Zinnien bienenfreundlich pflanzen: Blütenform, Sorten und Partner für Insekten
- Zinnien versorgen Bienen, Hummeln und Schmetterlinge mit Nektar.
- Für Bienen attraktiv sein können vor allem einfache und teils halbgefüllte Blüten; stark gefüllte sind für Insekten häufig schwer zugänglich.
- Wie oft Insekten eine Sorte besuchen, unterscheidet sich sogar zwischen Farbsorten derselben Serie.
- Je nach Sorte blühen Zinnien ab Juni oder Juli bis Oktober und helfen, die Blütenlücke im Spätsommer zu füllen.
- Zinnien sind einjährig und nicht winterhart; eine Zinnienansaat legst du jedes Jahr neu an.
- Kosmeen, ungefüllte Ringelblumen und heimische Arten wie die Moschus-Malve ergänzen Zinnien für Nützlinge und Wildbienen.

Zinnien versorgen Bienen, Hummeln und Schmetterlinge mit Nektar, doch nicht jede Sorte wird von Insekten gleich gut angenommen. Ich schaue beim Saatgutkauf deshalb zuerst auf die Blütenform und erst danach auf Farbe und Höhe. Wer Zinnien gezielt für Insekten pflanzt, entscheidet über drei Dinge: die passende Blüte, die Blütezeit im Jahreslauf und die Partner im Beet.
Sind Zinnien bienenfreundlich?
Ja. Zinnien gehören zu den Sommerblumen, die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge mit Nektar versorgen. Für Bienen attraktiv sein können vor allem Sorten mit einfachen und teilweise auch mit halbgefüllten Blüten. Ob eine Zinnie im Beet viel Besuch bekommt, hängt allerdings stark von der Sorte ab. Insekten wählen ihre Blüten sehr selektiv, sogar einzelne Farbsorten innerhalb einer Art und Serie werden unterschiedlich oft angeflogen.
Die Blütenform ist damit ein gutes erstes Auswahlkriterium beim Kauf. Ob eine Sorte bei Insekten wirklich ankommt, zeigt dir aber erst der Blick auf dein eigenes Beet.
Warum die Blütenform zählt
Ungefüllte Blüten machen es Insekten leichter, an Nektar und Pollen zu kommen. An stark gefüllten Zierblüten erreichen sie beides häufig nur schwer. Gefüllte Zuchtformen sind zudem häufig steril und liefern Bienen dann gar keine Nahrung. Für eine bienenfreundliche Sommerpflanzung taugen deshalb viele ungefüllte und halbgefüllte Blüten, stark gefüllte meidest du besser.
Bei Zinnien gehe ich so vor: Einfach blühende Sorten bilden den Grundstock, halbgefüllte ergänzen das Beet. Gefüllte Sorten setze ich nur dazu, wenn mich ihre Farbe reizt, und beobachte dann genau, ob Insekten sie anfliegen.
„Gefüllte Zinnien sind für Bienen wertlos.“ So pauschal stimmt das nicht, denn auch gefüllt blühende Pflanzen können Staubgefäße mit sichtbarem Pollen oder Nektar bilden. Ein Saatguthersteller beschreibt gefüllt blühende Zinnien sogar als hervorragende Nektarquelle für Insekten aller Art. Die Füllung allein entscheidet also nicht sicher über den Wert für Bienen. Die einfache Blüte bleibt trotzdem die verlässlichere Wahl.
Ich säe eine einfach blühende und eine gefüllte Zinnie in benachbarte Reihen. An warmen Vormittagen bleibe ich am Beet stehen und notiere, auf welchen Blüten Bienen, Hummeln und Falter landen.
Mit Kindern wird daraus ein kleines Beobachtungsprojekt, bei dem sie das Wachstum ihrer Zinnien auch messen, zeichnen und fotografieren können. Weitere Zinnien-Projekte, die Kinder selbst umsetzen können, sammelt ein eigener Ratgeber.
Was Schmetterlinge zusätzlich brauchen
Erwachsenen Faltern dienen Zinnien als Nektarquelle. Die Raupen sind dagegen auf eigene Futterpflanzen angewiesen: Für Tagpfauenauge und Kleinen Fuchs sind Brennnesseln wichtige Nahrung. Wer Schmetterlinge fördern will, kombiniert Nektarblüten wie Zinnien deshalb mit einer Ecke, in der Brennnesseln stehen bleiben dürfen.
