Bambus und Ziergräser: So stimmst du Bewässerung und Düngung im Jahreslauf ab
- Bambus braucht das ganze Jahr Wasser nach Bedarf, auch im Winter bei frostfreiem Boden.
- Staunässe kann beim Bambus Wurzeln und Rhizome faulen lassen, deshalb muss Wasser immer abziehen können.
- Ziergräser gießt du nach ihrer Feuchtegruppe: Schwingel und Federgras mögen es trocken, Pfeifengras frisch bis feucht.
- Organischer Dünger setzt bei Trockenheit kaum Nährstoffe frei, Wärme und Bodenfeuchte beschleunigen die Freisetzung.
- Bei Hitze gibst du Flüssigdünger nur niedrig konzentriert auf vorher angefeuchteten Boden.
- Für Bambus passt ein stickstoffbetonter Langzeitdünger mit wenig Phosphor, ab dem Spätsommer gibt es keinen Stickstoff mehr.

Bambus, der im nassen Boden steht, kann an Wurzeln und Rhizomen faulen. Organischer Dünger auf ausgetrocknetem Boden setzt dagegen kaum Nährstoffe frei. Bei Bambus und Ziergräsern hängen Gießen und Düngen deshalb eng zusammen. Ich entscheide über Wasser und Dünger immer erst, nachdem ich mit der Hand in den Boden gefasst habe.
Bambus richtig bewässern: nach Bedarf und ohne Staunässe
Bambus gießt du nach Bedarf, nicht nach einem festen Kalender. Wichtig ist vor allem, dass überschüssiges Wasser abziehen kann. Staunässe kann beim Bambus Wurzeln und Rhizome faulen lassen. Hält sie länger an, fehlt im Wurzelbereich Sauerstoff, und Wurzel- und Stammgrundfäule werden begünstigt.
Gieß morgens und direkt in den Wurzelbereich. So verdunstet weniger Wasser, und das Laub wird nicht unnötig nass. Ich fasse vorher mit dem Finger in die Erde und gieße, wenn sie sich trocken anfühlt.
Beim Bambus strecken sich zuerst die Halme, danach folgen Zweige und Blätter. Erst dann wachsen die Rhizome unter der Erde weiter. Ich höre deshalb nicht mit dem Gießen auf, sobald die neuen Halme fertig aussehen.
Auch im Winter braucht Bambus Wasser. Ist der Boden frostfrei und trocken, gießt du nach Bedarf weiter.
Bambus kommt in einen Kübel, dessen Abzugslöcher verstopft sind oder ganz fehlen. Prüf jedes Gefäß vor dem Bepflanzen, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Sonst staut sich das Wasser genau dort, wo Wurzeln und Rhizome faulen können.
Ziergräser gießen: Welche Gräser es trocken und welche es feucht mögen
Für Ziergräser gibt es keinen gemeinsamen Gießrhythmus, denn ihre Standortansprüche reichen von trocken bis feucht. Bevor ich ein Gras gieße, ordne ich es einer Feuchtegruppe zu.
| Gras | Standort | Gruppe |
|---|---|---|
| Blauschwingel, Schafschwingel | warme, eher trockene, durchlässige Sand- bis Steinböden | trocken |
| Pracht-Federgras (Stipa pulcherrima) | sonnig, trocken, kalkhaltig | trocken |
| Moskitogras, Wimper-Perlgras | trockene, durchlässige Kalkböden in voller Sonne | trocken |
| Pennisetum orientale | trockene Standorte | trocken |
| Berg-Segge (Carex montana) | trockenheitsverträglich, auch im Halbschatten | trocken |
| Rutenhirse (Panicum virgatum) | auf lehmigem Boden sehr trockenheitsverträglich | trocken |
| Pennisetum alopecuroides | frische Standorte | frisch |
| Weißrandige Japan-Segge | frisch und humos, im Halbschatten oder Schatten | frisch |
| Pfeifengras (Molinia arundinacea, Molinia caerulea) | frische bis feuchte Böden | frisch bis feucht |
| Plattährengras | nährstoffreicher, frischer bis feuchter Boden | frisch bis feucht |
Gräser frischer bis feuchter Standorte hältst du in Trockenphasen frisch. Die Japan-Segge verträgt Sonne nur, wenn der Boden ausreichend feucht bleibt. Die trockene Gruppe bevorzugt durchlässige Böden. Dort gieße ich nach dem Anwachsen erst, wenn ich mit dem Finger keine Feuchte mehr spüre.
Beim Anwachsen gilt für alle Gräser dasselbe. Auch trockenheitsverträgliche Arten brauchen nach der Pflanzung eine verlässliche Wasserversorgung, bis sie fest im Boden verwurzelt sind. Frisch bepflanzte Beete und Kübel brauchen bei Trockenheit ohnehin mehr Aufmerksamkeit als gut eingewachsene Staudenpflanzungen.
