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Probleme bei Blumenzwiebelmischungen: Fäulnis, Fraß und Frost erkennen und lösen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 12 Min.Von der samen.live Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Fällt in einer Mischung nur eine Art aus, grab an der Lücke nach und prüf die Zwiebel, bevor du nachkaufst.
  • Tulpen reagieren empfindlicher auf nasse Böden als Narzissen. Bei schweren Böden wird eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies unter den Zwiebeln empfohlen.
  • Bei Wühlmausproblemen setzt du Zwiebeln gruppenweise in Drahtkörbe. Kaiserkronen bieten keinen verlässlichen Schutz.
  • Etwa 1 mm große schwarze Dauerkörper auf braunen Flecken der Zwiebelschuppen können auf Tulpenfeuer hindeuten. Verdächtige Zwiebeln sortierst du aus, nach Befall wechseln Tulpen das Beet.
  • In schmalen Balkonkästen können Zwiebeln durchfrieren und anschließend faulen. Breite und tiefe Gefäße schützen die Wurzeln besser.
  • Der Austrieb allein nimmt Tulpen und Narzissen nicht ihre Frostverträglichkeit, offene Blüten kann starker Frost aber schädigen.

Eine Blumenzwiebelmischung zeigt ihre Probleme selten auf der ganzen Fläche. Die Narzissen blühen, daneben bleiben die Tulpen aus, oder ein ganzer Topf treibt im Frühjahr nicht. Solche Lücken sind ein Hinweis, denn in einer Mischung teilen sich Arten mit verschiedenen Ansprüchen einen Platz. Wenn bei mir eine Art fehlt, grabe ich an der Stelle vorsichtig nach und sehe mir die Zwiebel an, bevor ich etwas nachkaufe.

Hier findest du die Schadbilder, die in Mischungen auftreten können, ihre möglichen Ursachen und die ersten Handgriffe dagegen.

Was steckt in einer Blumenzwiebelmischung?

Eine Blumenzwiebelmischung ist eine fertige Zusammenstellung mehrerer Zwiebelblumen, die gleichzeitig oder nacheinander blühen sollen. Gemeinsame Blühtermine ergeben einen gleichzeitigen Farbeindruck, gestaffelte Termine verlängern die Blühfolge auf derselben Fläche. Wie sich Zwiebel, Knolle und Rhizom unterscheiden und welcher Kalender zu welcher Art gehört, zeigt der Überblick über Speicherorgane und Pflanzkalender der Zwiebelblumen.

Welche Probleme treten bei Blumenzwiebelmischungen auf?

In einer Mischung stehen Arten zusammen, die Nässe, Schatten und Trockenheit verschieden gut vertragen. Tulpen reagieren zum Beispiel empfindlicher auf nasse Böden als Narzissen. Fällt nur eine Art aus, schau deshalb zuerst auf ihre besonderen Ansprüche und dann auf die Zwiebel selbst.

Ein Schadbild ist dabei ein Hinweis, keine Diagnose. Schwaches Wachstum kann auch durch Lichtmangel, Bodenvernässung oder Wurzelfäulen entstehen und beweist allein keinen Nährstoffmangel. Die Tabelle ordnet typische Beobachtungen ihren möglichen Ursachen zu.

Was du siehst Mögliche Ursache Erster Schritt
Eine Art der Mischung fehlt, die übrigen blühen unterschiedliche Ansprüche, etwa die höhere Nässeempfindlichkeit von Tulpen an der Lücke nachgraben, Wasserabzug prüfen
Weiche, matschige Zwiebeln kann auf Fäulnis durch Nässe oder Staunässe hindeuten Zwiebeln aussortieren, Wasserabzug verbessern
Zwiebel erst weich, später trocken faul kann auf Fusarium hindeuten aussortieren, alte Topferde nicht wiederverwenden
Narzissen treiben schlecht aus, Zwiebeln weich und mit Maden kann auf die Narzissenfliege hinweisen befallene Zwiebeln aussortieren
Angefressene Zwiebeln, Lücken in ganzen Gruppen kann auf Wühlmäuse hindeuten Zwiebeln gruppenweise in Drahtkörbe setzen
Tulpenblätter verkrüppelt, braun gefleckt, bei Feuchte grau belegt kann auf Tulpenfeuer hindeuten Zwiebel mit Erde ausgraben, Hausmüll, Beet wechseln
Grauer Sporenrasen auf faulenden Pflanzenteilen kann auf Grauschimmel hindeuten Befallenes entfernen, für Luft und Abstand sorgen
Loch- und Blattrandfraß an Kaiserkrone oder Lilie kann auf Lilienhähnchen hindeuten Käfer absammeln, Blätter mit Eiern oder Larven entfernen
Gekräuselte Blätter, Honigtau kann auf Blattläuse hindeuten Gegenspieler suchen, mit Wasser abspritzen
Topf oder Kasten treibt nach dem Winter nicht aus kann auf Durchfrieren mit anschließender Fäulnis hindeuten Zwiebeln prüfen, breitere Gefäße wählen
Mischung wirkt lückenhaft und verstreut wenige Exemplare je Art trotz hoher Gesamtzahl Stückzahl je Art prüfen, in Gruppen nachpflanzen
Hyazinthen blühen im zweiten Jahr lockerer ab dem zweiten Standjahr meist normal kein Eingriff nötig

