Sommerastern in der Wildblumenwiese: Mit eigenem Beetfenster statt Saat ins Gras
- Sommerastern sind einjährig und brauchen jedes Jahr eine neu eingesäte Fläche.
- In einer dauerhaften Blumenwiese können einjährige Sommerblumen von Wildpflanzen verdrängt werden.
- Für das Asternbeet am Wiesenrand wird die Grasnarbe vollständig entfernt.
- Sommerastern nicht in zwei aufeinanderfolgenden Kulturen auf dasselbe Beet setzen.
- Für Insekten ungefüllte Mischungen wie B135 statt dicht gefüllter Sorten wählen.
- Gartenastern blühen von Juli bis Oktober.

Sommerastern in eine Wildblumenwiese zu streuen, klingt nach wenig Arbeit. In einem dichten Grasbestand können auflaufende Kräuter aber durch Lichtmangel verkümmern, und eine einjährige Aster müsste sich dort jedes Jahr neu durchsetzen. Ich gebe meinen Sommerastern deshalb ein eigenes, offenes Beetstück am Wiesenrand. Dieses Asternfenster lege ich jedes Jahr neu an.
Die Sommeraster (Callistephus chinensis) ist einjährig und nicht winterhart. Sie keimt, blüht, bildet Samen und stirbt innerhalb einer VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. ab, nur ihre Samen überdauern. Ihre Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Herkunft und Lebensdauer der Sommerblumen im Überblick beschreibt das Kurzporträt im Sommerblumen-Ratgeber.
Warum gehören Sommerastern nicht einfach in die Wiese?
Eine Blumenwiese ist eine ausdauernde Pflanzengemeinschaft aus Kräutern und Gräsern, deren Bestand durch Mahd erhalten wird. Die Sommeraster dagegen stirbt nach einer Saison ab. Sie ist einjährig, und einjährige Sommerblumen werden in einer dauerhaften Wiese zunehmend von konkurrierenden Wildpflanzen verdrängt. Im naturnahen Garten braucht sie deshalb eine eigene offene Fläche, die du jedes Jahr neu einsäst.
Ähnlich geht es den Ackerblumen. Kornblumen brauchen als Ackerbegleitpflanzen einen offenen, bearbeiteten Boden und sind keine eigentlichen Wiesenpflanzen. Ackerwildkräuter wie die Kornrade werden ohne wiederkehrende Bodenbearbeitung von ausdauernden Pflanzen verdrängt.
Blühmischungen mit einem hohen Anteil einjähriger Kulturpflanzen sind keine dauerhaften Blumenwiesen. Eine Blumenwiesenmischung muss zu Nährstoffgehalt, Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht., Lage und Mahdhäufigkeit deines Standorts passen. Die Sommeraster gehört in den einjährigen Teil deines Gartens, den du jedes Jahr neu anlegst.
Für Aussaaten in der freien Natur sind heimische Pflanzen regionaler Herkunft vorgesehen. Sommerastern aus dem Gartensortiment säst du deshalb nur im eigenen Garten aus und nicht am Feldrain oder an der Böschung vor dem Zaun.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, neutraler bis alkalischer, feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Kübel, im Topf oder im Hochbeet möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Vorkultur oder Direktsaat am endgültigen Standort sind möglich.
Bei 16 °C vorziehen oder direkt an den endgültigen Standort säen.
Pflege
- Pflege
Hohe Sorten stützen; Verblühtes entfernen, um die Blüte zu verlängern.
- Düngung
Die Schnittblumenmischung Serenade Mix alle zwei Wochen düngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Amerikanische Busch-Mischung wird einjährig kultiviert.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich als Schnittblume. Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon.
Welche Sommerastern passen in den naturnahen Garten?
Viele ungefüllte und halbgefüllte Sorten liefern Bienen Pollen und Nektar. Stark gefüllte Blüten meidest du besser, denn Insekten erreichen Nektar und Pollen dort häufig nur schwer. Bei Sommerastern lässt sich das am Sortiment ablesen. Die dicht gefüllte Prinzess Mischung stuft ihr Hersteller als nicht nützlingsfreundlich ein. Die Mischung B135 bildet dagegen ungefüllte Blüten in verschiedenen Farben.
Ein Verbot gefüllter Sorten folgt daraus nicht. Auch gefüllt blühende Zierpflanzen können noch zugänglichen Pollen oder Nektar bilden, die Füllung allein bestimmt den Bienenwert also nicht sicher. Beim Saatgutkauf schaue ich trotzdem zuerst auf die Angabe zur Blütenfüllung und erst danach auf die Farben. Die Zwergastern-Mischung ist eine einjährige Topf- und Balkonpflanze und gehört eher in den Kasten als an die Wiese.
Welche Farben und Blütenformen die Sommerastern bieten, zeigt der Ratgeber dazu, wie du mit Farbwahl und Farbkombinationen ein Blütenmeer aus Sommerastern gestaltest.
Wie bereite ich das Asternfenster vor?
