Blumensamen für Kinder: Was in den Kita-Garten passt und was draußen bleibt
- Ringelblumensamen sind groß genug, dass Kinder sie einzeln greifen und gezielt in die Erde legen.
- Sonnenblumen und Kapuzinerkresse eignen sich für Keimversuche im Glas, bei denen Kinder die Wurzeln sehen.
- Pflanzen mit giftigen Bestandteilen wie Goldmohn, Edelwicke oder Rizinus gehören nicht in frei zugängliche Kita-Bereiche.
- Dünger, Pflanzenschutzmittel und Regentonnen sind im Garten mit Kindern kindersicher verschlossen.
- Für die Schließzeit sichern vorher vereinbarte Patenschaften mit Eltern oder Nachbarn das Gießen.

Kinder wollen beim Säen selbst anpacken, Korn für Korn. Für den Blumengarten in der Kita brauchst du deshalb Samen, die kleine Finger gut greifen können, und Pflanzen ohne giftige Bestandteile. Ich sortiere Samentüten für Kindergruppen zuerst nach diesen beiden Fragen und schaue erst danach auf die Farben.
Genauso früh wie die Aussaat plane ich die Organisation: Wer gießt, wer hält fest, was wächst, und wer kümmert sich in der Schließzeit? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, kaufe ich Saatgut.
Welche Blumensamen eignen sich für Kinder?
Für Kinderhände passt die Ringelblume besonders gut. Die großen Samen lassen sich einzeln greifen und gezielt in die Erde legen. Gesät wird direkt an den Platz, an dem die Pflanze später blüht, sodass kein Umpflanzen nötig ist. Nach 7 bis 14 Tagen zeigen sich die ersten Keimlinge.
Bei der Ringelblume gibt es außerdem drei Samenformen zum Sortieren: Hakenfrüchte, Kahnfrüchte und geringelte Früchte. Wie daraus ein Ringelblumen-Projekt mit Kindern von der Aussaat bis zur Ernte wird, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Sonnenblumen und Kapuzinerkresse haben ebenfalls große Samen. Beide eignen sich für begleitete Keimversuche, bei denen die Kinder verfolgen, wie sich das Korn entwickelt. Für das Beet lohnt der Blick darauf, wie Sonnenblumen zum Gartenprojekt für Kinder werden.
Zinnien ziehst du im Topf vor, weil sich die DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. ins Beet eher für warme Gebiete eignet. Später liefern sie Schnittblumen für kleine Sträuße. Garten-Strohblumen werden ebenfalls im Topf vorgezogen und bringen Blüten zum Trocknen ins Projekt.
Soll eine ganze Fläche bunt werden, ist eine einjährige Sommerblumenmischung die einfachste Lösung. Auf das vorbereitete SaatbeetDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. kommen davon 1 bis 3 g/m². Nach einer Aussaat ab Mitte April beginnt die Blüte nach etwa 6 bis 8 Wochen. Wie du Samenmischungen für ein üppiges Blumenbeet auswählst und über die Saison pflegst, zeigt der Ratgeber zu Mischungen.
| Art | Aussaat | SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. | Keimdauer | Blüte |
|---|---|---|---|---|
| Ringelblume | April bis Juni direkt ins Beet | etwa 1 bis 2 cm | 7 bis 14 Tage | Juni bis Oktober |
| Zinnie | im Topf vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus., ab Mai bei frostfreiem Wetter abgehärtet ins Freie | etwa 0,5 bis 1 cm | 7 bis 14 Tage | Juni bis Oktober |
| Garten-Strohblume | April bis Juni, 3 bis 5 Korn je Topf in AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an. | etwa 0,5 bis 1 cm | 7 bis 14 Tage | Mai bis September |
Wollen die Kinder Bienen beobachten, wählst du ungefüllte oder halbgefüllte Blüten. Diese liefern Pollen und Nektar, stark gefüllte Blüten meidest du dagegen. Die Ringelblume gilt als nützlingsfreundlich, und die Strohblume hat sich in Untersuchungen der LWG als bienenattraktive Balkonpflanze bewährt.
Für Ecken im Schatten zeigt ein eigener Ratgeber, welche Blumen im Schatten und Halbschatten gedeihen. Ist das Team selbst neu im Garten, hilft ein Blick darauf, welche pflegeleichten Blumensamen sich für Einsteiger eignen.
Welche Pflanzen gehören nicht in den Kita-Garten?
In frei zugänglichen Bereichen einer Kita wachsen keine Pflanzen mit giftigen Bestandteilen und keine mit langen, spitzen Dornen. Bei Samenmischungen lese ich deshalb die Artenliste auf der Tüte, bevor ein Kind hineingreift. Die folgenden Arten bleiben draußen.
| Art | Was du wissen musst |
|---|---|
| Goldmohn | alle Pflanzenteile sind giftig |
| Edelwicke | alle Teile sind giftig, besonders die Samen |
| Rizinus | alle Teile sind giftig, die Samen enthalten besonders viel Rizin |
| Stechapfel und Engelstrompete | schweres Vergiftungsrisiko |
| Wandelröschen | Beeren und Kraut sind giftig |
| Gewöhnliche Hundszunge | giftig, enthält Pyrrolizidin-Alkaloide |
Beim Säen fassen Kinder jedes Korn mit den Fingern an. Bei Edelwicke und Rizinus sind ausgerechnet die Samen besonders giftig, deshalb kommt Saatgut dieser beiden Arten gar nicht erst in die Samenkiste der Kita. Hautkontakt mit zerstörten Rizinussamen kann zudem lokale Vergiftungserscheinungen auslösen.
