Blumen · Sommerblumen & Einjährige · Pflege

Mimose und Licht: der richtige Platz drinnen, draußen und im Winter

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Mimose mag es hell, sonnig bis halbschattig, heiße Sonne schirmst du ab.
  • Am Fenster steht sie geschützt vor Zugluft und häufigen Erschütterungen.
  • Den Sommer kann sie an einem geschützten Platz im Freien verbringen.
  • Aus dem Winterquartier kommt sie draußen zuerst tagsüber an einen halbschattigen Platz.
  • Lange, hellgrüne Triebe können auf Lichtmangel hindeuten, gelbe Blätter haben mehrere mögliche Ursachen.
  • Die Mimose ist nicht winterhart und überwintert im Haus.
Pflege eines blühenden Sommerblumenbeets im Garten
Foto: Kampus Production · Pexels License · Quelle ↗

Schiebt deine Mimose lange, dünne Triebe oder lässt sie am Sommerfenster die Blätter hängen, liegt der Gedanke ans Licht nahe. Das kann stimmen, muss aber nicht. Ich schaue bei meiner Mimose deshalb erst auf Erde und Blattunterseiten, bevor ich ihren Platz verändere. Hier erfährst du, welcher Platz drinnen und draußen passt und wie du Lichtprobleme von anderen Ursachen trennst.

Gemeint ist Mimosa pudica mit ihren rosafarbenen Blüten, nicht die gelb oder weißlich blühenden Akazien. Botanisch gehört sie zu den Hülsenfrüchtlern und entwickelt nach der Blüte Hülsenfrüchte. Was Sommerblumen sonst an Lebensdauer und Herkunft unterscheidet, findest du im Kurzporträt der Sommerblumen.

Wie viel Licht braucht die Mimose?

Die Mimose gilt als Pflanze für sonnige bis halbschattige Plätze. Gemeint ist ein heller Standort, an dem heiße Sonne abgeschirmt wird. Dazu kommt Wärme, denn die Mimose ist eine Pflanze für warme, geschützte Kultur. Im Haus steht sie deshalb an einem hellen Fenster, im Sommer auch draußen an einem geschützten Platz.

Ich stelle meine Mimose an das hellste Fenster, das ich habe. Sobald die Sonne heiß auf die Scheibe brennt, ziehe ich einen hellen Vorhang vor. Der Stoff bleibt dünn, damit weiter viel Licht durchkommt.

Mythos-Check

„Eine Pflanze für sonnige Plätze gehört in die pralle Sonne.“ Die Mimose verträgt Sonne bis Halbschatten, soll aber hell und vor heißer Sonne geschützt stehen. Hell heißt bei ihr also nicht ungeschützt in der Mittagshitze.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Bodenart

Geeignet ist lehmhaltige Kulturgrundlage.

Bodenreaktion

Saure, neutrale oder alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

In Gefäßen oder im Gewächshausbeet torffreies, lehmhaltiges Topfsubstrat verwenden.

Anbauort

Im beheizten Gewächshaus im Gefäß oder Gewächshausbeet kultivieren.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Für die Hausanzucht Samen einen Tag in raumwarmem Wasser vorquellen, auf feuchte Anzuchterde säen und leicht bedecken.

Pflege

Pflege

In der Wachstumszeit mäßig gießen, im Winter weniger. Auf Spinnmilben unter Glas achten.

Düngung

Während der Wachstumszeit monatlich ausgewogenen Flüssigdünger geben,.

Aussaatkalender Mimose
GartenkalenderVorkultur: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember; Aussaat: Januar, Februar, März, April; Blüte: Mai, Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: JanuarVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliVorkultur: AugustVorkultur: SeptemberVorkultur: OktoberVorkultur: NovemberVorkultur: DezemberAussaatAussaat: JanuarAussaat: FebruarAussaat: MärzAussaat: AprilBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberVorkulturAussaatBlüte

Wo steht die Mimose in der Wohnung am besten?

