Vanilleblume: Herkunft, Duft und sicherer Umgang mit der giftigen Pflanze
- Heliotropium arborescens, auch als Heliotropium peruvianum geführt, stammt aus den peruanischen Anden.
- Botanisch ein immergrüner Strauch, bei uns nicht winterhart und als einjährige Beet- und Balkonpflanze gezogen.
- Kleine violette bis lavendelblaue Blüten in doldig-ährigen Ständen, die stark und angenehm duften.
- Blütezeit von Juni bis Oktober, Wuchshöhe 20 bis 40 cm.
- Alle Pflanzenteile sind giftig, die Pflanze enthält Pyrrolizidinalkaloide.
- Nach dem Verschlucken: Reste aus dem Mund entfernen, Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe kontaktieren, kein Erbrechen auslösen.

Du hast eine Vanilleblume im Balkonkasten oder im Beet, und Kinder oder Haustiere sind oft in der Nähe. Dann stellt sich schnell die Frage, ob die Pflanze giftig ist. Die Antwort lautet ja: Bei der Vanilleblume sind alle Pflanzenteile giftig, auch die duftenden Blüten. Ich behandle sie deshalb wie jede Giftpflanze in meinem Garten. Sie steht außer Reichweite von kleinen Kindern und Tieren, und beim AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. trage ich Handschuhe.
Neben dem sicheren Umgang geht es hier um das, was die Pflanze ausmacht: ihre Herkunft aus den peruanischen Anden, ihre kleinen violetten Blüten, ihren kompakten Wuchs und ihre Blütezeit.
Die Vanilleblume im Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Botanischer Name | Heliotropium arborescens, auch als Heliotropium peruvianum geführt |
| Herkunft | peruanische Anden |
| Lebensform | immergrüner Strauch, bei uns einjährig kultiviert |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | nicht winterhart |
| Wuchshöhe | 20 bis 40 cm |
| Wuchsbreite | 20 bis 30 cm |
| Blüten | klein, violett bis lavendelblau, in doldig-ährigen Blütenständen |
| Blütezeit | Juni bis Oktober |
| Duft | stark und angenehm |
| Licht | sonnig bis halbschattig |
| Giftigkeit | alle Pflanzenteile giftig, enthält Pyrrolizidinalkaloide |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Geeignet ist humusreicher, gut durchlässiger Boden; gleichmäßig feucht halten.
- Bodenreaktion
Leicht saure, neutrale bis leicht alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden; wächst am besten in sandigem Lehm.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Im Gewächshaus aussäen und Samen nur knapp bedecken. Nach ausreichender Entwicklung einzeln pikieren.
Pflege
- Pflege
Für mehrjährige Kultur als Strauch wird eine winterliche Mindesttemperatur von 5–7 °C empfohlen. Stecklinge müssen vor dem Auspflanzen im Frühjahr im Gewächshaus überwintern.
- Düngung
Die Sorte Marino Blue alle zwei Wochen düngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze wächst als immergrüner Strauch.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
Woher stammt die Vanilleblume?
Die Vanilleblume stammt aus den peruanischen Anden. Ihr botanischer Name lautet Heliotropium arborescens. Daneben wird sie auch unter dem Namen Heliotropium peruvianum geführt. Auf meinen Etiketten und Saatgutlisten steht immer Heliotropium arborescens, damit ich beim Nachkaufen nichts durcheinanderbringe.
Heliotropium arborescens und Heliotropium peruvianum sind zwei Namen für dieselbe Vanilleblume. Wenn du Saatgut oder Jungpflanzen suchst, kann dir jeder der beiden Namen begegnen.
Botanisch ist die Vanilleblume ein immergrüner Strauch. Winterhart ist sie bei uns nicht, deshalb wird sie hier als einjährige Pflanze kultiviert. Aus diesen beiden Angaben ergibt sich, warum das Überwintern überhaupt ein Thema ist: Die Pflanze ist auf mehrere Jahre angelegt, übersteht unseren Winter im Freien aber nicht.
Verbreitung in Europa
Bei uns wird die Vanilleblume als Beet- und Balkonpflanze verwendet. Sie eignet sich für Töpfe und Kübel ebenso wie für HochbeeteEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche.. Weil sie den Winter draußen nicht übersteht, beginnt ihre Saison jedes Jahr neu. Wer sie selbst zieht, sät im Februar oder März unter Glas. Ins Freiland kommt etwa die Sorte ‘Sonnenwende’ nicht vor Mitte Mai. Ihre Blütezeit von Juni bis Oktober fällt damit in die Monate, in denen sie draußen steht.