Wenn die Mischung lückenhaft wirkt

Eine hohe Gesamtzahl auf der Packung ergibt noch keine flächige Wirkung, wenn von jeder Art nur wenige Exemplare darin stecken. Prüf deshalb beim Kauf die Stückzahl je Art und nicht nur die Summe. Für sichtbare Gruppen werden Tulpen und Narzissen mit mindestens 10 Stück zusammengestellt. Kleine Zwiebelblumen brauchen dafür mindestens 20 Stück. Ich schütte jede Mischung vor dem Pflanzen auf ein Tablett, sortiere die Zwiebeln nach Arten und setze jede Art in eigenen Gruppen.

Wenn die Mischung im zweiten Jahr nachlässt

Nicht jede schwächere Blüte im zweiten Frühjahr ist ein Schaden. Hyazinthen bilden ab dem zweiten Standjahr meist kleinere und lockerere Blütenstände. Triumph-Tulpen gelten für dauerhaft wiederkehrende Pflanzungen als weniger zuverlässig als ausdauernde Tulpenklassen wie die Darwin-Hybriden. Bei der Weinbergtulpe kann zu starke Beschattung dazu führen, dass sie nur noch Blätter statt Blüten bildet.

Auch die Pflege nach der Blüte zählt. Wer grünes Laub zu früh entfernt, kann die Blüte im Folgejahr beeinträchtigen, und das Einziehen dauert im Mittel 6 bis 8 Wochen. Was in dieser Zeit zu tun ist, erklärt der Ratgeber dazu, wie du eine Mischung nach der Blüte bis zur Ruhephase pflegst.

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Fäulnis durch Staunässe: Wie löst du Drainage-Probleme?

Woran erkennst du Nässeschäden?

Bei zu viel Nässe oder Staunässe im Winter können im Herbst gepflanzte Zwiebeln faulen. Im Frühjahr bleibt die Stelle dann leer, und beim Nachgraben findest du womöglich weiche, matschige Zwiebeln. In einer Mischung trifft das nicht alle Arten gleich. Für feuchtere Böden eignen sich Narzissen eher als Tulpen, die empfindlicher auf Nässe reagieren. Fehlen nach einem nassen Winter vor allem die Tulpen, prüf zuerst den Wasserabzug.

Wie machst du schwere Böden durchlässig?

Für die üblichen Frühlingsblüher ist ein humoser, sich erwärmender und durchlässiger Boden günstig. Bei schweren Böden wird eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies unter den Zwiebeln empfohlen. Bei schwerem Boden mische ich außerdem den Aushub mit Sand, bevor ich ihn zurück ins Pflanzloch fülle. Kompost lockert schwere Böden ebenfalls. Auf schweren Lehmböden setzt du die Zwiebeln etwas flacher, auf leichten Sandböden etwas tiefer.

Für Tulpen auf sehr schwerem Lehm geht die Vorbereitung tiefer. Der Boden kann dann 45 cm tief aufgegraben und mit einer Dränage aus Schotter oder Kies vorbereitet werden. Weil Tulpen empfindlicher auf Nässe reagieren als Narzissen und Staunässe im Winter Fäulnis begünstigt, lohnt sich dieser Aufwand vor allem dort, wo die Tulpen der Mischung stehen sollen. Wie du das Beet grundsätzlich herrichtest, steht im Überblick über Blumenzwiebeln und Knollen unter Standort und Boden.

Wie vermeidest du Nässe nach dem Pflanzen und im Sommer?

