Vanilleblume aus Samen ziehen: Aussaat, Pikieren und Auspflanzen
- Aussaat im Februar oder März unter Glas, in frische Aussaaterde.
- Lichtkeimer: Samen etwa 0 bis 0,5 cm tief, also nur knapp bedecken.
- Keimtemperatur 18 bis 22 °C, die Saat nie austrocknen lassen.
- Keimdauer 14 bis 21 Tage, die Schale so lange feucht halten.
- Pikieren, sobald nach den Keimblättern das erste Laubblatt sichtbar ist.
- Abhärten und bei der Sorte 'Sonnenwende' nicht vor Mitte Mai auspflanzen.
- Im Beet 20 bis 30 cm Abstand in der Reihe und 30 cm zwischen den Reihen.

Vanilleblumen aus Samen brauchen vor allem Geduld und einen hellen Platz. Bis die ersten Keimlinge erscheinen, vergehen 14 bis 21 Tage. Danach bleiben die Jungpflanzen bis zum Auspflanzen im Haus, weil die Vanilleblume nicht winterhart ist. Ich schreibe deshalb den Aussaattag auf jede Schale und stelle sie an mein hellstes Fenster.
Was ist die Vanilleblume für eine Pflanze?
Die Vanilleblume, botanisch Heliotropium arborescens, ist von Natur aus ein immergrüner Strauch. Bei uns ziehst du sie als einjährige Beet- und Balkonpflanze, die duftet und von Juni bis Oktober blüht. Woher sie stammt und was ihren Duft und Wuchs ausmacht, steht im Porträt der Vanilleblume mit Herkunft, Duft und Wuchs.
Die Pflanze gilt als giftig und gehört nicht in die Küche. Auch den sicheren Umgang mit ihr beschreibt das Porträt. Als Sorten begegnen dir zum Beispiel ‘Sonnenwende’ und ‘Marino Blue’. Wie du Sommerblumen nach Höhe, Wuchs und Duft kombinierst, zeigt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt zum Gestalten mit Sorten und Mischungen.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Geeignet ist humusreicher, gut durchlässiger Boden; gleichmäßig feucht halten.
- Bodenreaktion
Leicht saure, neutrale bis leicht alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden; wächst am besten in sandigem Lehm.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Im Gewächshaus aussäen und Samen nur knapp bedecken. Nach ausreichender Entwicklung einzeln pikieren.
Pflege
- Pflege
Für mehrjährige Kultur als Strauch wird eine winterliche Mindesttemperatur von 5–7 °C empfohlen. Stecklinge müssen vor dem Auspflanzen im Frühjahr im Gewächshaus überwintern.
- Düngung
Die Sorte Marino Blue alle zwei Wochen düngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze wächst als immergrüner Strauch.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
Die Anzucht auf einen Blick
Die folgenden Werte begleiten dich von der Saatschale bis ins Beet. In den Abschnitten danach gehe ich die Schritte der Reihe nach durch.
| Schritt | Wert |
|---|---|
| Aussaatzeit | Februar bis März, unter Glas |
| Saattiefe | etwa 0 bis 0,5 cm, Lichtkeimer |
| Keimtemperatur | 18 bis 22 °C |
| Keimdauer | 14 bis 21 Tage |
| Kulturdauer | 112 bis 126 Tage |
| Auspflanzen bei ‘Sonnenwende’ | nicht vor Mitte Mai |
| Abstand in der Reihe | 20 bis 30 cm |
| Reihenabstand | 30 cm |
| Wuchsform | Strauch, einjährig gezogen |
| Wuchshöhe | 20 bis 40 cm |
| Wuchsbreite | 20 bis 30 cm |
| Blütezeit | Juni bis Oktober |
Wann säst du Vanilleblumen aus?
Die Aussaat fällt in den Februar oder März. Für die ganze Kultur rechnest du mit 112 bis 126 Tagen. Zwischen Aussaat und Auspflanzen stehen die Sämlinge also lange drinnen, und zu wenig Licht macht Jungpflanzen lang, instabil und hellgrün. Gib der Vanilleblume deshalb von Anfang an den hellsten Platz, den du im Haus hast.
Damit der Termin nicht durchrutscht, trägst du ihn in den Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken ein. Gesät wird unter Glas, also im Gewächshaus oder drinnen unter einer durchsichtigen Haube.
