Spurenelemente für Bambus und Ziergräser: Eisen, Zink, Bor und Kupfer verfügbar machen
- Eisen ist an Photosynthese und Chlorophyllbildung beteiligt, Zink an Enzymen und Wuchsstoffen, Bor an der Zell- und Gewebeentwicklung, Kupfer an der Verholzung der Zellwände.
- Die Verfügbarkeit von Spurenelementen hängt stark vom Boden-pH ab; über pH 7,0 kann Eisen stark eingeschränkt verfügbar sein.
- Ein hoher Kalkgehalt oder Staunässe kann die Eisenaufnahme behindern, auch wenn genug Eisen im Boden ist.
- Viel Humus kann Zink, Bor und Eisen besser verfügbar machen, Kupfer und Mangan dagegen einschränken.
- Zusätzliche Bodendüngung behebt eine eingeschränkte Verfügbarkeit nicht zuverlässig; prüfe zuerst pH-Wert und Bodengefüge.
- Erklärt die Bodenanalyse einen Verdacht nicht, kann eine Pflanzenanalyse den tatsächlichen Versorgungszustand klären.

Wenn mein Bambus blasse junge Blätter schiebt, greife ich zuerst zum pH-Teststreifen und zum Spaten, nicht zum Dünger. Ein Mangel an SpurenelementenSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. kann nämlich auch dann auftreten, wenn genug davon im Boden steckt. Ein hoher Kalkgehalt oder Staunässe können zum Beispiel die Eisenaufnahme behindern. Düngst du dann einfach nach, behebst du die eingeschränkte Verfügbarkeit nicht zuverlässig. Im ungünstigen Fall bringst du zusätzlich die übrigen Nährstoffe aus dem Gleichgewicht.
Für Eisen, Zink, Bor und Kupfer bekommst du hier jeweils die Aufgabe in der Pflanze, die Zeichen, die auf einen Mangel hindeuten können, und die Handgriffe, mit denen du ihre Verfügbarkeit im Boden sicherst.
Was sind Spurenelemente eigentlich?
Pflanzen nehmen Nährstoffe in sehr unterschiedlichen Mengen auf. Stickstoff, Phosphor und Kalium braucht eine Pflanze in größeren Mengen, dazu kommen Calcium, Magnesium und SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft.. Spurenelemente, auch Spurennährstoffe genannt, braucht sie dagegen nur in Spuren. Zu ihnen zählen Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor und MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien..
Auch die Hauptnährstoffe haben klare Aufgaben. Stickstoff wird für Eiweiß, ChlorophyllChlorophyll, auch Blattgrün genannt, ist der grüne Farbstoff in den Blättern. Im Sommer überdeckt es gelbe und rötliche Blattfarbstoffe; wird es im Herbst abgebaut, verfärbt sich das Laub. und das Wachstum von Blättern und Trieben gebraucht. Kalium regelt den Zellinnendruck und damit den Wasserhaushalt. Magnesium ist ein Bestandteil des Chlorophylls. Phosphor dient Energiehaushalt, Erbsubstanz und Zellmembranen, ist aber kein pauschaler Blühverstärker. Im Ratgeber zur Staudenversorgung liest du, welche Nährstoffe Stauden und Bodendecker wofür brauchen.
Die Spurenelemente teilen sich die Arbeit so auf:
| Spurenelement | Aufgabe in der Pflanze |
|---|---|
| Eisen | PhotosynthesePhotosynthese ist der Vorgang, bei dem grüne Pflanzen mithilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlenstoffdioxid Zucker und Stärke herstellen. Als Nebenprodukt entsteht Sauerstoff, den sie an die Luft abgeben., Enzyme der Chlorophyllbildung, Chlorophyll- und Eiweißaufbau |
| Zink | Bestandteil zahlreicher Enzyme, Bildung von Wuchsstoffen, Chlorophyll- und Eiweißaufbau |
| Kupfer | Enzymstoffwechsel, Verholzung der Zellwände, Chlorophyll- und Eiweißaufbau |
| Mangan | Chlorophyll- und Eiweißaufbau |
| Bor | Zell- und Gewebeentwicklung, Zellwachstum und Fortpflanzung |
| Molybdän | Nitratabbau |
Festgelegt nennt man einen Nährstoff, der im Boden vorhanden ist, den die Wurzeln aber nicht aufnehmen können. Ein zu hoher pH-Wert kann Nährstoffe auf diese Weise festlegen. Die Menge im Boden sagt deshalb allein noch nichts darüber, was bei der Pflanze ankommt.