Nach dem Pflanzen gießt du die Zwiebeln an, ohne dass sich Wasser staut. Auch im Sommer kann Nässe schaden, obwohl die Frühlingsblüher dann ruhen. Regelmäßiges Bewässern benachbarter Pflanzen kann ruhende Tulpenzwiebeln faulen lassen. Setz deshalb keine stark wasserbedürftigen Sommerblumen direkt auf Tulpen, die im Boden bleiben. Eine sommerliche Trockenphase begünstigt bei Tulpen die reiche Blüte der folgenden Saison. In feuchten Lagen werden Tulpenzwiebeln nach dem Eintrocknen des Blütenstängels ausgegraben und bis zum Herbst kühl und dunkel gelagert.

Was hilft gegen Staunässe im Topf und Balkonkasten?

Im Gefäß kann überschüssiges Wasser nur durch freie Abzugslöcher ablaufen. Stell Zwiebeltöpfe deshalb auf kleine Erhöhungen aus Holz oder Stein. Strukturstabile Kübelpflanzenerde wirkt Verdichtung und Vernässung im unteren Topfbereich entgegen. Bei torffreien Substraten kann die Oberfläche schon trocken sein, während unten noch Nässe steht. Ich prüfe deshalb vor dem Gießen die Feuchte weiter unten im Topf und nicht nur an der Oberfläche.

Schädlinge in der Mischung erkennen und eingrenzen

Gezielte Maßnahmen setzen voraus, dass du den Verursacher richtig zuordnest. Beobachte deshalb zuerst genau, bevor du eingreifst. Wie du Zwiebeln schon vor einem Befall absicherst, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Zwiebeln vorbeugend gegen Fraß und Pilzbefall absicherst.

Wühlmäuse

Angefressene Zwiebeln und Lücken in ganzen Gruppen können auf Wühlmäuse hindeuten. Bei Wühlmausproblemen kannst du fraßgefährdete Zwiebeln gruppenweise in Drahtkörben im Gartenboden versenken. Ich setze dabei jeweils die Gruppe einer Art in einen eigenen Korb, so bleibt die Mischung trotzdem nach Arten gruppiert.

Mythos-Check

Kaiserkronen in der Mischung sollen Wühlmäuse fernhalten. Darauf verlass dich nicht, denn Kaiserkronen bieten keinen verlässlichen Schutz vor Wühlmäusen. Auch Blaustern zwischen Narzissen ist eine Kombination fürs Auge, also Gestaltung und kein Pflanzenschutz.

Narzissenfliege

Treiben Narzissen schlecht aus und bleibt die Blüte weg, dann grab nach und sieh dir die Zwiebeln an. Sind sie weich und mit Maden besetzt, kann das auf Narzissenfliegenbefall hinweisen. Weiche Zwiebeln sortierst du aus und entsorgst sie, statt sie zurückzusetzen.

Achtung

Narzissen sind in allen Pflanzenteilen giftig, sie enthalten Amaryllidaceenalkaloide wie Lycorin. Verschluckt können sie schwere Magen-Darm-Beschwerden auslösen, und schon Haut- oder Augenkontakt kann reizen. Bei der Kaiserkrone ist vor allem die alkaloidhaltige Zwiebel giftig. Zwiebeln aus einer Mischung isst du deshalb nicht.

Lilienhähnchen an Kaiserkronen und Lilien

Stecken Kaiserkronen oder Lilien in deiner Mischung, achte auf Loch- und Blattrandfraß. Dahinter können Lilienhähnchen stecken, deren Larven sich mit Kot bedecken und ebenfalls fressen. Die erwachsenen Käfer sind 6 bis 8 mm lang, glänzend rot und haben schwarze Köpfe, Fühler und Beine. Sammle die Käfer ab und entferne Blätter, auf denen Eier oder Larven sitzen.

Blattläuse und Schnecken

Blattläuse sitzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen. Sie können gekräuselte Blätter und Honigtau verursachen, auf dem sich später Rußtau bildet. Bevor du eingreifst, such nach Marienkäfern sowie nach Larven von Florfliegen und Schwebfliegen. Vorhandene Gegenspieler können einen Eingriff überflüssig machen. Bei schwachem Befall kann Abspritzen mit Wasser als erste Maßnahme reichen, und einzelne befallene Triebe entfernst du von Hand. Wassermangel und stark stickstoffbetonte Düngung können einen stärkeren Befall begünstigen.

