Margeriten natürlich düngen: Kompost, Bodenprobe und der richtige Zeitpunkt
- Die Wiesen-Margerite wächst auf mäßig nährstoffreichem Boden und hat eine niedrige Stickstoffzahl.
- Grundlage ist eine Bodenuntersuchung, vor der Probenahme düngst du nicht.
- Kompost streust du im Frühjahr auf den abgetrockneten Boden, nicht als pauschale Herbstgabe.
- Hornspäne gibst du nur bei Stickstoffmangel und nur im Frühjahr.
- In der Blumenwiese bleiben Margeriten ungedüngt, weil Düngung sie dort verdrängen kann.

Wer Margeriten düngt wie Balkongeranien, nimmt sich die falsche Pflanze zum Maßstab. Geranien zählen zu den Starkzehrern. Die Wiesen-Margerite kommt dagegen mit mäßig nährstoffreichem Boden aus, und in Blumenwiesen kann Düngung sie sogar aus dem Bestand verdrängen. Ich gebe meinen Margeriten im Frühjahr Kompost und schaue danach auf Blätter und Wuchs, statt nach Kalender nachzudüngen.
Es geht hier um die Wiesen-Margerite Leucanthemum vulgare. Sie ist in Deutschland einheimisch, mehrjährig und winterhart und bietet Insekten und Nützlingen Nahrung. Du erfährst, welche natürlichen Dünger zu ihr passen, wann du sie gibst und wann du sie besser weglässt.
Wie viel Dünger braucht eine Margerite?
Die britische Gartenbaugesellschaft RHS beschreibt als passenden Platz einen mäßig nährstoffreichen, feuchten und gut durchlässigen Boden in voller Sonne oder im Halbschatten. Auch auf der Stickstoffskala nach Ellenberg steht die Margerite weit unten.
Die StickstoffzahlDie Stickstoffzahl ist einer der Zeigerwerte nach Ellenberg, also eine Kennzahl von 1 bis 9. Sie zeigt, ob eine Pflanzenart in der Natur eher auf stickstoffarmen (1) oder stickstoffreichen Standorten (9) wächst. nach Ellenberg reicht von 1 für stickstoffärmste bis 9 für übermäßig stickstoffreiche Standorte. Die Margerite hat den Wert 3.
Mäßig nährstoffreicher Boden und eine niedrige Stickstoffzahl zeigen in dieselbe Richtung. Stickstoff bekommt deine Margerite deshalb nur, wenn helles Laub und schwacher Wuchs auf einen Mangel hindeuten.
Für die Blumenwiese gibt es einen eigenen Hinweis. Für die Pflege von Wiesen gibt der BUND zu bedenken, dass Düngung Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen kann. Gemeint ist die ganze Artengruppe in der Wiese, eine Düngeregel für einzelne Garten- oder Schnittsorten ergibt sich daraus nicht. In einer Blumenwiese lasse ich Margeriten deshalb ungedüngt.
Wie eine ähnlich vorsichtige Versorgung bei einer anderen Sommerblume aussieht, zeigt der Ratgeber, wie du Schmuckkörbchen ohne Nährstoffüberschuss düngst.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet; gegebenenfalls stützen.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, alkalische, neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut drainierter Boden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für eine sommerblühende Gartenwiese.
Pflege
- Pflege
Kleine Teilstücke zunächst im Topf im Frühbeet bewurzeln lassen.
- Düngung
Wiesen mit den angebotenen Margeriten nicht düngen, denn Düngung kann Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.
Welcher Boden passt zur Margerite?
Die Margerite wächst auf Kalk-, Ton-, Lehm- und Sandböden und verträgt saure, neutrale und alkalische Verhältnisse. Den pH-Wert für sie umzustimmen, brauchst du deshalb nicht: Kalk gibst du nur, wenn eine Bodenuntersuchung für deine Bodenart einen zu niedrigen Wert zeigt. Wie du die Probe nimmst und deinen Boden einordnest, erklärt der Abschnitt Standort und Boden im Sommerblumen-Ratgeber.
Welche natürlichen Dünger passen zu Margeriten?
Im Beet reichen mir für Margeriten Kompost als Grundlage und Hornspäne für den Fall, dass Stickstoff fehlt. Jauchen setze ich nur gezielt ein. Wie du Kompost, Jauchen, Mulch und Gründüngung grundsätzlich anlegst, steht im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Gießen und Düngen. Hier geht es darum, was davon zur Margerite passt.
Kompost als Grunddünger
Kompost lockert schwere Böden und verbessert in leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Im Staudenbeet ist er der Grunddünger, den du im Frühjahr streust und leicht einarbeitest. Als allgemeine Faustzahl für den Garten gelten etwa 3 l Kompost je m² und Jahr. Eine eigene Berechnung für Margeriten ersetzt dieser Wert nicht. Zeigt die Bodenuntersuchung stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, bringst du weniger Kompost aus.