Warum sind Spurenelemente für Pflanzen so entscheidend?
Spurenelemente arbeiten dort, wo eine Pflanze Blattgrün und Eiweiß aufbaut. Sie sind Bestandteile von Enzymen, wirken bei der Bildung von Wuchsstoffen mit und sind an der Zell- und Gewebeentwicklung beteiligt. Bei Bambus und Ziergräsern, die du vor allem wegen Blatt und Halm pflanzt, geht es also um genau das, was du im Beet sehen willst.
Am Chlorophyll hängen allerdings nicht nur die Spurenelemente. Stickstoff wird ebenfalls dafür gebraucht, und Magnesium ist sogar ein Bestandteil des Chlorophylls. Ein blasses Blatt verrät dir deshalb allein nicht, welcher dieser Nährstoffe fehlt.
Dazu kommt das Wasser. Sowohl Trockenheit als auch Staunässe können Mangelsymptome hervorrufen, weil sie die Nährstoffaufnahme stören. Ich trenne bei jedem Verdacht deshalb zwei Fragen: Fehlt etwas im Boden, oder kommt die Pflanze nur nicht heran?
Was Bambus und Ziergräser besonders macht
Bambus
Bambus wächst in einer klaren Abfolge. Zuerst strecken sich die Halme, dann folgen Zweige und Blätter, und danach wächst das Rhizom unter der Erde. Je nach Gattung und Art breiten sich die Rhizome flächig aus oder bilden eher geschlossene Horste. Stark ausläuferbildender Bambus braucht eine widerstandsfähige Rhizomsperre. Auch niedrige Bambusse der Gattungen Pleioblastus und Sasa können stark ausläufertreibend sein.
Für die Grundversorgung wird bei Bambus ein stickstoffbetonter Langzeitdünger mit wenig Phosphor empfohlen. Stickstoff kann auch aus organischen Quellen kommen, etwa aus Hornspänen oder aus Mist, den du vorher kompostierst.
Staunässe kann beim Bambus Wurzeln und Rhizome faulen lassen, und sie kann zugleich die Eisenaufnahme behindern. Ein nasser Standort schadet dem Bambus also zweimal, und ein Eisendünger behebt das nicht zuverlässig, solange das Wasser steht.
Ziergräser
Bei Ziergräsern gehen die Standorte weit auseinander. Plattährengras braucht nährstoffreichen, frischen bis feuchten Boden, und auch Pfeifengräser bevorzugen frische bis feuchte Böden. Moskitogras und Wimper-Perlgras wollen dagegen trockene, durchlässige Kalkböden in voller Sonne. Das Pracht-Federgras passt an sonnige, trockene und kalkhaltige Plätze. Blau- und Schafschwingel eignen sich für warme, eher trockene, durchlässige Sand- bis Steinböden.
Auf Kalkboden kann ein hoher Kalkgehalt die Eisenaufnahme behindern, auf sehr humusreichem Boden kann die Verfügbarkeit von Kupfer und Mangan eingeschränkt sein. Welches Spurenelement knapp werden kann, hängt also vom Boden ab, auf dem ein Gras steht. Ich schaue mir deshalb vor jeder Düngung zuerst den Boden an und erst danach das Etikett.
Für Pflanzen im Steingarten gelten eigene Regeln, denn standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen brauchen normalerweise keinen Zusatzdünger. Wie du Nährstoffmangel bei Steingartenpflanzen erkennst und behebst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Eisen: Blattgrün und Photosynthese
Funktion in der Pflanze
Eisen ist an der Photosynthese beteiligt und an den Enzymen, mit denen die Pflanze Chlorophyll bildet. Zusammen mit Mangan, Kupfer und Zink unterstützt es außerdem den Aufbau von Eiweiß. Fehlt verfügbares Eisen, betrifft das deshalb direkt die Bildung des Blattgrüns. Bei Pflanzen, die du wegen ihres Laubs ziehst, ist Eisen damit eines der Spurenelemente, auf die du beim Boden am genauesten achten solltest.
