Blumen · Stauden & Ziergräser · Pflege

Bambus und Ziergräser: So stimmst du Bewässerung und Düngung im Jahreslauf ab

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Bambus braucht das ganze Jahr Wasser nach Bedarf, auch im Winter bei frostfreiem Boden.
  • Staunässe kann beim Bambus Wurzeln und Rhizome faulen lassen, deshalb muss Wasser immer abziehen können.
  • Ziergräser gießt du nach ihrer Feuchtegruppe: Schwingel und Federgras mögen es trocken, Pfeifengras frisch bis feucht.
  • Organischer Dünger setzt bei Trockenheit kaum Nährstoffe frei, Wärme und Bodenfeuchte beschleunigen die Freisetzung.
  • Bei Hitze gibst du Flüssigdünger nur niedrig konzentriert auf vorher angefeuchteten Boden.
  • Für Bambus passt ein stickstoffbetonter Langzeitdünger mit wenig Phosphor, ab dem Spätsommer gibt es keinen Stickstoff mehr.
Wasserstrahlen und Tropfen aus einer gelben Gießkannenbrause vor unscharfem grünem Hintergrund
Foto: Sasha · Pexels License · Quelle ↗

Bambus, der im nassen Boden steht, kann an Wurzeln und Rhizomen faulen. Organischer Dünger auf ausgetrocknetem Boden setzt dagegen kaum Nährstoffe frei. Bei Bambus und Ziergräsern hängen Gießen und Düngen deshalb eng zusammen. Ich entscheide über Wasser und Dünger immer erst, nachdem ich mit der Hand in den Boden gefasst habe.

Bambus richtig bewässern: nach Bedarf und ohne Staunässe

Bambus gießt du nach Bedarf, nicht nach einem festen Kalender. Wichtig ist vor allem, dass überschüssiges Wasser abziehen kann. Staunässe kann beim Bambus Wurzeln und Rhizome faulen lassen. Hält sie länger an, fehlt im Wurzelbereich Sauerstoff, und Wurzel- und Stammgrundfäule werden begünstigt.

Gieß morgens und direkt in den Wurzelbereich. So verdunstet weniger Wasser, und das Laub wird nicht unnötig nass. Ich fasse vorher mit dem Finger in die Erde und gieße, wenn sie sich trocken anfühlt.

Beim Bambus strecken sich zuerst die Halme, danach folgen Zweige und Blätter. Erst dann wachsen die Rhizome unter der Erde weiter. Ich höre deshalb nicht mit dem Gießen auf, sobald die neuen Halme fertig aussehen.

Auch im Winter braucht Bambus Wasser. Ist der Boden frostfrei und trocken, gießt du nach Bedarf weiter.

Häufiger Fehler

Bambus kommt in einen Kübel, dessen Abzugslöcher verstopft sind oder ganz fehlen. Prüf jedes Gefäß vor dem Bepflanzen, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Sonst staut sich das Wasser genau dort, wo Wurzeln und Rhizome faulen können.

Ziergräser gießen: Welche Gräser es trocken und welche es feucht mögen

Für Ziergräser gibt es keinen gemeinsamen Gießrhythmus, denn ihre Standortansprüche reichen von trocken bis feucht. Bevor ich ein Gras gieße, ordne ich es einer Feuchtegruppe zu.

Gras Standort Gruppe
Blauschwingel, Schafschwingel warme, eher trockene, durchlässige Sand- bis Steinböden trocken
Pracht-Federgras (Stipa pulcherrima) sonnig, trocken, kalkhaltig trocken
Moskitogras, Wimper-Perlgras trockene, durchlässige Kalkböden in voller Sonne trocken
Pennisetum orientale trockene Standorte trocken
Berg-Segge (Carex montana) trockenheitsverträglich, auch im Halbschatten trocken
Rutenhirse (Panicum virgatum) auf lehmigem Boden sehr trockenheitsverträglich trocken
Pennisetum alopecuroides frische Standorte frisch
Weißrandige Japan-Segge frisch und humos, im Halbschatten oder Schatten frisch
Pfeifengras (Molinia arundinacea, Molinia caerulea) frische bis feuchte Böden frisch bis feucht
Plattährengras nährstoffreicher, frischer bis feuchter Boden frisch bis feucht

Gräser frischer bis feuchter Standorte hältst du in Trockenphasen frisch. Die Japan-Segge verträgt Sonne nur, wenn der Boden ausreichend feucht bleibt. Die trockene Gruppe bevorzugt durchlässige Böden. Dort gieße ich nach dem Anwachsen erst, wenn ich mit dem Finger keine Feuchte mehr spüre.

