Buschige Kapuzinerkresse: Tropaeolum minus aus Samen für Topf, Kasten und Beet
- Tropaeolum minus wächst buschig ohne Ranken und wird je nach Sorte etwa 15 bis 30 cm hoch.
- Vorziehen unter Glas ab April, direkt säen von Mitte Mai bis Ende Juni, Samen 1 bis 2 cm tief.
- Den Pflanzabstand gibt die Sorte vor, für die Art reicht die Spanne von 20 bis 40 cm.
- Magerer, durchlässiger Boden und volle Sonne fördern die Blüte, ein zu reicher Boden bringt Laub statt Blüten.
- Blüten, Blätter und Knospen sind essbar, geerntet wird von Juni bis Oktober.
Im Balkonkasten soll Kapuzinerkresse dicht wachsen und blühen, statt an der Brüstung hochzuklettern. Das leistet die Kleine Kapuzinerkresse, botanisch Tropaeolum minus: Sie bleibt buschig und bildet keine Ranken. Ich ziehe sie jedes Jahr neu aus Samen, weil sie keinen Frost verträgt. Ihre Blütezeit reicht von Juni bis Oktober, und Blüten wie Blätter kommen bei mir auch in den Salat.
Buschig oder rankend: so erkennst du Tropaeolum minus
Sorten der Kleinen Kapuzinerkresse wachsen buschig und ohne Ranken. Je nach Sorte werden sie etwa 15 bis 30 cm hoch. In der Breite nehmen die Pflanzen 20 bis 40 cm ein. Weil sie keine Ranken bildet, brauchst du für sie kein Gerüst.
Die Große Kapuzinerkresse, Tropaeolum majus, wächst in ihren rankenden Sorten deutlich anders. An Rankhilfen klettert sie auf über 3 m Höhe. Gesät wird sie mit etwa 50 cm Pflanzabstand. Mit ihren langen Trieben kann die kletternde Form benachbarte Pflanzen unterdrücken. Für die Kultur im Gefäß eignen sich dagegen kompakte Sorten. Beide Arten sind stark frostempfindlich und lassen sich nur einjährig ziehen.
Tropaeolum minus ist der botanische Name der Kleinen Kapuzinerkresse. Im Saatguthandel stehen niedrige, nicht rankende Sorten mit etwa 20 bis 30 cm Wuchshöhe aber mal unter Tropaeolum minus und mal unter Tropaeolum majus. Für Topf und Kasten zählt deshalb die Angabe zu Wuchs und Höhe auf der Tüte mehr als der Name.
Zu den buschigen Sorten gehören ‘Baby Rose’, ‘Black Velvet’, ‘Night & Day’, ‘Lady Bird’ und ‘Gartenjuwel’. Sie unterscheiden sich unter anderem im Platzbedarf, den du weiter unten in der Abstandstabelle findest.
Aussaat: ab April vorziehen, ab Mitte Mai direkt säen
Die Aussaatzeit der Kleinen Kapuzinerkresse reicht von April bis Juni. Im April ziehst du sie unter Glas vor, denn ins Freie darf sie erst nach dem Ende der Frostgefahr. Direkt ins Beet oder in den Kasten säst du von Mitte Mai bis Ende Juni. Wer im April vorzieht, hat also schon Jungpflanzen, wenn die Direktsaat ab Mitte Mai erst in die Erde kommt.
| Kulturdaten Tropaeolum minus | Wert |
|---|---|
| Aussaatzeit | April bis Juni |
| Direktsaat ins Freie | Mitte Mai bis Ende Juni |
| Saattiefe | 1 bis 2 cm |
| Lichtkeimer | nein |
| Keimtemperatur | 15 bis 20 °C |
| Keimdauer | 7 bis 21 Tage |
| VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. nach der Direktsaat | auf etwa 20 cm |
| Kulturdauer | 56 bis 140 Tage |
| Blütezeit | Juni bis Oktober |
Vorziehen im Topf
Für die Vorkultur legst du mehrere Samen in einen Topf und ziehst sie als Tuff gemeinsam weiter. Die Samen kommen 1 bis 2 cm tief in die Erde. Licht brauchen sie zum Keimen nicht. Bis zur Keimung und kurz danach darf die Erde nicht austrocknen. Der Topf braucht einen Wasserabzug, damit keine Staunässe entsteht.
Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Jungpflanzen bei mildem Wetter schrittweise an draußen, zuerst im Schatten und danach in der Sonne. Hinaus kommen sie erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht und der Erdballen gut durchwurzelt ist. Dann setzt du den Tuff mit dem ganzen Ballen in Topf, Kasten oder Beet. Wie die Vorkultur von Sommerblumen grundsätzlich abläuft, steht im Abschnitt zur Vorkultur im Ratgeber für Sommerblumen.
Ich säe in Anzuchttöpfe mit Abzugsloch und lasse alle Keimlinge eines Topfes als Tuff zusammen stehen. Beim Auspflanzen hebe ich den ganzen Ballen heraus und setze ihn ungeteilt ein.
Direkt säen ab Mitte Mai
Weil die Kapuzinerkresse stark frostempfindlich ist, kommt die Direktsaat erst ab Mitte Mai ins Freie. Das SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. harkst du vorher fein, unkrautfrei und locker. Nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. vereinzelst du die Pflänzchen auf etwa 20 cm. Auf Sämlinge aus SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. verlässt du dich besser nicht, denn sie können für eine gute Blüte zu spät keimen. Alle Saattermine der Sommerblumen findest du im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Topf, Kasten und Beet: Standort und Platz
Die Kleine Kapuzinerkresse gedeiht im Topf, im Kübel und im Hochbeet ebenso wie im Balkonkasten und im Beet. Lichten Schatten verträgt sie, in voller Sonne blüht sie aber besser. Der Boden soll nährstoffarm und gut durchlässig sein. Auf sandigem, lehmigem und kalkhaltigem Boden wächst sie, solange er das Wasser gut abführt. Die Erde soll frisch bleiben und nicht austrocknen.