Mangelsymptome erkennen
Eisenmangelchlorosen, also ein Aufhellen des Blattgrüns, können durch einen zu hohen Boden-pH entstehen, aber ebenso durch verdichteten oder vernässten Boden. Ein helles Blatt kann deshalb auf Eisenmangel hindeuten, beweist ihn aber nicht. Woran du Nährstoffmangel bei Bambus und Ziergräsern erkennst und behebst, zeigt der Ratgeber dazu; für Stauden im selben Beet liest du nach, wie du Nährstoffmangel bei Stauden erkennst und behebst.
Optimale Versorgung sicherstellen
Bei Gartenböden mit einem pH-Wert über 7,0 kann die Verfügbarkeit von Eisen stark eingeschränkt sein. Mangelsymptome sind dann möglich, obwohl der Boden genug Eisen enthält. Auch ein hoher Kalkgehalt oder Staunässe kann die Eisenaufnahme behindern. Ich prüfe deshalb zuerst pH-Wert, Nässe und Verdichtung, bevor ich überhaupt über eine Eisengabe nachdenke.
Steht Wasser im Beet, lockerst du auch tiefer liegende Verdichtungen. Erst danach arbeitest du bei Bedarf mineralisches Material für eine bessere Durchlässigkeit ein. Liegt der gemessene pH oberhalb des Zielbereichs für deine Bodenart, bringst du weder Kalk noch kalkhaltigen Dünger aus.
Regelmäßig ausgebrachter Kompost liefert dem Boden auch Calcium, und sein Kalkgehalt kann den pH-Wert erhöhen. Auf einem Boden, der schon über pH 7,0 liegt, ist eine großzügige Kompostgabe deshalb keine Hilfe gegen Eisenmangel und kann die Lage verschärfen.
Eisendünger auf einen nassen, verdichteten Boden geben. Staunässe kann die Eisenaufnahme behindern, auch wenn genug Eisen im Boden ist. Eine zusätzliche Bodendüngung behebt eine eingeschränkte Verfügbarkeit nicht zuverlässig, deshalb sorgst du zuerst dafür, dass das Wasser abziehen kann.
Zink: Enzyme und Wuchsstoffe
Wofür Zink gebraucht wird
Zink ist Bestandteil zahlreicher Pflanzenenzyme und wirkt bei der Bildung von Wuchsstoffen mit. Wie Eisen, Mangan und Kupfer unterstützt es den Aufbau von Chlorophyll und Eiweiß. Seine Arbeit steckt damit im Stoffwechsel der Pflanze, den du von außen erst an den Folgen siehst.
Woran du Zinkmangel erkennen kannst
Kleine Blätter oder eine Rosettenbildung können auf Zinkmangel hinweisen. Ich vergleiche dafür die neuen Blätter mit älteren an derselben Pflanze und mit einer Pflanze derselben Art an einem anderen Platz. Ein solcher Vergleich ersetzt keine Analyse, er zeigt dir aber, ob eine einzelne Pflanze aus der Reihe fällt.
So versorgst du deine Pflanzen mit Zink
Ein hoher Humusgehalt kann Zink besser verfügbar machen. Gründüngung, Kompost und Mulch können zum Humusaufbau beitragen und sind für Zink damit eine passende Bodenpflege. Bevor du Zink als Dünger gibst, prüfst du pH-Wert und BodengefügeDas Bodengefüge beschreibt, wie die festen Teilchen im Boden angeordnet sind und zusammenhalten, etwa lose als Einzelkörner oder zu Krümeln verklebt. Davon hängt ab, wie viele Hohlräume für Luft, Wasser und Wurzeln bleiben.. Eine zusätzliche Bodendüngung behebt eine eingeschränkte Verfügbarkeit nämlich nicht zuverlässig.
Gib Zink außerdem nicht auf Verdacht, denn eine unkontrollierte Gabe kann die Aufnahme anderer Nährstoffe hemmen. Die Menge richtet sich nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und Produktangabe.