Beim Anwachsen gilt für alle Gräser dasselbe. Auch trockenheitsverträgliche Arten brauchen nach der Pflanzung eine verlässliche Wasserversorgung, bis sie fest im Boden verwurzelt sind. Frisch bepflanzte Beete und Kübel brauchen bei Trockenheit ohnehin mehr Aufmerksamkeit als gut eingewachsene Staudenpflanzungen.

Zahl im Blick

Stehen deine Gräser in einer neu angelegten Staudenpflanzung, gießt du die Fläche in den ersten ein bis zwei Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend. Als Richtwert gelten dabei etwa 25 l/m² je Gießgang. Das ist ein Wert für die Fläche, nicht für die einzelne Pflanze.

Anzeigen

Gießplan: Boden prüfen, Technik wählen, Regenwasser nutzen

Ob Gießwasser abzieht oder stehen bleibt, hängt am Boden: Bei Staunässe müssen auch tiefer liegende Verdichtungen gelockert werden. Kompost lockert schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Wasser- und Nährstoffspeicherung. Bodenart, Lockerung und die pH-Zielbereiche für Staudenbeete je nach Bodenart behandelt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.

Ein Gießplan beginnt bei mir mit der Kontrolle, nicht mit festen Gießtagen. Mit der Gießkanne erreichst du den Wurzelbereich direkt. Eine Tropfbewässerung versorgt die Pflanzen gezielt und kann Wasser sparen. Sie braucht allerdings einen Filter, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Bei Perlschläuchen tritt entlang des Schlauchs unterschiedlich viel Wasser aus. Die passende Laufzeit findest du dort nur, indem du den Bestand beobachtest.

Dachablaufwasser sammelst du in Regentonnen und verteilst es mit der Gießkanne oder über Leitungen. Auch das Wasser, in dem du Obst und Gemüse in einer Schüssel gewaschen hast, kann in die Gießkanne.

Eine Mulchdecke hemmt die Verdunstung und vermindert die Erwärmung des Bodens. Roher Rindenmulch bindet allerdings Stickstoff und ist für junge Staudenpflanzungen ungeeignet, auf trockenen Freiflächen nimmst du mineralischen Mulch. Schichtdicken und Körnungen stehen im Stauden-Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf.

Mini-Checkliste

Vor dem Gießen fühlst du mit dem Finger in die Erde. Im Kübel prüfst du die Feuchte auch unten im Substrat oder hebst das Gefäß an. Gegossen wird morgens und direkt in den Wurzelbereich. Die Abzugslöcher im Gefäß sind frei. Die Laufzeit des Perlschlauchs passt du an das an, was du am Bestand siehst.

Wie Gießen und Düngen zusammenspielen

Dünger wirkt nicht unabhängig vom Wasser. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei. Bei feuchtwarmer Witterung können sie dagegen unter Umständen sehr viel freisetzen. Wärme und Bodenfeuchte beschleunigen gemeinsam, dass Bodenlebewesen Nährstoffe aus dem Humus verfügbar machen. Eine organische Gabe auf trockenem Boden bleibt deshalb weitgehend liegen, bis Feuchte und Wärme zusammenkommen. Ich gieße trockenen Boden vor dem Düngen an und arbeite den Dünger danach leicht ein.

Auch beim Stickstoff zählt das Maß. Überhöhte, zu häufige oder außerhalb der Vegetationsperiode ausgebrachte Stickstoffgaben können als Nitrat ausgewaschen werden.

Gelbe Blätter sind nicht automatisch ein Fall für mehr Dünger. Eisenmangelchlorosen können durch einen zu hohen Boden-pH entstehen, aber ebenso durch verdichteten oder vernässten Boden, deshalb prüfst du zuerst Gießen und Boden. Woran du Nährstoffmangel bei Bambus und Ziergräsern erkennst und wie du ihn behebst, steht im Ratgeber dazu.

Achtung

Bei großer Hitze oder längerer Trockenheit gibst du Flüssigdünger nur niedrig konzentriert. Gieß den Boden vorher an und gib den Dünger auf die feuchte Erde, nicht über die Blätter.

