben: topfen und auf den Schaft warten
Beim Topfen setzt du die Zwiebel zu etwa 2/3 in nährstoffreiche, feuchte Erde. Ein Teil der Zwiebel bleibt also über der Erde. Danach brauchst du Geduld: Eine ruhende Rittersternzwiebel gießt du beim Antreiben erst vorsichtig, wenn ein Blütenschaft sichtbar wird. Ich lasse die Gießkanne bis dahin stehen und schaue nur nach der Spitze des Schafts. Der Grund ist die Nässe, denn bleibt der Ballen zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und können faulen.
Blüte: ohne direkte Sonne und nicht zu warm
Ein blühender Ritterstern hält seine Blüten länger, wenn er ohne direkte Sonne steht. Die Temperatur liegt dabei möglichst bei höchstens 18 °C. Weil die Blüte in den Winter fällt, meidest du den Platz direkt über der Heizung, denn dort trifft besonders warme und trockene Luft auf die Pflanze. Wie du die Raumluft im Winter im Blick behältst, steht im Ratgeber dazu, wie du die Luftfeuchtigkeit für Zwiebelpflanzen misst und regelst. Wie hell es in den einzelnen Phasen sein sollte, zeigt der Beitrag zum passenden Licht für Zimmerpflanzen-Zwiebeln.
Für eine Schale oder einen Korb lässt sich der Ritterstern mit niedrigeren Grünpflanzen zusammenstellen. Kombiniere dabei nur Pflanzen mit annähernd gleichen Ansprüchen an Licht, Wasser und Nährstoffe. Anregungen findest du im Ratgeber, wie du mit Zwiebelblumen dekorative Arrangements für jeden Raum gestaltest.
Wachstum im Sommer: hell stellen und düngen
Nach der Blüte stellst du den Ritterstern für sein weiteres Wachstum hell auf. In seiner Wachstumsphase im Sommer bekommt er Dünger, damit die Zwiebel Reserven aufbauen kann. Als Orientierung gilt für viele Zimmerpflanzen in der Wachstumsphase im Frühling und Sommer eine Flüssigdüngung alle 2 bis 4 Wochen. Die Menge misst du nach der Dosierungsanweisung des Düngers ab. Die Lösung gibst du auf bereits feuchte Erde, damit die Salzkonzentration die Wurzeln nicht schädigt.
Den verblühten Ritterstern sofort in eine dunkle Ecke stellen. Nach der Blüte beginnt seine Wachstumsphase, und dafür braucht er einen hellen Platz und Dünger.
Ruhe im Herbst: Wasser schrittweise weglassen
Für eine erneute Winterblüte gießt du im August weniger. Ab September bekommt die Zwiebel kein Wasser mehr. Bis Ende November ruht sie dann kühl und trocken. Ruhende Rittersternzwiebeln können bis zum erneuten Austrieb dunkel und kühl bei etwa 16 °C stehen.
Ich klebe an jeden Rittersterntopf ein Etikett mit drei Einträgen: „August: weniger gießen“, „September: trocken“, „bis Ende November: Ruhe“. Das Etikett zeigt allen im Haushalt, in welcher Phase die Zwiebel gerade steckt.
Zwiebelgröße beim Kauf
Beim Kauf hilft der Zwiebelumfang bei der Einschätzung. Für großblütige und kleinblütige Rittersterne gibt es Erwartungswerte für die Zahl der Blütenstiele:
| Rittersterntyp | Zwiebelumfang | Erwartete Blütenstiele |
|---|---|---|
| großblütig | 24 bis 26 cm | etwa 1 |
| großblütig | 28 bis 30 cm | etwa 2 |
| kleinblütig | 20 bis 22 cm | etwa 1 |
| kleinblütig | 24 bis 26 cm | etwa 2 |
Die Werte sind Erwartungen und keine Zusage für jede einzelne Zwiebel.
Narzissen und Hyazinthen: nach der Blüte in den Garten
Narzissen und Hyazinthen in Schalen pflegst du nach der Blüte weiter, bis ihre Blätter vergilben. Nach dem Einziehen können die Zwiebeln trocken in der Schale bleiben, und zwar bis September. Anschließend pflanzt du sie in den Garten. Anders als beim Ritterstern, den du im Topf erneut antreibst, endet ihr Jahr im Zimmer also mit dem Umzug nach draußen.
Glücksklee: Wachstum im Sommer, Ruhe im Winter
Bei saisonal kultiviertem Glücksklee verläuft das Jahr anders als beim Ritterstern:
| Phase | Zeitpunkt | Pflege |
|---|---|---|
| Setzen | April | überwinterte Speicherorgane leicht bedecken, gekaufte Zwiebeln 5 cm tief setzen |
| Wachstum | ab April bis zum Einziehen | mäßig feucht halten, nicht mit Wasser überspritzen, je nach Kulturanleitung wöchentlich bis zweiwöchentlich düngen |
| Einziehen | Oktober oder November | die Blätter können natürlich vergilben |
| Ruhe | Winter | kühl und frostfrei, ohne Gießen |
Im Zimmer steht grüner Glücksklee hell und eher kühl. Im Sommer darf er draußen an einen halbschattigen Platz. Als Erde eignet sich ein wasserdurchlässiges, humushaltiges SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt.. Belaubt überspritzt du ihn nicht mit Wasser, damit keine Fäulnis entsteht.
Vergilbt sein Laub im Oktober oder November, kann das der natürliche Übergang in die Ruhe sein. Zu einer anderen Zeit lohnt der Blick auf Licht, Temperatur und Gießen, denn Blattvergilbung kann bei Zimmerpflanzen auch durch Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. entstehen.