Stehen deine Gräser in einer neu angelegten Staudenpflanzung, gießt du die Fläche in den ersten ein bis zwei VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend. Als Richtwert gelten dabei etwa 25 l/m² je Gießgang. Das ist ein Wert für die Fläche, nicht für die einzelne Pflanze.
Gießplan: Boden prüfen, Technik wählen, Regenwasser nutzen
Ob Gießwasser abzieht oder stehen bleibt, hängt am Boden: Bei Staunässe müssen auch tiefer liegende Verdichtungen gelockert werden. Kompost lockert schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Wasser- und Nährstoffspeicherung. Bodenart, Lockerung und die pH-Zielbereiche für Staudenbeete je nach Bodenart behandelt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.
Ein Gießplan beginnt bei mir mit der Kontrolle, nicht mit festen Gießtagen. Mit der Gießkanne erreichst du den Wurzelbereich direkt. Eine Tropfbewässerung versorgt die Pflanzen gezielt und kann Wasser sparen. Sie braucht allerdings einen Filter, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Bei Perlschläuchen tritt entlang des Schlauchs unterschiedlich viel Wasser aus. Die passende Laufzeit findest du dort nur, indem du den Bestand beobachtest.
Dachablaufwasser sammelst du in Regentonnen und verteilst es mit der Gießkanne oder über Leitungen. Auch das Wasser, in dem du Obst und Gemüse in einer Schüssel gewaschen hast, kann in die Gießkanne.
Eine Mulchdecke hemmt die Verdunstung und vermindert die Erwärmung des Bodens. Roher RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. bindet allerdings Stickstoff und ist für junge Staudenpflanzungen ungeeignet, auf trockenen Freiflächen nimmst du mineralischen Mulch. Schichtdicken und Körnungen stehen im Stauden-Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf.
Vor dem Gießen fühlst du mit dem Finger in die Erde. Im Kübel prüfst du die Feuchte auch unten im Substrat oder hebst das Gefäß an. Gegossen wird morgens und direkt in den Wurzelbereich. Die Abzugslöcher im Gefäß sind frei. Die Laufzeit des Perlschlauchs passt du an das an, was du am Bestand siehst.
Wie Gießen und Düngen zusammenspielen
Dünger wirkt nicht unabhängig vom Wasser. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei. Bei feuchtwarmer Witterung können sie dagegen unter Umständen sehr viel freisetzen. Wärme und Bodenfeuchte beschleunigen gemeinsam, dass Bodenlebewesen Nährstoffe aus dem Humus verfügbar machen. Eine organische Gabe auf trockenem Boden bleibt deshalb weitgehend liegen, bis Feuchte und Wärme zusammenkommen. Ich gieße trockenen Boden vor dem Düngen an und arbeite den Dünger danach leicht ein.
Auch beim Stickstoff zählt das Maß. Überhöhte, zu häufige oder außerhalb der Vegetationsperiode ausgebrachte Stickstoffgaben können als Nitrat ausgewaschen werden.
Gelbe Blätter sind nicht automatisch ein Fall für mehr Dünger. Eisenmangelchlorosen können durch einen zu hohen Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. entstehen, aber ebenso durch verdichteten oder vernässten Boden, deshalb prüfst du zuerst Gießen und Boden. Woran du Nährstoffmangel bei Bambus und Ziergräsern erkennst und wie du ihn behebst, steht im Ratgeber dazu.
Bei großer Hitze oder längerer Trockenheit gibst du Flüssigdünger nur niedrig konzentriert. Gieß den Boden vorher an und gib den Dünger auf die feuchte Erde, nicht über die Blätter.
Welchen Dünger Bambus und Ziergräser brauchen
Für Bambus passt ein stickstoffbetonter LangzeitdüngerEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger. mit wenig Phosphor. Die Menge richtet sich nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und Packungsangabe, und Nährstoffe aus Kompost rechnest du mit. Damit sich kein PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. anreichert, gibst du im Garten höchstens 2 bis 3 l/m² Kompost im Jahr. Wer regelmäßig Kompost gibt, lässt den Boden alle 4 bis 5 Jahre auf Phosphor und Kalium untersuchen. Weil Bambus phosphorarm gedüngt wird und Kompost Phosphor im Boden anreichern kann, rechne ich jede Kompostgabe beim Bambus in die Düngung ein, statt sie zusätzlich zu geben.
Bei Ziergräsern hängt der Bedarf an der Art. Plattährengras will nährstoffreichen Boden. Bei Stauden nährstoffarmer Standorte kann übermäßige Düngung dagegen untypisch starkes Wachstum auslösen und die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. verschlechtern. Ich behandle die Gräser der trockenen Gruppe wie solche Stauden und dünge sie nur, wenn eine Bodenuntersuchung Bedarf zeigt.