Welche Zinnien-Sorten sich für Insekten eignen
Für ein Insektenbeet zählen Blütenform, Höhe und Blütezeit. Die folgenden Sorten zeigen, wie weit die Spanne reicht.
| Sorte | Wuchshöhe | Blütezeit | Blüte und Besonderheit |
|---|---|---|---|
| ‘Forecast Mischung’ (Zinnia elegans) | 60–80 cm | Juli bis Oktober | einfache Blüten, laut Sortenbeschreibung von Natur aus tolerant gegen Mehltau |
| ‘Perserteppich’ (Zinnia angustifolia) | etwa 40 cm | Juli bis Oktober | buschiger Wuchs, halbgefüllte und gefüllte Blüten |
| ‘Profusion’ | etwa 20–30 cm | Juni bis Oktober | für Gefäße, braucht einen sonnigen Standort |
| ‘Sonnenstrahl’ | etwa 60–80 cm | ohne Angabe | AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. verlängert die Blüte |
| ‘Red Lime’ und ‘Green Lime’ | 60–80 cm | Juli bis Oktober | Altrosa mit Limettengrün |
Die ‘Forecast Mischung’ ist für Insekten die naheliegende Wahl, weil sie einfache Blüten trägt. Ihre ToleranzBei Pflanzensorten bedeutet Toleranz: Die Pflanze wird von einer Krankheit oder einem Schaderreger zwar befallen, verkraftet das aber so gut, dass in der Regel keine Ertragseinbußen zu befürchten sind. gegen Mehltau ist eine Herstellerangabe und keine Garantie.
‘Perserteppich’ gehört zu Zinnia angustifolia und bringt halbgefüllte und gefüllte Blüten mit. Hier lohnt sich das Beobachten besonders, weil die Füllung allein nicht sicher über den Besuch entscheidet.
Bei ‘Profusion’ und dem Duo ‘Red Lime’ und ‘Green Lime’ prüfst du die Blütenform selbst, auf der Samentüte und spätestens an der ersten offenen Blüte. ‘Profusion’ bleibt niedrig und eignet sich für Gefäße, wenn du auch auf dem Balkon Insekten versorgen willst.
Eine ausführliche Übersicht über Arten und Sorten bietet der Ratgeber, wie du Zinnien auswählst und nach dem Auspflanzen gesund hältst.
So wählst du Zinnien für Insekten aus.
- Einfach oder halbgefüllt blühende Sorten bilden den Grundstock.
- Gefüllte Sorten kommen nur ergänzend dazu, ihre Besucher beobachtest du.
- Sorten mit Blühbeginn im Juni und im Juli verlängern zusammen das Angebot.
- Niedrige Sorten gehen in Gefäße, hohe ins Beet.
Zinnien im naturnahen Garten gezielt einsetzen
Die Blütenlücke im Spätsommer schließen
Vielerorts mangelt es im zeitigen Frühjahr und vor allem im Spätsommer an Blüten. Zinnien zählen zu den Sommerblumen, deren Blüte bis in den Spätherbst anhält, und blühen je nach Sorte bis in den Oktober. Damit liefern Zinnien genau dann Nektar, wenn das Angebot an vielen Orten knapp ist.
Den Rest der Saison übernehmen andere Arten, denn Hummeln sind auf ein möglichst lückenloses Blütenangebot vom frühen Frühjahr bis in den Herbst angewiesen. Krokusse und Traubenhyazinthen ergänzen eine Sommerpflanzung um Blüten im zeitigen Frühjahr. Ungefüllte Herbstastern ergänzen das Angebot für Bienen im Herbst bis zum Frost.
Ich trage die Blühfolge vor der Saison in einen Plan ein, damit zwischen den Arten keine Lücke bleibt. Dafür kannst du die Blühfolge im Beetplaner skizzieren; die passenden Saattermine stehen im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Partner für Nützlinge und Wildbienen
Kosmeen passen im gemischten Blumenbeet zu Zinnien, Ringelblumen, Astern, Rittersporn und Tagetes. Ungefüllte Ringelblumen und Kosmeen liefern erwachsenen SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. leicht erreichbare Blütennahrung. Beide Gruppen zählen zu den wichtigsten Feinden der Blattläuse. Ein Mischbeet aus Zinnien, Kosmeen und Ringelblumen versorgt also neben Bienen auch die Gegenspieler der Blattläuse.
Ungefüllte Tagetes-Sorten bieten Insekten frei zugänglichen Nektar. Lässt du die Samenstände der Schmuckkörbchen stehen, finden körnerfressende Vögel wie der Distelfink dort Nahrung.
Einige spezialisierte Wildbienen sind auf bestimmte heimische Pflanzen angewiesen. Die Malven-Langhornbiene etwa sammelt Pollen ausschließlich an Malvengewächsen. Für solche Spezialisten kommt es darauf an, dass ihre eigenen Trachtpflanzen wachsen und zur Blüte kommen. Ich ergänze das Zinnienbeet deshalb um heimische Arten regionaler Herkunft, zum Beispiel um die Moschus-Malve, an der Hummeln, Bienen und Schwebfliegen Pollen und Nektar finden.
Kosmeen und ungefüllte Ringelblumen für Schlupfwespen und Schwebfliegen, ungefüllte Tagetes für frei zugänglichen Nektar, die Moschus-Malve für Hummeln und Bienen und ungefüllte Herbstastern für die Zeit bis zum Frost.
Zinnien als Lückenfüller im Gemüsegarten
Auch zwischen Gemüse haben Zinnien Platz: Zusammen mit Ringelblume, Schmuckkörbchen, Tagetes und Sonnenblumen eignen sie sich als bienenfreundliche Lückenfüller. Bei jeder Mischkultur planst du schon bei der Aussaat genug Raum für die endgültige Größe aller Kulturen ein. Behauptete positive Nachbarschaftseffekte im Gemüsebeet sind häufig widersprüchlich und hängen auch von Standort und Pflege ab. Ich setze Zinnien dort deshalb für die Bestäuber und nicht als Schutz für das Gemüse. Welche Gemüse sich als Nachbarn vertragen, kannst du im Mischkultur-Werkzeug nachschlagen.