Für das Fenster wählst du einen sonnigen Platz, etwa an der Wiesenkante oder entlang eines Weges. Für eine neu angelegte einjährige Sommerblumenfläche wird die bestehende GrasnarbeDie Grasnarbe ist die zusammenhängende Pflanzendecke, die Gräser auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen bilden. Ist sie dicht, hält die Fläche Tritt gut aus und Unkräuter finden kaum Platz. vollständig entfernt. Ich steche sie für das Fenster mit dem Spaten ab, statt nur die Oberfläche aufzukratzen. Danach lockerst du den Boden, befreist ihn von unerwünschtem Bewuchs und bereitest ihn mit dem Rechen vor. Das SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. soll fein geharkt, unkrautfrei und gut durchlüftet sein.
Planst du das Fenster als Mischung aus Sommerastern und Ackerblumen, lohnt sich ein Unkrautvorlauf. Bei Blumenmischungen wird das gelockerte und eingeebnete Saatbeet zwei bis drei Wochen lang von auflaufendem Unkraut befreit, bevor die Blumensaat kommt. Die fertige Fläche betrittst du möglichst nicht, damit ihre Poren und ihre Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben.
Ob der Boden Kompost oder Kalk braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung. Sommerastern solltest du dabei vor übermäßiger Stickstoffdüngung und zu nassen Bodenverhältnissen bewahren. Nach dem Auflaufen jätest du vorsichtig, denn unerwünschte Keimlinge musst du sicher von den ausgesäten Blumen unterscheiden. Ich stecke deshalb an jede Saatstelle einen Stab, damit ich die Asternsämlinge beim Jäten wiederfinde.
Das Fenster ist bereit, wenn
- die Grasnarbe vollständig entfernt ist,
- der Boden gelockert, unkrautfrei und fein geharkt ist,
- der Platz sonnig liegt und nicht vernässt,
- jede Saatstelle markiert ist.
Die Sommerasternmischung 505082 säst du im Mai und Juni direkt ins Fenster. Ihre Samen kommen 1 cm tief in die Erde und werden bedeckt, denn die Gartenaster ist kein Lichtkeimer. Wie du Sommerastern aussäst und die Sämlinge bis zum Auspflanzen bringst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Welche Abstände brauchen Sommerastern im Fenster?
Auch in einer naturnahen Gruppe brauchen Sommerastern ihren Standraum. Ausreichender Pflanzabstand verbessert die Luftzirkulation und das Abtrocknen der Blätter, sodass das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten sinkt. Die Angaben unterscheiden sich je nach Mischung, maßgeblich ist die Packung deiner Sorte.
| Sommeraster | Abstand | Wuchs |
|---|---|---|
| Gartenaster allgemein | 15–30 cm in der Reihe, 20–40 cm Reihenabstand | 20–30 cm breit |
| Mischung 505082 | 30 × 15 cm, ausgepflanzt oder vereinzelt | etwa 60–70 cm hoch |
Bei Direktsaat ziehst du dicht stehende Sämlinge nach der Keimung rechtzeitig auf Abstand, wie es etwa für die Strahlen Mischung vorgesehen ist. Hohe Sorten brauchen eine Stütze, die du beim Säen gleich mit einplanst.
Für ein naturnahes Bild säe ich keine langen Reihen, sondern kurze Reihen in unregelmäßigen Inseln. Innerhalb jeder Insel halte ich die Abstände der Sorte ein. Die hohen Sorten setze ich an die Wiesenseite und die niedrigen an den Wegrand, damit ich das Fenster von vorn einsehen und pflegen kann.
Welche Partner passen ins Fenster und an den Wiesenrand?
Kornblumen brauchen offenen, bearbeiteten Boden, und genau diesen Boden bekommt das Asternfenster jedes Jahr neu. Ackerblumen wie Kornblume und Klatschmohn passen deshalb ins Fenster, während die mehrjährige Wiesenmargerite in die dauerhafte Wiese gehört. Teilen sich Sommerastern und Ackerblumen das Fenster, planst du schon bei der Aussaat genug Raum für die endgültige Größe jeder Art ein.
| Partner | Platz | Was er mitbringt |
|---|---|---|
| Kornblume | im Fenster | Sommerblüte für Bienen, braucht offenen, bearbeiteten Boden |
| Klatschmohn | im Fenster, direkt gesät | Pollen für Wildbienen, aber kein Nektar; verträgt Umpflanzen schlecht |
| Ringelblume und Schmuckkörbchen, ungefüllt | im Fenster | gut zugängliche Blütennahrung für SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. |
| Tagetes, ungefüllt | im Fenster | frei zugänglicher Nektar für Insekten |
| Wiesenmargerite (Leucanthemum vulgare) | in der Wiese | wächst mehrjährig |
| Berg-Aster (Aster amellus) | sonniger Rand mit trockenem bis frischem, vorzugsweise kalkhaltigem Boden | in Deutschland heimisch |
| Raublatt- und Glattblatt-Astern | Staudenrand | blühen bis zum ersten Frost, besucht von Honigbienen, Wildbienen, Schwebfliegen und Tagfaltern |
Kosmeen lassen sich im gemischten Blumenbeet mit Ringelblumen, Tagetes, Zinnien und Astern kombinieren. Im Fenster finden die Sommerastern damit leicht Gesellschaft aus anderen Sommerblumen.
