Mimosen pflegen: richtig gießen und die Luftfeuchtigkeit steuern
- Gieß nach Bedarf statt nach festem Rhythmus und prüf vorher die Erdfeuchte.
- Bei torffreier Erde tiefer fühlen oder den Topf anheben, weil die Oberfläche täuschen kann.
- Durchdringend gießen, Überschuss ablaufen lassen und Wasser im Untersetzer ausgießen.
- Regenwasser ist weich und salzarm, hartes Leitungswasser kann den pH-Wert im Topf anheben.
- Im Zimmer braucht die Mimose hohe Luftfeuchtigkeit, aber auch Luftaustausch ohne Zugluft.
- In der Wachstumszeit mäßig gießen, im Winter weniger, kühl überwintert nur so viel, dass die Erde nicht austrocknet.

Die Mimose stellt dich beim Gießen vor zwei Aufgaben auf einmal. Die Erde soll feucht bleiben, ohne nass zu stehen, und die Luft um die Pflanze soll ebenfalls feucht sein. Wer trockene Zimmerluft mit mehr Gießwasser ausgleichen will, riskiert Staunässe. Ich prüfe deshalb vor dem Gießen zuerst die Erde und schaue danach, wie feucht die Luft am Standort gerade ist.
Gemeint ist hier Mimosa pudica mit ihren rosafarbenen Blüten, nicht die gelb oder weißlich blühenden Akazien. Es geht darum, wie viel und wie oft du gießt, welches Wasser passt und wie du die Luftfeuchtigkeit über das Jahr steuerst.
Warum gehören Wasser und Luftfeuchtigkeit bei der Mimose zusammen?
In der Zimmerkultur braucht Mimosa pudica eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Erde darf feucht sein, Staunässe und Wasser, das im Untersetzer stehen bleibt, vermeidest du dagegen. Ich trenne deshalb die beiden Aufgaben. Die Wurzeln versorge ich mit der Gießkanne, die Luftfeuchtigkeit über den Platz und die Umgebung der Pflanze. Dazu gehört ein Standort, der vor Zugluft und häufigen Erschütterungen geschützt ist.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Geeignet ist lehmhaltige Kulturgrundlage.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale oder alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
In Gefäßen oder im Gewächshausbeet torffreies, lehmhaltiges Topfsubstrat verwenden.
- Anbauort
Im beheizten Gewächshaus im Gefäß oder Gewächshausbeet kultivieren.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Für die Hausanzucht Samen einen Tag in raumwarmem Wasser vorquellen, auf feuchte Anzuchterde säen und leicht bedecken.
Pflege
- Pflege
In der Wachstumszeit mäßig gießen, im Winter weniger. Auf Spinnmilben unter Glas achten.
- Düngung
Während der Wachstumszeit monatlich ausgewogenen Flüssigdünger geben,.
Wie viel Wasser braucht eine Mimose?
Wie viel Wasser deine Mimose braucht, hängt vom Wetter, von der Topfgröße und vom Material des Gefäßes ab. In der Wachstumszeit gießt du mäßig, im Winter weniger. Ich gieße bei Bedarf so, dass das Substrat bis zum Topfboden durchfeuchtet ist. Danach muss das überschüssige Wasser frei ablaufen können.
Bevor die Mimose in einen neuen Topf zieht, prüfe ich, ob er am Boden ein Abzugsloch hat. Was nach dem Gießen im Untersetzer steht, kippe ich aus, sobald nichts mehr nachläuft.
Junge Mimosen kommen zunächst in Töpfe mit 8 cm Durchmesser. Später ziehen sie in Töpfe mit 13 cm Durchmesser um. Mehr Erdvolumen bedeutet einen größeren Wasservorrat im Topf. Eine Jungpflanze im kleinen Topf hat also wenig Reserve, und bei ihr lohnt die Feuchteprobe besonders.
Die Mimose bleibt nach dem Gießen im vollen Übertopf oder Untersetzer stehen. Genau dieses stehen gebliebene Wasser vermeidest du bei ihr. Gieß den Rest aus, sobald nichts mehr aus dem Topf nachläuft.
Wie oft solltest du die Mimose gießen?
Einen festen Gießrhythmus gibt es nicht. Wie oft du gießt, richtet sich nach dem Bedarf der Pflanze, der Feuchte im Topf und der Witterung. Entscheidend ist deshalb, wie du die Feuchte prüfst und wie du das Wasser gibst.
Erdfeuchte richtig prüfen
Vor dem Gießen prüfst du die Erde mit dem Finger. Für die Mimose eignet sich ein torffreies, lehmhaltiges Topfsubstrat. Torffreie Erde kann an der Oberfläche schon trocken sein, während sie weiter unten noch feucht ist. Fühlst du bei der Mimose nur oben, gießt du also leicht in noch feuchte Erde nach und riskierst genau die Staunässe, die du vermeiden willst.