Hornspäne nur bei Stickstoffmangel
Hornspäne sind ein langsam verfügbarer Stickstoffdünger. Weil sie ihre Nährstoffe verzögert freigeben, kommen sie auf Zierbeeten schon im Frühjahr in den Boden. Stickstoff ist aber genau der Nährstoff, bei dem die Margerite niedrig eingestuft ist. Für sie sind Hornspäne deshalb die Ausnahme.
Ich streue sie nur, wenn das Laub im Vorjahr hell blieb, die Pflanzen kaum zulegten und zuerst die älteren Blätter vergilbten. Dieses Bild kann auf Stickstoffmangel hindeuten. Dann taste ich mich heran und richte die nächste Frühjahrsgabe danach aus, wie Blattfarbe und Wuchs reagiert haben.
Brennnessel- und Beinwelljauche
PflanzenjauchenPflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. setzt du aus Gartenpflanzen selbst an. Für BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. übergießt du frische Brennnesseln in einem Eimer mit Regenwasser und lässt sie gären, bis die Schaumbildung nachlässt. Beinwelljauche setzt du genauso mit Beinwellblättern an. Der Brennnesseljauche wird ein hoher Stickstoffanteil nachgesagt, der Beinwelljauche ein höherer Kaliumanteil.
Für die Margerite folgt daraus eine klare Auswahl. Brennnesseljauche kommt nur infrage, wenn Stickstoff tatsächlich fehlt. Ob Kalium knapp ist, musst du vor dem Ansetzen nicht raten, denn eine Standarduntersuchung des Gartenbodens erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Ist dein Boden gut mit Kalium versorgt, brauchst du die Beinwelljauche nicht.
Eine selbst angesetzte Jauche hat keinen deklarierten Nährstoffgehalt, deshalb taste ich mich heran. Ich gieße sie mit Wasser verdünnt und nur auf feuchten Boden. Nach jeder Gabe schaue ich auf Blattfarbe und Wuchs, bevor ich die nächste ansetze.
Jauche gieße ich mit der Kanne ohne Brause direkt an den Fuß der Pflanze. Vorher prüfe ich mit dem Finger, ob die Erde feucht ist, und die Blätter bleiben trocken.
Algenpräparate und Kräutertees
Algenpräparaten und Kräutertees aus Schafgarbe, Kamille oder Löwenzahn wird nachgesagt, Pflanzen mit SpurenelementenSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. zu versorgen und zu stärken. Bei Margeriten setze ich beides nicht ein. Gelbe junge Blätter mit grünen Adern können zwar auf Eisenmangel hindeuten. Der kann aber auch entstehen, wenn hoher Kalkgehalt oder Staunässe die Aufnahme bremsen, obwohl genug Eisen im Boden ist. Liegt die Ursache dort, ändert ein Spurenelement-Präparat nichts an ihr, und du prüfst besser zuerst pH-Wert und Staunässe.
Mulch und Gründüngung
Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung, doch Stroh, Holz und Rinde können beim Zersetzen Stickstoff im Boden binden. Rasenschnitt bringst du angewelkt und in dünnen Schichten aus. Gründüngung passt nur vor einer Neuanlage: Eine GrüneinsaatGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur. über Winter schützt das geräumte Beet vor AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. und hält den Boden locker.
Wann düngst du Margeriten?
Die wichtigste Gabe fällt ins Frühjahr, danach entscheidest du nach Bedarf. Einen festen Termin für den Sommer setze ich mir nicht. Die Tabelle zeigt das Düngejahr der Margerite im Überblick.
| Zeitpunkt | Was du tust | Warum |
|---|---|---|
| Vor der Neuanlage, danach alle 3 bis 5 Jahre, jeweils zwischen Herbst und Frühjahr | Bodenprobe nehmen, vorher nicht düngen | Sie zeigt Phosphat, Kalium und Kalkbedarf |
| Frühjahr, Boden abgetrocknet | Kompost streuen und leicht einarbeiten | Kompost gehört in Spätwinter oder Frühjahr |
| Frühjahr, nur bei Stickstoffmangel | Hornspäne ausbringen | Sie geben Stickstoff langsam frei |
| Blüte von Mai bis Oktober | Laub und Wuchs beobachten, Dünger nur auf feuchten Boden | Die Freisetzung hängt vom Wetter ab |
| Herbst | Keine Hornspäne, kein Kompost als pauschale Gabe | Nitratauswaschung und verzögerte Freisetzung |
| Winter | Nicht düngen | Bei Frost wird nur wenig freigesetzt |
Im Frühjahr: Grunddüngung auf abgetrocknetem Boden
Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird als bei einer Herbstgabe. Ich warte, bis der Boden abgetrocknet ist, schneide die alten Stängel ab und streue dann Kompost und, falls nötig, Hornspäne. Auf gefrorenem oder vernässtem Boden würden organische Dünger ohnehin nur wenig freisetzen. Planst du eine Bodenprobe, nimmst du sie vor dem Düngen.
