Zinnien säen: Vorkultur oder Direktsaat und der Weg bis ins Beet
- Zinnien ziehst du in Töpfen vor; die Direktsaat ist auf warme Gegenden zugeschnitten.
- Zinnien sind keine Lichtkeimer: Die Samen kommen 0,5 bis 1 cm tief in die Erde.
- Gekeimt wird bei 18 bis 22 °C in Erde, die weder austrocknet noch vernässt.
- Pikiert wird, sobald nach den Keimblättern die ersten echten Blattpaare da sind.
- Ab Mai bei frostfreiem Wetter und nach schrittweiser Gewöhnung ins Beet pflanzen.

Bei Zinnien aus Samen hängt der Start an zwei Dingen: am Termin fürs Beet und an der Saattiefe. Zinnien sind nicht winterhart, deshalb kann ein zu früher Umzug ins Freie die ganze Anzucht kosten. Und die Samen gehören unter die Erde, denn Zinnien sind keine Lichtkeimer. Ich ziehe meine Zinnien deshalb in Töpfen auf der Fensterbank vor und säe nur dort direkt, wo das Beet sonnig und früh frei ist. Hier gehst du Schritt für Schritt von der Wahl des Verfahrens über Keimung und PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. bis zum Auspflanzen.
Zinnien kurz eingeordnet
Die Pracht-Zinnie (Zinnia elegans) ist eine einjährige Sommerblume, die nicht winterhart ist und von Juni bis Oktober blüht. Wie Sommerblumen nach Lebensdauer und Herkunft eingeordnet werden, steht im Kurzporträt des Sommerblumen-Überblicks. Je nach Sorte werden Zinnien 30 bis 100 cm hoch und eignen sich als Schnittblumen. Wie du ihre Farben in Beet und Kübel kombinierst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte nährstoffreich, humusreich und gut durchlässig sein.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
In Töpfen vorziehen; direkt säen nur in warmen Gebieten.
Pflege
- Pflege
Verblühtes entfernen, um die Blüte zu verlängern. Auf Wurzel- und Fußfäulen, Grauschimmel, Blattflecken und Echten Mehltau achten.
- Düngung
Bei Kübelkultur während der Blüte kaliumbetont düngen, etwa mit Tomatendünger; Dosierung und Häufigkeit nach Packungsangabe.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon. Die Pflanze eignet sich als Schnittblume.
Vorkultur oder Direktsaat: welcher Weg passt zu dir?
Die beiden Wege unterscheiden sich vor allem im Aufwand und im Risiko. Zinnien kannst du in Töpfen vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus., die Direktsaat eignet sich für warme Gebiete. Die Vorkultur kostet Platz auf der Fensterbank und Arbeitsschritte wie Pikieren und AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten.. Dafür keimen die Samen unter kontrollierter Wärme, und ins Beet kommen fertige Jungpflanzen.
Die Direktsaat spart Töpfe, Erde und das Umsetzen. Sie hängt dafür stärker am Wetter, weil die Samen auch im Freien ihre Keimtemperatur brauchen. Ich entscheide nach dem Platz: Was in sonnige, früh freie Beetstücke kommt, säe ich direkt, den Rest ziehe ich vor.
| Schritt | Zeitraum |
|---|---|
| Vorkultur unter Glas beginnen | März bis Mai |
| Dauer der Vorkultur bei Sommerschnittblumen | häufig 6 bis 8 Wochen |
| Direktsaat ins Beet | Mai bis Juni |
| Vorgezogene Pflanzen ins Beet | ab Mai, bei frostfreiem Wetter |
| Blüte | Juni bis Oktober |
Weil Zinnien nicht winterhart sind und die Kultur schon im März beginnen kann, gehört jede frühe Aussaat unter Glas. Die Termine weiterer Sommerblumen hast du mit dem Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken auf einem Blatt.
Vorbereitung: Erde, Gefäße und Saatbett
Für die Vorkultur
Für die Anzucht nimmst du hygienisch einwandfreie Aussaaterde. Achte darauf, dass ihr Salzgehalt unter 0,5 g je Liter liegt. Schalen und Töpfe brauchen einen Wasserabzug, sonst entsteht Staunässe. Ich fülle die Gefäße locker, drücke die Erde leicht an und feuchte sie vor der Saat an.
Für die Direktsaat
Im Beet bereitest du ein fein geharktes, unkrautfreies und gut durchlüftetes SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. vor. Ein bestehendes Beet lockere ich mit dem Sauzahn, so bleiben die Bodenschichten an ihrem Platz.
Zinnien wollen einen warmen, sonnigen Standort und einen gut durchlässigen, nährstoff- und humusreichen Boden. Wie du diesen Platz im Garten findest, beschreibt der Ratgeber zu den Licht-, Boden- und Platzansprüchen der Zinnien. Die Grundlagen zu Standort und Boden stehen im Sommerblumen-Überblick.
Aussaaterde mit einem Salzgehalt unter 0,5 g je Liter; Schalen oder Töpfe mit Wasserabzug; Saatbett fein geharkt, unkrautfrei und gut durchlüftet; Wettervorhersage für frostfreie Tage im Blick.
Zinnien aussäen: so gehst du vor
Vorkultur in Töpfen und Schalen
Zinnien sind keine Lichtkeimer. Deshalb legst du die Samen etwa 0,5 bis 1 cm tief und bedeckst sie mit Erde. Bei der Topfsaat der Mischung ‘Pepermint Sticks’ kommen drei Samen in einen Topf. In einer Saatschale verteilst du die Samen so, dass du die Sämlinge später einzeln herausheben kannst. Danach hältst du die Erde so feucht, dass sie weder austrocknet noch vernässt. Ich gieße die Anzucht mit feiner Brause und prüfe mit dem Finger, bevor ich nachgieße.