Mulch gilt manchem als Schutz vor Schädlingen. Eine feuchte Mulchdecke kann Nacktschnecken aber begünstigen, deshalb wägst du ihren Nutzen gegen die Fraßschäden ab, die du beobachtest. Bierfallen können zusätzliche Schnecken aus der Umgebung anlocken und auch Nützlinge töten. Frisch ausgepflanzte Jungpflanzen, etwa Dahlien aus einer Sommermischung, kann ein Schneckenkragen schützen, solange keine überhängenden Blätter eine Brücke bilden.

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Krankheiten erkennen und richtig reagieren

Wie prüfst und lagerst du das Pflanzgut?

Vorbeugen beginnt vor dem Pflanzen, weil du kranke Zwiebeln dann noch aussortieren kannst. Bis zur Pflanzung lagerst du die Zwiebeln dunkel und luftig bei etwa 18 °C. Halte sie von Äpfeln fern, denn deren Reifegas Ethylen kann einen vorzeitigen Austrieb fördern. Luftundurchlässige Beutel sind ungeeignet, weil sich darin Schwitzwasser bildet und Fäulnis begünstigt. Ich öffne gekaufte Mischungen deshalb gleich nach dem Kauf und lege die Zwiebeln locker in eine Kiste. Schneeglöckchen haben keine feste Außenhülle, trocknen leicht aus und kommen deshalb zügig in die Erde.

Mini-Checkliste

Jede Zwiebel der Mischung kommt vor dem Pflanzen einmal in die Hand. Sie soll fest, trocken und glatthäutig sein. Weiche, kranke oder angefressene Stellen und Schimmel sind ein Grund zum Aussortieren. Tulpenzwiebeln prüfst du zusätzlich auf braune Flecken und Pilz-Dauerkörper.

Tulpenfeuer

Tulpenfeuer ist eine Pilzkrankheit, die schon beim Austrieb auffallen kann. Die Blätter kommen dann verkrüppelt und mit grau-braunen Flecken aus der Erde. Später können verdrehte Blätter, braune Flecken und bei feuchtem Wetter ein grauer Pilzbelag dazukommen.

Bei Verdacht grabe ich schlecht austreibende Tulpen mitsamt der umgebenden Erde aus und entsorge sie über den Hausmüll. Zwiebeln aus einem befallenen Bestand hebe ich nicht zum Wiederpflanzen auf. Nach einem Befall sollten Tulpen auf ein anderes Beet wechseln. Abgefallene Blütenblätter, die auf dem Laub haften, nimmst du ab, weil sie bei Regen faulen können.

Zahl im Blick

Auf braunen Flecken der fleischigen Zwiebelschuppen können etwa 1 mm große schwarze Dauerkörper des Pilzes sitzen. Wer sie vor dem Pflanzen entdeckt, hat einen Hinweis auf Tulpenfeuer, aber noch keine sichere Diagnose. Verdächtige Zwiebeln kommen trotzdem nicht in die Mischung.

Grauschimmel

Grauschimmel erkennst du an einem grauen Sporenrasen auf faulenden Pflanzenteilen. Zur Vorsorge gehören ausreichende Standweite, Luftbewegung und Pflanzen, die zur Nacht trocken sind. Gieß deshalb morgens direkt in den Wurzelbereich, dann trocknen benetzte Blätter schneller ab. Nach Grauschimmel wechseln Tulpen ebenso auf ein anderes Beet wie nach Tulpenfeuer. Befallene Pflanzenteile gehören nicht auf den Hauskompost, weil Erreger bei zu niedriger Rottetemperatur überdauern können. Das gilt auch für Reste mit Fäulen, Welkeerkrankungen oder Virusbefall.

Fäule durch Fusarium

Fusarium oxysporum kann an Blumenzwiebeln eine Fäule auslösen, die zuerst weich ist und später trocken wird. Der Pilz wird mit Substraten und Kulturgefäßen verbreitet. Mit Dauersporen kann er mehrere Jahre im Boden oder auf Kulturmaterial überdauern.

Häufiger Fehler

Die Erde aus einem Topf mit faulen Zwiebeln wandert in die nächste Mischung. Weil Fusarium mit Substrat und Gefäßen verbreitet wird und dort Jahre überdauern kann, schleppst du den Erreger so womöglich gleich mit. Ich verwende Erde aus einem solchen Topf nicht wieder.