Anzeigen

Welchen Dünger Bambus und Ziergräser brauchen

Für Bambus passt ein stickstoffbetonter Langzeitdünger mit wenig Phosphor. Die Menge richtet sich nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und Packungsangabe, und Nährstoffe aus Kompost rechnest du mit. Damit sich kein Phosphat anreichert, gibst du im Garten höchstens 2 bis 3 l/m² Kompost im Jahr. Wer regelmäßig Kompost gibt, lässt den Boden alle 4 bis 5 Jahre auf Phosphor und Kalium untersuchen. Weil Bambus phosphorarm gedüngt wird und Kompost Phosphor im Boden anreichern kann, rechne ich jede Kompostgabe beim Bambus in die Düngung ein, statt sie zusätzlich zu geben.

Bei Ziergräsern hängt der Bedarf an der Art. Plattährengras will nährstoffreichen Boden. Bei Stauden nährstoffarmer Standorte kann übermäßige Düngung dagegen untypisch starkes Wachstum auslösen und die Winterhärte verschlechtern. Ich behandle die Gräser der trockenen Gruppe wie solche Stauden und dünge sie nur, wenn eine Bodenuntersuchung Bedarf zeigt.

Welche Nährstoffe und Düngerformen es gibt und wie du die Düngung an Niederschlag, Trockenheit und Temperaturschwankungen anpasst, erklärt ein eigener Ratgeber. Wann, womit und wie viel einzelne Arten bekommen, findest du in den Düngetipps für Ziergräser je nach Art. Wer mit Kompost und Bodenleben arbeiten will, liest bei der natürlichen Düngung von Bambus und Ziergräsern weiter.

Wasser und Dünger im Jahreslauf

Im Lauf des Jahres verschiebt sich, wann Wasser und wann Dünger gefragt ist.

Zeit Gießen Düngen
Frühjahr neu gepflanzte Gräser verlässlich wässern, bis sie verwurzelt sind organisch erst auf warmem, feuchtem Boden; vor einer Neuanlage zuerst eine Bodenprobe
Sommer morgens in den Wurzelbereich; torffreie Kübelerde an heißen Tagen nach Substratfeuchte auch mehrfach Flüssigdünger bei Hitze niedrig konzentriert auf angefeuchteten Boden
Spätsommer und Herbst Bambus weiter nach Bedarf gießen keinen Stickstoff mehr
Winter Bambus bei frostfreiem Boden nach Bedarf; Topfschutz so anlegen, dass Gießen und Abfluss möglich bleiben überwinternde Kübelpflanzen nicht düngen

Frühjahr

Ziergräser der Freifläche pflanzt du am günstigsten im zeitigen Frühjahr, wenn sich der Boden bereits erwärmt hat. Herbstpflanzungen können schlechter anwachsen. Vor der Neuanlage nimmst du eine Bodenprobe aus gleichmäßig verteilten Einstichen, bevor du düngst. Bei nährstoffbedürftigen Beetstauden beginnt die Frühjahrsversorgung, wenn sich der Boden erwärmt und die Bodenorganismen aktiver werden. Nach demselben Zeichen richte ich auch die erste Düngung für Bambus und Gräser aus. Wann und wie tief du im Spätwinter zurückschneidest und welche Arten du dabei ausnimmst, steht im Stauden-Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf.

Sommer

Im Sommer gießt du morgens und direkt an die Wurzeln. Torffreie Erde im Kübel kann an heißen Tagen mehrfaches Gießen verlangen, je nachdem, wie feucht das Substrat tatsächlich ist. Flüssigdünger gibst du bei Hitze nur auf vorher angefeuchteten Boden. In feuchtwarmen Phasen kann organischer Dünger unter Umständen sehr viel freisetzen, deshalb lege ich dann nichts nach.

Spätsommer und Herbst

Ab dem Spätsommer unterbleibt die Stickstoffdüngung, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Eine späte Stickstoffgabe kann also in zweierlei Hinsicht danebengehen: Sie stört das Aushärten, und außerhalb der Vegetationsperiode kann Stickstoff als Nitrat ausgewaschen werden. Gießen bleibt beim Bambus dagegen Thema, du richtest dich weiter nach dem Bedarf. Ob vor dem Winter eine Kaliumgabe sinnvoll ist und wie du die Winterhärte durch gezielte Düngung vor und nach dem Winter stärkst, erklärt der Ratgeber dazu.

Winter

Beim Bambus gießt du auch jetzt, sobald der Boden frostfrei ist und austrocknet. Überwinternde Kübelpflanzen bekommen grundsätzlich keinen Dünger. Für den Bambus im Kübel heißt das: Wasser nach Bedarf, aber keine Nährstoffgabe. Den Topf winterharter Pflanzen umhüllst du isolierend, wobei Gießen und Wasserabfluss möglich bleiben müssen. Weitere Schritte zum Winterschutz beschreibt der Stauden-Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf.