Oft heißt es, Zinnien bräuchten zum Keimen Licht und gehörten nur obenauf. Das stimmt nicht, denn Zinnien sind keine Lichtkeimer. Ich lege die samen.liveshalb 0,5 bis 1 cm tief und decke sie mit Erde zu.
Direktsaat ins Beet
Direkt ins Beet säst du von Mai bis Juni, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Auch hier kommen die Samen 0,5 bis 1 cm tief in die Erde. Säe in Reihen, dann erkennst du die Keimlinge leichter zwischen aufkommendem Unkraut. Stehen die Sämlinge zu dicht, vereinzelst du sie auf den Pflanzabstand, den du weiter unten beim Auspflanzen findest.
Für einen frühen Blühbeginn gießt du die Ansaat während der Auflaufphase in Trockenzeiten täglich. Wie viel Wasser Zinnien danach brauchen, erklärt der Ratgeber, wie du Zinnien in jeder Wachstumsphase gießt.
Wenn Kinder beim Säen mithelfen, findest du Anregungen für einfache Gartenprojekte mit Zinnien für Kinder. Ein weiterer Ratgeber zeigt, wie du Zinnien im insektenfreundlichen Garten einsetzt.
Keimung: Temperatur, Feuchte und Dauer
Stell die Anzucht an einen warmen Platz mit 18 bis 22 °C. Bis zum AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. bleibt die Erde gleichmäßig feucht, ohne nass zu stehen. Ich lege ein Thermometer direkt neben die Schalen und suche einen anderen Platz, wenn der Wert aus dem Bereich fällt.
Zinnien keimen bei 18 bis 22 °C. Meist erscheinen die Keimlinge nach 7 bis 14 Tagen. Manchmal sind sie schon nach 4 Tagen da, manchmal brauchen sie bis zu 21 Tage.
Sobald die Keimlinge da sind, brauchen sie ausreichend Licht. Lichtmangel begünstigt lange, instabile Triebe. Ich rücke die Schalen nach dem Auflaufen deshalb ans hellste Fenster im Haus.
Die Schalen bleiben nach dem Keimen am warmen, aber dunklen Platz stehen. Bei Lichtmangel neigen Jungpflanzen zu langen, instabilen Trieben. Hol sie deshalb gleich nach dem Auflaufen ans Licht.
Pikieren: wann und wie
Pikieren heißt, Sämlinge aus der Saatschale einzeln in eigene Töpfe umzusetzen, damit jede Pflanze Platz für ihre Wurzeln bekommt.
Hast du in eine Schale gesät, pikierst du, sobald nach den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. die ersten echten Blattpaare entwickelt sind. Jeder Sämling bekommt dann einen eigenen Topf mit Wasserabzug. Lockere die Erde mit dem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. und heb den Sämling mit möglichst viel Erde an den Wurzeln heraus. Ich fasse jeden Sämling dabei an einem Keimblatt an, nicht am Stängel. Im neuen Topf drückst du die Erde rundherum leicht an und gießt vorsichtig an. Danach gilt dasselbe wie bei der Keimung: ausreichend Licht und Erde, die weder austrocknet noch vernässt.
Ich beschrifte jede Schale vor der Saat mit Sorte und Datum. Beim Pikieren weiß ich so, welche Töpfe zusammengehören, und halte die Mischungen getrennt.
Abhärten und Auspflanzen
Vorgezogene Zinnien kommen ab Mai bei frostfreiem Wetter ins Beet, aber nicht direkt von der Fensterbank. Vorher gewöhnst du sie schrittweise an die Außentemperaturen. Stell die Töpfe dafür bei mildem Wetter zuerst geschützt in den Schatten. Danach dürfen sie Schritt für Schritt auch in die Sonne. Droht noch einmal Frost, holst du sie wieder herein. Ich stelle die Töpfe in eine flache Kiste, so trage ich sie in einem Gang hinaus und herein.
Beim Pflanzen bekommt jede Zinnie ihren Platz. Die Abstände hängen zusammen, deshalb planst du Reihe, Reihenabstand und Wuchs gemeinsam:
| Maß | Wert |
|---|---|
| Abstand in der Reihe | 20 bis 25 cm |
| Abstand zwischen den Reihen | 20 bis 30 cm |
| Breite der ausgewachsenen Pflanze | 20 bis 40 cm |
| Wuchsform | frei wachsend, hohe Sorten bei Bedarf gestützt |
Wie viele Zinnien auf deine Fläche passen, kannst du im Beetplaner durchspielen.
Schau vor dem Pflanztermin in die Wettervorhersage. Pflanze erst, wenn kein Frost mehr angesagt ist, und gieß die Zinnien nach dem Einsetzen an.
Nach dem Auspflanzen: Pflege und Krankheiten im Überblick
Wenn du Verblühtes entfernst, verlängert das die Blüte. Zinnien brauchen außerdem eine gute Nährstoffversorgung. Wie du sie düngst, mulchst und hohe Sorten stützt, zeigt der Ratgeber, wie du Zinnien nach dem Auspflanzen gesund hältst.
Achte bei Zinnien auf Wurzel- und Fußfäulen, GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten., Blattflecken und Echten Mehltau. Erkrankte Pflanzenteile entfernst du; mehr dazu findest du im selben Ratgeber und im Sommerblumen-Überblick unter Krankheiten und Schädlinge.
Für die Vase erklärt ein eigener Ratgeber, wie du Zinnien als Schnittblumen erntest und lange frisch hältst.