Schlafmohn scheidet aus einem anderen Grund aus. Sein Anbau ist in Deutschland auch im privaten Garten erlaubnispflichtig, unabhängig von der Zahl der Pflanzen.
Dünger und Pflanzenschutzmittel bewahrst du im Garten mit Kindern kindersicher unter Verschluss auf. Regentonnen und Bottiche mit Wasser verschließt du ebenso kindersicher.
Wo liegt das Beet, und wie bereitet ihr den Boden vor?
Das Blumenbeet bekommt möglichst einen sonnigen Platz. Eine niedrige Einfriedung kann es vom übrigen Spielbereich trennen. Wie viel Fläche jede Gruppe bekommt, kannst du vorher im Beetplaner aufteilen.
Vor der Neuanlage lässt du den Boden untersuchen und düngst vor der Probenahme nicht. Danach ist eine Untersuchung alle 3 bis 5 Jahre vorgesehen. Die Kinder machen parallel ihre eigene Bodenprobe und kneten leicht feuchte Erde zwischen den Fingern. Zerfällt sie körnig, spricht das für Sandboden, lässt sie sich formen und klebt, eher für Tonboden. Genau ist diese Fingerprobe nicht, aber sie macht den Unterschied fühlbar.
Organisches Material hilft in beiden Fällen. Im Sandboden verbessert es die Wasserspeicherung, schwere Böden werden krümeliger und besser durchlüftet. Vor der Direktsaat harkt ihr das Beet fein, zupft Unkraut heraus und sorgt für lockere, gut durchlüftete Erde. Beim Harken und Zupfen können die Kinder mitarbeiten.
Ohne Beet klappt es auch im Kübel, denn Ringelblumen und Zinnien eignen sich für Topf und Kübel. Die Abzugslöcher bleiben frei, das Substrat ist strukturstabil, und unter dem Gefäß muss Wasser abfließen können.
Wie säen Kinder Blumen? Drei Wege
Direkt ins Beet
Für Ringelblumen zieht ihr mit einem Stock eine Rille ins vorbereitete Beet. Jedes Kind legt seine Samen einzeln hinein und deckt sie mit Erde zu. Die Sorte Greenheart Orange säst du dabei ungefähr 2 bis 3 cm tief. Für die Art allgemein reichen etwa 1 bis 2 cm.
Im Topf auf der Fensterbank
Zinnien und Strohblumen ziehen die Kinder in Töpfen vor. Ich nehme dafür gern bemalte Joghurtbecher und steche vorher ein Loch in den Boden, denn Anzuchtgefäße brauchen einen Wasserabzug gegen Staunässe. Hinein kommt Aussaaterde, die weder austrocknen noch vernässen darf. Bei der Zinnienmischung Pepermint Sticks legt jedes Kind drei Samen in seinen Topf.
Nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. brauchen die Keimlinge ausreichend Licht. Werden sie lang und dünn und kippen um, kann das auf Lichtmangel hindeuten. Vor dem Auspflanzen gewöhnt ihr die Jungpflanzen schrittweise an draußen: Bei mildem Wetter tragen die Kinder die Töpfe erst geschützt in den Schatten, danach auch in die Sonne. Zinnien kommen ab Mai bei frostfreiem Wetter ins Beet.
Keimversuch im Glas
Für den Keimversuch legt ihr Samen von Sonnenblume oder Kapuzinerkresse zwischen die Wand eines durchsichtigen Glases und feuchtes Küchenpapier. So sehen die Kinder, wie die Wurzeln wachsen. Was sie entdecken, halten sie fest, indem sie messen, zeichnen und fotografieren.
Ich stelle das Keimglas auf Augenhöhe der Kinder und lege Papier und Stifte daneben. Das Küchenpapier feuchte ich nach, sobald es sich trocken anfühlt.
Wie wird der Blumengarten Teil des Kita-Alltags?
Im Kita-Alltag braucht das Beet feste Zuständigkeiten. Jede Gruppe bekommt ein eigenes Beetstück, einzelne Kinder übernehmen die Patenschaft für eine Pflanze. Der Gießdienst wechselt, damit jedes Kind einmal dran ist.
Solange eine Ansaat aufläuft, gießt der Dienst in Trockenzeiten täglich, damit die Blüte früh beginnen kann. Hängt eine Topfpflanze schlapp, prüfen die Kinder vor dem Nachgießen mit dem Finger die Erde. Welke kann nämlich auch von Dauernässe und abgestorbenen Wurzeln kommen. Bei schwachem Blattlausbefall an Zierpflanzen reicht meist ein Wasserstrahl zum Abspülen, und das können die Kinder übernehmen.