Während der Blüte: beobachten statt nachfüttern
Die Margerite blüht von Mai bis Oktober. In dieser Zeit dünge ich im Beet nicht nach Plan, sondern schaue beim Gießen auf die Blätter. Erst wenn das Laub hell wird und die Pflanzen stocken, denke ich über eine Gabe nach. Bei Trockenheit setzen organische Dünger wenig frei, und auf feuchtem Boden können Nährstoffe sofort wirken. In einer Trockenphase gießt du deshalb zuerst und düngst erst danach.
Flüssigen Dünger bei Hitze auf trockene Erde oder über die Blätter zu gießen. Bei großer Hitze und Trockenheit gehört er nur auf vorher angefeuchteten Boden und an den Fuß der Pflanze.
Im Herbst und Winter: Pause
Ab dem Herbst bekommen meine Margeriten keinen Dünger mehr. Bei Frost setzen organische Dünger ohnehin nur wenig frei.
„Eine Herbstdüngung macht Margeriten fit für den Winter.“ Die Wiesen-Margerite ist winterhart. Gegen eine Herbstgabe sprechen zwei Gründe: Kompost im Herbst begünstigt die Nitratauswaschung, und Hornspäne geben ihren Stickstoff so verzögert frei, dass sie für den Herbst nicht taugen.
Was neben dem Dünger zählt
Gießen
Die Margerite braucht frischen, gut durchlässigen Boden. Wie oft du gießt, richtet sich nach Pflanzenbedarf, Bodenfeuchte und Witterung, ein fester Rhythmus passt nicht. Ich gieße morgens in den Wurzelbereich und halte das Laub trocken. Für heiße, trockene Phasen gelten bei Gartenbeeten etwa 20 bis 25 l/m², durchdringend und auf mehrere Gießgänge verteilt. Welken die Margeriten trotzdem, prüfe ich zuerst die Bodenfeuchte, denn auch beginnende Wurzelfäule kann Welke auslösen.
Abstand und Luft
| Pflanzsystem | Wert |
|---|---|
| Abstand in der Reihe | 20 bis 30 cm |
| Reihenabstand | 20 bis 30 cm |
| Wuchs | 60 bis 80 cm hoch, 30 bis 50 cm breit |
| Stütze | hohe Pflanzen bei Bedarf stützen |
Bei Zierpflanzen helfen ausreichender Abstand, gute Belichtung und Durchlüftung sowie das Vermeiden von Stickstoffüberdüngung, Echtem Mehltau vorzubeugen. Genügend Abstand lässt die Blätter außerdem schneller abtrocknen, was das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten senkt. Abstand und der Verzicht auf überschüssigen Stickstoff senken also dasselbe Risiko. Reihen und Abstände zeichne ich vorher im Beetplaner ein.
Nachbarn im Beet
Bei Mischpflanzungen achte ich vor allem darauf, dass jede Pflanze Platz für ihre endgültige Größe hat. Welche Partner sich vertragen, kannst du im Mischkultur-Planer prüfen.
Wenn Margeriten schwächeln
Helles Laub, gehemmter Wuchs und zuerst gelbe ältere Blätter können auf allgemeinen Nährstoffmangel oder Stickstoffmangel hindeuten, am Aussehen allein lässt sich das kaum unterscheiden. Braune Ränder an älteren Blättern können auf Kaliummangel hinweisen, ähneln aber auch Trockenschäden oder SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum. durch Überdüngung. Weitere Mangelbilder beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Gießen und Düngen, und bei unklaren Fällen kann eine Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst die Ursache klären.
Margeriten im Kübel düngen
Steht deine Margerite im Kübel, gelten die Regeln für Kübelpflanzen. Wurzelraum und Erdvorrat sind dort begrenzt, sodass die Erde mit dem Wachstum durchwurzelt und ausgelaugt wird. Die GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. üblicher Pflanzerde reicht im Regelfall für etwa 4 bis 6 Wochen. Danach bemisst du zusätzlichen Dünger nach der Dosierungsanweisung des Produkts und rechnest die vorhandene Grunddüngung mit ein. Flüssigen Dünger gibst du nur auf feuchte Erde, damit die Lösung die Wurzeln nicht schädigt. Auch vorgedüngte torffreie Erde kann zu wenig verfügbaren Stickstoff liefern. Wie die Versorgung in Beet und Kübel nebeneinander aussieht, zeigt der Ratgeber, wie du Glockenreben in Beet und Kübel düngst.
Hast du weitere Blüher im Beet, lies, wie du Malven nach Nährstoff, Zeitpunkt und Methode düngst und wie du Stiefmütterchen für eine reiche Blüte versorgst.