Bor: Zellen, Gewebe und Triebspitzen
Wofür Bor gebraucht wird
Bor ist an der Zell- und Gewebeentwicklung der Pflanzen beteiligt. Die Pflanze braucht es für das Zellwachstum und für die Fortpflanzung.
Woran du Bormangel erkennen kannst
Bormangel kann das Wachstum der Sprossspitze hemmen und bis zu ihrem Absterben führen. Eine absterbende Spitze kann aber auch andere Ursachen haben. Länger anhaltende Staunässe verursacht zum Beispiel Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Ich grabe an einer kümmernden Pflanze deshalb zuerst nach, wie nass der Wurzelraum ist.
So versorgst du deine Pflanzen mit Bor
Ein hoher Humusgehalt kann auch Bor besser verfügbar machen. Trockenheit verschlechtert dagegen die Verfügbarkeit von Spurennährstoffen. In einer Trockenphase gieße ich deshalb erst durchdringend, bevor ich über eine Borgabe nachdenke.
Selteneres, durchdringendes Gießen ist dabei sinnvoller als viele kleine Wassergaben, weil es die tieferen Wurzelschichten besser befeuchtet. Du gießt, bevor der noch leicht feuchte Untergrund ganz austrocknet. Für eine Borgabe gelten dieselben Voraussetzungen wie beim Zink: erst pH-Wert und Bodengefüge prüfen, dann nach Analyse und Produktangabe dosieren.
Kupfer: Enzymstoffwechsel und feste Zellwände
Wofür Kupfer gebraucht wird
Kupfer wirkt im Enzymstoffwechsel der Pflanze und ist wichtig für die Verholzung der Zellwände. Wie Eisen, Mangan und Zink unterstützt es außerdem den Aufbau von Chlorophyll und Eiweiß.
Woran du Kupfermangel erkennen kannst
Weiße Blattspitzen oder eine Spitzenwelke können auf Kupfermangel hinweisen. Bei Gräsern mit langen, schmalen Blättern schaue ich mir die Spitzen deshalb genau an. Weil Trockenheit und Staunässe die Nährstoffaufnahme stören und so ebenfalls Mangelsymptome hervorrufen können, prüfe ich vorher die Bodenfeuchte.
So versorgst du deine Pflanzen mit Kupfer
Ein hoher Humusgehalt kann die Verfügbarkeit von Kupfer und Mangan einschränken. Kompost trägt aber gerade zum Humusaufbau bei. Gibst du bei Verdacht auf Kupfermangel reflexhaft mehr Kompost, kannst du also genau das Spurenelement weiter bremsen, um das es geht.
Für eine Kupfergabe prüfst du wie bei den anderen Spurenelementen zuerst den Boden. Die Menge leitest du aus Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und Produktangabe ab.
Was beeinflusst, ob Spurenelemente ankommen?
Der pH-Wert
Die Verfügbarkeit von Spurennährstoffen hängt stark vom Boden-pH ab, und welcher Zielbereich passt, hängt von Bodenart und Kultur ab. Unter pH 5,5 kann zum Beispiel Molybdän schlecht verfügbar sein. Die pH-Zielbereiche je Bodenart im Kapitel Standort und Boden zeigen dir, welcher Bereich für dein Beet gilt.
Organische Substanz
Humus verbessert im Gartenboden die Struktur, die Durchlüftung und die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Bodenlebewesen machen Nährstoffe aus abgestorbenen Pflanzenresten im Humus für Pflanzen verfügbar. Gründüngung, Kompost, Mulch und bodenschonende Bearbeitung können das Bodenleben fördern und zum Humusaufbau beitragen. Auf sandigen, humusarmen Böden verbessert organische Substanz außerdem die Aufnahme und Speicherung von Wasser.
„Je mehr Humus, desto besser sind alle Spurenelemente verfügbar.“ Das stimmt so nicht. Ein hoher Humusgehalt kann Zink, Bor und Eisen besser verfügbar machen, die Verfügbarkeit von Kupfer und Mangan aber einschränken.
Beim Mulch achte ich auf das Material. Stickstoffarme Mulchstoffe wie Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können im Boden Stickstoff binden. Roher Rindenmulch ist deshalb für junge Staudenpflanzungen ungeeignet. Kompostierten Rindenhumus kannst du dagegen zur Bodenverbesserung einarbeiten.