Töpfe und Kästen brauchen Ablauflöcher, damit sich bei Regen keine Staunässe bildet. Je kleiner das Gefäß ist, desto schneller trocknet die Erde darin aus. Bei zu trockenem Stand können sich an Kapuzinerkresse gelbe Blätter bilden. Im kleinen Topf prüfst du deshalb vor dem Gießen mit dem Finger, ob die Erde noch feucht ist.
Abstand nach Sorte
Wie viel Platz eine Pflanze bekommt, legt die Sorte fest. Für die Art insgesamt reicht die Spanne in der Reihe von 20 bis 40 cm. Nimm den Wert deiner Sorte und keinen Mittelwert aus dieser Spanne.
| Sorte | Abstand in der Reihe |
|---|---|
| ‘Baby Rose’ | 20 cm |
| ‘Lady Bird’ | 20 cm |
| ‘Gartenjuwel’ | 25 cm |
| ‘Night & Day’ | 30 cm |
| ‘Black Velvet’ | 30 cm |
| Kleine Kapuzinerkresse allgemein | 20 bis 40 cm |
Zwischen den Reihen gilt für die Art eine Spanne von 20 bis 40 cm. Gezogen werden alle diese Sorten als Busch ohne Rankhilfe. Die Abstände kannst du im Beetplaner auf deine eigene Fläche übertragen.
Wuchsform und Höhe auf der Tüte prüfen. Gefäß mit Abzugsloch wählen. Nährstoffarme, durchlässige Erde einfüllen. Abstand der Sorte einhalten. Einen sonnigen Platz suchen. Vorgezogene Pflanzen erst nach dem Ende der Frostgefahr hinausstellen.
Pflege für viele Blüten
Mager halten statt düngen
Für viele Blüten braucht die Kleine Kapuzinerkresse magere Bedingungen. Ein zu reicher Boden fördert bei ihr das Blattwachstum auf Kosten der Blüten. Zu hohe Stickstoffgaben begünstigen außerdem den Befall mit Blattläusen. Wer reichlich düngt, fördert also Laub statt Blüten und zugleich die Läuse. Ich dünge sie kaum und fülle Topf und Kasten mit nährstoffarmer Erde. Wie du Beete und Gefäße grundsätzlich gießt und düngst, erklärt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt zum Gießen und Düngen.
Verblühtes und eigene Samen
Bei Sommerblumen kann das Entfernen verwelkter Blüten vor dem Samenansatz die Bildung neuer Blüten fördern. Im Lauf des Sommers bildet die Kapuzinerkresse zahlreiche Samen, die du sammeln und im nächsten Jahr aussäen kannst. Ich lasse dafür einzelne Blüten bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen und ernte bei trockenem Wetter. Die Samen trocknest du auf Papier nach und lagerst sie beschriftet, kühl, dunkel und trocken. Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze.
Kohlweißling und Blattläuse
Die Raupen des Großen Kohlweißlings fressen auch an Kapuzinerkresse und hinterlassen Löcher in den Blättern. Ein aufgelegtes KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. kann den Befall bremsen. Eier und Raupen sammelst du zusätzlich ab. Beim Ernten drehe ich die Blätter um und suche nach Eiern und Raupen.
Kapuzinerkresse kann auch von Blattläusen befallen werden. Schwachen Befall spülst du mit Wasser ab, stark besetzte Pflanzenteile schneidest du heraus. Marienkäfer sowie die Larven von Florfliegen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. zählen zu den natürlichen Feinden der Läuse. Die Kleine Kapuzinerkresse selbst ist eine Nahrungsquelle für Nützlinge und andere Insekten.
Besonders auf Baumscheiben kann Kapuzinerkresse als Lock- und Zeigerpflanze für schwarze Blattläuse dienen. Was man Nachbarpflanzen im Gemüsebeet nachsagt, ist allerdings oft widersprüchlich und hängt auch von Standort und Pflege ab. Welche Pflanzen sich als Nachbarn grundsätzlich vertragen, kannst du im Mischkultur-Planer nachsehen.
Blüten, Blätter und Knospen in der Küche
Bei der Kleinen Kapuzinerkresse sind Blüten und Blätter essbar. Ihr Geschmack ist pikant, würzig-scharf und leicht senfartig. Geerntet wird von Juni bis Oktober. Für den Salat nehme ich junge Blätter und Blüten, die ich morgens pflücke. Geschlossene Knospen und unreife Samen legst du in Kräuteressig ein und verwendest sie als Kapernersatz.
Kapuzinerkresse kommt nur frisch in die Küche, am besten gleich nach dem Pflücken. Die Blüten befreist du vorsichtig von Insekten und wäschst sie sehr sanft. Welche Sommerblumen sonst essbar sind und welche giftig, behandelt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt zu essbaren Blüten und giftigen Arten.
Iss nur Pflanzen, die nicht mit chemischen Mitteln behandelt wurden, und nur Kapuzinerkresse, die du sicher bestimmt hast. Übermäßiger Verzehr kann zu Magen-Darm-Reizungen führen. Bei empfindlichen Menschen könnten die Pollen essbarer Blüten Allergien auslösen.