Welche Erde und welche Gefäße brauchst du für die Aussaat?
Für die Aussaat nimmst du frische Erde, die ausdrücklich als Aussaaterde gekennzeichnet ist. Sie sollte hygienisch, nährstoffarm, humos und durchlässig sein. Ihr Salzgehalt sollte unter 0,5 g/l liegen.
Schale und Töpfe müssen sauber sein und einen Wasserabzug haben, damit keine Staunässe entsteht. Ich säe in eine flache Schale, weil die Sämlinge später ohnehin einzeln in Töpfe kommen. Mit jedem Umsetzen bekommt die Pflanze mehr Nährstoffe mit: PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. enthält etwas Dünger, die spätere Topferde ist stärker vorgedüngt.
Wie säst du Vanilleblumen richtig aus?
Füll die Schale mit Aussaaterde, drück sie leicht an und feuchte sie an. Dann streust du die Samen gleichmäßig auf die Oberfläche. Die Vanilleblume ist ein Lichtkeimer, ihre Saattiefe liegt bei etwa 0 bis 0,5 cm. Du bedeckst die samen.liveshalb nur knapp mit Erde.
Lichtkeimer brauchen Licht, um zu keimen. Eine dicke Erdschicht hält dieses Licht ab, deshalb liegen die samen.liver Vanilleblume nur knapp bedeckt.
Über die Schale kommt eine durchsichtige Haube, die nicht luftdicht schließen darf. Bis zur Keimung lüftest du sie täglich. Ich mache das morgens und fühle dabei mit dem Finger, ob die Oberfläche noch feucht ist. Halte die Saat bei 18 bis 22 °C, und lass sie während und direkt nach der Keimung nie austrocknen.
frische Aussaaterde, saubere Schale mit Wasserabzug, Samen nur knapp bedeckt, Haube nicht luftdicht und täglich gelüftet, Keimtemperatur 18 bis 22 °C, Erde nie trocken.
Wie lange brauchen Vanilleblumen zum Keimen?
Die Keimdauer liegt bei 14 bis 21 Tagen. Bei der Sorte ‘Sonnenwende’ laufen die Samen zudem langsam und unregelmäßig auf. In der Schale stehen dann kräftige Sämlinge neben Samen, die noch nicht gekeimt haben. Ich hole die ersten Sämlinge heraus, sobald sie pikierreif sind, und halte den Rest der Schale weiter feucht.
14 bis 21 Tage dauert die Keimung. Zähl ab dem Aussaattag, den du auf die Schale geschrieben hast, und räum die Schale nicht vorher weg.
Wie gut Vanilleblumensamen eine Lagerung vertragen, gilt als unsicher. Liegt deine Samentüte schon länger, lohnt vor der Aussaat eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt.. Dafür legst du Samen auf feucht gehaltenes, nicht nasses Küchenpapier und deckst es gegen Austrocknen ab. Restliches Saatgut lagerst du kühl und trocken.
Was brauchen die Sämlinge nach dem Auflaufen?
Sobald die Keimlinge stehen, nimmst du die Haube ab und senkst die Temperatur. Für die Sorte ‘Sonnenwende’ gilt: nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. einzeln topfen, dann hell und etwas kühler weiterziehen. Werden die Sämlinge lang, instabil und hellgrün, kann das auf Lichtmangel hindeuten. Rück sie dann näher ans Fenster.
Die Sämlinge nach dem Keimen warm stehen lassen. Viel Wärme bei wenig Licht fördert lange, weiche Triebe, deshalb gehört die Temperatur nach der Keimung nach unten.
Wann und wie pikierst du Vanilleblumen?
Pikiert wird, wenn nach den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. das erste Laubblatt sichtbar ist. Jeder Sämling kommt einzeln in einen eigenen Topf mit Pikiererde. Bei genug Platz nimmst du zunächst 8-cm-Töpfe und setzt bei Bedarf später in größere Töpfe um.
Lockere den Sämling mit einem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. aus der Schale und halte ihn so, dass kein Zug auf die Keimblätter kommt. Die Wurzel setzt du gerade und nicht umgebogen ins Pflanzloch. Danach schließt du das Loch seitlich behutsam, gießt an und drückst die Erde leicht an.