Am Fenster zählt nicht nur das Licht. Die Mimose soll vor Zugluft und vor häufigen Erschütterungen geschützt stehen. Ein Fensterbrett direkt am Lüftungsfenster ist deshalb ungünstig, ebenso eine Ecke neben einer Tür, die ständig auf- und zugeht. Berührung lässt die Blätter einklappen, und das solltest du nicht unnötig oft auslösen.

Neigt sich die Pflanze zur Scheibe hin, drehst du den Topf. Da die Mimose vor häufigen Erschütterungen geschützt stehen soll, mache ich das behutsam. Ich fasse den Topf unten an und setze ihn langsam wieder ab.

Unter Glas, also im beheizten Gewächshaus oder im Wintergarten, steht die Mimose warm und geschützt. Auch dort schirmst du heiße Sonne ab. Schau dort zusätzlich unter die Blätter, denn unter Glas solltest du auf Spinnmilben achten.

Mini-Checkliste

Ist der Platz hell? Lässt sich heiße Sonne mit einem Vorhang abschirmen? Steht die Mimose außerhalb von Zugluft? Bleibt sie von Türen und Durchgängen verschont, an denen sie ständig erschüttert wird?

Achtung

Mimosa pudica enthält den toxischen Pflanzenstoff Mimosin. Stell sie deshalb dorthin, wo Hund und Katze nicht herankommen. Bei einem Vergiftungsverdacht beim Tier gehst du sofort zum Tierarzt, gibst keine Hausmittel und erzwingst kein Erbrechen. Bekannte Pflanzenreste nimmst du zur Untersuchung mit.

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Darf die Mimose im Sommer nach draußen?

Ja, die Mimose kann den Sommer an einem geschützten Platz im Freien verbringen. Geschützt heißt hier windgeschützt, warm und hell, aber ohne heiße Sonne. Ich suche dafür einen Platz an der Hauswand, an dem ein Dachüberstand die heißeste Sonne abhält. Zugluft und häufige Erschütterungen meidest du draußen genauso wie am Fenster.

Wichtig ist der Übergang. Kommt die Mimose aus dem Winterquartier oder frisch aus dem Handel, stellst du sie zuerst an einen halbschattigen, windgeschützten und warmen Platz draußen. Dort gewöhnt sie sich tagsüber an die Außensonne. Erst danach zieht sie an ihren hellen Sommerplatz. Selbst gezogene Jungpflanzen gewöhnst du bei mildem Wetter genauso: zuerst geschützt im Schatten, dann schrittweise in der Sonne.

Wie ändert sich der Lichtbedarf über das Jahr?

Über das Jahr ändert sich vor allem, wo die Mimose steht. Die Stationen im Überblick:

Zeitraum Platz Darauf achtest du
Aussaat von Januar bis April warm, nach dem Auflaufen am hellsten Fenster Samen nur leicht bedecken, Sämlinge nicht warm und dunkel stehen lassen
Umzug nach draußen zuerst tagsüber halbschattig, windgeschützt und warm erst nach der Gewöhnung an den hellen Sommerplatz
Sommer, Blüte von Mai bis September hell am Fenster oder geschützt im Freien heiße Sonne abschirmen, Zugluft und häufige Erschütterungen meiden
Herbst zurück ins Haus vorher auf Schädlinge kontrollieren, befallene Pflanzen getrennt aufstellen
Winter im Haus, nach dem Laubabwurf kühl möglich weniger Licht, Dünger in größeren Abständen

Die rosafarbenen Blüten erscheinen von Mai bis September. Eine einzelne Blüte hält nur 1 Tag, dafür entstehen laufend neue. Wie du die Blüte der Mimose förderst und verlängerst, steht in einem eigenen Ratgeber.

Anzucht: Licht für die Sämlinge

Gesät wird die Mimose von Januar bis April. Die Samen gelten als Lichtkeimer, deshalb bedeckst du sie nur leicht mit Erde. Zum Keimen brauchen sie 20 bis 25 °C. Unter diesen Bedingungen keimen sie gewöhnlich innerhalb von 1 Woche.