Was tun, wenn die Ursache unklar bleibt?

Blattflecken können durch Pilze, Bakterien, Schadtiere oder nichtparasitäre Einflüsse entstehen. Bei unklaren Schäden kann eine Pflanzenschutzberatung helfen. Notier dir vorher, wie viele Pflanzen betroffen sind, wie sich der Befall verteilt und was du schon unternommen hast.

Chemischer Pflanzenschutz bleibt das letzte Mittel. Infrage kommt dann nur ein Mittel, das für den Haus- und Kleingarten gegen genau diesen Schaderreger an dieser Pflanze zugelassen ist. Halte dich an die Gebrauchsanleitung, trag Schutzkleidung, beachte die Wartezeit und entsorge Reste nach Vorschrift. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen. Eine pflanzliche Herkunft allein erlaubt übrigens noch keinen Einsatz als Pflanzenschutz.

Frostschäden erkennen und richtig reagieren

Was kann Frost im Beet anrichten?

Spitzen Tulpen und Narzissen im Freiland schon früh aus der Erde, ist das noch kein Schaden. Der Austrieb allein nimmt ihnen nicht ihre Frostverträglichkeit. Offene Blüten kann starker Frost dagegen schädigen. Ein früher, wärmebedingter Austrieb kann die Spätfrostgefahr erhöhen. Bei windstillem Strahlungsfrost fließt Kaltluft ins Tal und kann dort Frostsenken begünstigen.

Warum frieren Töpfe und Balkonkästen schneller durch?

Auch winterharte Pflanzen sind im Kübel frostempfindlicher als im Gartenboden, weil das Substrat schneller durchfriert. In schmalen Balkonkästen können Frühlingsblüher durchfrieren und anschließend faulen. Breite und tiefe Kästen schützen die Wurzeln im Winter besser als kleine Gefäße. Tulpen im Gefäß brauchen trotzdem eine kühle Aufstellung, damit sie den Kältereiz für die Frühjahrsblüte bekommen. Zusammen heißt das: Der Topf gehört nicht ins warme Haus, sondern geschützt an die Hauswand.

Getopfte Frühlingszwiebeln überwintern kalt, ohne dass das Substrat vernässt oder durchfriert. Bei starkem Frost rückst du die Gefäße an die Hauswand und deckst sie mit Wintervlies ab. Prüf auch im Winter, ob das Substrat austrocknet, und gieß bei Bedarf nach.

Jetzt dran

Bevor starke Fröste kommen, prüfst du bei jedem Zwiebeltopf die Abzugslöcher und stellst ihn auf Klötzchen aus Holz oder Stein. Such einen Platz an der Hauswand aus und leg Wintervlies bereit.

Was tust du nach dem Frost?

Bleibt eine Gruppe nach einem harten Winter aus, grabe ich vorsichtig nach. Ist die Zwiebel weich und matschig, sortiere ich sie aus. Ist sie fest, setze ich sie zurück und warte ab.

Zwischen den Zwiebeln hackst du besser nicht, denn in Mischpflanzungen mit Stauden stört Hacken die Entwicklung des Bestands. Unerwünschte Pflanzen ziehst du dort von Hand heraus. Mit dem Düngen wartest du, bis der Boden nicht mehr gefroren ist, denn organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit und stauender Nässe keine oder nur wenige Nährstoffe frei. Fehlende Arten setzt du in der nächsten Pflanzzeit im Herbst nach, am besten wieder als Gruppe.

Welche Arten müssen frostfrei überwintern?

Tulpen und Traubenhyazinthen sind im Garten winterhart. Sommermischungen mit Gladiolen oder Dahlien müssen dagegen frostfrei überwintern, und die Kronenanemonen-Mischung ‘St. Brigid’ ist nur bedingt winterhart. Wann du solche Knollen ausgräbst und wie du sie lagerst, steht im Überblick über Blumenzwiebeln und Knollen im Abschnitt zum Ausgraben und Überwintern.

Pflanzung, Pflege, Vermehrung und Gestaltung in Kürze

Wann und wie tief kommt die Mischung in die Erde?

Für frühlingsblühende Mischungen sind September und Oktober günstige Pflanzmonate, bei geeigneter Witterung geht es auch noch im November. Für Kronen-Anemonen wird eine Pflanztiefe von 5 bis 8 cm angegeben, Tiefe und Abstand der übrigen Arten erklärt der Ratgeber, wie du Blumenzwiebeln in passender Tiefe und Anordnung setzt. Die Pflanztermine je Art findest du im Überblick über Blumenzwiebeln und Knollen und im Kalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken.