Beim PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. hebe ich den Sämling mit einem Holzstäbchen von unten an, statt an ihm zu ziehen. Mit der anderen Hand halte ich ihn locker an einem Keimblatt.
Gießen bis zum Auspflanzen
Bis zum Auspflanzen hältst du die Erde gleichmäßig feucht, ohne dass Wasser im Topf steht. Welkt eine Jungpflanze, prüfst du vor dem nächsten Gießen die Feuchte im Topf. Auch Dauernässe und abgestorbene Wurzeln können Welke auslösen.
Wie härtest du Vanilleblumen ab?
Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Jungpflanzen mit niedrigeren Temperaturen und mehr Luft an draußen. An milden Tagen stellst du sie zuerst geschützt in den Schatten und erst nach einigen Tagen in die Sonne. Werden die Nächte kalt, kommen sie wieder unter Dach. Ich stelle die Töpfe dafür in eine flache Kiste, damit ich sie abends mit einem Griff hereintragen kann.
Wann und wie pflanzt du Vanilleblumen ins Beet?
Die Vanilleblume ist nicht winterhart. Für die Sorte ‘Sonnenwende’ heißt das: nicht vor Mitte Mai ins Freiland.
Frost verträgt die Vanilleblume nicht. Ist für die Tage nach deinem Pflanztermin noch eine kalte Nacht angesagt, wartest du mit dem Auspflanzen lieber ab.
Der Pflanzort
Die Vanilleblume wächst in voller Sonne und verträgt auch Halbschatten. Der Boden sollte humusreich, nährstoffreich und gut durchlässig sein, am besten sandiger Lehm. Wie du Licht, Platz und pH-Wert deines Beets einschätzt, erklärt der Abschnitt Standort und Boden im Sommerblumen-Ratgeber.
Der Abstand
In der Reihe setzt du die Pflanzen 20 bis 30 cm auseinander. Zwischen den Reihen lässt du 30 cm frei. Weil die Wuchsbreite ebenfalls bei 20 bis 30 cm liegt, können die Büsche in der Reihe mit diesem Abstand zu einem Band zusammenwachsen. Wie viele Pflanzen auf deine Fläche passen, rechnest du im Beetplaner für deine Beetfläche aus. Nach dem Pflanzen gießt du jede Vanilleblume an.
Wie pflanzt du Vanilleblumen in Kübel oder Hochbeet?
Die Vanilleblume eignet sich für Töpfe und wächst auch im Hochbeet. Prüf das Gefäß vor dem Befüllen auf Abzugslöcher und halte sie frei. Das Wasser muss auch unter dem Gefäß abfließen können.
Ins Gefäß kommt ein nährstoffreiches, gut durchlässiges Substrat mit stabiler Struktur. Mineralische Bestandteile wie Bims oder Blähton können diese Struktur unterstützen. Greifst du zu torffreier Erde, wählst du eine Qualitätserde mit mindestens drei transparent deklarierten Torfersatzstoffen. Steht die Pflanze in vorgedüngter Blumenerde, düngst du zunächst 4 bis 6 Wochen nicht zusätzlich.
Ein größeres Erdvolumen kann mehr Wasser bevorraten. Vor dem Gießen stecke ich den Finger tief in die Erde, weil torffreie Erde oben schneller abtrocknet als darunter. Untersetzer leere ich nach Regen aus, damit keine Nässe an den Wurzeln steht. Wie es in Kästen, Ampeln und Kübeln auf dem Balkon weitergeht, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Wie geht es nach dem Auspflanzen weiter?
Mit dem Auspflanzen endet die Anzucht, und die Pflege beginnt. Standort, Gießen, Düngen, AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. und Pflanzenschutz beschreibt der Ratgeber, wie du Vanilleblumen über den Sommer gießt, düngst und gesund hältst. Ob und wann ein Schnitt ansteht, liest du im Ratgeber, wann und wie du die Vanilleblume zurückschneidest.
Für eine mehrjährige Kultur als Strauch braucht die Vanilleblume im Winter eine Mindesttemperatur von 5 bis 7 °C. Auch StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. überwintern vor dem Auspflanzen im Frühjahr im Gewächshaus. Mehr dazu steht im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt zu Topf, Überwintern und Stecklingen.