Einige spezialisierte Wildbienen brauchen bestimmte heimische Pflanzen. Ergänze das Gartenangebot deshalb um heimische Arten regionaler Herkunft, etwa in der Wiese neben dem Fenster. Als heimische Aster bietet sich die Berg-Aster an, und kompakte Bergastern lassen sich an trockenen Standorten mit Salbei und Lavendel kombinieren.
Für ein durchgehendes Blütenangebot kombinierst du Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten über die ganze Vegetationsperiode. Krokus und Lungenkraut im Frühjahr, Schmuckkörbchen und Kornblume im Sommer sowie ungefüllte Herbstastern können das Angebot für Bienen über die Saison ergänzen. Im Oktober kommen Myrten-Astern als Bienennahrung dazu.
Warum wandert das Asternfenster jedes Jahr?
Einjährige Sommerblumenflächen müssen jedes Jahr neu eingesät werden. Für Sommerastern gilt zusätzlich, dass sie nicht in zwei aufeinanderfolgenden Kulturen auf dasselbe Beet sollen. Aus beidem folgt, dass dein Asternfenster wandert: Du legst es jedes Jahr neu an, aber nicht auf der Fläche vom Vorjahr. Ist an einem Standort Asternwelke aufgetreten, hältst du dort für Astern eine Anbaupause von 5 bis 7 Jahren ein.
Die geräumte Fläche vom Vorjahr muss nicht kahl in den Winter gehen. Eine GrüneinsaatGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur. über Winter schützt das geräumte Beet vor Abschwemmung und Nährstoffauswaschung, und ihre Wurzeln halten den Boden locker.
Ich trage die Lage jedes Asternfensters im Beetplaner ein und schaue mir dort im Frühjahr an, wo die Sommerastern in den Vorjahren standen. Den Saattermin für das neue Fenster nehme ich aus dem Aussaatkalender für Sommerblumen.
Wo gehören Nistplätze und Winterquartiere hin?
Was die Blüten der Sommerastern für Bestäuber bedeuten, ist ein eigenes Thema. Der Ratgeber dazu erklärt, wie Sommerastern den Garten zur Insektenoase machen. Rund ums Fenster zählen außerdem Strukturen, denn Wildbienen brauchen neben Blüten auch Nistplätze, die unter anderem offene Bodenstellen und Totholz bieten können.
Mehr als die Hälfte der Wildbienenarten nistet im Boden. Diese Arten profitieren von offenen Bodenstellen, die langfristig ungestört bleiben.
Das Asternfenster lockerst du jedes Jahr neu, bodennistende Wildbienen brauchen aber dauerhaft ungestörte Stellen. Die Nistecke gehört deshalb neben das Fenster und nicht hinein. Geeignet sind besonnte, unbewachsene Bodenstellen, an denen nicht gegraben wird. Ich lege meine Nistecke an einer festen, sonnigen Stelle am Wiesenrand an und plane die wandernden Asternfenster um sie herum.
Stein- und Holzhaufen ergänzen das Angebot um Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten. Für ein Nistholz bohrst du die Gänge splitterfrei ins Längsholz und lässt sie rückseitig geschlossen. Eine Ecke mit Brennnesseln liefert Raupenfutter für Tagpfauenauge und Kleinen Fuchs.
Für Winterquartiere sorgen die Stauden ringsum. Über Winter stehen gelassene Staudenstängel bieten Insekten Quartiere, und Samenstände können Vögeln Nahrung liefern. In einem insektenfreundlichen Staudenbeet schneidest du die vorjährigen Stängel erst im Frühjahr ab. Laubschichten und PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. dienen Marienkäfern als Überwinterungsschutz, und solche Verstecke fördern Nützlinge, die Blattläuse dezimieren. Auf chemischen Pflanzenschutz verzichtest du im insektenfreundlichen Garten, das schont auch nützliche Insekten.
Pflege und Pflanzengesundheit in Kürze
Sommerastern wollen einen sonnigen Platz und gut durchlässigen Boden, der nicht vernässt. Verblühtes zu entfernen kann ihre Blüte verlängern. Ausführlich steht im Pflegeratgeber, was Sommerastern an Standort und Pflege brauchen.
Bei schwachem Blattlausbefall genügt häufig ein Wasserstrahl, und bei beginnendem Echtem Mehltau pflückst du kranke Blätter früh ab. Verfärbt sich der untere Pflanzenbereich braun bis schwarz, kann das auf Asternwelke hindeuten, und solche Pflanzen gehören nicht auf den Kompost. Wie du bei Sommerblumen Krankheiten und Schädlingen vorbeugst und von Hand eingreifst, zeigt der Sommerblumen-Ratgeber.
Frische Ansaaten dürfen während und unmittelbar nach der Keimung nicht austrocknen. Danach gießt du gezielt am Boden, damit das Laub möglichst trocken bleibt, und richtest die Düngung nach einer Bodenuntersuchung aus. Die Grundlagen dazu stehen im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt zum Gießen und Düngen.