Wie gießt und düngst du eine Mischung?

Für Beete mit Frühlingszwiebeln wird alle 2 Jahre im Herbst eine Auflage aus Kompost empfohlen. Gelb werdendes Laub zu düngen bringt keinen Nutzen mehr, und Schneeglöckchen bekommen keinen zusätzlichen Dünger, weil er lange Blätter auf Kosten der Blüten fördern kann. Wie du gießt und düngst, steht im Pflege-Ratgeber für Mischungen und im Überblick über Blumenzwiebeln und Knollen unter Gießen und Düngen.

Wie vermehrt sich eine Mischung?

Krokusse vermehren sich im Garten durch Brutknollen und Samen, Schneeglöckchen bilden durch Tochterzwiebeln dichtere Trupps. Zu groß gewordene Bestände von Traubenhyazinthen kannst du im Herbst teilen. Welche Methode zu welcher Art passt, zeigt der Ratgeber, wie du Blumenzwiebeln durch Teilung, Brutzwiebeln oder Samen vermehrst.

Was tun, wenn kleine Arten untergehen?

Verschwinden kleine Arten hinter hohen, setz die niedrigeren nach vorn und die höheren nach hinten. Das Balkan-Windröschen bleibt zum Beispiel mit knapp 15 cm niedrig. Welche Mischung zu welchem Boden und Standort passt, erklärt der Ratgeber zur Auswahl von Blumenzwiebelmischungen nach Boden und Standort, und Gruppen kannst du vorher auf einem digitalen Beetplan einzeichnen.

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Häufige Fragen

Welche häufigen Probleme treten beim Anbau von Blumenzwiebelmischungen auf?
Typisch sind faulende Zwiebeln durch Nässe oder Staunässe im Winter, Fraß durch Wühlmäuse und Pilzkrankheiten wie Tulpenfeuer oder Grauschimmel. In Töpfen und schmalen Balkonkästen können Zwiebeln außerdem durchfrieren und danach faulen. Weil in einer Mischung Arten mit verschiedenen Ansprüchen zusammenstehen, fällt manchmal nur eine Art aus: Tulpen reagieren zum Beispiel empfindlicher auf nasse Böden als Narzissen.
Wie beeinflusst Staunässe das Wachstum von Zwiebelblumen?
Bei zu viel Nässe oder Staunässe im Winter können im Herbst gepflanzte Blumenzwiebeln faulen. Tulpen reagieren dabei empfindlicher als Narzissen. Bei schweren Böden wird deshalb eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies unter den Zwiebeln empfohlen, und Töpfe brauchen freie Abzugslöcher.
Stimmt es, dass alle Blumenzwiebeln winterhart sind?
Nein. Tulpen und Traubenhyazinthen sind im Garten winterhart, die üblichen Gartengladiolen und Dahlien müssen dagegen frostfrei überwintern. Die Kronenanemonen-Mischung 'St. Brigid' gilt nur als bedingt winterhart. Auch winterharte Arten sind im Kübel frostempfindlicher als im Gartenboden, weil das Substrat schneller durchfriert.
Welche Rolle spielt der pH-Wert des Bodens bei Blumenzwiebeln?
Welcher pH-Bereich passt, hängt von Bodenart und Humusgehalt ab. Kalken ist nur sinnvoll, wenn der gemessene Wert unter diesem Bereich liegt, und ein zu hoher pH-Wert kann die Verfügbarkeit von Nährstoffen einschränken. Lass deshalb vor dem Kalken eine Bodenprobe untersuchen, statt nach Gefühl zu handeln.
Was sind Blumenzwiebelmischungen und welche Pflanzen gehören typischerweise dazu?
Blumenzwiebelmischungen sind fertige Zusammenstellungen mehrerer Zwiebelblumen, die gleichzeitig oder nacheinander blühen. Für eine gestaffelte Frühlingsblüte lassen sich zum Beispiel Schneeglöckchen mit Blühbeginn im Februar, Hyazinthen im April und Zierlauch im Mai kombinieren. Achte beim Kauf auf die Stückzahl je Art, denn eine hohe Gesamtzahl ergibt bei wenigen Exemplaren je Art noch keine flächige Wirkung.
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