Nach dem Auflaufen brauchen Jungpflanzen ausreichend Licht, weil Lichtmangel lange, instabile und hellgrüne Triebe begünstigt. Viel Wärme bei wenig Licht fördert dabei lange, weiche Triebe. Im Winter ist das Lichtangebot geringer, zum Keimen braucht die Mimose aber Wärme. Wer im Januar sät, stellt die Sämlinge deshalb an den hellsten Platz im Haus. Meine Aussaatschale kommt gleich nach dem Auflaufen ans Fenster, und neigen sich die Sämlinge zur Scheibe, drehe ich sie. Wann andere Sommerblumen an der Reihe sind, zeigt dir der Aussaatkalender für Sommerblumen.

Ist die Mimose winterhart?

Nein, die Mimose ist nicht winterhart, aber botanisch keine einjährige Pflanze, sodass du sie im Haus überwintern kannst. Nach dem Laubabwurf sieht die Kulturführung eines Herstellers dafür eine kühle Überwinterung bei 5 bis 15 °C bis März vor. Wie du sie dabei gießt und zurückschneidest, zeigt der Ratgeber, wie du die Mimose durch die Jahreszeiten pflegst.

Woran erkennst du Lichtprobleme?

Symptome am Laub sind Hinweise, keine Diagnosen. Viele Bilder, die nach Licht aussehen, können auch andere Ursachen haben. Die Tabelle hilft dir beim Eingrenzen.

Was du siehst Kann hindeuten auf Was du prüfst
lange, dünne, hellgrüne Triebe zu wenig Licht, besonders bei viel Wärme hellerer Platz, nur heiße Sonne abschirmen
Pflanze neigt sich zur Scheibe einseitiges Licht Topf behutsam drehen
gelbe Blätter, Blattfall Lichtmangel, Temperaturschwankungen, Wasserstress oder Nährstoffmangel Platz, Temperatur, Erdfeuchte und Düngung nacheinander prüfen
welke Blätter an heißem, sonnigem Platz Hitze oder durch Dauernässe geschädigte Wurzeln Erdfeuchte auch tiefer im Topf prüfen, Sonne abschirmen
gelbliche Sprenkel, Gespinste und weiße Häutungsreste unter den Blättern Spinnmilben, gerade unter Glas Blattunterseiten genau ansehen
Blätter abends zusammengelegt Schlafbewegung nichts, das gehört zum Tagesgang
Blätter tagsüber ständig zugeklappt häufige Berührung oder Erschütterung ruhigeren Platz ohne Zugluft wählen
Marias Erfahrung

Bevor ich meine Mimose umstelle, fühle ich mit dem Finger in die Erde, auch tiefer im Topf. Danach schaue ich vorsichtig unter die Blätter, ohne die ganze Pflanze anzufassen. Erst wenn beides unauffällig ist, ändere ich etwas am Licht.

Wenn die Mimose zu dunkel steht

Lange, dünne und hellgrüne Triebe können darauf hindeuten, dass die Mimose zu wenig Licht bekommt. Stell sie dann an den hellsten Platz, den du hast, und schirme nur die heiße Sonne ab. Zieht sie dabei nach draußen um, gewöhnst du sie wie im Frühjahr über einen halbschattigen Platz an die Sonne. Ob und wie du lange Triebe einkürzt, erklärt der Ratgeber, wie du die Mimose kompakt und verzweigt hältst.

Wenn die Sonne zu heiß ist

Häufiger Fehler

An einem sonnigen Tag welke Blätter sehen und sofort gießen. Bei welkenden Topfpflanzen prüfst du vor weiterem Gießen die Erdfeuchte, weil auch Hitze und durch Dauernässe geschädigte Wurzeln Welke verursachen können.

Für die Mimose wird torffreies, lehmhaltiges Topfsubstrat empfohlen. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während es darunter noch feucht ist. Fühl deshalb auch tiefer im Topf, bevor du gießt. Ist die Erde dort feucht, gießt du nicht nach, sondern schirmst die heiße Sonne ab.