Nährstoff-Wechselwirkungen
Nährstoffe wirken im Boden nicht jeder für sich. Unkontrollierte Düngung kann über unausgewogene Nährstoffverhältnisse die Aufnahme anderer Nährstoffe hemmen. Auch häufige Kompost- oder Stallmistgaben können einen Gartenboden mit Nährstoffen überversorgen, Kompost zum Beispiel mit Phosphat. Damit sich Phosphat nicht anreichert, sollte die jährliche Kompostgabe im Garten 2 bis 3 l/m² nicht überschreiten.
Bambus soll einen Dünger mit wenig Phosphor bekommen, Kompost kann den Boden aber mit Phosphat überversorgen. Kombinierst du beides großzügig, führst du über den Kompost womöglich genau den Phosphor zu, den der Bambusdünger vermeiden soll.
Die Nährstoffe aus Kompost, StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. oder Gründüngung ziehst du deshalb von der zusätzlich benötigten Düngermenge ab.
Feuchtigkeit und Temperatur
Wurzeln nehmen Nährsalze als im Wasser gelöste Ionen auf. Für jede Nährstoffaufnahme braucht der Boden deshalb ausreichend Feuchte. Zu nass ist allerdings genauso ungünstig. Verdichtung, Kälte, Trockenheit und Staunässe können die Verfügbarkeit von Spurennährstoffen verschlechtern. Denk auch daran, dass Bambus im Winter bei frostfreiem Boden bedarfsgerecht Wasser braucht.
Niedrige Bodentemperaturen vermindern die Nährstoffaufnahme, und mehr Dünger gleicht diese begrenzte Aufnahme nicht automatisch aus. Wärme und Bodenfeuchte beschleunigen dagegen gemeinsam die mikrobielle Freisetzung von Nährstoffen aus dem Humus. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmer Witterung unter Umständen sehr viel.
Zeigen deine Gräser in einem kalten Frühjahr blasse Triebe, ist das deshalb noch kein Grund zum Nachdüngen. Der kalte Boden bremst die Aufnahme, und erst wenn er warm und feucht ist, setzt das Bodenleben die Nährstoffe schneller frei.
Bevor ich gieße oder dünge, steche ich mit dem Spaten eine Bodenscholle aus. An Farbe und Gefühl sehe ich, ob im Wurzelraum Feuchtigkeit ist und ob mein letzter Gießgang die tieferen Schichten erreicht hat. Beim Bambus im Kübel mit torffreier Erde prüfe ich die Feuchte auch unten im Topf, weil die Oberfläche trocken sein kann, während es darunter noch nass ist.
So sicherst du die Versorgung
Bodenanalyse
Eine Bodenuntersuchung zeigt dir, welche Düngung nach Art und Menge nötig ist, abgeleitet aus dem Vorrat, der schon im Boden steckt. Für die Probe stichst du gleichmäßig verteilt über die einheitlich genutzte Fläche ein und mischst die Einzelproben zu einer Mischprobe. Bereiche mit unterschiedlichen Bodenarten beprobst du getrennt. Das Bambusbeet auf Lehm gehört also nicht in denselben Beutel wie das Kiesbeet mit den Schwingeln.
Für eine Mischprobe vereinigst du 10 bis 15 gleichmäßig verteilte Einzelproben aus dem Oberboden bis etwa 25 bis 30 cm Tiefe. Davon schickst du rund 500 g ins Labor. Gibst du regelmäßig Kompost, kontrollierst du mit einer Bodenuntersuchung alle 4 bis 5 Jahre, ob sich Phosphor und Kalium anreichern.
Eine Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und den Kalkbedarf, Stickstoff musst du gesondert beauftragen. Spurenelemente gehören nicht zu dieser Aufzählung. Willst du sie gemessen haben, klärst du das vorab mit dem Labor.