Was macht die Vanilleblume besonders?
Das Erste, was an der Vanilleblume auffällt, ist der Duft. Ihre Blüten duften stark und angenehm, darauf spielt auch der deutsche Name an. Ich setze sie deshalb an Wege, an denen ich oft vorbeigehe, aber nie an den Sandkasten. Wovon die Duftstärke abhängt und wie du den Duft im Garten nutzt, erklärt der Ratgeber dazu, warum die Vanilleblume so intensiv duftet.
Suchst du für den Sitzplatz eine Pflanze, die besonders in den Abendstunden duftet, schau dir die Nachtviole an. Die Nachtviolen-Mischung blüht allerdings erst ab dem zweiten Jahr. Wie du Nachtviolen pflegst und im Garten einsetzt, zeigt ein eigener Ratgeber.
Blütenfarben und -formen
Die einzelnen Blüten der Vanilleblume sind klein. Sie stehen in doldig-ährigen Blütenständen beisammen, sodass viele kleine Blüten zusammen einen größeren BlütenstandEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. bilden. Die Farbe reicht von Violett bis Lavendelblau. Im Handel findest du die Art unter Sortennamen wie ‘Sonnenwende’ oder ‘Marino Blue’. Achte beim Kauf auf den Sortennamen, denn manche Kulturangaben gelten nur für eine Sorte, etwa das langsame und unregelmäßige Keimen von ‘Sonnenwende’.
Wuchsform und Größe
In der Kultur bei uns bleibt die Vanilleblume klein. Die Angaben zur Wuchshöhe liegen zwischen 20 und 40 cm. Eine engere Angabe nennt 20 bis 30 cm. Ihre Breite liegt ebenfalls bei 20 bis 30 cm.
Im Staudenbeet stehen hohe Leitstauden eher im Hintergrund und werden durch kleinere BegleitpflanzenEine Begleitpflanze ergänzt im Beet eine auffälligere Leitpflanze; sie ist niedriger und wächst in kleineren Gruppen daneben. Im Gemüsebeet nennt man so auch einen Mischkulturpartner, der neben der Hauptkultur wächst. ergänzt. Mit ihrer geringen Höhe gehört die Vanilleblume zu diesen kleineren Begleitern und hat ihren Platz im vorderen Bereich.
Blütezeit und Dauer
Die Vanilleblume blüht von Juni bis Oktober. Damit reicht ihr Flor vom Frühsommer bis in den Herbst. Bei Sommerblumen kann das Entfernen verwelkter Blüten vor dem Samenansatz die Bildung weiterer Blüten fördern. Ich knipse Verblühtes an meinen Vanilleblumen beim Gießen ab und trage dabei Handschuhe. Das Schnittgut kommt sofort in einen Eimer, damit nichts auf dem Balkonboden liegen bleibt.
Ist die Vanilleblume giftig?
Ja. Bei der Vanilleblume sind alle Pflanzenteile giftig. Das gilt für Blätter und Stängel ebenso wie für die duftenden Blüten. Die Pflanze enthält Pyrrolizidinalkaloide, darunter Heliotrin und Cynoglossin. Der angenehme Duft ändert an der Giftigkeit nichts.
Für die Küche ergibt sich daraus eine klare Grenze. Blüten und Blätter der Vanilleblume gehören weder in den Salat noch als Dekoration auf Kuchen oder Teller. Grundsätzlich isst du nur Pflanzen und Blüten, die du sicher von giftigen Arten unterscheiden kannst.
„Was nach Vanille duftet, kann man auch essen.“ Das stimmt nicht. Bei der Vanilleblume sind alle Pflanzenteile giftig, die Blüten eingeschlossen.
Sicherer Umgang mit der Vanilleblume
In frei zugänglichen Bereichen von Kitas werden Pflanzen mit giftigen Bestandteilen gar nicht erst gepflanzt. Weil bei der Vanilleblume alle Teile giftig sind, gehört sie auch im eigenen Garten nicht an den Sandkasten oder in die Spielecke. Auf dem Balkon stelle ich sie in Kästen außen an die Brüstung und nicht in Töpfen auf den Boden, wo Krabbelkinder und Haustiere hinkommen.