Welche Nährstoffe und Düngerformen es gibt und wie du die Düngung an Niederschlag, Trockenheit und Temperaturschwankungen anpasst, erklärt ein eigener Ratgeber. Wann, womit und wie viel einzelne Arten bekommen, findest du in den Düngetipps für Ziergräser je nach Art. Wer mit Kompost und BodenlebenBodenleben ist die Gesamtheit der Lebewesen im Boden, von Bakterien, Pilzen und Algen bis zu Tieren wie Regenwürmern. Sie zersetzen Pflanzenreste zu Nährstoffen, legen Humus an und bauen die Bodenstruktur auf. arbeiten will, liest bei der natürlichen Düngung von Bambus und Ziergräsern weiter.
Wasser und Dünger im Jahreslauf
Im Lauf des Jahres verschiebt sich, wann Wasser und wann Dünger gefragt ist.
| Zeit | Gießen | Düngen |
|---|---|---|
| Frühjahr | neu gepflanzte Gräser verlässlich wässern, bis sie verwurzelt sind | organisch erst auf warmem, feuchtem Boden; vor einer Neuanlage zuerst eine Bodenprobe |
| Sommer | morgens in den Wurzelbereich; torffreie Kübelerde an heißen Tagen nach Substratfeuchte auch mehrfach | Flüssigdünger bei Hitze niedrig konzentriert auf angefeuchteten Boden |
| Spätsommer und Herbst | Bambus weiter nach Bedarf gießen | keinen Stickstoff mehr |
| Winter | Bambus bei frostfreiem Boden nach Bedarf; Topfschutz so anlegen, dass Gießen und Abfluss möglich bleiben | überwinternde Kübelpflanzen nicht düngen |
Frühjahr
Ziergräser der Freifläche pflanzt du am günstigsten im zeitigen Frühjahr, wenn sich der Boden bereits erwärmt hat. Herbstpflanzungen können schlechter anwachsen. Vor der Neuanlage nimmst du eine Bodenprobe aus gleichmäßig verteilten Einstichen, bevor du düngst. Bei nährstoffbedürftigen Beetstauden beginnt die Frühjahrsversorgung, wenn sich der Boden erwärmt und die BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. aktiver werden. Nach demselben Zeichen richte ich auch die erste Düngung für Bambus und Gräser aus. Wann und wie tief du im Spätwinter zurückschneidest und welche Arten du dabei ausnimmst, steht im Stauden-Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf.
Sommer
Im Sommer gießt du morgens und direkt an die Wurzeln. Torffreie Erde im Kübel kann an heißen Tagen mehrfaches Gießen verlangen, je nachdem, wie feucht das Substrat tatsächlich ist. Flüssigdünger gibst du bei Hitze nur auf vorher angefeuchteten Boden. In feuchtwarmen Phasen kann organischer Dünger unter Umständen sehr viel freisetzen, deshalb lege ich dann nichts nach.
Spätsommer und Herbst
Ab dem Spätsommer unterbleibt die Stickstoffdüngung, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Eine späte Stickstoffgabe kann also in zweierlei Hinsicht danebengehen: Sie stört das Aushärten, und außerhalb der Vegetationsperiode kann Stickstoff als Nitrat ausgewaschen werden. Gießen bleibt beim Bambus dagegen Thema, du richtest dich weiter nach dem Bedarf. Ob vor dem Winter eine Kaliumgabe sinnvoll ist und wie du die Winterhärte durch gezielte Düngung vor und nach dem Winter stärkst, erklärt der Ratgeber dazu.
Winter
Beim Bambus gießt du auch jetzt, sobald der Boden frostfrei ist und austrocknet. Überwinternde Kübelpflanzen bekommen grundsätzlich keinen Dünger. Für den Bambus im Kübel heißt das: Wasser nach Bedarf, aber keine Nährstoffgabe. Den Topf winterharter Pflanzen umhüllst du isolierend, wobei Gießen und Wasserabfluss möglich bleiben müssen. Weitere Schritte zum Winterschutz beschreibt der Stauden-Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf.
Bambus und Gräser im Kübel gießen und düngen
Im Gefäß kommt es auf Erde und Abzug an. Für langjährig bepflanzte Kübel eignet sich strukturstabile Kübelpflanzenerde, die Verdichtung und Vernässung im unteren Topfbereich vorbeugt. Ein größeres Substratvolumen kann mehr Wasser und Nährstoffe speichern. Torffreie Erden sind meist vorgedüngt, können durch ihre Ersatzstoffe aber die Stickstoffverfügbarkeit einschränken. Bei torffreien Bioerden passt du die Nachdüngung deshalb an die tatsächlich verfügbare Stickstoffversorgung an. Wie du Bambus und Ziergräser im Kübel nach Gefäßgröße, Substrat und Art düngst, steht im Ratgeber dazu.