Ein pH-Schnelltest mit Teststreifen gibt dir eine erste Orientierung. Dafür vermengst du zerkleinerte Gartenerde mit destilliertem Wasser und liest nach kurzer Einwirkzeit die Farbe ab. Eine Laboruntersuchung, aus der sich eine passende Kalkempfehlung ableiten lässt, ersetzt der Test nicht. Vergleichen lassen sich pH-Werte außerdem nur, wenn die Messlösung angegeben ist, weil Wasser-, Calciumchlorid- und Kaliumchloridverfahren unterschiedliche Ergebnisse liefern können.
Erklärt die Bodenanalyse eine vermutete Ernährungsstörung nicht, kann eine Pflanzenanalyse den tatsächlichen Versorgungszustand klären. Diesen zweiten Schritt gehe ich, wenn der Boden unauffällig ist und die Pflanze trotzdem kümmert.
Chelatdünger
Bei Chelatdüngern ist das Spurenelement an ein organisches Molekül gebunden. Für mich ist ein Chelatdünger trotzdem ein Dünger wie jeder andere, und er kommt erst infrage, wenn pH-Wert und Bodengefüge geprüft sind. Eine zusätzliche Bodendüngung behebt eine eingeschränkte Verfügbarkeit nicht zuverlässig. Staunässe, Verdichtung oder ein kalter Boden bleiben auch mit einem Spezialdünger bestehen.
Setzt du einen Chelatdünger ein, richtest du die Menge nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und Produktangabe. Gib ihn auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Pflanzenteile.
Spurenelemente dosieren
Wie viel du gibst, richtet sich nach drei Dingen: der Bodenuntersuchung, dem Bedarf der Pflanze und der Angabe auf dem Produkt. Nährstoffe aus Kompost rechnest du dabei mit. Aus dem Laborwert und dem Nährstoffgehalt des Düngers lässt sich die Menge ausrechnen.
Düngermenge in g/m² = ermittelter Düngebedarf des Nährstoffs in g/m² × 100 ÷ Gehalt dieses Nährstoffs im Dünger in %. Ich rechne damit aus dem Laborwert und ziehe vorher ab, was Kompost und Mist schon liefern.
Ist bei Hitze oder längerer Trockenheit eine Flüssigdüngung nötig, gibst du sie niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden und nicht über die Blätter. Bei umhüllten mineralischen Depotdüngern gibt die Hüllschicht die Nährstoffe nach und nach frei. Leicht lösliche mineralische Dünger wirken schnell, können bei nicht bedarfsgerechter Anwendung aber vor allem Stickstoffverluste durch Auswaschung verursachen. Asche aus dem Haushalt verwendest du weder als Gartendünger noch als Kompostzusatz, weil sich Schadstoffe anreichern können und eine Überdüngung möglich ist.
Bevor ich ein Spurenelement gebe, gehe ich diese Fragen durch.
- Ist der pH-Wert gemessen, und liegt er für die Bodenart im Zielbereich?
- Steht Wasser im Beet, oder ist der Boden verdichtet?
- Ist der Boden noch kalt oder gerade sehr trocken?
- Erklärt die Bodenanalyse den Verdacht, oder braucht es eine Pflanzenanalyse?
- Habe ich Kompost und Mist von der Menge abgezogen?
Kompost, Blattdüngung und Düngetermin kurz eingeordnet
Kompost und organische Dünger
Kompost lockert schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Seine Nährstoffe rechnest du bei der Düngung mit, und bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du weitere Kompostgaben ein.
Blattdüngung
Eine gezielte BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. kann die Festlegung von Spurenelementen im Boden vorübergehend umgehen, ihre Wirkung hält aber nur begrenzt an. Ausgebracht wird sie bei bedecktem Himmel oder abends, weil starke Sonne die Lösung konzentrieren und Blätter schädigen kann. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung.
Der richtige Termin
Kompost und Mist bringst du vorzugsweise ausgangs Winter bis ins Frühjahr aus. Ab dem Spätsommer bekommen mehrjährige Gartenpflanzen keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit sie ausreifen können. Überwinternde Kübelpflanzen erhalten im Winter grundsätzlich keine Düngung.
Die Grundlagen zu Kompost, Flüssigdüngung und Düngezeitpunkt findest du im Kapitel Düngen des Ratgebers zu Stauden und Ziergräsern, den ich oben beim pH-Wert verlinkt habe.