Trag beim Ausputzen, Schneiden und Umtopfen Handschuhe. Wasch dir danach die Hände. Lass kein Schnittgut herumliegen. Stell die Pflanze außer Reichweite von kleinen Kindern und Haustieren. Beschrifte Töpfe, damit niemand die Vanilleblume für eine Küchenpflanze hält.
Was tun, wenn jemand Teile verschluckt hat?
Hat ein Kind oder ein Erwachsener Teile der Vanilleblume verschluckt, entfernst du zuerst die Reste aus dem Mund. Danach meldest du dich bei einem Giftinformationszentrum oder holst ärztliche Hilfe. Erbrechen löst du nicht aus. Ich habe die Nummer des Giftinformationszentrums im Handy gespeichert, damit ich im Ernstfall nicht erst suchen muss.
Bei Hund oder Katze mit Vergiftungsverdacht gehst du sofort zur Tierärztin oder zum Tierarzt. Gib keine Hausmittel und erzwinge kein Erbrechen. Nimm bekannte Pflanzenreste mit, damit sie untersucht werden können.
Standort, Pflege und Überwintern in Kürze
Standort und Boden
Die Angaben zum Licht reichen von vollsonnig bis halbschattig. Der Boden sollte humusreich, nährstoffreich und gut durchlässig sein und gleichmäßig feucht bleiben. Wie du Licht, Platz und pH-Wert einschätzt, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber zu Standort, Pflege und Überwintern.
Gießen und Pflege
Halte die Erde gleichmäßig feucht und sorge im Topf für freien Wasserabzug. Vor dem Gießen prüfe ich die Erde mit dem Finger auch unterhalb der Oberfläche, weil torffreie Erde oben schneller abtrocknet als darunter. Die Abschnitte Pflege sowie Gießen und Düngen im Sommerblumen-Ratgeber gehen weiter ins Detail.
Krankheiten und Schädlinge
Blattläuse sitzen an Zierpflanzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen, deshalb schaue ich dort beim Gießen nach. Einen schwachen Befall spülst du häufig schon mit einem Wasserstrahl ab, mehr dazu steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge des Sommerblumen-Ratgebers.
Überwintern
Als immergrüner Strauch lässt sich die Vanilleblume überwintern, winterhart ist sie aber nicht. Für die mehrjährige Kultur als Strauch gilt eine winterliche Mindesttemperatur von 5 bis 7 °C. StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. überwintern vor dem Auspflanzen im Frühjahr im Gewächshaus, die Grundlagen dazu stehen im Abschnitt Topf, Überwintern und Stecklinge des Sommerblumen-Ratgebers.
Aussaat, Balkon, Beet und Insekten: Wo es weitergeht
Aussaat und Anzucht
Du säst Vanilleblumen im Februar oder März unter Glas. Sie sind LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte., und bei der Sorte ‘Sonnenwende’ verläuft die Keimung langsam und unregelmäßig. Wie du Vanilleblumen aus Samen bis zur Blüte ziehst, zeigt ein eigener Ratgeber, und für die Planung gibt es den Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Im Kübel und auf dem Balkon
Die Vanilleblume ist topfgeeignet und wächst auch im Hochbeet. Prüfe jedes Gefäß vor dem Bepflanzen auf offene Abzugslöcher. Wie du sie in Kästen, Ampeln und Kübeln auf Balkon und Terrasse ziehst, beschreibt der Balkon-Ratgeber.
Im Beet und im mediterranen Garten
Im Beet bekommt die kompakte Vanilleblume einen Platz vor höheren Pflanzen. Wie du sie mit Pflanzpartnern, Windschutz und passendem MikroklimaMikroklima ist das besondere Klima eines kleinen Areals in den bodennahen Luftschichten. Es hängt stark von Untergrund, Bewuchs und Bebauung ab und kann sich schon auf engem Raum deutlich unterscheiden. in einen mediterranen Garten einbindest, zeigt ein eigener Ratgeber.
Für Bienen und andere Insekten
Die Vanilleblume wird als nützlingsfreundlich eingestuft. Wie du mit ihr Bienen und andere Bestäuber im Garten förderst, beschreibt ein eigener Ratgeber.