Clivie und Zimmeralpenveilchen: andere Ansprüche an Licht und Ruhe
Clivien zählen zu den Zimmerpflanzen mit geringem Lichtbedarf. Zimmeralpenveilchen gehören dagegen zur Gruppe mit hohem Lichtbedarf von etwa 2.000 bis 3.000 Lux. Die Beleuchtungsstärke misst du mit einem Luxmeter direkt am geplanten Platz. In der Zimmerkultur werden Alpenveilchen bei etwa 12 bis 15 °C gehalten. Nach dem Verblühen stellst du bei ihnen die Düngung für die Ruhephase ein. Welche Zwiebelpflanzen sich für dunklere Ecken eignen, zeigt der Ratgeber zu Zwiebelpflanzen für schattige Plätze in der Wohnung.
Gießen und Düngen im Wechsel der Phasen
Für Gießabstände gibt es keine allgemeingültige Faustzahl, weil Erde und Raumklima verschieden sind. Ich hebe meine Zwiebeltöpfe vor und nach dem Gießen an und schätze den Feuchtezustand am Gewicht. Wenn du gießt, durchfeuchtest du das Substrat bis zum Topfboden. Überschüssiges Wasser darf bei den meisten Topfpflanzen nicht im Untersetzer bleiben. Das Gießwasser sollte Umgebungstemperatur haben.
Im Winter brauchen Zimmerpflanzen bei weniger Licht auch weniger Wasser und Nährstoffe, selbst wenn der Raum warm bleibt. Wie du einzelne Arten in ihren Phasen versorgst, beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Zimmerpflanzen-Zwiebeln für üppige Blüten gießt und düngst. Für die übrigen Pflanzen am Fenster passt die Anleitung, wie du Grünpflanzen gesund durch den Winter bringst.
Schlaffe, welke Blätter können von TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. kommen, aber auch von beginnender WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde.. Prüf deshalb erst die Erde und das Topfgewicht, bevor du nachgießt.
„Phosphorreicher Dünger bringt mehr Blüten.“ Pauschal stimmt das nicht. PhosphorPhosphor ist ein Pflanzennährstoff, der eine zentrale Rolle im Energiehaushalt der Pflanze spielt und Bestandteil von Erbsubstanz und Zellmembranen ist. In der Praxis spricht man meist von Phosphat. braucht die Pflanze für Energiehaushalt und Zellaufbau, eine allgemeine Förderung der Blütenbildung durch zusätzliche Phosphorgaben folgt daraus aber nicht. Aus Sicht der Pflanzenernährung sind phosphatbetonte Blütendünger nicht sinnvoll.
Topf und Erde für Zwiebelblumen
Jeder bepflanzte Topf braucht mindestens ein Abzugsloch. Beim Umtopfen ist für Zimmerpflanzen allgemein ein neuer Topf mit nur 2 cm mehr Durchmesser empfohlen. Ein übergroßer Topf erhöht das Risiko, zu viel zu gießen und die Wurzeln zu schädigen. Gute Zimmerpflanzenerde ist locker, luftdurchlässig und strukturstabil und kann Wasser aufnehmen, speichern und wieder abgeben. Für den Ritterstern nimmst du nährstoffreiche Erde, für Glücksklee ein wasserdurchlässiges, humushaltiges Substrat.
Handelsübliche Fertigsubstrate für den Großteil der Zierpflanzen sind auf einen pH-WertDer pH-Wert gibt an, wie sauer oder alkalisch etwas ist, etwa Gartenboden, Blumenerde, Gießwasser oder Kompost. Die Skala reicht von 0 bis 14; der Wert 7 gilt als neutral, niedrigere Werte sind sauer, höhere alkalisch. von 5,5 bis 6,5 eingestellt. Warum dieser Wert für die Versorgung zählt, erklärt der Ratgeber zum pH-Wert als Schlüssel zur Nährstoffaufnahme.
Schädlinge und Krankheiten im Jahreslauf
Warme, trockene Heizungsluft begünstigt SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall., und helle Sprenkel mit teilweise feinen Gespinsten können auf einen Befall hindeuten. Feuchtwarme Luft und ein enger Stand begünstigen GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten., besonders an geschwächten Zimmerpflanzen in der dunklen Jahreszeit. Wie du vorbeugst und Befall erkennst, steht im Ratgeber dazu, wie du Zimmerpflanzen-Zwiebeln vor Krankheiten und Schädlingen schützt, die Grundlagen im Abschnitt „Krankheiten und Schädlinge: vorbeugen und kontrollieren“ des Zimmerpflanzen-Ratgebers.
Zwiebeln sicher anfassen und aufstellen
Beim Ritterstern Hippeastrum vittatum ist die ganze Pflanze giftig, besonders die Zwiebel. Bei der Gelben Narzisse sind alle Pflanzenteile giftig, vor allem die Zwiebel, und auch das Blumenwasser. Hyazinthen sind in allen Teilen für Menschen gering giftig, ihre Zwiebeln enthalten Kalziumoxalate. Glücksklee enthält Calciumoxalat und gilt in allen Pflanzenteilen als schwach giftig. Bei Tulpenzwiebeln ziehe ich zum Topfen Handschuhe an, weil Hautkontakt eine Tulpenzwiebel-Dermatitis auslösen kann. Welche Arten betroffen sind und wie du Familie und Haustiere schützt, liest du im Ratgeber zum sicheren Umgang mit giftigen Zimmerpflanzen-Zwiebeln.
Bei Verdacht auf eine Pflanzenvergiftung kontaktierst du sofort ein Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe und löst kein Erbrechen aus. Ein Haustier bringst du bei Vergiftungsverdacht sofort in eine tierärztliche Praxis und nimmst verdächtige Pflanzenreste mit.