Fühl deshalb auch im unteren Bereich des Topfes nach. Das Gewicht hilft zusätzlich: Ein leichter Topf enthält wenig Wasser. Auf die Farbe verlässt du dich besser nicht, denn eine dunkle Substratfarbe garantiert bei torffreier Erde keine feuchte Erde.
Ich hebe meine Mimose direkt nach dem Gießen einmal an und merke mir, wie schwer sie sich anfühlt. Vor dem nächsten Gießen hebe ich sie wieder an. Ist der Topf deutlich leichter, fühle ich zusätzlich tief in der Erde nach.
So gießt du richtig
Gieß direkt auf die Erde im Wurzelbereich und lass die Blätter trocken. Ich nehme dafür eine Kanne mit schmaler Tülle und führe sie unter das Laub, damit ich die Fiederblättchen nicht anstoße. Bei der Mimose solltest du das Einklappen der Blätter nicht unnötig oft auslösen.
Vor dem Gießen gehe ich diese Punkte durch.
- Erde auch tiefer im Topf fühlen
- Topf anheben und mit dem Gewicht nach dem letzten Gießen vergleichen
- Abzugsloch frei halten
- Untersetzer leer
- Gießwasser raumwarm bereitstellen
Welches Wasser eignet sich für die Mimose?
Am liebsten gieße ich mit Regenwasser, weil es weich und salzarm ist. Bei Leitungswasser kommt es auf die CarbonathärteDie Carbonathärte ist der Teil der Gesamthärte des Wassers, der auf Calcium- und Magnesiumcarbonat zurückgeht. Sie wirkt alkalisch und beeinflusst deshalb den pH-Wert der Topferde, wenn du mit diesem Wasser gießt. an. Eine hohe Carbonathärte kann den pH-Wert im Substrat ansteigen lassen und so Eisen festlegen. Gelbe junge Blätter mit zunächst grünen Adern können dann auf Eisenmangel hinweisen, der durch diese blockierte Aufnahme entsteht. Wer mit hartem Leitungswasser gießt und solche Blätter sieht, denkt deshalb zuerst an das Gießwasser und erst danach an Dünger.
Das Gießwasser lasse ich vorher im Zimmer stehen, damit es raumwarm ist.
Sammle Regenwasser in einer Tonne oder Kanne und hol dir eine Kanne voll ins Haus. Dort nimmt es bis zum nächsten Gießen die Raumtemperatur an.
Woran erkennst du Gießfehler?
Hängende, welke Blätter sind kein eindeutiges Zeichen für Durst. Welke kann von Trockenheit kommen, aber auch von Wurzeln, die durch Dauernässe geschädigt sind. Prüf deshalb immer erst die Erdfeuchte, bevor du nachgießt. Steckt der Finger in nasser Erde, hilft mehr Wasser nicht weiter.
Gelbe Blätter und Blattfall haben bei Zimmerpflanzen mehrere mögliche Ursachen. Dazu zählen Lichtmangel, Temperaturschwankungen, WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. und NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub.. Ich schaue in so einem Fall zuerst auf Erde und Untersetzer, dann auf Licht und Platz. Braune Blattränder zusammen mit braunen Wurzeln und einem weißen, trockenen Belag auf der Erde können auf zu viel Salz durch ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt. hinweisen.
Nicht jedes Einklappen ist ein Warnsignal. Abends legt die Mimose ihre Fiederblätter auch im Rahmen der Schlafbewegung zusammen. Nach einer Berührung brauchen die Fiederblättchen rund 20 Minuten, bis sie wieder in der Ausgangsstellung sind.
Unter Glas lohnt der Blick auf SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall.. Gelbliche Sprenkel sowie Gespinste und weiße Häutungsreste an den Blattunterseiten können auf sie hindeuten. Welche weiteren Pflegefehler der Mimose schaden und wie du sie erkennst und vermeidest, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Wie viel Luftfeuchtigkeit braucht die Mimose?
In der Zimmerkultur braucht die Mimose eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ein HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. am Standort zeigt dir, wie feucht die Luft dort wirklich ist. Läuft im Winter die Heizung, kann die Luft am Fensterplatz trockener werden.
Feuchte Luft bringt aber ein Risiko mit. GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. bildet bei hoher Luftfeuchtigkeit einen grauen Belag auf faulenden Pflanzenteilen. Eine einzelne Mimosenblüte hält nur 1 Tag, während laufend neue nachkommen. In feuchter Luft fällt also ständig Verblühtes an, das faulen kann, und ich entferne es deshalb, sobald ich es sehe.
Zugleich steht die Mimose geschützt vor Zugluft. Ich öffne zum Lüften deshalb ein Fenster, das nicht direkt neben ihr liegt.
Wie erhöhst du die Luftfeuchtigkeit im Alltag?
Ich arbeite lieber mit Verdunstung rund um die Pflanze als mit Wasser auf den Blättern. Gut geht das mit einer flachen Schale voller Kies und Wasser unter dem Topf. Der Topf steht dabei auf den Steinen und nicht im Wasser. Sonst entsteht am Topfboden genau das stehende Wasser, das du bei der Mimose vermeidest.