Bambus und Gräser im Kübel gießen und düngen

Im Gefäß kommt es auf Erde und Abzug an. Für langjährig bepflanzte Kübel eignet sich strukturstabile Kübelpflanzenerde, die Verdichtung und Vernässung im unteren Topfbereich vorbeugt. Ein größeres Substratvolumen kann mehr Wasser und Nährstoffe speichern. Torffreie Erden sind meist vorgedüngt, können durch ihre Ersatzstoffe aber die Stickstoffverfügbarkeit einschränken. Bei torffreien Bioerden passt du die Nachdüngung deshalb an die tatsächlich verfügbare Stickstoffversorgung an. Wie du Bambus und Ziergräser im Kübel nach Gefäßgröße, Substrat und Art düngst, steht im Ratgeber dazu.

Beliebt im Shopaus dem samen.live Shop
Kiepenkerl Nature niedrigwachsender Kräuterrasen
Kiepenkerl Nature niedrigwachsender Kräuterrasen
Zum Shop
ReNatura Blumenwiese
ReNatura Blumenwiese
Zum Shop
Kiepenkerl Blumenmischung Schattenblumen
Kiepenkerl Blumenmischung Schattenblumen
Zum Shop
Kiepenkerl Ziergräser Ikebana Mischung
Kiepenkerl Ziergräser Ikebana Mischung
Zum Shop

Häufige Fragen

Welche spezifischen Bewässerungsanforderungen haben Bambus und Ziergräser?
Bambus braucht das ganze Jahr Wasser nach Bedarf, im Winter also immer dann, wenn der Boden frostfrei ist und austrocknet. Staunässe verträgt er nicht, denn sie kann Wurzeln und Rhizome faulen lassen. Bei Ziergräsern hängt der Bedarf an der Art: Blauschwingel und Pracht-Federgras mögen trockene, durchlässige Böden, Pfeifengras frische bis feuchte. Gieß morgens direkt in den Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und das Laub nicht unnötig nass wird.
Wie sollte die optimale Düngung für Bambus- und Ziergrasarten erfolgen?
Für Bambus passt ein stickstoffbetonter Langzeitdünger mit wenig Phosphor. Die Menge richtet sich nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und Packungsangabe, wobei du Nährstoffe aus Kompost mitrechnest. Gräser magerer, trockener Standorte düngst du nur bei nachgewiesenem Bedarf, denn bei Stauden nährstoffarmer Standorte kann übermäßige Düngung untypisch starkes Wachstum auslösen und die Winterhärte verschlechtern. Stickstoff gibst du nur in der Vegetationsperiode und ab dem Spätsommer nicht mehr.
Wie unterscheiden sich die jahreszeitlichen Pflegeanforderungen für Bambus und Ziergräser?
Im Frühjahr pflanzt du Ziergräser der Freifläche, sobald sich der Boden erwärmt hat, und wartest mit organischem Dünger auf warmen, feuchten Boden. Im Sommer gießt du morgens in den Wurzelbereich und gibst Flüssigdünger bei Hitze nur niedrig konzentriert auf angefeuchteten Boden. Ab dem Spätsommer unterbleibt die Stickstoffdüngung, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Im Winter braucht Bambus bei frostfreiem Boden weiter Wasser nach Bedarf, während überwinternde Kübelpflanzen keinen Dünger bekommen.
Wie kann man Tröpfchenbewässerung für Bambus praktisch umsetzen?
Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanzen und kann Wasser sparen. Bau einen Filter ein, denn Tropfer können verstopfen oder verkalken und dann nicht mehr richtig arbeiten. Die Laufzeit legst du nach der Bodenfeuchte fest und nicht nach einem starren Plan, weil Bambus nie in Staunässe stehen darf. Bei Perlschläuchen tritt entlang des Schlauchs unterschiedlich viel Wasser aus, deshalb ermittelst du die passende Dauer dort durch Beobachten des Bestands.
Ist es wahr, dass alle Bambusarten unkontrolliert wuchern und den ganzen Garten übernehmen?
Nein, je nach Gattung und Art breiten sich Bambusrhizome flächig aus oder bilden eher geschlossene Horste. Stark ausläuferbildender Bambus braucht allerdings eine widerstandsfähige Rhizomsperre, damit er an seinem Platz bleibt. Das gilt auch für manche niedrigen Bambusse: Arten der Gattungen Pleioblastus und Sasa können stark ausläufertreibend sein.
Zuletzt geprüft:
↑