Für AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung., Jäten, Gießen und Düngen gelten im Kita-Beet die gleichen Regeln wie in jedem Sommerblumenbeet. Gedüngt wird nach Bedarf statt nach Kalender, bei Ringelblumen ausdrücklich zurückhaltend. Die Grundlagen stehen im Sommerblumen-Ratgeber zu Pflege, Gießen und Düngen.
Aus den Zeichnungen und Fotos vom Keimglas wird über die Saison ein Pflanzentagebuch, in das die Kinder auch die Höhe ihrer Pflanzen eintragen. Ein Blühkalender an der Gruppenwand zeigt, was als Nächstes ansteht. Als Vorlage dient ein Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Für die Schließzeit vereinbart ihr vorher Patenschaften, etwa mit Eltern oder Nachbarn. Wald-Vergissmeinnicht wird im Juni bis Juli gesät und darf in der Keimphase auch kurzzeitig nicht austrocknen. Fällt die Schließzeit in diese Wochen, brauchen genau diese Töpfe und Reihen einen Paten.
Das Kita-Jahr im Blumenbeet
Über das Jahr verteilt ergibt sich daraus ein Plan, den du an die Termine deiner Kita anpasst.
| Zeitraum | Aufgabe im Kita-Garten |
|---|---|
| vor der Neuanlage | Boden untersuchen lassen, vor der Probenahme nicht düngen |
| Spätwinter oder Frühjahr | Kompost ausbringen, nicht als pauschale Gabe im Herbst |
| ab Mitte April | einjährige Sommerblumenmischung säen |
| April bis Juni | Ringelblumen direkt ins Beet säen, Strohblumen im Topf vorziehen |
| ab Mai bei frostfreiem Wetter | abgehärtete Zinnien ins Beet setzen |
| Juni bis Juli | Wald-Vergissmeinnicht säen |
| Schließzeit | Patenschaften mit Eltern oder Nachbarn übernehmen das Gießen |
| Spätsommer | einzelne Ringelblumen bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen lassen, bei trockenem Wetter Samen ernten |
| September bis Oktober | Vergissmeinnicht auspflanzen, in rauen Lagen mit Winterschutz |
Das Vergissmeinnicht überbrückt den Winter. Nach der Sommeraussaat wächst es zur Jungpflanze heran und blüht nach dem Winter im folgenden Frühjahr.
Ernten, sammeln, trocknen: Projekte bis in den Herbst
Samen sammeln für das nächste Jahr
Für die eigene Nachzucht lasst ihr einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen und erntet bei trockenem Wetter. Die Samen trocknen auf Papier nach, dann trennen die Kinder sie von Pflanzenresten und füllen sie in beschriftete Tüten. Aufbewahrt werden sie kühl, dunkel und trocken bis zur nächsten Aussaat.
Bei der Ringelblume entfernt ihr im Sommer Verblühtes regelmäßig, im Spätsommer bleiben dagegen Blüten bis zur Samenreife stehen. Wer bis zum Schluss jede welke Blüte abzupft, hat im Herbst also nichts zu sammeln. Ich binde deshalb an die Ringelblumen, die stehen bleiben sollen, ein buntes Wollband. Am passenden Standort sät sich die Ringelblume außerdem reichlich selbst aus, sodass die Kinder im nächsten Jahr eigene Keimlinge entdecken können.
Stammen die gesammelten Samen von einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze. Für die Kinder kann das Beet im nächsten Jahr so zum Überraschungsbeet werden.
Trockenblumen und Samenkapseln
Garten-Strohblumen erntet ihr für die Trocknung, solange die Blüten noch geschlossen sind. Die Koloss-Mischung blüht in Weiß, Beige, Gelb, Orange, Rot, Rosa und Purpur, genug Farben für ein Sortierspiel. Bei der Jungfer im Grünen schneidet ihr die Samenkapseln für Trockensträuße vor der Samenreife. Die etwa 3 cm lange Kapsel ist zuerst grün mit violetten Längsstreifen und wird beim Reifen papierartig hellbraun. Diesen Farbwechsel verfolgen die Kinder direkt am Beet.
Flache Blüten und Blätter pressen die Kinder zwischen saugfähigem Papier unter schweren Büchern. Ins Herbarium kommen sie, sobald sie sich papiertrocken anfühlen.
Essbare Blüten nur mit fester Regel
Zwei Arten aus dem Kita-Beet dürfen auf den Teller. Die Blüten der Ringelblume sind essbar. Bei der Großen Kapuzinerkresse erntet ihr Blätter ab Mai und Blüten von Juni bis Oktober. Beides passt in Salat und Kräuterquark oder dient als essbare Dekoration. Alle anderen Blüten im Beet bleiben zum Anschauen.
Verwendet werden nur Blüten von eigenen Pflanzen, die nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden. Gegessen wird nur, was ein Erwachsener sicher von giftigen Arten unterscheiden kann, und im Zweifel bleibt die Blüte am Stiel.