Mehrere Pflanzen nebeneinander können die Luft zwischen sich feuchter halten. Lass dabei genug Abstand, damit die Luft zirkuliert. So trocknen die Blätter besser ab, und das Risiko für Pilzkrankheiten, die Feuchte begünstigt, sinkt. Ich stelle meine Mimose im Winter auf eine Kiesschale zwischen andere Zimmerpflanzen und achte darauf, dass keine Nachbarblätter sie berühren.
Offene Wasserschalen oder ein Zimmerbrunnen in der Nähe arbeiten nach demselben Prinzip der Verdunstung. Ein elektrischer Luftbefeuchter befeuchtet dagegen den ganzen Raum. Mit einem Hygrostat hält er die Feuchte, die du einstellst.
Besprühen liegt nahe, ist bei der Mimose aber eine Abwägung. Die Tropfen landen direkt auf den Fiederblättchen, deren Einklappen du nicht unnötig oft auslösen solltest. Wenn du sprühst, dann morgens mit weichem, raumwarmem Wasser, damit das Laub tagsüber abtrocknen kann.
Gießen und Luftfeuchtigkeit im Jahreslauf
Über das Jahr ändern sich vor allem zwei Dinge: wie viel Wasser die Mimose bekommt und wo sie steht.
Im Frühjahr beginnt die Wachstumszeit, und du gießt wieder mäßig statt zurückhaltend. Soll die Mimose den Sommer draußen verbringen, stellst du sie zuerst an einen halbschattigen, windgeschützten und warmen Platz. Dort gewöhnt sie sich an die Außensonne.
Im Sommer kann die Mimose an einem geschützten Platz im Freien stehen. Draußen kommt Regen dazu, deshalb leere ich den Untersetzer nach jedem Schauer. Gegossen wird draußen vorzugsweise morgens und bei Bedarf zusätzlich abends, immer direkt im Wurzelbereich. Wie du Mimosen auf Balkon und Terrasse vom Herausstellen bis zum Einräumen pflegst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Im Herbst und Winter gießt du im warmen Zimmer weniger als in der Wachstumszeit. Die Feuchteprobe bleibt trotzdem der Maßstab, denn auch im Winter gibt es keinen festen Rhythmus. Wird die Luft durch die Heizung trockener, kommen Kiesschale und Pflanzengruppe zum Einsatz.
| Phase | Gießen | Luftfeuchtigkeit und Platz |
|---|---|---|
| Frühjahr | wieder mäßig, Feuchte vor dem Gießen prüfen | zum Herausstellen erst halbschattig, windgeschützt und warm |
| Sommer im Zimmer | mäßig und durchdringend, Untersetzer leeren | hohe Luftfeuchtigkeit, Luftaustausch ohne Zugluft, Verblühtes entfernen |
| Sommer draußen | morgens, bei Bedarf auch abends im Wurzelbereich | geschützter Platz, Untersetzer nach Regen leeren |
| Winter im warmen Zimmer | weniger als im Sommer, nach Feuchteprobe | Kiesschale und Pflanzengruppe gegen trockene Heizungsluft |
Nach dem Laubabwurf kannst du die Mimose auch kühl überwintern, die Kulturführung sieht dafür 5 bis 15 °C bis März vor. In dieser Zeit gießt du nur so viel, dass die Erde nicht austrocknet. Wie du die Mimose durch die Jahreszeiten pflegst und kühl überwinterst, beschreibt der Ratgeber zur saisonalen Pflege.
Was gehört sonst zur Mimosenpflege?
Die Mimose steht hell, aber vor heißer Sonne schattiert, warm und geschützt vor Zugluft und häufigen Erschütterungen. Mehr zu Standort, Erde und Blattpflege der Mimose als Zimmerpflanze und zum passenden Licht drinnen und draußen über das Jahr findest du in eigenen Ratgebern. Da Mimosa pudica den toxischen Pflanzenstoff Mimosin enthält, lohnt mit Tieren im Haushalt ein Blick darauf, wie du die Mimose mit Katze, Hund oder Nager sicher hältst.
Gedüngt wird in der Wachstumszeit monatlich mit einem ausgewogenen Flüssigdünger. Die Lösung kommt nur auf bereits feuchte Erde, damit sie die Wurzeln nicht schädigt. Wie, wann und womit du die Mimose düngst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Sämlinge werden wegen ihrer feinen Wurzeln erst etwa 6 Wochen nach der Keimung umgetopft. Bei kühler Überwinterung kannst du die Mimose nach dem Laubabwurf auf 15 bis 20 cm zurückschneiden. Mehr dazu steht im Sommerblumen-Ratgeber unter Topf, Überwintern und Stecklinge.
Mimosa pudica gehört zu den HülsenfrüchtlernHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. und entwickelt nach der Blüte Hülsenfrüchte. Botanisch ist sie keine einjährige Pflanze und lässt sich überwintern. Welche Mimosen-Arten es gibt, woher sie stammen und wie du sie aus Samen und Stecklingen vermehrst, zeigt der Überblick zu Arten und Eigenschaften.