Beet statt Dauerwiese
Zinnien werden einjährig kultiviert und sind nicht winterhart. In einer dauerhaften Blumenwiese können einjährige Sommerblumen von konkurrierenden Wildpflanzen zunehmend verdrängt werden. Zinnien gehören deshalb in ein Beet oder eine Saisonfläche, die du jedes Jahr neu anlegst. Planst du eine solche Sommerblumenfläche auf Rasen, entfernst du vorher die GrasnarbeDie Grasnarbe ist die zusammenhängende Pflanzendecke, die Gräser auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen bilden. Ist sie dicht, hält die Fläche Tritt gut aus und Unkräuter finden kaum Platz. vollständig.
Eine bunte Blühmischung mit vielen einjährigen Arten für eine Wiese halten. Mischungen mit einem hohen Anteil einjähriger Kulturpflanzen sind keine dauerhaften Blumenwiesen. Eine Blumenwiese ist eine ausdauernde Gemeinschaft aus Kräutern und Gräsern, die durch Mahd erhalten bleibt.
Nistplätze und Rücksicht auf Nützlinge
Blüten allein genügen Wildbienen nicht, sie brauchen auch Nistplätze. Offene Bodenstellen und Totholz gehören zu den Strukturen, die solche Plätze bieten können.
Mehr als die Hälfte der Wildbienenarten nistet im Boden. Diese Arten profitieren von offenen Bodenstellen, die langfristig ungestört bleiben.
Ich lasse am sonnigen Rand meines Zinnienbeets einen Streifen unbewachsen und hacke dort nicht. Laubschichten und PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. bieten Marienkäfern Schutz im Winter und ergänzen so das Blütenangebot. Auf chemischen Pflanzenschutz verzichtest du, denn das schont auch nützliche Insekten. Bei Blattläusen achtest du zuerst auf vorhandene Nützlinge und spülst die Läuse nur nötigenfalls mit einem Wasserstrahl ab.
Anbau und Pflege in Kürze
Standort
Zinnien brauchen einen geschützten Platz in voller Sonne. Der Boden sollte gut durchlässig, nährstoffreich und humusreich sein. Wie du Licht, Platz und pH-Wert für Sommerblumen beurteilst, erklärt der Abschnitt Standort und Boden im Sommerblumen-Ratgeber.
Aussaat und Auspflanzen
Zinnien sind wärmeliebend und kommen erst Ende Mai bis Anfang Juni ins Beet, wenn sich der Boden ausreichend erwärmt hat. Vorgezogene Pflanzen gewöhnst du vorher schrittweise an die Außentemperaturen. Wie du Zinnien direkt säst oder vorziehst, pikierst und abhärtest, zeigt die Anleitung zur Zinniensaat.
Pflege und Gießen
Verwelkte Blüten entfernst du regelmäßig, denn bei Mischungen wie ‘Sonnenstrahl’ verlängert das die Blüte und damit die Nektarzeit für Insekten. Angewachsene Zinnien wie ‘Liliput’ vertragen kurze Trockenheit, aber keine Staunässe; wie du Zinnien in jeder Wachstumsphase richtig gießt, zeigt ein eigener Ratgeber. Düngen, Mulchen und Stützen behandelt der Ratgeber zum Zinnien-Kultivieren, die Grundlagen zum Ausputzen stehen im Abschnitt Pflege des Sommerblumen-Ratgebers.
Krankheiten und Schädlinge
Achte bei Zinnien auf Wurzel- und Fußfäulen, GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten., Blattflecken und Echten Mehltau. Ausreichender Pflanzenabstand, gute Belichtung und Durchlüftung sowie das Vermeiden von Stickstoffüberdüngung unterstützen die Vorbeugung gegen Echten Mehltau. Wie du vorbeugst und von Hand eingreifst, beschreibt der Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im Sommerblumen-Ratgeber.
Gestaltung und Vase
Bei der Höhenstaffelung stehen niedrige Sorten wie ‘Profusion’ vorn und hohe wie ‘Red Lime’ und ‘Green Lime’ dahinter. Wie du mit der Farbpalette der Zinnien Beete und Kübel gestaltest, zeigt ein eigener Ratgeber. Für die Vase schneide ich aus einer eigenen Reihe und lasse die Blüten im Insektenbeet stehen; wie du Zinnien für die Vase erntest und lange frisch hältst, steht im Schnittblumen-Ratgeber.
Samen gewinnen
Für eigenes Saatgut lässt du einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen und erntest sie bei trockenem, sonnigem Wetter. Nach dem Nachtrocknen auf Papier lagerst du die Samen beschriftet, kühl, dunkel und trocken. Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze; das Vorgehen im Detail beschreibt der Ratgeber zum Zinnien-Kultivieren.