Wenn die Blätter zuklappen

Abends kann die Mimose ihre Fiederblätter im Rahmen der Schlafbewegung zusammenlegen. Das gehört zu ihrem Tagesgang und ist kein Grund, den Platz zu wechseln. Klappen die Blätter tagsüber immer wieder zu, wird die Pflanze vermutlich oft berührt oder erschüttert. Bis zur Ausgangsstellung brauchen die Fiederblättchen rund 20 Minuten, eine oft gestörte Mimose ist tagsüber also entsprechend oft geschlossen. Wie diese Bewegung zustande kommt, erklärt der Beitrag darüber, wie die Blattbewegung der Mimose funktioniert.

Was hat Licht mit Gießen, Düngen und Luftfeuchte zu tun?

Der Gießbedarf einer Kübelpflanze richtet sich nach Art, Wetter, Standort und Gefäßgröße, mit einem helleren Platz ändert sich also auch das Gießen. Staunässe und stehendes Wasser im Untersetzer vermeidest du bei der Mimose grundsätzlich. Wie du die Mimose gießt und die Luftfeuchtigkeit steuerst, beschreibt ein eigener Ratgeber.

In der Zimmerkultur braucht die Mimose zusätzlich eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Einzelheiten dazu stehen ebenfalls im Ratgeber zur Bewässerung.

Die britische Royal Horticultural Society empfiehlt für die Wachstumszeit monatlich einen ausgewogenen Flüssigdünger. Mit dem geringeren Lichtangebot im Winter brauchen Zimmerpflanzen weniger Nährstoffe, du düngst dann in größeren Abständen. Woran du Fehler beim Düngen und in der übrigen Pflege erkennst, liest du im Ratgeber, welche Pflegefehler der Mimose schaden.

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Häufige Fragen

Welchen Lichtbedarf hat die Mimose als Zimmerpflanze?
Die Mimose braucht einen hellen Platz, sonnig bis halbschattig, an dem heiße Sonne abgeschirmt wird. Am Fenster heißt das: viel Helligkeit, aber ein heller Vorhang, sobald die Sonne heiß auf die Scheibe brennt. Außerdem steht sie geschützt vor Zugluft und häufigen Erschütterungen und braucht in der Zimmerkultur eine hohe Luftfeuchtigkeit.
Welche Anzeichen deuten auf falsche Lichtverhältnisse bei der Mimose hin?
Lange, dünne und hellgrüne Triebe können auf zu wenig Licht hindeuten, besonders wenn es dabei warm ist. Gelbe Blätter und Blattfall können mit Lichtmangel zusammenhängen, aber ebenso mit Temperaturschwankungen, Wasserstress oder Nährstoffmangel. Welkt die Mimose an einem heißen, sonnigen Platz, prüfst du zuerst die Erdfeuchte, weil auch Hitze und durch Dauernässe geschädigte Wurzeln Welke verursachen können. Gelbliche Sprenkel mit Gespinsten an den Blattunterseiten können dagegen auf Spinnmilben hinweisen.
Wie beeinflusst Licht die Blattbewegung der Mimose?
Mit dem Tagesgang hängt die Schlafbewegung zusammen: Abends kann die Mimose ihre Fiederblätter zusammenlegen, auch ohne Berührung. Geschlossene Blätter am Abend sind deshalb kein sicheres Zeichen für einen zu dunklen Platz. Die Berührungsreaktion ist ein eigener Vorgang und setzt oft schon nach 0,08 Sekunden ein. Bis zur Ausgangsstellung brauchen die Fiederblättchen danach rund 20 Minuten.
Wie ändert sich der Lichtplatz der Mimose mit den Jahreszeiten?
Nach der Aussaat von Januar bis April brauchen die Sämlinge einen sehr hellen Platz, weil Lichtmangel lange, instabile Triebe begünstigt. Im Sommer kann die Mimose an einem geschützten Platz im Freien stehen, hell, aber vor heißer Sonne geschützt. Kommt sie aus dem Winterquartier, gewöhnst du sie draußen zuerst tagsüber an einem halbschattigen Platz an die Sonne. Vor dem Winter holst du sie ins Haus, denn sie ist nicht winterhart.
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